Max Hopp zieht in die dritte WM-Runde ein

Am Dienstagnachmittag ging die Darts-Weltmeisterschaft 2019 in ihre vierte Session, die aus deutscher Sicht ganz besonders interessant war. Mit Robert Marijanovic und Max Hopp waren nämlich gleich zwei Landsmänner innerhalb weniger Stunden auf der Bühne des Alexandra Palace. Während Marijanovic im ersten Spiel des Tages gegen Richard North ranmusste stieg Hopp in der zweiten Runde in den Wettbewerb ein und bekam es im letzten Duell des Nachmittags mit Danny Noppert zu tun.

Marijanovic verliert Marathon-Match nach 2:0-Führung

Als Sieger der Super League Germany hatte sich Robert Marijanovic für das wichtigste Darts-Event des Jahres qualifiziert. Insgesamt war es für den Deutsch-Kroaten die dritte WM-Teilnahme, allerdings die erste unter deutscher Flagge. Dabei bekam es der „Robstar“ heute mit dem Weltranglisten-39. Richard North zu tun. Marijanovic fand klasse in die Begegnung hinein, begann mit einem 107er-Checkout und konnte diesem ein Break nachlegen. North kam in diesem Satz aber trotzdem zum Ausgleich, und das hatte er in allererster Linie seinem Gegner zu verdanken. Marijanovic vergab im dritten Leg nämlich ganze fünf Satzdarts und scheiterte im vierten haarscharf an einem 131er-Finish. So musste dieser Satz im fünften Leg entschieden werden, in welchem Marijanovic mit 68 Zählern vors Oche trat, er erwischte die Triple-12 und die Doppel-16 und lag mit 1:0 in Front. Zurück auf der Bühne musste der „Robstar“ zunächst einen kleinen Rückschlag hinnehmen, als er am Bullseye vorbeiwarf und in diesem zweiten Satz in Rückstand ging, doch er erholte sich schnell davon und checkte im folgenden Leg 147 Punkte ziemlich unorthodox via Triple-20, Triple-19 und Doppel-15 zum Legausgleich. Die beiden nächsten Legs wurden mit dem jeweiligen Anwurf gewonnen, sodass auch dieser Durchgang ins Entscheidungsleg ging. In diesem ließ North drei ganz wichtige Möglichkeiten auf Doppelfelder liegen und brauchte sich nicht mehr zu wundern, dass sein Rückstand größer wurde. Genau so kam es auch, Marijanovic traf die Doppel-12 und führte mit 2:0 in den Sätzen.

Den dritten Satz eröffnete der Deutsch-Kroate mit einem Highfinish in Höhe von 115 Punkten. Zwar konnte er den Anwurf seines Gegners im nächsten Leg nicht gefährden, als er sich das dritte Leg des Satzes aber holen konnte war er nur noch ein Leg vom Sieg entfernt. „Lionheart“ hatte sich jedoch noch nicht aufgegeben, brachte auch diesen Satz in den Decider und gewann diesen mit einem 64er-Finish unter extrem hohem Druck zum 1:2-Gesamtspielstand aus seiner Sicht. Nachdem North zu Beginn des nun startenden vierten Durchgangs einmal an der Doppel-5 vorbeiwarf bestrafte ihn sein deutscher Gegner dafür, in dem er 94 Punkte via Triple-20 und Doppel-17 auslöschte. Ein Leg später setzte North vier weitere Darts am äußeren Ring des Boards vorbei und stand demzufolge erneut kurz vor dem Turnieraus, der Engländer kämpfte aber weiter. Er checkte zunächst 136 Zähler via zweimal Triple-16 und Tops und hatte im vierten Leg Glück, dass sich Marijanovic bei 70 Restpunkten keinen Matchdart erspielen konnte. In diesem Fall gelang es North erneut, den eigenen Anwurf im Entscheidungsleg zu verteidigen und den Spielstand auf 2:2 in den Sätzen auszugleichen. Auch der alles entscheidende fünfte Durchgang begann für den „Robstar“ mit einer Enttäuschung, als er zwei Darts knapp an der Doppel-12 vorbeiwarf und ein Break kassierte. Zwar gelang ihm das sofortige Rebreak, doch mit einem 13-Darter tat es ihm North im dritten Leg dieses Satzes gleich und war plötzlich selbst nur noch 501 Punkte vom Weiterkommen entfernt. Bei eigenem Anwurf hatte „Lionheart“ jetzt auch schon die große Gelegenheit dazu, konnte diese auch nutzen und verwandelte seinen zweiten Matchdart in der Doppel-20. Auch dank zehn 180ern hatte Richard North aus einem 0:2-Rückstand den 3:2-Sieg erreicht und war in die zweite Runde eingezogen.

