Krimi mit 180er-Rekord: van Duijvenbode überlebt fünf Matchdarts und schlägt Smith

In der Session am Donnerstagnachmittag wurden bei der Darts-Weltmeisterschaft 2023 drei weitere Tickets für das Achtelfinale ausgespielt. Die ersten beiden Bewerber darauf waren heute Dirk van Duijvenbode und Ross Smith, ehe es zu rein englischen Duellen zwischen Rob Cross und Mervyn King sowie zwischen Dave Chisnall und Stephen Bunting kam.

Bereits bei der Vorjahresausgabe der Weltmeisterschaft trafen Dirk van Duijvenbode und Ross Smith in der dritten Runde aufeinander. Damals gelang dem Niederländer eine beachtliche Aufholjagd, er hatte einen 0:3-Rückstand noch zum Sieg gedreht. Im heutigen Duell setzte Smith ganz früh ein echtes Ausrufezeichen, er machte 156 Punkte aus. Die Antwort von „The Titan“ konnte sich ebenfalls sehen lassen, er bestrafte zwei vergebene Breakdarts des Gegners mit einem 136er-Checkout. Im darauffolgenden Leg unterliefen Smith drei weitere Fehlwürfe auf die Doppel. Van Duijvenbode schnappte sich das erste Break, glänzte anschließend mit einem 12-Darter und riss sich den ersten Satz unter den Nagel. Nach der Pause machte van Duijvenbode mit einem 13-Darter zunächst nahtlos weiter. In den nächsten Minuten schwächelte der Weltranglisten-14. allerdings auf den Doppelfeldern, insgesamt sieben Versuche misslangen ihm in den nächsten drei Legs. Smith nutzte diese Fehler zu seinen Gunsten und sicherte sich in der Folge den 1:1-Ausgleich. Das Auftaktleg von Satz Nummer drei ging an van Duijvenbode, weil sein englischer Konkurrent zuvor zwei eigene Chancen liegen gelassen hatte. Smith reagierte mit Wut im Bauch auf das Break gegen sich und hatte im nächsten Leg nach neun Darts nur noch elf Punkte übrig. Er kam jedoch nicht zum Zuge, weil van Duijvenbode selbst einen starken 11-Darter zeigte. Im darauffolgenden Leg erlitt der „Smudger“ einen weiteren Rückschlag, er feuerte insgesamt acht Darts am äußeren Ring vorbei. Van Duijvenbode nahm die Einladung an und ging mit dem 2:1 wieder in Führung.

Sein Gegenüber kehrte verbessert zurück auf die Bühne. Mit zwei 13-Dartern nacheinander brachte sich Smith im vierten Durchgang in die Pole Position. Mit einem noch besseren 12-Darter hielt van Duijvenbode dagegen. Eine Möglichkeit, um den Decider zu erzwingen, nutzte er allerdings nicht. Smith erwischte Augenblicke später die doppelte 8 und stellte mit dem 2:2 wieder Parität her. Zum Auftakt des fünften Durchgangs glänzte Smith mit fünf perfekten Darts, die die Grundlage für einen 12-Darter bildeten. Mithilfe eines 68er-Checkouts verteidigte auch der „Titan“ sein Anwurfleg. Den erneuten Rückstand beantwortete van Duijvenbode mit einem 114er-Highfinish, sodass es nun in ein wichtiges Entscheidungsleg hineinging. Dort zeigten beide Akteure Nerven. Van Duijvenbode verfehlte erst die große 12 und im weiteren Verlauf des Legs vier Setdarts. Dadurch blieben für Smith fünf eigene Fehlwürfe ohne Konsequenzen. Der Europameister traf schließlich doch die Doppel-4 und lag nun selbst mit 3:2 vorne. Van Duijvenbode musste den jetzt folgenden sechsten Satz zwingend gewinnen und erlebte mit einem 14- und einem 12-Darter einen erfolgreichen Start. Smith konterte mit einem eigenen „Zwölfer“ und löschte kurz darauf 72 Zähler. Im Decider erhielt Smith seinen ersten Matchdart, er verfehlte jedoch das Bullseye. Van Duijvenbode atmete tief durch, hielt sich auf der doppelten 4 im Wettbewerb und errang den 3:3-Ausgleich.

