Die 10 … größten WM-Überraschungen Teil 4


10 wichtige Dartmomente

4. Wer ist René Eidams?

Eigentlich hätte er gar nicht dabei sein dürfen. René Eidams hatte die Qualifikation das Finale der Bull’s Super League verpasst. Doch durch das Ausscheiden vom diesjährigen Qualifikanten, Dragutin Horvat, durch eine Handverletzung, rückte er nach und konnte sich tatsächlich für die WM qualifizieren. Nach dem Vorrundensieg gegen Thanawat Gaweenuntawong stand er dem haushohen Favoriten Michael van Gerwen gegenüber.

Das Spiel begann genau so, wie es zu erwarten war. Michael van Gerwen brannte sein übliches Feuerwerk ab. Er holte sich den ersten Satz mit einem 116’er Finish, im zweiten Satz checkte er 127 Punkte auf Bull aus. Ohne Legverlust führte MVG mit 2:0 und alles war eigentlich entschieden. Eigentlich. Doch nicht mit „The Cube“. René Eidams glaubte an seine Chance und kam fantastisch zurück. Mit einem 122’er Finish zum Break verhinderte Eidams den Whitewash. Zwar konterte Michael umgehend, doch Eidams machte einfach weiter und sprintete zum Satzgewinn. In der Folge schien „Mighty Mike“ die Konzentration etwas zu verlieren, Eidams wurde stärker und stärker. So konnte er sich in Satz Nummer vier eine 2:0-Führung sichern. Fast checkte er dann 161 Punkte zum Ausgleich. Er verfehlte Bull aber knapp. Weil MVG aber einfach nicht in der Lage war ihn zu bestrafen, kam Eidams tatsächlich zum 2:2 in den Sätzen. Zwar vergab René ein 106’er Finish zur Führung, doch er ließ einfach nicht locker. Nach vier Legs im Entscheidungssatz stand es 2:2 und so zwang der „Nobody“ den absoluten Titelfavoriten und Weltranglistenersten in die Verlängerung. Dort holte sich MVG zunächst sein Leg und holte dann mit einem Break doch den 3:2-Sieg.


Die Art und Weise wie sich René Eidams als jemand, dessen WM-Chance eigentlich schon längst verspielt war, gegen den vielleicht besten Dartspieler der je an einem Oche stand präsentierte, war eine große Überraschung. Er hatte ihn trotz eines klaren Rückstandes tatsächlich am Rande der Niederlage. Damit hatte niemand gerechnet und auch das Durchpusten des Niederländers zeigte, dass die Dartfans etwas unglaubliches gesehen hatten.

3. Das Debakel des RvB

Die WM 2012 hatte mit Dave Chisnall eine große Überraschung. Eine noch größere gab es aber bereits in der ersten Runde. Dort traf James Richardson auf den Niederländer und fünffachen Weltmeister Raymond van Barneveld. Auf dem Papier eine ganz klare Sache. Richardson hatte zuvor noch kaum etwas erreicht auf den Dartturnieren und so schien es ein kurzer Prozess zu werden. Wurde es auch, aber anders als gedacht.

Die Begegnung begann eigentlich ganz nach dem Geschmack von Barney. Der Niederländer startete mit einem 130’er Finish zum 12-Darter und Break ins Spiel und schnappte sich so die Führung und baute sie auch auf 2:0 aus. James aber wurde stärker, während Raymond plötzlich stark nachließ. Nach dem Anschluss checkte „Ruthless“ 145 Punkte zum Ausgleich, ehe er sich tatsächlich den ersten Satz sichern konnte. Raymond haderte mit sich selbst, hatte eine ganz schwache Ausstrahlung. Die Lust schien ihm schon längst vergangen. Er war nicht schlecht, doch in den entscheidenden Momenten einfach nicht zu Stelle. Da wollte es nicht laufen. Richardson hingegen ließ sich tragen. Auch dank eines Breaks und eines 120’er Finishes konnte James sich auch den zweiten Satz holen und die Überraschung schien möglich. Doch Barney gab dann doch noch nicht auf. Er hing sich nochmal rein, sorgte mit einem Break und der Bestätigung dessen wie schon im ersten Satz für eine 2:0-Führung. Das Match schien nun seinen erwarteten Verlauf einzuschlagen, doch es sollte anders kommen. Raymond ließ einige Möglichkeiten liegen und so verkürzte James und wie schon im ersten Satz checkte er 145 Punkte zum Ausgleich. Im letzten Leg verpasste Raymond erneut Möglichkeiten und Richardson war zur Stelle. Seinen ersten Matchdart verwandelte James zum 3:0-Sieg.


Ein Mann, von dem kaum einer zuvor gehört hatte, warf einen der besten Spieler aller Zeiten mit 3:0 aus der Weltmeisterschaft. Es war der Wahnsinn und kaum jemand konnte es fassen. James zog weiter in die zweite Runde, wo er jedoch gegen Kim Huybrechts keine große Chance hatte. Er unterlag mit 1:4. Doch bis heute verbindet man seinen Namen mit einer der größten Überraschungen aller Zeiten.

Tobias Gürtler



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