Richard North 3:2 Robert Marijanovic
92.82 Average 85.99
10 180s 1
136 High Finish 147
1 100+ Checkouts 3
13/35 Finishing 11/35

Mickey Mansell feierte in diesem Jahr mit dem Sieg beim achten Players Champions Event den wohl größten Erfolg seiner Karriere, dementsprechend qualifizierte er sich auch über die Pro Tour-Rangliste für die WM, in welcher der Linkshänder in Runde eins gegen Jim Long aus Kanada antrat. Mansell eröffnete mit einem 14-Darter, ehe er wenige Aufnahmen später die Doppel-20 traf und seinen Vorsprung per Break ausbauen konnte. Long ließ sich davon jedoch nicht lange beeindrucken, kam zum umgehenden Rebreak und zeigte im vierten Leg ein 116er-Highfinish. Im jetzt folgenden Entscheidungsleg checkte Mansell 83 Punkte auf dem Bullseye zum Abschluss eines 15-Darters und zum Satzgewinn. Die Partie war bis hierhin auf einem mäßigen Niveau, auch im zweiten Satz änderte daran sich nur wenig. Die ersten beiden Legs dieses Durchgangs wurden als Break gewonnen, ehe es dem Kanadier gelang, seinen Anwurf mit ganzen 23 geworfenen Pfeilen durchzubringen. Weil Long im darauffolgenden Leg jedoch einen Dart für den Satz ungenutzt ließ brachte sein nordirischer Gegner dank eines 80er-Checkouts auch diesen Satz in den Decider. In diesem glänzte Long mit einem 127er-Finish auf der Doppel-8 und hatte den 1:1-Satzausgleich produziert. Im dritten Satz gelangi Long eine starke Leistung speziell im Bereich des Finishings. Er warf im gesamten Durchgang nur einmal an einem Doppelfeld vorbei, zeigte unter anderem ein 99er-Finish und sicherte sich diesen Satz zu Null, um insgesamt betrachtet mit 2:1 in Führung zu gehen. Die ersten beiden Legs des nun folgenden vierten Durchgangs wurden wiederum als Break gewonnen, selbiges geschah auch mit den beiden darauffolgenden Legs, sodass dieser Satz wie die ersten beiden im Decider entschieden wurde.

Dieser war ein wegweisender: während Mansell hoffte, im Spiel zu verbleiben war es für Long die erste Gelegenheit zum Matchgewinn. Und nachdem Mansell seine letzte Möglichkeit auf der doppelten 7 ausgelassen hatte war es dann soweit, Long nutzte seinen fünften Matchdart und gewann dieses Aufeinandertreffen mit 3:1.

Mickey Mansell 1:3 Jim Long
74.45 Average 75.33
3 180s 1
83 High Finish 127
0 100+ Checkouts 2
7/15 Finishing 11/21

Payne gelingt ein starker Entscheidungssatz

Auch die nächste Begegnung war ein Kanadier involviert, „The Silencer“ Jeff Smith duellierte sich mit Josh Payne. Letzterer eröffnete das Match mit einem 103er-Checkout, aus welchen Smith mit einem 98er-Finish antwortete. Auch die beiden nächsten Legs gingen an den Kanadier, der sich den Auftaktsatz mit 3:1 greifen konnte. Payne kam mit sechs perfekten Pfeilen zurück aus der Pause und holte sich wenig später auch das Premierenleg des zweiten Durchgangs. Smith konterte dies mit einem 14-Darter, doch zur neuerlichen Führung in diesem Satz brauchte „The Maximum“ ebenso wenige Würfe. Das ihm noch fehlende Leg zum Satzgewinn holte sich Payne dann schon ein paar Minuten später und hatte insgesamt betrachtet auf 1:1 ausgeglichen. Der Engländer startete mit einem guten 13-Darter in Satz Nummer drei, ehe beide im nachfolgenden Leg auf die Doppelfelder strauchelten. Payne leistete sich ganze sechs Fehler, gewann dieses Leg aber dennoch, weil Smith dreifach patzte. Payne legte noch einen 13-Darter nach und hatte diesen Durchgang zu Null für sich entschieden. Zu Beginn des vierten Satzes produzierte Payne sofort ein weiteres Break, scorete im nächsten Leg aber zu schwach und musste das direkte Rebreak hinnehmen. Auch die beiden darauffolgenden Legs wurden zwischen den beiden Akteuren aufgeteilt, sodass es in einen möglicherweise spielentscheidenden Decider ging. Hier hielt Smith seine Nerven mit dem Rücken zur Wand zusammen, nutzte den Vorteil, dieses angeworfen zu haben und stellte beim Spielstand von 2:2 wieder Parität her.