Den finalen siebten Durchgang läutete Smith mit einem 13-Darter ein, der Niederländer checkte kurz darauf 85 Zähler blitzsauber über Triple-19 und Doppel-14. Nachdem sich Smith durch den nächsten 13-Darter wieder in Front begeben hatte, erhielt er seine zweite Möglichkeit, den Deckel draufzumachen. Bei 40 Restpunkten versiebte er jedoch drei weitere Matchdarts. Der Sieger stand somit nach wie vor nicht fest. Es folgte die Verlängerung, in der Smith zunächst wieder ein 13-Darter gelang. Van Duijvenbode ließ sich nicht abschütteln und lieferte mit einem 14-Darter die passende Antwort. Beide Akteure konzentrierten sich in der Schlussphase erfolgreich auf die eigenen Anwurflegs. Zunächst egalisierte van Duijvenbode einen 14-Darter von Smith mit einem 127er-Highfinish. Den erneuten Rückstand konterte er wenige Minuten später mit einem 76er-Checkout. Da es nach zehn absolvierten Legs im siebten Satz noch immer unentschieden stand, erreichte die Spannung ihren Höhepunkt: 501 Punkte entschieden jetzt über Sieg oder Niederlage. Im Decider bewegten sich beide Profis auf Augenhöhe. Der anwerfende Smith durfte sich bei 89 Restpunkten zuerst versuchen, sein fünfter Matchdart landete jedoch deutlich über der Doppel-5. Weitere Chancen bekam er nicht mehr, bei 71 Rest nutzte van Duijvenbode seinen einzigen Matchdart auf der Doppel-20. Er jubelte ausgelassen über den knappen 4:3-Sieg und machte das niederländische Achtelfinalduell mit Michael van Gerwen perfekt. Die insgesamt 31 Maxima bedeuten einen neuen Rekord für ein Drittrundenmatch, für 19 Stück davon war der letztendlich knapp unterlegene Smith verantwortlich.

D. van Duijvenbode 4:3 Ross Smith
93,44 Average 96,95
12 180s 19
136 High Finish 156
3 100+ Checkouts 1
19/47 Finishing 17/58

Cross hat mit dem harmlosen King keine Probleme

Danach waren Rob Cross und Mervyn King die Hauptfiguren auf der Bühne des Alexandra Palace. King fand schlecht in die Partie hinein und musste sich im Auftaktsatz mit der Nebenrolle zufriedengeben. Dagegen wirkte Cross von Anfang an voll fokussiert. Er gewann mit 15, 16 und nochmals 15 Darts die ersten Legs und machte dementsprechend die 1:0-Führung klar. Damit gab sich der Weltmeister von 2018 aber nicht zufrieden, auch nach der Pause blieb er am Drücker. Einem 13-Darter ließ Cross ein 116er-Highfinish folgen. Das dadurch eingefahrene Break bestätigte „Voltage“ wiederum mit einem 13-Darter, er vergrößerte seinen Vorsprung somit auf 2:0.

Auch im dritten Durchgang gab es zunächst Einbahnstraßen-Darts zu sehen. Cross checkte 81 Punkte auf dem Bullseye und entschied auf der doppelten 3 auch das nächste Leg für sich. Erst im Anschluss daran, also im neunten Leg dieser Partie, erhielt King seinen allerersten Wurf auf ein Doppelfeld. Dieser Versuch war erfolgreich, King beendete auf der Doppel-8 sogar ein 136er-Highfinish und gleichzeitig einen 12-Darter. Die Freude darüber währte aber nur kurz, weil „The King“ im darauffolgenden Leg drei Darts außen an der doppelten 18 vorbeigeworfen hatte. Cross bedankte sich auf der Doppel-6 und zog auf 3:0 davon. Zum Auftakt des vierten Durchgangs verbuchte King dank eines 12-Darters sein erstes Break im Spielverlauf. Diesem legte er einen 15-Darter hinterher. Mit einem eigenen 15-Darter verkürzte Cross zwar, den Durchgang konnte er aber nicht mehr zu seinen Gunsten drehen. King nutzte seinen zweiten Setdart und verringerte den Rückstand auf 1:3. Im fünften Durchgang legte King vor, doch dann holte Cross zum Endspurt aus. Der Weltranglistensechste sicherte sich die nächsten beiden Legs und benötigte nur noch eines, um sein Weiterkommen zu besiegeln. Diese Aufgabe erledigte Cross umgehend mit einem 14-Darter, er vollendete damit den klaren 4:1-Erfolg.

