Anderson und van Gerwen stehen im Viertelfinale

Wenn beide Topfavoriten auf den Titel des Weltmeisters in einer Session im Einsatz sind, dann kann diese nur hochklassig werden. Genau das erhofften sich die Fans im Alexandra Palace auch vom Donnerstagabend, an dem Gary Anderson (gegen Chris Dobey) und Michael van Gerwen (gegen Adrian Lewis) ihre Achtelfinals bestritten. Zuvor musste noch die dritte Runde abgeschlossen werden, dies geschah mit dem Aufeinandertreffen von Wright-Bezwinger Toni Alcinas und Benito van de Pas.

Van de Pas ist der letzte Achtelfinalist

Mit seinem Sieg über den Weltranglistendritten Peter Wright hatte Toni Alcinas für eine der ganz großen Überraschungen dieser WM gesorgt und ging nun sogar leicht favorisiert ins Drittrundenduell mit Benito van de Pas. Der Spanier verpasste bereits im ersten Leg drei Breakmöglichkeiten, konnte den dadurch entstandenen Rückstand aber mit einem 100er-Finish egalisieren. Per 14-Darter ging van de Pas anschließend wieder in Front, profitierte im vierten Leg zudem von zwei weiteren Fehlern seines Gegners und hatte den ersten Satz auf seine Seite gezogen. „The Samurai“ hatte bis hierhin vor allem Schwierigkeiten beim Scoring, bekam diese auch zu Beginn des zweiten Durchgangs nicht in den Griff und kassierte ein Break. Auch das zweite Leg des Satzes musste Alcinas an seinen niederländischen Gegner abtreten, ehe er mit einem 105er-Finish nach längerer Wartezeit mal wieder ein Erfolgserlebnis landete. Die war aber letztlich ohne Bedeutung, weil van de Pas die Doppel-16 treffen konnte und auf 2:0 erhöhte. Zu Beginn des dritten Durchgangs gelang Alcinas ein Break, diesen guten Moment konnte er jedoch nicht aufrechterhalten, weil er schon wenige Minuten später fünffach auf Doppel patzte. „Big Ben“ nahm dieses Geschenk dankbar an und gewann auch das darauffolgende Leg. Allerdings vergab er kurz danach drei Setdarts, wodurch Alcinas diesen Satz in ein besonders für ihn extrem wichtiges Entscheidungsleg bringen konnte. Dort ließ van de Pas eine weitere Chance aus, der Spanier traf Sekunden später Tops unter höchstem Druck und hatte auf 1:2 verkürzt. Zu Beginn des vierten Durchgangs leistete er sich jedoch erneut zwei Fehler auf die Doppel, van de Pas löschte 69 Punkte und legte ein starkes 160er-Highfinish nach. Allerdings vergab er wenig später selbst zwei Chancen zum Satzgewinn. Alcinas verkürzte, glänzte anschließend mit einem 11-Darter und brachte auch diesen Satz in den Decider. Dort ließ der Niederländer eine weitere Gelegenheit liegen, Alcinas rettete sich auf der Doppel-1 und hatte den 2:2-Satzausgleich erwirkt. Die ersten beiden Legs des fünften Durchgangs wurden als Breaks gewonnen, ehe Alcinas drei Darts an der Doppel-12 vorbeisetzte und dafür eiskalt bestraft wurde, weil sein Gegner 97 Punkte auschecken konnte. Alcinas brachte zwar auch diesen Satz noch ins Entscheidungsleg, doch dort löschte van de Pas aus heiterem Himmel 149 Zähler und lag mit 3:2 in den Sätzen vorne. „The Samurai“ kam mit einem 111er-Highfinish in den sechsten Satz, kassierte aber auch hier sofort den Legausgleich. Auch die beiden darauffolgenden Legs wurden zwischen den beiden Akteuren aufgeteilt, wobei van de Pas seines mit einem 151er-Checkout holte und nur noch ein einziges zum Sieg benötigte. Genau das konnte Benito van de Pas dann auch einfahren, er gewann die Partie mit 4:2 und komplettiert die Runde der letzten 16.

Toni Alcinas 2:4 B. van de Pas
84.53 Average 85.61
4 180s 2
111 High Finish 160
4 100+ Checkouts 3
12/45 Finishing 16/42

Anderson muss erneut lange zittern

Die nächste Partie gab den Startschuss für die Achtelfinals, beteiligt war nun Gary Anderson. Der Schotte hatte sich gegen Jermaine Wattimena nur ganz knapp durchsetzen können und sogar einen Matchdart gegen sich überlebt. Gegen Chris Dobey wollte Anderson ein derart enges Spiel natürlich verhindern. Anderson startete gleich mal mit einem 123er-Finish zum Break in die Partie, doch „Hollywood“ ließ sich davon nicht lange schocken und spielte seinerseits zwei 13-Darter in Serie, vergab danach aber die erste Chance zum Satzgewinn. Dementsprechend konnte der „Flying Scotsman“ für den Decider sorgen, wo er jedoch eine Gelegenheit ausließ. Dobey traf Sekunden später die Doppel-10 und hatte den Auftaktsatz eingefahren. Anderson holte sich das Premierenleg aus Durchgang Nummer zwei, doch Dobey schaffte auch hier den Turnaround und gewann zwei Legs nacheinander. Als der Engländer danach auch noch mit einem 11-Darter glänzte hatte er diesen Satz mit 3:1 gewonnen und seine Gesamtführung auf 2:0 ausgebaut. Anderson wusste nun, dass er sich dringend steigern musste. Dies tat er nach der Unterbrechung auch und kam mit zwei 13-Dartern in den dritten Durchgang hinein. Wenige Minuten später traf der Weltranglistenvierten die Doppel-4 und war insgesamt auf 1:2 herangekommen. Nachdem die ersten beiden Legs des vierten Satzes zwischen den beiden Profis aufgeteilt wurden spielte Anderson einen 14-Darter zur Legführung, doch Dobey antwortete mit einem 108er-Finish und brachte diesen Satz in ein wichtiges Entscheidungsleg. Dort ließ Dobey eine Chance auf das Bullseye liegen, Anderson kam mit einem Schrecken davon und stellte beim Stand von 2:2 wieder Parität her.