Payne kam gut in diesen so wichtigen Satz hinein und spielte sich binnen weniger Minuten einen 2:0-Vorsprung heraus, demzufolge stand er ganz kurz vor der Ziellinie. Diese Linie konnte der Engländer schon kurze Zeit später auch überschreiten, er nutzte seinen vierten Matchdart aus und machte das morgige Zweitrundenduell mit Dave Chisnall perfekt.

Josh Payne 3:2 Jeff Smith
87.34 Average 88.98
4 180s 0
103 High Finish 98
1 100+ Checkouts 0
12/37 Finishing 7/20

Nun war auch die Zeit für Max Hopp gekommen. Die deutsche Nummer eins war als Weltranglisten-32. erstmalig für das größte Turnier des Jahres gesetzt und musste die erste Runde folglich nicht bestreiten. Dafür wartete jetzt in der zweiten Runde sofort eine ganz schwierige Aufgabe, es ging nämlich gegen den brandgefährlichen Niederländer Danny Noppert. Hopp begann gut, warf im ersten Leg schon ein Maximum und löschte 70 Punkte für einen 14-Darter; zudem durfte sich der „Maximiser“ im nächsten Leg bei seinem Gegner bedanken, der sechs Darts an Doppelfeldern vorbeiwarf. Hopp löschte seinerseits erneut 70 Zähler, holte sich das ihm noch fehlende Leg zum Satzgewinn dann schon wenig später auf der Doppel-6 und hatte den ersten Durchgang zu Null eingefahren. Nach der kurzen Unterbrechung brillierte Hopp zunächst mit einem 12-Darter zum Break, durfte sich ein Leg später aber ansehen, wie Noppert das Bullseye zum Abschluss eines 130er-Finishes treffen konnte. Durch sein erstes Erfolgserlebnis hatte der Niederländer in diesem Satz auf 1:1 ausgeglichen. Es machte auch stark weiter und warf im nächsten Leg sieben Darts hintereinander in die dreifache 20, doch der achte steckte nur in der Single-3. Zu allem Überfluss leistete sich „Noppie“ in der Folge fünf Fehler auf die Doppel, wodurch sich Hopp dieses schon verloren geglaubte Leg noch greifen konnte. Ein Leg später patzte Noppert drei weitere Male auf die Doppelfelder, Hopp war stattdessen auf der Doppel-8 erfolgreich und erhöhte seine Gesamtführung auf 2:0 in den Sätzen. Noppert eröffnete den dritten Durchgang mit einem starken 11-Darter, warf im darauffolgenden Leg aber einmal an der Doppel-18 vorbei und konnte seinen Anwurf dementsprechend nicht verteidigen. Die deutsche Nummer eins blieb bei 76 Restpunkten ganz souverän und löschte diese zum 1:1 aus. Als er wenige Aufnahmen später auch noch 92 Punkte via Bullseye, 10 und Doppel-16 ausmachen konnte war er nur noch ein Leg von der nächsten Turnierrunde entfernt. Noppert steckte allerdings noch nicht auf, schnappte sich den eigenen Anwurf und brachte den dritten Satz in das Entscheidungsleg.

In diesem vergab der Niederländer aber seine letzten drei Chancen auf Doppelfelder, Hopp verwandelte seinen ersten Matchdart Sekunden später in der Doppel-18 und hatte nach dem 3:0-Erfolg die dritte Runde der Weltmeisterschaft erreicht. Dort wird er heute in einer Woche aller Wahrscheinlichkeit nach auf Michael van Gerwen treffen.

Max Hopp 3:0 Danny Noppert
93.51 Average 97.35
2 180s 5
92 High Finish 130
0 100+ Checkouts 1
9/17 Finishing 3/22

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