Simon Whitlock muss die Koffer packen

Am Mittwochabend ging die Darts-Weltmeisterschaft 2019 in die erste Session, in der nur Zweitrundenpartien absolviert wurde. Dabei griffen gleich drei Spieler aus den Top-10 der Welt ins Turniergeschehen ein: Simon Whitlock (gegen Ryan Joyce), Michael Smith (gegen Ron Meulenkamp) und James Wade (gegen Seigo Asada). Des Weiteren waren in der ersten Partie des Abends noch James Wilson und William O’Connor im Einsatz.

O’Connor schmeißt Wilson raus

Los ging es also wie erwähnt mit dem an Position 26 gesetzten James Wilson im Duell gegen William O’Connor aus Irland. Der „Jammy Dodger“ kam wirklich gut in die Partie hinein, breakte im ersten Leg mit 14 Darts, spielte im zweiten einen noch besseren 12-Darter und positionierte sich im dritten bei 24 Restpunkten. Doch nun meldete O’Connor auch seine Anwesenheit und brachte ganze 147 Punkte auf Null. Doch Wilson ließ das nicht lange auf sich sitzen: er setzte noch einen drauf und machte 160 Punkte zum Satzgewinn aus – sein Average lag zu diesem Zeitpunkt bei über 112 Zählern. Mit einem 13-Darter eröffnete Wilson den zweiten Satz ebenfalls stark. „The Magpie“ konterte mit einem Highfinish in Höhe von 110 Punkten und schaffte es, ein Break nachzulegen, um sich in diesem Satz in Front zu bringen. Wenig später konnte er dann die doppelte 8 erwischen und hatte den 1:1-Satzausgleich herbeigeführt. Auch die Partie insgesamt war nun ziemlich ausgeglichen, die ersten beiden Legs des dritten Durchgangs wurden dementsprechend auch zwischen den beiden Profis aufgeteilt. Doch nachdem O’Connor in Führung gegangen war profitierte er im vierten Leg von einem Fehler seines Kontrahenten und erwischte Sekunden später selbst die Doppel-10; durch diesen erfolgreichen Wurf führte er insgesamt betrachtet mit 2:1. Es ging nun in den vierten Durchgang, in dem beide Spieler zunächst ihren eigenen Anwurf verteidigen konnte. Selbiges gelang Wilson auch im dritten Leg, als er unter hohem Druck stehend 128 Punkte mithilfe des Bullseyes von der Scheibe nehmen konnte; er vergab wenig später aber einen Satzdart auf der doppelten 11. So schaffte es O’Connor, diesen Satz ins Entscheidungsleg zu bringen, welches für ihn schon die erste Gelegenheit zum Matchgewinn darstellte. Allerdings ließ der Ire dort den ersten Matchdart liegen, wodurch Wilson die Doppel-4 treffen konnte und beim Spielstand von 2:2 Parität herstellte. Es ging nun in den fünften und definitiv letzten Satz, den O’Connor mit einem 11-Darter eröffnete, Wilson hatte mithilfe eines 96er-Checkouts die passende Antwort auf Lager. „The Magpie“ ging aber wieder in Führung und brauchte erneut nur noch ein einziges Leg zum Sieg. In diesem Fall konnte er sich dieses dann aber auch holen, er spielte zum Abschluss einen brillanten 11-Darter und entschied die Partie knapp mit 3:2 für sich.

James Wilson 2:3 W. O'Connor
93.80 Average 98.73
6 180s 4
160 High Finish 147
2 100+ Checkouts 2
9/21 Finishing 12/24

