Noppert und Anderson ereilt das Turnieraus

Am elften Spieltag der Darts-Weltmeisterschaft werden insgesamt sechs weitere Partien der dritten Turnierrunde ausgetragen, die Hälfte davon wie üblich in der Nachmittagssession. Zuerst an der Reihe waren Ryan Searle und José de Sousa, ehe im Duell zwischen Danny Noppert und Alan Soutar der kommende Gegner von Gabriel Clemens gesucht wurde. Beendet wurde die Session von Gary Anderson und Chris Dobey.

Searle vergibt einen Matchdart und verspielt eine 3:0-Führung

An diesem Mittwoch waren es Ryan Searle und José de Sousa, die zuerst auf die Bühne des Alexandra Palace marschierten. Gleich im allerersten Leg leistete sich de Sousa einen Rechenfehler: er wählte bei 71 Restpunkten eine völlig falsche Route und überwarf sich. Scheinbar hatte er seinen eigenen Score mit dem des Gegners verwechselt. Im zweiten Anlauf löschte er dann die genannten 71 Zähler. Per 13-Darter holte sich Searle unmittelbar danach sein erstes Leg, ehe er auf der Doppel-19 das erste Break der Partie erzielte. De Sousa vergab sieben Möglichkeiten zum direkten Rebreak, sodass Searle den Auftaktsatz mit einem Treffer in der Doppel-5 beendete. Direkt nach der ersten Unterbrechung glänzte „Heavy Metal“ mit einem 11-Darter. Begünstigt durch vier Fehler seines Konkurrenten legte Searle ein Break hinterher. Vorzeitig gab de Sousa den Satz jedoch nicht verloren, durch zwei 13-Darter nacheinander sorgte er für das entscheidende fünfte Leg. Dort hatte Searle das bessere Ende für sich. Er verteidigte auf seiner bevorzugten Doppel-20 den eigenen Anwurf und erhöhte seine Führung auf 2:0. Zum Auftakt des dritten Durchgangs ermöglichte de Sousa dem Engländer ein Break. Genau andersherum stellte sich die Situation wenig später dar. Searle jagte drei Pfeile über die Doppel-20 und kassierte das Rebreak. Davon erholte er sich aber schnell. Mit 18 sowie 16 Darts schnappte sich Searle die nächsten beiden Legs, beim Zwischenstand von 3:0 hatte er die Ziellinie bereits in Sichtweite.

Dagegen durfte de Sousa von nun an keinen einzigen Satz mehr abgeben. Der Portugiese fand gut in den vierten Durchgang hinein und erarbeitete sich unter anderem mit einem 13-Darter einen 2:0-Vorsprung. Seine ersten drei Setdarts verwertete er jedoch nicht, sodass Searle mit einem 85er-Checkout dazwischenging. Er ließ diesem einen 14-Darter folgen und forcierte das Entscheidungsleg. Dort genügten de Sousa bei 92 Restpunkten zwei Darts, er sicherte sich damit seinen ersten Satzgewinn. Nachdem „The Special One“ das erste Leg von Satz Nummer fünf bereits gewonnen hatte, setzte er drei wichtige Breakdarts in den Sand. Stattdessen war es Searle, der sich schon kurze Zeit mithilfe eines 120er-Checkouts ein Break sicherte. Im darauffolgenden Leg erarbeitete sich Searle einen Matchdart auf der Doppel-20, setzte diesen jedoch zu niedrig an. De Sousa rettete sich in den Decider, den er mit 15 Darts für sich entschied. Er hatte seinen Rückstand somit auf 2:3 reduziert. Im sechsten Satz legte de Sousa mit einem weiteren 15-Darter vor, ehe er sich mit vier Fehlern auf Doppel einmal mehr selbst im Weg stand. In diesem Fall zeigte de Sousa jedoch die passende Reaktion. Der ehemalige Grand Slam-Champion spielte zwei 14-Darter nacheinander und machte auf diese Weise den 3:3-Ausgleich perfekt. Die ersten beiden Legs des alles entscheidenden siebten Satzes wurden gerecht aufgeteilt, ehe sich de Sousa durch einen 13-Darter wiederum in Front brachte. Jetzt leistete sich Searle ein schwerwiegendes Missgeschick: er ließ sechs Chancen zum erneuten Ausgleich ungenutzt. Weitere Möglichkeiten erhielt er nicht mehr. De Sousa versenkte seinen vierten Matchdart in der Doppel-2 und hatte den 0:3-Rückstand in den knappen Sieg umgebogen. Er zog zum ersten Mal in seiner Laufbahn ins WM-Achtelfinale ein.

