Norris schlägt Lennon im Sudden Death-Leg

Am Nachmittag des achten WM-Tages stiegen vier weitere gesetzte Spieler ins Turnier ein. Steve Beaton hatte dabei mit Chris Dobey eine äußerst knifflige Aufgabe zu bewältigen. Interessant war auch das Match zwischen Stephen Bunting und Luke Humphries, der in Runde eins nur ein Leg abgab. Jermaine Wattimena bekam es zudem mit Michael Barnard zu tun und beim Duell zwischen Alan Norris und Steve Lennon war es nur schwer im Vorfeld einen Sieger auszumachen.

Steve Lennon verpasst zwei Matchdarts

Michael Barnard war als Ranglistenbester der Challenge Tour in die WM eingezogen und überstand in Runde eins sechs Matchdarts gegen José De Sousa. Nun wollte er den nächsten Sieg feiern, hatte mit Jermaine Wattimena aber eine schwierige Aufgabe vor sich. Doch im Duell langsam gegen schnell stellte sich die Frage, ob Wattimena sich auf den langsamen Rhythmus seines Gegners einstellen konnte. Zunächst sah alles danach aus, denn er holte sich seinen ersten Anwurf souverän. In der Folge stellte sich aber eine große Doppelschwäche bei Jermaine ein, die er so schnell nicht weg bekam. So geriet er auch noch im ersten Satz mit einem Break in Rückstand, konnte aber durch seine starken Scores gut korrigieren und sich das Rebreak sichern. Nachdem er dann aber ein 109’er Finish verpasste, bekam Barnard die Chance sich den ersten Satz zu schnappen. Gerade in diesem Moment vergab der „Dinosaur“ aber das einzige Mal in dieser Partie eine Möglichkeit auf die Doppel. Wattimena staubte ab, holte sich den ersten Satz, hatte aber zu diesem Zeitpunkt bereits zwölf Darts neben die Doppelfelder gesetzt. Nachdem er dann zu Beginn des zweiten Satzes erneut drei Chancen verpasste und Michael Barnard sich sein insgesamt drittes Leg dieser Partie holte, wurde Jermaine etwas sicherer. Zu seinen starken Scores kamen nun auch schnellere Treffer in die Doppel hinzu und so hatte Michael große Mühe mitzuhalten. Das Tempo der „Machine Gun“ war zu hoch und so holte sich der Niederländer die nächsten drei Legs und damit den zweiten Satz. Danach war es nur noch ein Schaulaufen, bei dem Michael Barnard keine einzige Chance mehr auf Doppel bekam. Zwar vergab Jermaine noch ein 140’er Finish, 130 machte er dafür wenig später auf dem Bullseye aus. Sein erster Matchdart war dann auch direkt drin und so holte sich Wattimena nach insgesamt sechs Leggewinnen in Serie den 3:0-Erfolg, trotz einer 75%-Doppelquote seines Gegners.