Rob Cross 4:1 Mervyn King
99,13 Average 92,10
5 180s 2
110 High Finish 136
1 100+ Checkouts 1
13/30 Finishing 5/16

Bunting behauptet sich in einem hochklassigen Match

Mit der Begegnung von Dave Chisnall und Stephen Bunting wurde die Nachmittagssession beendet. Die Partie befand sich vom Start weg auf einem hohen Niveau. „Chizzy“ scheiterte im Auftaktleg knapp an 138 Restpunkten und durfte sich Sekunden später ein 126er-Bullfinish von Bunting anschauen. Der Weltranglistenzwölfte zeigte jedoch eine starke Reaktion. Nachdem er sein erstes Anwurfleg verteidigt hatte, glänzte Chisnall erst mit einem 114er-Highfinish und unmittelbar danach mit einem 11-Darter. Die Belohnung dafür war die 1:0-Pausenführung. Bunting wollte sich den Rückstand nicht lange gefallen lassen und kehrte fulminant zurück vor die Kameras. „The Bullet“ sorgte per 14-Darter für ein Break, ehe ihm im darauffolgenden Leg sogar ein Wurf weniger genügte. Im nächsten Leg setzte Bunting sogar noch einen drauf. Er brillierte mit einem 10-Darter und kam zum schnellen 1:1-Ausgleich. Dagegen ließ Chisnall in dieser Phase immer wieder einzelne Möglichkeiten aus. Im Auftaktleg von Satz Nummer drei verpasste er die Doppel-14, kurze Zeit später erarbeitete er sich bei 83 Rest keinen Versuch auf den Doppelring. Bunting war in beiden Situationen zur Stelle und hatte mittlerweile fünf Legs nacheinander eingesammelt. Diese Serie verlängerte er auf spektakuläre Art und Weise. Als Chisnall bereits bei 41 Restpunkten auf das Break lauerte, machte Bunting 140 Punkte über Triple-20 und zweimal Tops aus. Dieses großartige Finish bescherte ihm die 2:1-Führung in Sätzen.

Danach beendete Chisnall mit einem 121er-Checkout via Triple-20, Triple-7 und Doppel-20 seine Durststrecke. Im Anschluss daran gelang beiden Spielern je ein 13-Darter. Durch einen starken 12-Darter forcierte Bunting ein wichtiges Entscheidungsleg. Dort zeigte Chisnall seine Klasse. Er hatte nach neun Darts nur noch 48 Restpunkte übrig, war schließlich auf der Doppel-5 erfolgreich und sorgte für den 2:2-Ausgleich. Im fünften Durchgang wurden zwei weitere Legs mit der vierten Aufnahme beendet, mit jeweils zwölf Würfen waren beide Profis für je ein Break verantwortlich. Bunting bestätigte das kurz zuvor produzierte Break mit einem 14-Darter. Es folgte noch ein 15-Darter, mit dem sich der ehemalige Lakeside-Weltmeister seine Führung zurückholte. Insgesamt lag Bunting zu diesem Zeitpunkt mit 3:2 vorne. In der Anfangsphase des sechsten Satzes bekamen die Zuschauer im Alexandra Palace zwei dreistellige Checkouts zu sehen: Bunting löschte erst 104 Punkte, „Chizzy“ wenig später 108 Zähler. Kurz darauf brachte Bunting auch 79 Punkte auf Null, sodass ihn nur noch ein Leggewinn von der nächsten Runde trennte. Seinen ersten Matchdart auf die Doppel-20 setzte „The Bullet“ zu niedrig an. Chisnall rettete sich auf der doppelten 4 und brachte den Satz ins entscheidende fünfte Leg. Seine einzige Gelegenheit zum 3:3-Ausgleich nahm Chisnall hier und jetzt nicht wahr. Damit war die Bahn für Bunting frei, er versenkte seinen dritten Matchdart in der Doppel-20. Beide Spieler zeigten eine starke Leistung und spielten einen Average von ungefähr 102 Punkten. So war es am Ende vor allem die effiziente Chancenverwertung, die Bunting zum 4:2-Erfolg verhalf.

Stephen Bunting 4:2 Dave Chisnall
102,24 Average 101,82
9 180s 11
140 High Finish 121
3 100+ Checkouts 3
15/26 Finishing 9/22

Fotos © PDC @ Darts1

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