Martin Schindler scheidet in der ersten Runde aus

Am Donnerstag, den 13. Dezember um kurz nach 20 Uhr deutscher Zeit war es endlich soweit: die PDC-Weltmeisterschaft 2019 wurde eröffnet. Die 26. Ausgabe des wichtigsten Turniers des Jahres ist dabei eine ganz besondere: neben einem Rekord-Preisgeld von 2,5 Millionen Pfund geben sich erstmalig ganze 96 Teilnehmer aus aller Welt die Ehre, unter ihnen auch zwei Frauen. In der Auftaktsession ist traditionell der amtierende Weltmeister mit von der Partie, in diesem Fall also Rob Cross. Aus deutscher Sicht erfreulich war auch, dass Martin Schindler gleich am ersten Tag auf die Bühne des Londoner Alexandra Palace durfte. Gespielt wurden die Begegnungen der ersten und zweiten Runde im Modus „best of 5 sets“.

De Zwaan zum Auftakt völlig problemlos

Die Ehre, das größte Darts-Event aller Zeiten zu eröffnen, wurde Jeffrey de Zwaan und Nitin Kumar zuteil. Erstgenannter, unter anderem Halbfinalist beim diesjährigen World Matchplay war gegen den Inder Kumar klarer Favorit, gesucht wurde außerdem der Zweitrundengegner von Weltmeister Cross. De Zwaan wurde seiner Favoritenrolle zu Beginn des Spiels gerecht, breakte frühestmöglich, warf im zweiten Leg das erste Maximum des Wettbewerbs und holte sich dieses auf der Doppel-4. Auch das nächste Leg ging an den Niederländer, der den ersten Satz zu Null für sich entschieden hatte. „The Black Cobra“ holte sich wenig später auch das Auftaktleg des zweiten Durchgangs, ehe er im nächsten Leg dreimal an der Doppel-18 vorbeiwarf und Kumar so dessen erstes Erfolgserlebnis ermöglichte.

De Zwaan ließ sich davon aber nicht lange irritieren und antwortete mit fünf perfekten Darts, die letztlich zu einem 11-Darter führten. Nachdem Kumar jedoch auch hier der sofortige Ausgleich gelang ging dieser Satz in das Entscheidungsleg. Dieses konnte de Zwaan per 15-Darter souverän einfahren und seine Führung so auf insgesamt 2:0 erhöhen. Nach der Pause gelang dem Niederländer zunächst ein weiteres Break, er vergab im Anschluss daran aber ganze sieben Möglichkeiten, um dieses auch zu bestätigen.

Stattdessen kam „The Royal Bengal“ zum direkten Rebreak, doch es sollte sein letzter Leggewinn bleiben. Jeffrey de Zwaan holte sich die beiden ihm noch fehlenden Legs jeweils mit einem Treffer in der Doppel-20, entschied die Partie mit 3:0 für sich und machte das Zweitrundenduell mit Rob Cross perfekt.

Jeffrey de Zwaan 3:0 Nitin Kumar
91,18 Average 77,75
5 180s 0
86 High Finish 60
0 100+ Checkouts 0
9/29 Finishing 3/16

