Die 10 … größten WM-Überraschungen Teil 5


10 wichtige Dartmomente

2. Die Geschichte des „One-Hit-Wonders“

Bei der Weltmeisterschaft 2008 gab es so einige Neuerungen. Die größte war wohl der Austragungsort. Von der Circis Tavern wechselte die PDC in den Alexandra Palace nach London. Jeder wollte dort natürlich der erste Weltmeister werden. John Part schaffte es dabei ins Endspiel und wollte seinen dritten Weltmeistertitel klar machen. Doch wer ihm da gegenüberstand, war eine der größten Überraschungen aller Zeiten.

Kirk Shepherd gilt bis heute als das klassische Beispiel des „One-Hit-Wonders“. Vor der Weltmeisterschaft hatte er im Dartsport kaum etwas erreicht. Er qualifizierte sich auch erst über das letzte PDPA-Turnier und durfte dadurch in der ersten Runde gleich gegen Terry Jenkins ran. Dieser hatte insgesamt sieben Matchdarts, doch Shepherd überlebte sie alle und siegte am Ende mit 3:2. In der zweiten Runde wartete Mick McGowan. Auch dieser hatte einige Möglichkeiten, in Zahlen vier, um den jungen Kirk aus dem Turnier zu werfen. Doch erneut hatte der damals 21-Jährige Glück und siegte seinerseits mit 4:3. Nach einem 4:2-Erfolg über Barrie Bates wartete mit Peter Manley ein dreifacher WM-Finalist. Auch dieser konnte die Glückssträhne des Kirk Shepherd nicht beenden. Er verpasste zwei Matchdarts und Kirk siegte mit 5:4. Im Halbfinale besiegte der „Martila Dartist“ dann den Taylor-Bezwinger Wayne Mardle mit 6:4 und zog so als absoluter Außenseiter tatsächlich ins Endspiel der Weltmeisterschaft ein. Gegen den zweifachen Weltmeister John Part wollte er erneut an seine bisherige Form anknüpfen, spielte jedoch mit 85 Punkten im Schnitt den schlechtesten Average eines WM-Finalisten. Am Ende unterlag er dem Kanadier mit 2:7, kletterte in der Weltrangliste aber bis auf Platz 22.


Es war das einzige Mal, dass Kirk Shepherd einen vergleichbaren Erfolg feiern konnte. Für ein Turnier zeigte er mit viel Glück aber auch einer gewissen Kaltschnäuzigkeit eine Leistung die klar über seinem Potential lag. Kirk Shepherd ging in die Geschichte ein als größtes „One-Hit-Wonder“ der Dartsgeschichte und bis heute wartet man vergeblich auf einen weiteren Erfolg auf einem größeren Turnier.

1. Ein Finish bekommt seinen Namen

Wir schreiben das Jahr 1983. An die PDC war noch nicht zu denken, es gab einen großen Dartverband und eine große Darts-WM. Dort waren Eric Bristow, Jocky Wilson und John Lowe die großen Namen. Doch in diesem Jahr sollte sich ein anderer Spieler in den Vordergrund spielen. Er sollte etwas Einmaliges schaffen, eine Überraschung an die bis heute nichts herankommt.

Keith Deller war damals 23 Jahre alt und war keiner der gesetzten Spieler. Er musste sich für die WM qualifizieren und schaffte dies. Dort traf er in der ersten Runde auf den Weltranglistensiebten, Nicky Virachkul. Der Amerikaner, der in Thailand geboren war, musste sich einem leicht stärkeren Deller mit 1:2 geschlagen geben. Deller konnte sich dann in der zweiten Runde mit einem damals noch überragenden 91’er Average mit 3:1 gegen Les Capewell durchsetzen. Mit dem Weltranglistenzweiten, John Lowe, hatte er im Viertelfinale dann das erste echte Brett vor der Brust. Es war eine unglaublich enge Partie auf Augenhöhe, bei der Deller tatsächlich die Nerven behielt und sich mit 4:3 durchsetzte. Titelverteidiger Jocky Wilson wartete dann im Halbfinale auf den Qualifikanten. Erneut zeigte Deller eine fantastische Leistung und siegte mit 5:3, was ihn tatsächlich ins Endspiel brachte. Das freute vor allem Eric Bristow, der damit den Weg frei für den Titelgewinn sah. Bristow spielte auch eine brillante Partie, warf 93 Punkte im Schnitt. Doch Deller hielt seine 90 und so stand es nach zehn Legs 5:5-Unentschieden. Noch immer zweifelte Bristow nicht an seinem dritten WM-Erfolg. Selbst als Deller in jenem Entscheidungsleg mit 2:1 führte, blieb Bristow ganz ruhig. Es folgte eine der vielleicht berühmtesten Szenen im Dartsport. Deller stellte sich 138 Punkte Rest, Bristow schritt ans Oche. 121 Punkte standen bei ihm noch auf dem Tacho. Nach der einfachen 17 traf er die Triple-18, ging aber nicht auf das Bullseye. Er stellte sich 32 Punkte Rest, traute Deller die 138 nicht zu. Der Mann aus Ipswich war an der Reihe und der erste Dart traf die Triple-20. Dart Nummer zwei fand den Weg in die Triple-18. Der wichtigste Dart seiner Karriere landete in der Doppel-12 und bescherte dem Qualifikanten den WM-Titel gegen den Weltranglistenersten.


Das 138’er Finish wird bis heute als Keith Deller-Finish bezeichnet. Mit diesem WM-Triumph schaffte er die größte Sensation der Dartsgeschichte und schlug damit als bis heute einziger Spieler die drei topgesetzten Spieler innerhalb einer Weltmeisterschaft. Keith Deller war von da an ein großer Name in der Dartszene. Er erreichte noch einige Male Halbfinals von großen Turnieren, für einen weiteren, ganz großen Wurf sollte es jedoch nicht mehr reichen. Sein Name ist allerdings für alle Zeit bekannt.

Tobias Gürtler


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