J. Wattimena 3:0 Michael Barnard
89.94 Average 83.34
1 180s 0
130 High Finish 120
1 100+ Checkouts 1
9/31 Finishing 3/4

Im Anschluss folgte das Duell zwischen Alan Norris und Steve Lennon. Lennon hatte sich in der ersten Runde sehr souverän mit 3:0 gegen James Bailey durchgesetzt und nachdem er in diesem Jahr auch das Finale eines European Tour Events erreichen konnte, schien er gegen Alan Norris durchaus gute Chancen zu haben. Er startete auch richtig stark, holte sich durch einen 12-Darter eine 2:0-Führung im ersten Satz. Zwar kam Alan nochmal zurück und glich aus, der bessere Spieler war zu diesem Zeitpunkt aber Steve, der sich trotz vergebenem 146’er Finishes das 1:0 sicherte. Norris musste sich kurz schütteln, kam dann aber unheimlich stark zurück auf die Bühne. Mit 15, 14 und 12 Darts schnappte er sich ohne Probleme den zweiten Satz und setzte damit eine echte Duftmarke. Er hätte sicherlich gerne direkt weitergespielt, allerdings gab es erst mal die Pause. Danach holte sich „Chuck“ aber direkt wieder ein Break, welches via 107’er Finish von Lennon egalisiert wurde. Nur knapp verpasste Norris dann ein erneutes Break auf dem Bullseye bei 121 Punkten Rest, sodass sich Lennon trotz ein paar Doppelproblemen wieder mit 2:1 in den Sätzen in Führung brachte. Der Druck auf Norris wurde nun immer größer, er kämpfte. Lennon hingegen merkte man kaum etwas an, er war wie gewohnt sehr ruhig. Norris holte sich im vierten Satz alle seine Anwürfe und so gelang ihm der 2:2-Ausgleich und die entscheidende Phase dieser Partie begann. Nachdem Lennon sich bereits mit 2:0 in Führung gesetzt hatte, schien das Spiel durch zu sein, doch erneut kämpfte sich Alan Norris zurück. Zwar vergab er ein 164’er Finish, doch er holte sich dennoch das 1:2 und nach einer fantastischen 180 zum richtigen Zeitpunkt glich er aus und erzwang die Verlängerung. Dort warf Norris erneut eine super 180, verpasste aber ein 139’er Finish. Steve Lennon war mit seinem zweiten 107’er Finish zur Stelle und ging in Führung. Nachdem beide ihre nächsten Anwürfe durchbrachten, Lennon inzwischen auch mit erleichtertem Jubel, spielte Norris ein richtig starkes Leg. Er war weit in Führung, ließ im Finishbereich aber stark nach. So kam Steve Lennon doch noch zu zwei Matchdarts, die er aber beide vergab. Alan checkte fünf Punkte Rest auf der Doppel-1 und glich unter großem Jubel wieder aus. Nachdem beide dann erneut ihre eigenen Legs durchbrachten kam es zum Sudden Deat- Leg. Dort gewann Steve Lennon den Wurf auf das Bullseye und durfte beginnen. Die ersten beiden Aufnahmen gingen beide jeweils noch im Gleichschritt, ehe Lennon mit seiner dritten Aufnahme kein Triple traf. Alan ergriff die Chance und warf eine 180. Diese krönte er dann mit einem 81’er Finish zum 12-Darter und damit auch zum 3:2-Sieg und dem Weiterkommen. Mit einem Average von 92 Punkten und zehn 180’ern ein durchaus verdienter Sieg, jedoch brauchte auch Steve Lennon sich mit seiner Leistung nicht verstecken.

Alan Norris 3:2 Steve Lennon
92.23 Average 87.89
10 180s 3
98 High Finish 107
0 100+ Checkouts 2
16/51 Finishing 13/41