Danach war bereits Martin Schindler an der Reihe. Der Deutsche, der sich über die Pro Tour-Rangliste qualifizieren konnte, war zum zweiten Mal bei der WM dabei und bekam es heute mit Cody Harris aus Neuseeland zu tun. „The Wall“ verbuchte eigentlich einen erfolgreichen Start in die Begegnung, nahm im Auftaktleg 82 Punkte mit zwei Würfen von der Scheibe und hatte gleich ein Break produziert. Den guten Beginn konnte Schindler in der Folge jedoch nicht fortsetzen, was vor allem an seinem ziemlich schwachen Scoring lag. Harris holte sich zunächst zwei Legs in Folge, spielte im vierten Leg einen 13-Darter und hatte sich den ersten Satz mit 3:1 gesichert. Nach der Unterbrechung meldete sich die deutsche Nummer zwei stark zurück, eröffnete Satz Nummer zwei mit einer 180 und kam letztlich mit 13 Pfeilen auch zum Erfolgserlebnis. Zwar holte sich der Mann aus Neuseeland hier den Legausgleich, doch Schindler checkte im folgenden Leg unter hohem Druck 70 Punkte aus und hatte so die passende Antwort parat. Zusätzlich dazu glänzte „The Wall“ wenig später auch noch mit einem 95er-Finish, welches ihm den 1:1-Satzausgleich einbrachte. Den jetzt folgenden dritten Satz der Partie kann man kurzhalten, denn Schindler blieb hier völlig chancenlos. Nachdem die deutsche Hoffnung in den ersten beiden Legs überhaupt nicht auf Doppelfelder zielen durfte, erhielt er im dritten immerhin eine Möglichkeit auf die Doppel-15, verpasste diese aber. So tütete Harris diesen Satz mit einem Treffer in der Doppel-2 ein, hatte diesen Satz zu Null gewonnen und lag in der Summe mit 2:1 in Führung. Es ging nun in den vierten Durchgang, im welchem beide Akteure zunächst sicher den jeweiligen Anwurf verteidigten. Unter Druck gelang Schindler kurze Zeit später ein 83er-Finish, welches ein Sprungbrett zum Satzgewinn darstellte. „The Wall“ versenkte kurz darauf in der Doppel-5 zum 2:2-Satzausgleich. Demzufolge ging es also in den Entscheidungssatz, in welchem Schindler unbedingt breaken musste.

Schon im ersten Leg dieses fünften Durchgangs erhielt er auch mehrere Chancen dazu, vergab sie jedoch allesamt. Den daraus resultierenden Rückstand konnte der Deutsche zwar egalisieren, doch schon wenige Minuten später brachte Harris 85 Punkte auf Null und war nur ein Leg von der Ziellinie entfernt. Zwar gab sich Schindler noch nicht auf, doch Harris holte zum entscheidenden Schlag aus und verpasste seinem deutschen Gegner mit einem 104er-Checkout den K. O. Für Martin Schindler ist die Weltmeisterschaft somit nach dem ersten Tag leider bereits gelaufen, vor allem sein Scoring mit rund 85 Punkten im Schnitt ließ dabei zu wünschen übrig und war ein Grund für die 2:3-Niederlage.

Martin Schindler 2:3 Cody Harris
85,18 Average 88,66
4 180s 3
95 High Finish 104
0 100+ Checkouts 1
8/19 Finishing 11/28

Ein furioser erster Satz reicht Ashton nicht aus

Eine der ganz spannenden Fragen dieser WM war, wie gut sich die beiden Damen schlagen würden. Die erste Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen erhielt dabei Lisa Ashton, die es mit Jan Dekker aufnahm. Die amtierende Damen-Weltmeisterin bei der BDO wurde vom Publikum gefeiert, was auch ihrem hervorragenden Start in die Partie zu verdanken war.

Gleich im ersten Leg räumte Ashton 110 Punkte zum Break ab und legte bei eigenem Anwurf auf der Doppel-5 nach. Als „The Lancashire Rose“ wenig später auch noch 121 Punkte auf dem Bullseye ausmachte, war der Alexandra Palace aus dem Häuschen und feierte den ersten Satzgewinn von Lisa Ashton. Nach der Unterbrechung gelang Dekker sein erstes Erfolgserlebnis, ehe er im darauffolgenden Leg von drei Fehlern seiner Gegnerin profitierte und den eigenen Anwurf doch noch durchbrachte. Wenig später holte sich der Niederländer noch ein drittes Leg nacheinander, dadurch hatte auch er einen Satz zu Null gewonnen und beim Spielstand von 1:1 Parität hergestellt. Nach der nun folgenden Pause machte Dekker zunächst stark weiter und holte sich zwei weitere Legs in Serie – insgesamt gingen jetzt fünf Legs nacheinander auf das Konto des Niederländers. Weil er danach aber eine Chance zum Satzgewinn ausließ, konnte Ashton breaken, ehe sie wenig später den eigenen Anwurf verteidigen konnte und diesen dritten Satz so ins Entscheidungsleg brachte. Dieses wurde jedoch von Dekker begonnen, der diesen Vorteil nutzen konnte und folglich mit 2:1 in Führung ging. Es ging nun in den vierten Durchgang, in welchem Ashton sich das Auftaktleg greifen konnte. Dekker konterte dies umgehend und sorgte mit einem 101er-Finish für den Legausgleich.

