Joyce, Chisnall und Lewis sind die ersten Achtelfinalisten

Nachdem gestern Abend die letzten Zweitrundenpartien der Darts-Weltmeisterschaft 2019 über die Bühne gingen, war der Samstagnachmittag der Startschuss für die dritte Turnierrunde. Eröffnet wurde diese von Ryan Joyce und Alan Norris, ehe Dave Chisnall gegen Kim Huybrechts antrat und Daryl Gurney gegen Jamie Lewis spielte. Im Vergleich zu den vorherigen Runden wurde die Spieldistanz erhöht und betrug nun „best of 7 sets“.

Knappe Niederlage für Norris

Nachdem monatelang nichts von ihm zu sehen war meldete sich Alan Norris vorgestern mit einem Sieg im Sudden-Death-Leg gegen Steve Lennon eindrucksvoll zurück. Heute ging es für die Nummer 25 der Setzliste gegen Ryan Joyce, der in seinen bisherigen WM-Partien gegen Anastasia Dobromyslova und Simon Whitlock ohne Satzverlust geblieben war. Norris spielte einen fantastischen ersten Satz, kam direkt zum Break und legte diesem ein 152er-Finish zum Abschluss eines 12-Darter nach. Ebenso wenige Würfe benötigte „Chuck“ ein Leg später, wodurch er den ersten Satz zu Null eingefahren hatte. Erst zum Start des zweiten Durchgangs leistete sich Norris einen groben Fehler und warf fünffach an Doppeln vorbei. „Relentless“ intervenierte und feierte mit einem 86er-Finish sein erstes Erfolgserlebnis. Die Freude darüber hielt allerdings nicht lange an, weil er im darauffolgenden Leg selbst dreimal an Tops vorbeiwarf. Norris gelang wieder, die Kontrolle in diesem Satz zurückzugewinnen und holte sich zwei Legs nacheinander. Als sein Gegner wenig später fünf weitere Pfeile an Doppeln vorbeiwarf nutzte Norris die Chance, seine Gesamtführung auf 2:0 auszubauen. Joyce kam verbessert aus der Pause zurück und gewann die ersten beiden Legs des dritten Durchgangs. Norris konnte zunächst verkürzen und überlebte im vierten Leg zwei Satzdarts gegen sich. Dementsprechend brachte „Chuck“ diese Satz ins Entscheidungsleg; doch Joyce durfte dieses anwerfen und spielte diesen Vorteil souverän zu Ende – er hatte war auf 1:2 in den Sätzen herangekommen. Der Anfang des nun beginnenden vierten Satzes stellte sich ganz ähnlich zum vorangegangenen Durchgang dar, Joyce lag bereits mit 2:0 vorne, als Norris mithilfe eines 76er-Finishes verkürzen konnte. Er scheitere wenig später aber knapp an einem 170er-Finish und beobachtete Sekunden später, wie Joyce 64 Punkte zum 2:2-Satzausgleich mitnehmen konnte. Als sich „Relentless“ auch das erste Leg in Satz Nummer fünf holen konnte lag er erstmalig in diesem Match in Front. Norris gelang der Legausgleich dank eines 92er-Checkouts. Joyce verteidigte den eigenen Anwurf im Folgeleg, scheiterte danach aber haarscharf an einem 170er-Finish zum Satzgewinn. Norris brachte den Satz dementsprechend in den Decider, dort spielte aber zu schlecht und erwischte kaum Triplefelder. Joyce machte es in diesem Moment erneut ganz souverän und führte mittlerweile mit 3:2 in den Sätzen. Es ging nun in den sechsten Satz, in welchem die ersten drei Anwürfe allesamt verteidigt wurden. Im Anschluss daran gelang Norris mit einem guten 13-Darter ein wichtiges Break, durch welches er beim Gesamtspielstand von 3:3 Parität hergestellt hatte. Folglich ging es nun in den siebten und letzten Durchgang. Hier konnte Joyce das Kommando übernehmen, gewann die ersten beiden Legs und brauchte nur noch einziges, um dieses Match für sich zu entscheiden. Zwar konnte „Chuck“ sich noch ein Leg schnappen, doch kurz darauf war seine Niederlage besiegelt. Ryan Joyce gewann dieses Duell mit 4:3 und steht als WM-Debütant im Achtelfinale.

Ryan Joyce 4:3 Alan Norris
87.74 Average 89.65
5 180s 8
87 High Finish 152
0 100+ Checkouts 1
14/45 Finishing 15/40

