Gabriel Clemens verliert Thriller

Nachdem am Vorabend die beiden Österreicher aus dem Turnier ausschieden, wurde es aus deutschsprachiger Sicht am Nachmittag von Tag neun erneut spannend. Gabriel Clemens aus Saarlouis bekam es mit dem Schotten John Henderson zu tun. Marijanovic-Bezwinger Richard North traf auf den seit Monaten gut aufgelegten Steve West. Außerdem wollte der Kanadier Jim Long gegen Benito van de Pas überraschen und Kyle Anderson gegen Noel Malicdem nichts anbrennen lassen.

Jim Long verpasst sechs High Finishes und die Sensation

In der ersten Runde musste der Kanadier Jim Long gegen Michael Mansell ran und setzte sich trotz eines 75’er Averages durch. Nun bekam er es mit Benito van de Pas zu tun, der ähnlich wie Mansell in einem Tief steckt. Dies wollte Jim zu einem weiteren Erfolg nutzen, das Niveau zu Beginn der Partie war allerdings erneut eher gering. 22 Darts reichten Benito um sich im ersten Leg direkt ein Break zu sichern, was aber auch daran lag, dass Long ein 111’er Finish verpasste. Es sollte nicht die letzte Chance auf ein High Finish für Jim sein. Long glich danach dann zwar erst mal aus, nachdem er aber 121 auf der Doppel-14 verpasste schnappte sich „Big Ben“ den ersten Satz. Beide Akteure spielten zu dem Zeitpunkt weniger als 80 Punkte im Schnitt. Sie steigerten sich jedoch im Anschluss. Nachdem Jim ein 118’er Finish vergab checkte er ein Leg später 121 Punkte auf dem Bullseye, was Benito mit einem 144’er Finish konterte. Im Anschluss vergab Jim 135 auf Tops, Benito 140 auf der Doppel-16. Es war eine rasante Phase in diesem Match, das Benito wegen der größeren Sicherheit auf die Doppel zum zweiten Satzgewinn nutzte. Long schien damit bereits ausgeschieden zu sein, doch er kämpfte weiter. Zwar vergab er ein 161’er Finish im dritten Satz, ein Leg gab er jedoch nicht ab. So verkürzte er auf 1:2 und war plötzlich sogar der bessere Spieler. Nachdem er zunächst nur seine eigenen Legs holen konnte, dabei mit 144 Punkten sein sechstes High Finish liegen ließ, vergab er ein 95’er Finish zum Satzausgleich. Weil van de Pas dann aber drei Matchdarts in den Sand setzte, glich Jim Long doch noch zum 2:2 aus. Der Druck auf Benito war nun enorm und er verpasste teilweise die großen Felder. Jim ging im Entscheidungssatz in Führung und vergab dann vier Breakdarts, sodass Benito wieder ausglich. Während Long nichts zu verlieren hatte und überraschend ruhig blieb, musste van de Pas immer wieder schwierige Situationen überstehen. So checkte er beim Stand von 1:2 in den Legs 96 Punkte auf der Doppel-9, nachdem sich Long zuvor auf Tops gestellt hatte. Einen Matchdart bekam Jim Long dann tatsächlich auch noch, verpasste die Doppel-20 allerdings. Van de Pas glich zum 3:3 aus und holte dann seinerseits ein Break zum 4:3. Long brachte sich dann zwar auf 114 Punkte Rest und in Rebreakposition, Benito aber zeigte ein herausragendes 150’er Finish und schnappte sich so doch noch den 3:2-Sieg. Der Niederländer zog damit in die dritte Runde ein, während Long auf seine Leistung stolz sein durfte, da er seinen Average im Vergleich zur ersten Runde um satte zehn Punkte steigern konnte.

B. van de Pas 3:2 Jim Long
86.62 Average 85.71
4 180s 0
150 High Finish 121
2 100+ Checkouts 1
13/34 Finishing 11/36

Als nächstes wurde es vor allem für die deutschen Fans spannend. Mit Gabriel Clemens betrat einer der zwei verbliebenden Starter aus Deutschland die Bühne und bekam es mit dem Schotten John Henderson zu tun. Es sollte eine mitreißende Partie auf hohem Niveau werden bei der sich beide Akteure nichts schenkten. Bereits im dritten Leg setzte Gabriel die erste Duftmarke, als er 125 Punkte via Bull, Single Bull, Bull auscheckte. Henderson hatte auf 44 Punkten Rest auf die Breakchance gelauert. Diese nutzte er nur zwei Legs später. „Gaga“ stand auf Tops, bekam aber keine Chance darauf, weil John 87 Punkte auf Bull zum Satzgewinn auscheckte. Clemens ließ sich aber nicht beirren. Er machte richtig stark weiter und bestätigte ein Break zu Beginn des zweiten Satzes mit einem 141’er Finish. Er vergab in der Folge jedoch zwei Satzdarts, sodass Henderson doch noch ausglich. Nach drei 140’ern in Serie kam Gabriel Clemens aber doch noch zu einem weiteren Break und damit zum Satzausgleich. Gleiches Bild auch im dritten Satz. Erneut ging Clemens mit 2:0 in Führung und setzte Henderson ziemlich unter Druck. Dieser hielt dem aber stand und erzwang erneut ein Entscheidungsleg. In diesem checkte „Gaga“ 65 Punkte eiskalt mit zwei Darts und ging damit erstmals in Führung. Wieder zeigte sich Henderson in dieser Phase äußerst stressresistent, checkte 88 Punkte auf dem Bullseye und 120 Punkte um sich die eigenen Anwürfe zu sichern. Dann aber spielte Clemens einen tollen 10-Darter zum 2:2 im vierten Satz, womit es zum vierten Mal über die volle Distanz ging. Zwar war Gabriel gut mit dabei, ein 12-Darter samt 141’er Finish von John Henderson war allerdings zu gut. So kam es in diesem engen Spiel zum entscheidenden fünften Satz. Beide spielten zu dem Zeitpunkt einen Average von etwa 95 Punkten, ließen in den eigenen Anwürfen jedoch plötzlich dem Gegner Chancen. Diese wurden zunächst genutzt und so führte Henderson mit 2:1. Clemens gab dann nochmal alles und stellte sich auf 105 Punkte Rest um die Verlängerung zu erreichen, doch Henderson checkte zum zweiten Mal in dieser Partie 120 Punkte und schnappte sich damit den 3:2-Sieg. Gabriel Clemens schied damit trotz herausragender Leistung als dritter Deutscher aus der WM aus.

