Auftaktsieg: Van Barneveld schlägt Meikle mit 3:1

Nach einem dartsfreien Nachmittag wurde die PDC-Weltmeisterschaft 2023 am Dienstagabend mit vier weiteren Partien fortgesetzt. Besondere Vorfreude herrschte bei den meisten Fans im Alexandra Palace auf den Auftritt von Raymond van Barneveld. Der fünfmalige Weltmeister traf zum Abschluss dieser Session auf Ryan Meikle. Ihre Rückkehr in den „Ally Pally“ zelebrierte zuvor Fallon Sherrock, die gegen Ricky Evans antrat. Außerdem kam es zu den Duellen zwischen Jim Williams und Sebastian Bialecki sowie zwischen Jamie Hughes und Jimmy Hendriks.

Knapper Sieg für Williams – Hendriks gewinnt eine zähe Angelegenheit

Der erste Walk-On des Abends gebührte dem 19-jährigen Sebastian Bialecki. Er erlebte seine Feuertaufe bei einer Weltmeisterschaft gegen Jim Williams. Der Letztgenannte offenbarte in der Anfangsphase einige Unsicherheiten auf den Doppelfeldern. In den ersten beiden Legs feuerte er acht Darts am Doppelring vorbei. Bialecki nutzte die Fehler in beiden Situationen zu seinen Gunsten, holte sich mit 16 Darts auch das dritte Leg der Partie und lag mit 1:0 vorne. Kurz nach der Pause durfte sich Williams über seinen ersten Leggewinn freuen. Bialecki konterte mit einem starken 11-Darter, auf den „The Quiff“ seinerseits mit einem 13-Darter reagierte. Mit dem darauffolgenden 15-Darter brachte Williams den Satz zum Abschluss, er hatte zum 1:1 ausgeglichen.

Nach der Unterbrechung spielten beide Akteure je einen 14-Darter. Nachdem Bialecki im darauffolgenden Leg sogar ein Wurf weniger ausgereicht hatte, sorgte Williams für ein echtes Highlight. Er checkte 154 Punkte auf der Doppel-17 und verhinderte damit das akut drohende Break. Den Satzverlust konnte dieses Checkout aber nicht abwenden, weil Bialecki einen sensationellen Decider spielte. Er beendete einen 12-Darter mit einem 136er-Highfinish und belohnte sich mit der 2:1-Gesamtführung. Daran knüpfte „Bolt“ im vierten Satz allerdings nicht an, er erarbeitete sich im gesamten Durchgang keinen einzigen Wurf auf ein Doppelfeld. Mit 19, 13 und 15 Darts gewann Williams dementsprechend alle drei Legs und stellte mit dem 2:2 wieder Parität her. Zum Auftakt des finalen fünften Satzes musste Bialecki einen Nackenschlag hinnehmen. Er verpasste selbst zweimal die Doppel-16 und durfte sich Sekunden später anschauen, wie Williams 130 Punkte auf dem Bullseye checkte. Der Waliser legte ein 76er-Finish nach und stand damit ganz kurz vor der Ziellinie. Ein Leg entschied Bialecki noch für sich, die Niederlage konnte der Pole aber nicht mehr abwenden. Durch ein 80er-Finish ging Williams den letzten Schritt, die Partie endete mit einem 3:2-Sieg für ihn.

Jim Williams 3:2 Sebastian Bialecki
91,09 Average 90,32
4 180s 4
154 High Finish 136
2 100+ Checkouts 1
11/26 Finishing 8/20

Fortgesetzt wurde die erste Runde mit der Begegnung von Jamie Hughes und Jimmy Hendriks. Ähnlich wie Williams im Match zuvor, startete auch Hughes mit erheblichen Doppelproblemen ins Spiel. Er versiebte seine ersten zwölf Möglichkeiten auf die äußeren Felder. Hendriks bedankte sich mit zwei Leggewinnen, ließ seine ersten beiden Setdarts jedoch ungenutzt. Damit löste er einen Weckruf bei seinem Gegner aus. Hughes war auf der Doppel-18 erstmals erfolgreich und sorgte nach dem dritten überstandenen Setdart für den Decider. Dort nutzte Hendriks auch seine vierte Chance zum Satzgewinn nicht aus. „Yozza“ traf dagegen die Doppel-20 und hatte den Durchgang zu seinen Gunsten gedreht.