Huybrechts bleibt völlig chancenlos

Kim Huybrechts war sicherlich eine der positiven Überraschungen der zweiten Runde. Gegen Daniel Larsson spielte der „Hurricane“ zeitweise überragend und gönnte seinem Gegner kein einziges Leg. Heute stand ihm Dave Chisnall gegenüber, der in der vorangegangenen Runde einen 0:2-Rückstand gegen Josh Payne noch zum Sieg drehen konnte. Die ersten vier Legs der heutigen Partie wurden allesamt mit dem jeweiligen Anwurf gewonnen, „Chizzy“ zeigte hierbei unter anderem einen 13-Darter, sodass der Auftaktsatz sofort in den Decider ging. Dort brachte Chisnall erneut den eigenen Anwurf nach Hause und hatte diesen Durchgang eingesammelt. Huybrechts erlaubte sich zu Beginn des zweiten Satzes gleich mal sieben Patzer auf Doppelfelder. Dementsprechend kassierte er in dieser Situation ein Break und lag wenig später gar mit 0:2 in den Legs hinten. Nachdem Huybrechts verkürzen konnte hatte er Glück, dass sein englischer Gegner fünf Setdarts ungenutzt ließ. So brachte der Belgier auch diesen Satz ins entscheidende fünfte Leg, doch dort versagten ihm selbst die Nerven und er warf zweimal an Tops vorbei. Chisnall stellte sich Augenblicke später vors Oche, machte zur Bestrafung 110 Punkte aus und hatte seinen Gesamtvorsprung auf 2:0 ausgebaut. Eine solche Führung hatte sich im bisherigen Turnier nicht wirklich als hilfreich ausgewiesen, doch Chisnall war auch in Satz Nummer drei schlicht der bessere Akteur. Nachdem er den Anwurf im ersten Leg durchbrachte zeigte er ein 105er-Highfinish zum Break. Bei eigenem Anwurf machte es der Mann im gelben Shirt dann ganz souverän, spielte einen 13-Darter und hatte diesen Durchgang zu Null eingefahren. Zu Beginn des vierten Satz setzte „Chizzy“ seine gute Leistung nahtlos fort und zeigte, wie man 138 Punkte mit einer Aufnahme auf Null bekommt. Zwar konnte Huybrechts mit einem 13-Darter in diesem Moment sofort rebreaken; doch Chisnall zeigte, dass er es genau so gut kann und benötigte dieselbe Anzahl an Würfen für ein weiteres Break. Dem Engländer fehlte jetzt nur noch ein Leg zum Matchgewinn, dieses holte er sich schon wenige Minuten später mit einem 86er-Finish und hatte das Aufeinandertreffen klar und deutlich mit 4:0 für sich entschieden.

Dave Chisnall 4:0 Kim Huybrechts
97.60 Average 89.84
6 180s 4
138 High Finish 86
3 100+ Checkouts 0
12/25 Finishing 5/19

Lewis verspielt beinahe einen 3:1-Vorsprung

Das dritte und letzte Match der Session wurde zwischen dem Weltranglistenfünften Daryl Gurney und dem letztjährigen Halbfinalisten Jamie Lewis ausgetragen. „Superchin“ holte sich das Premierenleg auf den Bullseye, auch Lewis brachte den ersten eigenen Anwurf durch. Nachdem Gurney wieder in Führung ging verpasste er im vierten Leg drei Möglichkeiten, um den Satz zuzumachen. „Fireball“ brachte den Satz folglich ins Entscheidungsleg, wo er zwei weitere Setdarts überlebte und den Durchgang letzten Endes für sich verbuchen konnte. Lewis kam mit einem 11-Darter aus der Unterbrechung heraus und legte ein Break nach. Als der Waliser schon wenig später auch noch die Doppel-20 erwischen konnte hatte er diesen zweiten Satz zu Null eingeholt und seine Gesamtführung auf 2:0 ausgebaut. Der dritte Satz verlief zunächst ziemlich unspektakulär, beide ließen bei den eigenen Anwürfen gar nichts anbrennen, sodass es nun in das entscheidende fünfte Leg ging. Hier hatte Gurney das Glück auf seiner Seite, weil sein walisischer Gegner vier Setdarts ungenutzt ließ und er selbst die Doppel-4 mit dem letzten Dart in der Hand treffen konnte. Dementsprechend feierte Gurney einen eminent wichtigen Satzgewinn und hatte auf 1:2 verkürzt. Lewis erholte sich schnell von diesem Rückschlag, spielte zu Anfang des vierten Satzes zwei 14-Darter und brachte sich so in eine gute Position. Gurney holte zwar das sofortige Rebreak, patzte im vierten Leg dieses Durchgangs aber vierfach auf Doppelfelder. Lewis musste nur noch die Doppel-16 treffen, er tat dies auch und lag insgesamt betrachtet mit 3:1 vorne.

Nach der Pause gelang dem Nordiren sein bester Moment im bisherigen Spiel, als er 160 Punkte auslöschen konnte und so einen verpassten Breakdart seines Gegners bestrafte. Wenig später gelang Gurney seinerseits ein Break, und als er kurz darauf auch noch 84 Punkte von der Scheibe nehmen konnte hatte er sich diesen fünften Durchgang zu Null gesichert. Zum Start des nun beginnenden sechsten Satzes geriet Gurney zunächst in Rückstand, egalisierte diesen aber, weil er 72 Punkte sehenswert via Doppel-20 und Doppel-16 ausmachte. Die Nummer fünf der Welt schnappte sich auch die nächsten beiden Legs und sorgte so dafür, dass es beim Stand von 3:3 in den alles entscheidenden Satz hineinging. Gurney gab jetzt schon seit längerer Zeit das Tempo vor, holte sich auch die ersten beiden Legs dieses finalen Satzes und brauchte nur noch ein einziges zum Matchgewinn. Allerdings ließ Gurney im Folgeleg den ersten Matchdart liegen und kassierte das sofortige Rebreak. „Fireball“ legte einen 14-Darter nach und hatte tatsächlich dafür gesorgt, dass die Partie in die Verlängerung ging. Im fünften Leg leistete sich „Superchin“ vier folgenschwere Patzer auf die Doppel, weil er ein Break gegen sich einstecken musste. Jamie Lewis packte jetzt nochmal seine besten Darts aus, beendete die Partie mit einem 64er-Finish und hatte den Tie-Break mit 4:2 gewonnen. Durch die knappe 3:4-Niederlage ist Gurney als insgesamt fünfter Profi aus den Top-10 der Welt ausgeschieden; für Lewis geht es dagegen ins Achtelfinale.

Daryl Gurney 3:4 Jamie Lewis
91.08 Average 93.94
5 180s 12
160 High Finish 96
1 100+ Checkouts 0
14/37 Finishing 16/44

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