Anderson schien jetzt die Kontrolle über das Duell erlangt zu haben und sicherte sich die ersten beiden Legs des nächsten Satzes, doch Dobey drehte erst auf und innerhalb weniger Minuten auch den Durchgang. Nach Legs mit 14 und 13 Darts ging es ins Entscheidungsleg, in welches Dobey mit sechs perfekten Würfen hineinkam. Letztlich spielte der Engländer einen hervorragenden 11-Darter und übernahm die Satzführung. Anderson war auch in dieser Situation um eine schnelle Antwort bemüht, holte sich erneut die ersten beiden Legs des Satzes. Wie schon vor enigen Minuten gab sein Gegner den Satz aber noch lange nicht verloren und schaffte es, auch diesen Satz in den Decider zu bringen. Anderson stand nun mit dem Rücken zur Wand, doch er zeigte seine in diesem wichtigen Moment ganze Klasse und kam mithilfe eines 13-Darters zum 3:3. Es ging nun in den siebten und letzten Satz, welchen Dobey mit einem sehenswerten 148er-Finish eröffnete. Sein schottischer Gegner konnte zwar ausgleichen, doch Dobey glänzte anschließend mit einem 11-Darter und brauchte erneut nur noch ein Leg zum Matchgewinn. Doch Anderson ließ das nicht zu, traf die Doppel-6 und brachte die Partie in die Verlängerung. Die Vorentscheidung fiel dann im folgenden fünften Leg des Satzes: Dobey ließ drei Möglichkeiten auf Doppel aus, der „Flying Scotsman“ nutzte die Gunst der Stunde und brauchte nur noch ein einziges Leg von der Ziellinie entfernt. Diese konnte Gary Anderson dann auch überschreiten, er brachte den sechsten Matchdart in der Doppel-6 unter und feierte einen hart umkämpften 4:3-Erfolg, der ihn ins Viertelfinale bringt.

Gary Anderson 4:3 Chris Dobey
98.75 Average 100.83
13 180s 15
123 High Finish 148
1 100+ Checkouts 2
18/42 Finishing 15/36

Zwei ganz große Namen und zweimalige Weltmeister dieses Sports waren in die letzte Begegnung des Tages involviert. Topfavorit Michael van Gerwen wurde von Adrian Lewis herausgefordert. „Jackpot“ fand mit einem 110er-Highfinish gut ins Spiel hinein, konnte das Niveau im Rest des ersten Satzes aber nicht aufrechterhalten. Nachdem van Gerwen die Doppel-10 zum Legausgleich treffen konnte spielte er zwei 13-Darter nacheinander und hatte den Auftaktsatz mit 3:1 für sich entschieden. Nachdem der Niederländer auch das erste Leg des vierten Durchgangs gewinnen konnte setzte Lewis der Serie seines Gegners ein Ende, als ihm ein starker 11-Darter gelang. Mit jeweils 14 Würfen verteidigten die beiden Profis auch ihren nachfolgenden Anwurf, sodass ein Entscheidungsleg hermusste. Dort stellte sich der Weltranglistenerste mit einer genial getimten 180 24 Restpunkte. Diese konnte er mit der nächsten Aufnahme ohne Schwierigkeiten vom Board nehmen, um seine Führung auf 2:0 auszubauen. Dank eines 13-Darters holte sich van Gerwen zum Start des dritten Durchgangs direkt ein Break, welches er mit einem 127er-Finish auf dem Bullseye bestätigen konnte. Als er kurz darauf aber an 44 Restpunkten zum möglichen Satzgewinn scheiterte durfte sein englischer Gegner wieder ein Erfolgserlebnis feiern, wozu er aber auch 107 Punkte auf Null bringen musste. Als van Gerwen wenig später sogar fünf weitere Setdarts ausließ brauchte er sich nicht mehr darüber zu wundern, dass Lewis für das Entscheidungsleg sorgte. Und hier spielte „Jackpot“ großartige Darts: er begann mit zwei Maxima und verkürzte letztlich per 10-Darter auf 1:2 in den Sätzen. Van Gerwen erholte sich schnell von diesem Rückschlag und eröffnete den vierten Satz mit einem 116er-Highfinish, doch Lewis egalisierte dieses und ging wenig später begünstigt durch einen Patzer seines Konkurrenten sogar in Führung. Per 11-Darter brachte „Mighty Mike“ jedoch auch diesen Satz ins entscheidende fünfte Leg, wo er ebenfalls nur 11 Würfe benötigte, um seine Satzführung auf 3:1 zu erhöhen. Die ersten beiden Legs des nun beginnenden fünften Durchgangs wurden gerecht zwischen den beiden Spielern verteilt, wobei in beiden Fällen Breakdarts vergeben wurden. Auch die beiden nachfolgenden Legs wurden jeweils mit dem Anwurf gewonnen, sodass es auch in dieser Situation in den Decider ging. Den durfte Lewis zwar beginnen, unterm Strich nützte ihm das aber wenig. Denn Michael van Gerwen glänzte noch mit einem 12-Darter und hatte die Begegnung mit 4:1 für sich entschieden.

M. van Gerwen 4:1 Adrian Lewis
108.08 Average 101.16
6 180s 10
127 High Finish 110
2 100+ Checkouts 2
14/32 Finishing 10/23

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