Auch im zweiten Durchgang erarbeitete sich Hendriks einen 2:0-Vorsprung nach Legs. Anders als zuvor ließ sich der Niederländer die Führung diesmal aber nicht nehmen. Er machte einige Minuten später 72 Punkte aus und sorgte damit für den Zwischenstand von 1:1. Im Auftaktleg des dritten Satzes verpasste Hendriks zwei Doppelfelder, den dadurch entstandenen Legverlust machte er mit einem 14-Darter wieder wett. Die nächsten beiden Legs wurden ebenfalls gerecht aufgeteilt, wobei Hughes durch einen 13-Darter ein wichtiges Entscheidungsleg herbeiführte. Dort erhielt der Engländer einen Setdart auf der Doppel-16, warf diesen aber vorbei. Dadurch wurde es Hendriks möglich, mit seinem 23. Wurf in diesem Leg die 2:1-Führung zu übernehmen. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase im vierten Durchgang kam Hendriks mit einem 104er-Checkout über Triple-8 und zweimal Doppel-20 zu einem enorm wichtigen Break. Wenig später beobachtete Hendriks, wie sein Kontrahent zwei Darts über die Doppel-20 jagte. Die sich ihm dadurch bietende Gelegenheit, das Match zu beenden, nahm der Niederländer wahr. Hendriks versenkte seinen zweiten Matchdart in der Doppel-8 und entschied eine Partie auf schwachem Niveau mit 3:1 für sich.

Jimmy Hendriks 3:1 Jamie Hughes
78,33 Average 79,78
3 180s 4
104 High Finish 40
1 100+ Checkouts 0
11/37 Finishing 7/37

Sherrock kann den starken Beginn nicht aufrechterhalten und scheidet aus

Als Drittplatzierte der Women‘s Series-Rangliste hatte Fallon Sherrock die sportliche Qualifikation für die Weltmeisterschaft nach den ursprünglichen Kriterien verpasst. Damit wollte man sich in der PDC-Zentrale nicht abfinden und lud Sherrock kurzerhand wenige Wochen vor Turnierbeginn als Siegerin des Women‘s World Matchplays zur WM ein. Als Auftaktgegner war der „Queen of the Palace“ Ricky Evans zugelost worden, der als Weihnachtsmann verkleidet auf die Bühne marschierte. Im allerersten Leg ließ sich Sherrock vier Möglichkeiten auf Doppel entgehen, abgesehen davon erlebte die Engländerin aber einen positiven Start. Sie erzielte umgehend das Rebreak, übernahm durch den daran anschließenden 14-Darter die Führung und gewann wenig später noch ein drittes Leg nacheinander. Zur ersten Unterbrechung lag sie demzufolge mit 1:0 vorne.

Nach der Pause verlängerte Sherrock mit einem 76er-Checkout ihren Lauf. Seine Durststrecke beendete Evans auf sehenswerte Art und Weise: er vollendete einen 12-Darter mit einem 122er-Checkout auf dem Bullseye. Im darauffolgenden Leg münzte Sherrock zwei Breakdarts nicht in Zählbares um. Ihren eigenen Anwurf brachte sie wenig später allerdings durch, weswegen nun ein wichtiges fünftes Leg folgte. Dort erarbeitete sich Sherrock bei 106 Restpunkten keinen Setdart, sodass Evans mit einem Treffer in der doppelten 5 auf 1:1 stellte.