John Henderson 3:2 Gabriel Clemens
95.17 Average 93.89
5 180s 3
141 High Finish 141
3 100+ Checkouts 2
13/21 Finishing 11/24

Richard North mit 29 Fehlwürfen auf die Doppel

Als nächstes stand das große Duell zwischen dem Westen und dem Norden an. Allerdings nur was die Namen anging. Steve West traf auf Richard North, welcher in der ersten Runde Robert Marijanovic aus dem Turnier warf. Schon der erste Satz war sinnbildlich für die gesamte Partie. North spielte einen Tick besser und bekam auch einige Möglichkeiten. In jedem Leg verpasste er diese aber. War es im ersten nur einer bei einem 120’er Finish, waren es im dritten Leg gleich fünf Chancen. West nutzte dies eiskalt und holt sich den ersten Satz. Im zweiten Satz wurde North dann zumindest ein klein wenig sicherer beim Auschecken, West aber war zur richtigen Zeit am richtigen Ort um ihm wehzutun. Ein starkes 164’er Finish brachte „Simply“ mit 2:1 in Führung, ehe North jedoch das Entscheidungsleg erzwingen konnte. Dieses schnappte sich Steve dann aber relativ souverän zur 2:0-Führung. Mit diesem Ergebnis lag Richard allerdings auch gegen Robert Marijanovic zurück und legte danach so richtig los. So sah es auch an diesem Tag aus. Er holte sich die ersten beiden Legs des dritten Satzes fast im Spaziergang, dann aber kam West nochmal zurück. Fünf perfekte Darts und ein 124’er Finish sorgten für das 1:2 und weil North erneut sechs Doppel verfehlte glich West sogar aus. Nur mit einigem Glück schnappte sich Richard seinen ersten Satz und hielt die Partie am Leben. Nach zwei 180’ern in Folge holte sich North dann direkt ein Break zu Beginn von Satz vier, welches er auch bestätigen konnte. Er setzte Steve damit ziemlich unter Druck, doch diesem hielt er sehr gut stand und traf die Doppel jeweils sehr schnell um das Entscheidungsleg zu erzwingen. Dort vergab North erneut drei Doppelfelder, am Ende waren es insgesamt 29 Fehlwürfe in 18 Legs, und so beendete West die Partie. Durch einen 3:1-Erfolg zog er in die dritte Runde ein, während North trotz eines 96’er Averages ausschied.

Steve West 3:1 Richard North
89.59 Average 95.96
6 180s 5
164 High Finish 49
2 100+ Checkouts 0
11/26 Finishing 7/36

In der letzten Begegnung des Nachmittags bekam es Kyle Anderson mit Noel Malicdem zu tun, Noel hatte in der ersten Runde Jeffrey de Graaf aus dem Turnier gekegelt und dabei eine gute Leistung gezeigt. An diese knüpfte er mit einem 122’er Finish im ersten Leg direkt an und er ließ sich von nichts aus der Ruhe bringen. Anderson drehte auf 2:1, vergab aber ein 136’er Finish zum Satzgewinn. Malicdem konterte mit einem 140’er Finish zum Ausgleich. Im Entscheidungsleg verrechnete er sich jedoch und stellte sich eine Bogey-Zahl, was ihm den Satz kosten sollte. Auch der zweite Satz lief zunächst wie der erste. Malicdem schnappte sich die Führung, dieses Mal aber mit einem 13-Darter zum Break. Kyle drehte die Geschichte, ehe Noel einen weiteren 13-Darter zum Ausgleich folgen ließ. Dieses Mal holte sich aber der Mann von den Philippinen den Satz und glich damit aus. Kyle spielte zu diesem Zeitpunkt rund 100 Punkte im Schnitt, Malicdem stand bei einem Average von 96. Und dieses Niveau konnten die Spieler sogar nochmal steigern. Sie warfen sich die Triple gegenseitig nur so um die Ohren. Auch das Muster wie die Sätze abliefen änderte sich nicht. Malicdem schnappte sich das erste Leg, Kyle drehte es auch dank back-to-back 180‘ern, aber Malicdem erzwang das fünfte Leg. Dort vergab er aber vier Satzdarts und so ging Kyle Anderson wieder mit 2:1 in Führung. Dies gab Kyle ein wenig Auftrieb, während Malicdem ins Grübeln kam. Anderson schnappte sich erstmals das Eröffnungsleg eines Satzes und ging in Führung. Dies schien Malicdem den finalen Stoß verpasst zu haben. Der hatte große Probleme in das nächste Leg zu kommen und so holte sich Kyle das Break und war nur ein weiteres Leg vom Weiterkommen entfernt. Dieses holte er sich direkt mit eigenem Anwurf und schnappte sich so den 3:1-Erfolg in einer hochklassigen Partie.

Kyle Anderson 3:1 Noel Malicdem
96.41 Average 92.93
7 180s 6
85 High Finish 140
0 100+ Checkouts 2
11/25 Finishing 7/16

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