Humphries‘ Märchen geht weiter

Mit seiner überzeugenden Leistung in Runde eins überraschte Luke Humphries bereits. Gegen Adam Hunt gab er lediglich ein Leg ab und spielte einen Schnitt von fast 98 Punkten. Mit Stephen Bunting hatte er nun zwar einen vermeintlich stärkeren Gegner, den er allerdings in diesem Jahr bereits zwei Mal bezwingen konnte. Und Luke machte auch einfach da weiter, wo er in der ersten Runde aufgehört hatte. Zwar kassierte er zunächst ein Break, legte danach dann aber so richtig los. Gleich vier Mal gelang ihm im ersten Satz eine 180 und um dies noch zu toppen checkte er 142 Punkte via Triple-17, Triple-17 und Tops zum Satzgewinn. Bunting wirkte überrascht und Humphries wusste dies zu nutzen. „Cool Hand Luke“ holte sich im zweiten Satz sofort wieder ein Break und checkte nach vier perfekten Darts 136 Punkte zu einem 12-Darter. Stephen geriet immer mehr unter Druck und so vergab er auch ein paar Möglichkeiten die er sich durch eine ebenfalls durchaus ansehnliche Leistung erspielte. Luke schnappte sich daher auch den zweiten Satz und für Stephen wurde es nun richtig eng. Es sah nicht so aus, als würde Humphries ins straucheln kommen, vier perfekte Darts zu Beginn des dritten Satzes unterstützten diesen Eindruck. Dann aber ließ er doch ein wenig nach und Bunting war zur Stelle. „The Bullet“ wurde nun stärker und wusste um die Wichtigkeit eigener Maxima, die er auch bejubelte. Nach nun eigenen vier perfekten Darts vergab er zwar ein 106’er Finish, schnappte sich den dritten Satz aber trotzdem und verkürzte so auf 1:2. Nachdem Humphries dann ein 108’er Finish vergeben hatte sah es erstmals so richtig nach einem Comeback für Bunting aus, der sich in Führung brachte. Dann aber hatte er einiges an Pech. Zunächst hatte er bei 160 Punkten Rest mit dem zweiten Dart einen bitteren Bouncer, dann überwarf er sich bei 80 Punkten mit Triple-20, Doppel-15. Humphries glich somit aus und vergab wenig später nur knapp ein Break. Bunting vergab nach dem 2:1 dann aber seinerseits gleich fünf Satzdarts, was Humphries mit einem 92’er Zwei-Dart-Finish zum 2:2 bestrafte. Nun wurde Bunting nervös und so erspielte sich Luke die Chance zum Sieg. Obwohl er selbst ein paar Wackler drin hatte, konnte er 88 Punkte via fünf, Triple-17 und Doppel-16 zum 3:1-Sieg verwandeln und sich somit erstmals in die dritte Runde der Weltmeisterschaft spielen. Am Ende spielte er einen starken Average von 95,56 und unterstrich damit erneut seine starke Form.

Stephen Bunting 1:3 Luke Humphries
88.21 Average 95.56
6 180s 7
76 High Finish 142
0 100+ Checkouts 2
8/28 Finishing 10/25

Im letzten Duell des Nachmittags traf Steve Beaton auf Chris Dobey. Dobey hatte sich in der ersten Runde ganz locker mit 3:0 gegen Boris Koltsov durchgesetzt und dabei einen Average von über 92 Punkten gezeigt. Als ein junger Spieler mit viel Potenzial wollte er mit Steve Beaton nun einen größeren Namen aus dem Turnier werfen und startete sehr gut. Nachdem er sich seinen Anwurf gesichert hatte legte er direkt ein Break nach und stand kurz vor dem ersten Satzgewinn. Weil er aber gleich drei Satzdarts auf der Doppel-16 liegen ließ kam Beaton nochmal zurück und glich wenig später aus. Unter Druck, Beaton stand auf Tops, checkte Chris dann aber 88 Punkte auf dem Bullseye doch noch zum 1:0 in den Sätzen. Weniger eng verlief der zweite Satz indem Chris erneut sehr kalt auf die Doppel war. Beaton stellte sich zu Beginn wieder auf Tops, „Hollywood“ checkte dieses Mal aber 80 Punkte zum Break. Erneut brachte er dann 88 Punkte auf null, ehe er sich ohne Legverlust das 2:0 in den Sätzen schnappte. Je länger das Spiel dauerte, desto besser wurde Dobey. Ein toller 11-Darter brachte ihm die Führung im dritten Satz ein, in dem er nun nach Belieben die Triple traf. Beaton musste sich enorm strecken um mitzuhalten. Mit dem Break zum 2:0 schien die Partie entschieden. Der „Bronzed Adonis“ gab zwar nicht auf, verpasste aber eine Chance zum Rebreak auf der Doppel-16. Dobey bekam somit die Möglichkeit zu einem 100’er Finish zum Matchgewinn, den er auch nutzte. Mit einem sehr überzeugenden 3:0 zog Dobey somit als letzter Spieler dieses Nachmittags in die nächste Runde ein.

Steve Beaton 0:3 Chris Dobey
89.27 Average 93.44
1 180s 4
57 High Finish 100
0 100+ Checkouts 1
2/8 Finishing 9/21

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