Der Niederländer hatte schon seit längerem die Kontrolle in dieser Partie übernommen und unterm Strich auch keine Schwierigkeiten mehr damit, den Sack zuzumachen. Die beiden ihm noch fehlenden Legs holte sich Dekker jeweils auf der Doppel-8 und hatte die Begegnung mit 3:1 für sich entschieden.

Jan Dekker 3:1 Lisa Ashton
89,51 Average 88,56
2 180s 0
101 High Finish 121
1 100+ Checkouts 2
8/17 Finishing 6/14

Titelverteidiger Cross mit erfolgreichem Auftakt

Nun fehlte nur noch der Sensationssieger aus der vorigen Turnierausgabe. Als Debütant hatte sich Rob „Voltage“ Cross am 1.1.2018 die WM-Krone aufgesetzt und so Historisches vollbracht. In seinem ersten WM-Match als Titelverteidiger traf Cross dabei auf den im ersten Spiel erfolgreichen Jeffrey de Zwaan – es schien keine leichte Aufgabe für den Weltranglistenzweiten zu werden. Genau diese Vermutung bewahrheitete sich auch im ersten Satz, den de Zwaan schlicht überragend absolvierte. Nach einem anfänglichen 18-Darter spielte er Legs mit 11 und 13 Darts, wodurch er den Auftaktsatz zu Null für sich entschieden hatte. „Voltage“ musste sich jetzt schnell fangen, tat dies nach der Pause auch und verbuchte mit einem 14-Darter sein erstes Erfolgserlebnis. Den folgenden Legausgleich konterte Cross mit einem noch besseren 12-Darter, doch auch de Zwaan war in dieser Phase gut unterwegs, erzielte seinerseits einen 12-Darter und brachte diesen Satz in ein wichtiges Entscheidungsleg. Unter hohem Druck löschte Cross in diesem Moment 96 Punkte mit zwei Darts aus und hatte in den Sätzen auf 1:1 ausgeglichen. Nach der Unterbrechung setzte der Titelverteidiger sein starkes Spiel fort, zeigte zwei 14-Darter nacheinander und stand kurz vor dem Satzgewinn, vergab dann aber einen Wurf auf das Bullseye. So konnte de Zwaan in diesem dritten Satz verkürzen, langfristige Auswirkung hatte das allerdings nicht. Der Engländer checkte nämlich 121 Punkte auf dem Bullseye aus und hatte beim Spielstand von 2:1 die Führung übernommen. Zu Beginn des vierten Durchgangs glänzte „The Black Cobra“ zunächst mit einem 12-Darter inklusive eines 116er-Highfinishes, Cross hatte kaum Schwierigkeiten damit und für den Legausgleich gesorgt. Als der Weltranglistenzweite einen 13-Darter nachlegte war er nur noch ein Leg von der dritten Runde entfernt.

Genau dieses konnte er dann auch einholen, nutzte seinen zweiten Matchdart auf der Doppel-8 und entschied diese Partie mit 3:1 in den Sätzen für sich. Dabei kam „Voltage“ auf einen Average von fast 103 Punkten, der auch notwendig war, um de Zwaan mit rund 1o6 Punkten im Schnitt pro Aufnahme zu bezwingen.

Rob Cross 3:1 Jeffrey de Zwaan
102,93 Average 106,09
4 180s 5
121 High Finish 116
1 100+ Checkouts 1
9/16 Finishing 7/15

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