Als nächstes war dann der Weltranglistenachte Simon Whitlock an der Reihe. Er traf dabei auf Ryan Joyce, der in Runde eins gegen Anastasia Dobromyslova eine gute Leistung zeigte und klar gewann. Der „Wizard“ kam denkbar schlecht in diese Partie hinein und patzte bereits im Auftaktleg fünffach auf die Doppel – das Break gegen ihn war die logische Konsequenz. Mit einem 12-Darter hatte Whitlock allerdings eine starke Antwort auf Lager, sodass er zum sofortigen Rebreak kam. Auch die beiden darauffolgenden Legs wurden zwischen den beiden Spielern aufgeteilt, Joyce holte seines dabei mit einem 13-Darter, sodass gleich der erste Satz in das Entscheidungsleg ging. In diesem lief „Relentless“ seinem Gegner den Rang ab, schaffte das Break und machte den Satzgewinn klar. Die ersten beiden Legs des nun gespielten zweiten Durchgangs wurden noch gerecht verteilt, doch danach glänzte Joyce mit einem 12-Darter inklusive 109er-Finish und lag wieder in Front. Als er wenige Minuten später mithilfe eines 78er-Checkouts auch noch zum Break kam hatte er seine Satzführung auf 2:0 ausgebaut. Im nun beginnenden dritten Satz stand der Australier also schon mit dem Rücken zur Wand und musste sein Spielniveau dringend anheben. Im ersten Leg hatte Whitlock dabei eine Menge Glück, als sein englischer Gegner drei Breakdarts nicht ausnutzen konnte. Nachdem Joyce problemlos zum Ausgleich kam war es Whitlock, der im dritten Leg fünffach auf Doppelfelder und das Spiel somit praktisch verloren gab. Joyce nahm 72 Punkte von der Scheibe und brauchte nur noch ein Leg zum Sieg. Genau den machte Ryan Joyce schon wenig später perfekt, gleich der erste Matchdart steckte in der Doppel-16 und besiegelte den klaren 3:0-Erfolg.

Simon Whitlock 0:3 Ryan Joyce
90.40 Average 98.73
2 180s 5
58 High Finish 109
0 100+ Checkouts 1
4/22 Finishing 9/19

Smith verhindert weiteres Meulenkamp-Comeback

Dass sich Michael Smith irgendwann Weltmeister nennen darf gilt als offenes Geheimnis, die Frage war nur, ob er schon in diesem Jahr dazu bereit war. Für den Weltranglistenzehnten begann das Turnier gegen Ron Meulenkamp, der sich und Runde eins trotz eines 0:2-Rückstands gegen Diogo Portela durchgesetzt hatte. Der Niederländer scheiterte im ersten Leg aber knapp an einem 127er-Checkout, wodurch sich Smith mit 112 Restpunkten vors Oche stellen konnte und diese auch auf Null brachte. Auch die drei darauffolgenden Legs wurden allesamt mit den jeweiligen Anwürfen gewonnen, sodass in diesem Satz ein Entscheidungsleg herhalten musste. In diesem zeigte sich der anwerfende „Bully Boy“ souverän und entschied Satz Nummer eins folglich für sich. Nach der Unterbrechung machte „The Bomb“ zunächst unter Druck 96 Zähler aus, konnte den Anwurf seines Gegners im darauffolgenden Leg aber nicht gefährden. Ganz anders war es dann aber im nächsten Leg, als der Weltranglistenzehnte mit einem 132er-Finish via 25, Triple-19 und Bullseye glänzte. Das ihm noch fehlende Leg zum Satzgewinn holte er dann schon wenig später und baute seinen Gesamtvorsprung auf 2:0 aus. Meulenkamp benötige jetzt also erneut ein Mega-Comeback wie in seinem Erstrundenspiel, musste das erste Leg des dritten Durchgangs aber ebenfalls an seinen Gegner abtreten. Danach steigerte sich „The Bomb“ aber tatsächlich: nachdem er den Legausgleich herstellte produzierte er wenig später mithilfe eines perfekt ausgeführten 100er-Checkouts ein wichtiges Break. Als sein englischer Gegner wenig später auch noch drei Breakdarts ausließ war sein Satzverlust besiegelt; Meulenkamp verwandelte stattdessen in der Doppel-9 und verkürzte insgesamt betrachtet auf 1:2. Er schnappte sich danach auch das Auftaktleg des vierten Durchgangs, kassierte in diesem Fall aber den Ausgleich. Im darauffolgenden dritten Leg warfen beide Profis zunächst zwei 180er, ehe Smith wenige Augenblicke später 81 Punkte auf dem Bullseye auslöschte und so einen echten Big Point setzte - ihm fehlte jetzt nur noch ein Leg zum Matchgewinn. Und nachdem Meulenkamp seine letzte Möglichkeit aufs Bullseye ausließ war es dann soweit, Smith nutzte seine zweiten Matchdart aus und erreichte nach dem 3:1-Erfolg die dritte Runde der Weltmeisterschaft.