Im dritten Durchgang legte „Rapid“ per 14-Darter vor, die Antwort seiner Gegnerin ließ nicht lange auf sich warten. Für das direkte Rebreak genügte Sherrock ein Wurf weniger. Die nächsten beiden Legs wurden im Gegensatz dazu mit dem jeweiligen Anwurf gewonnen, sodass nun ein weiteres bedeutsames Entscheidungsleg auf die beiden Profis wartete. Dort zeigte Sherrock Nerven. Nachdem sie bereits vier Setdarts vergeben hatte, stellte sie sich mit noch fünf übriggebliebenen Punkten vors Oche. Sie warf den ersten Pfeil jedoch in die Doppel-1 und den zweiten in die große 20, sodass es keinen weiteren Setdart gab. Der Nutznießer hieß Evans, er kam auf der Doppel-20 zur 2:1-Führung. Angesichts des Zwischenstandes musste Sherrock den vierten Satz unbedingt für sich entscheiden. Checkouts in Höhe von 76 und 52 Punkten brachten sie auf dieser Mission in eine gute Position. Nachdem Evans verkürzt hatte, ließ Sherrock zwei Möglichkeiten zum Satzausgleich ungenutzt. Evans bestrafte diesen Patzer auf der Doppel-8 und benötigte nur noch den jetzt folgenden Decider, um in die nächste Runde einzuziehen. Diese Aufgabe erledigte Evans wenige Aufnahmen später. Er brachte abschließend 107 Punkte auf Null und besiegelte damit den 3:1-Erfolg.

Ricky Evans 3:1 Fallon Sherrock
89,32 Average 89,71
5 180s 2
122 High Finish 76
2 100+ Checkouts 0
10/21 Finishing 9/31

Zum Abschluss fehlte noch der Auftritt einer echten Darts-Ikone. Raymond van Barneveld absolviert in diesem Jahr seine insgesamt 30. Weltmeisterschaft und wurde in seinem Auftaktspiel von Ryan Meikle herausgefordert. Der Engländer setzte mit seinem 15-Darter das Startsignal, nutzte seine ersten beiden Breakdarts kurz darauf aber nicht aus. Dieser entgangenen Möglichkeit trauerte Meikle nicht lange hinterher. Er holte sich mithilfe eines starken 12-Darters die Führung zurück und sorgte kurz darauf für das erste Break der Partie. Durch den Treffer in der Doppel-12 nahm Meikle einen 1:0-Vorsprung mit in die Kabine.

Van Barneveld kehrte spürbar verbessert zurück auf die Bühne und absolvierte einen herausragend guten zweiten Satz. Mit 13, 14 und 12 Darts gewann der fünfmalige Weltmeister im Schnelldurchlauf alle drei Legs und stellte den 1:1-Ausgleich her. Zum Start von Satz Nummer drei leistete sich „The Barber“ ganze sechs Fehlwürfe auf diverse Doppelfelder. Mit einem 14-Darter konnte Meikle das Break gegen sich jedoch unmittelbar danach korrigieren. Diesem Rebreak legte er einen noch besseren 13-Darter hinterher. Einen Setdart brachte Meikle jedoch nicht in der Doppel-20 unter. „Barney“ erwischte die doppelte 10 mit dem letzten Dart in der Hand und forcierte das Entscheidungsleg. Dort lief bei Meikle nichts zusammen, mit 18 Darts erwischte er lediglich zwei Triplefelder. Van Barneveld hatte daher vergleichsweise leichtes Spiel, er erzielte auf der Doppel-20 das Break und brachte sich mit dem 2:1 in die Pole Position. Ein äußerst knapp verpasstes 170er-Finish kostete Meikle das Auftaktleg des vierten Satzes. Weitere Chancen erarbeitete sich der Engländer in diesem Match nicht mehr. Van Barneveld ging mit einem 15-Darter den vorletzten Schritt und beendete den Abend schlussendlich mit einem 76er-Finish. Unterm Strich verbuchte van Barneveld einen 3:1-Erfolg, der ihn in die dritte Runde vorrücken ließ. Dort wird er auf Gerwyn Price treffen.

R. van Barneveld 3:1 Ryan Meikle
95,18 Average 93,89
7 180s 2
76 High Finish 81
0 100+ Checkouts 0
10/20 Finishing 5/17

Fotos © PDC @ Darts1

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