Michael Smith 3:1 Ron Meulenkamp
94.07 Average 93.81
7 180s 6
132 High Finish 100
2 100+ Checkouts 1
10/20 Finishing 7/22

Wade zieht den Kopf aus der Schlinge

Binnen einer Woche im Oktober gewann James Wade zwei große TV-Titel - natürlich zählt die Nummer neun der Welt auch deshalb zum erweiterten Favoritenkreis. Zum Auftakt ging es für „The Machine“ gegen Seigo Asada aus Japan, der in seinem Erstrundenspiel einen 0:2-Rückstand gegen Krzystof Ratajski zum Sieg gedreht hatte. Nachdem Asada im ersten Leg zwei Breakmöglichkeiten ungenutzt ließ erholte er sich im zweiten von diesen Fehlern und kam per 13-Darter zu seinem ersten Erfolgserlebnis. Diesem ließ „The Ninja“ einen weiteren starken Moment folgen, als er 130 Punkte auf dem Bullseye für ein Break von der Scheibe nehmen konnte. Wade konnte das von Asada vorgegebene Tempo auch im nächsten Leg nicht mitgehen, der Japaner holte sich den Satz mit 3:1 und spielte bis hierhin über 106 Punkte im Schnitt pro Aufnahme. Nach der Unterbrechung machte Asada da weiter, wo er aufgehört hatte und zeigte dem Publikum ein 104er-Finish. Zwar konnte Wade dies mit einem 72er-Checkout egalisieren, doch Asada machte wenig später eiskalt 64 Punkte aus und führte mit 2:1 in den Legs. Er vergab ein Leg später allerdings einen Setdart auf Tops, wodurch es Wade gelang, diesen Satz ins Entscheidungsleg zu bringen. Hier spielte „The Machine“ den Vorteil des Anwerfens voll aus, traf die Doppel-8 und hatte den 1:1-Satzausgleich hergestellt. Es ging nun in den dritten Durchgang, in dem die ersten beiden Legs zwischen den beiden Akteuren aufgeteilt wurden. Selbiges geschah auch mit den zwei darauffolgenden Legs, sodass auch dieser Satz in ein richtungsweisendes Entscheidungsleg ging. Zwar durfte Wade dieses beginnen, doch das half ihm letzten Endes überhaupt nicht. Asada brachte 61 Punkte auf Null und freute sich über die 2:1-Satzführung. Zu Beginn des vierten Satz stand „The Machine“ als bereits unter hohem Druck, zeigte ein gutes erstes Leg und kam per 92er-Finish zum Break, welches er wenig später per 13-Darter bestätigte. Zwar konnte Asada verkürzen, doch Wade brachte das vierte Leg nach Hause und glich zum 2:2 in den Sätzen aus. Es ging nun in den fünften und entscheidenden Satz, in dem Asada zu Beginn einen weiteren Rückschlag einstecken musste: er vergab zwei Breakdarts und ermöglichte seinem englischen Gegner die Führung; er setzte allerdings den sofortigen und erfolgreichen Konter. Auch im nächsten Leg war der Japaner drauf und dran, zu breaken, doch Wade hielt dem hohen Druck stand und löschte 71 Punkte mit zwei Würfen. Asada antwortete hierauf mit einem brillanten 12-Darter und brachte das Match in den Tie-Break – die Spieler brauchten hier zwei Legs Abstand, um den Sieg einzufahren. Dabei erhielt Asada schon im nächsten Leg eine gute Möglichkeit zum Break, warf aber an der Doppel-11 vorbei. Wade rettete seinen Anwurf mit einem Treffer in der doppelten 20 und brauchte noch ein Leg zum Weiterkommen. Genau dieses holte „The Machine“ dann auch im nächsten Anlauf, er checkte 86 Punkte auf der Doppel-7 aus und gewann den letzten Satz mit 4:2, um die Partie mit 3:2 für sich zu entscheiden.

James Wade 3:2 Seigo Asada
93.57 Average 97.50
1 180s 6
92 High Finish 130
0 100+ Checkouts 2
13/29 Finishing 11/29

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