José de Sousa 4:3 Ryan Searle
91,75 Average 87,51
9 180s 6
92 High Finish 120
0 100+ Checkouts 1
16/59 Finishing 15/45

Nach dem 2:0 für Noppert wendet sich das Blatt

Neben Josh Rock ist Alan Soutar der einzige ungesetzte Spieler, der noch Teil des Wettbewerbs ist. Um genauso wie im letzten Jahr das Achtelfinale zu erreichen, musste der Schotte den Weltranglistenneunten Danny Noppert bezwingen. Die ersten fünf Darts des Niederländers landeten allesamt in der dreifachen 20, letztendlich startete er mit einem starken 11-Darter. Dieses Break bestätigte Noppert problemlos, ehe Soutar mit einem 95er-Finish auf dem Bullseye sein erstes Erfolgserlebnis verbuchte. Noppert hatte zuvor drei Setdarts ausgelassen, machte diesen Fehler aber schnell wieder gut. Er zeigte ein 104er-Highfinish und tütete damit den Auftaktsatz ein. Im Anschluss an die Pause blieb Noppert am Drücker, mit einem 13- sowie einem 14-Darter brachte er die nächsten beiden Legs ebenfalls auf seine Seite. Letztlich erhielt Soutar im gesamten Durchgang keinen einzigen Versuch auf Doppel, sodass er den 0:2-Rückstand akzeptieren musste. Auch im dritten Durchgang erlebte „The Freeze“ einen positiven Start, ein 14-Darter bescherte ihm ein Break. Nach langer Wartezeit hatte kurz darauf auch Soutar wieder Grund zur Freude, ein 96er-Finish beendete die Serie von fünf verlorenen Legs nacheinander. Soutar schöpfte daraus neue Motivation und kam nun besser in Fahrt. Er legte einen 14- sowie einen 13-Darter nach und hatte insgesamt auf 1:2 verkürzt.

Zum Auftakt des vierten Durchgangs fuhr „Soots“ den vierten Leggewinn in Folge ein. Diese Serie konnte Soutar mit einem Treffer in der Doppel-18 verlängern. Dagegen ließ Noppert in dieser Phase die notwendige Genauigkeit vermissen, wenig später verfehlte er fünf Doppelfelder. Soutar war schließlich auf der doppelten 2 zur Stelle und machte den 2:2-Ausgleich klar. Zum Auftakt des fünften Satzes beendete Noppert mit einem 15-Darter seine Durststrecke. Soutar ließ sich dieses Break gegen sich nicht lange gefallen und konterte sofort mit einem 14-Darter. Anders als sein Gegner kurz zuvor, bestätigte der Schotte das Break. Auf spektakuläre Art und Weise eroberte Soutar wenig später erstmals die Gesamtführung. Er brachte 152 Punkte auf Null, holte sich den dritten Satz nacheinander und lag nun mit 3:2 vorne. Der zu diesem Zeitpunkt überragend spielende Soutar startete mit sechs perfekten Darts und einem daraus resultierenden 12-Darter in den nächsten Durchgang. Mit einem 130er-Finish auf der Doppel-5 verpasste Soutar seinem Konkurrenten anschließend den nächsten Nackenschlag. Gleichzeitig sorgte er mit dieser starken Aktion für die Vorentscheidung. Bereits wenige Aufnahmen später steckte der erste Matchdart von Soutar in der Doppel-20. Nach dem 0:2-Rückstand drehte Alan Soutar auf und gewann zwölf der letzten 14 Legs. Er erreichte damit erneut das Achtelfinale der Weltmeisterschaft und wird dort auf Gabriel Clemens treffen.

Alan Soutar 4:2 Danny Noppert
93,38 Average 90,42
5 180s 6
152 High Finish 104
2 100+ Checkouts 1
13/26 Finishing 8/26

Starker erster Satz reicht nicht: Anderson kassiert deutliche Niederlage

Zum Abschluss der Session wollte Gary Anderson dem Vorbild seines Landsmanns folgen und in die Runde der Letzten 16 einziehen. Der ehemalige Doppelweltmeister wurde von Chris Dobey herausgefordert. Anderson absolvierte einen hervorragenden Auftaktsatz. Auf den 15-Darter zum Start folgten zwei 12-Darter, die der Schotte mit Checkouts von 121 sowie 68 Punkten beendete. Erst nach der Unterbrechung feierte Dobey sein erstes Erfolgserlebnis. Diesen 15-Darter beantwortete Anderson mit einem 14-Darter, ehe der „Flying Scotsman“ 80 Punkte eiskalt über zweimal Tops checkte. Seinen ersten Setdart nutzte Anderson kurz darauf nicht aus, sodass Dobey mit einem eigenen 14-Darter den Decider erzwang. Dort ließ Anderson zwei weitere Chancen zur 2:0-Führung ungenutzt. „Hollywood“ blieb Sekunden später auf der Doppel-16 fehlerfrei und kam zum 1:1-Ausgleich. Das erste Leg des dritten Durchgangs schnappte sich Anderson mit einem Treffer in der Doppel-3. Dobey antwortete mit einem 86er-Bullfinish und legte ein, durch einen 13-Darter zustande gekommenes, Break hinterher. Anderson genügten ebenso wenige Würfe, um für das direkte Rebreak zu sorgen. Im deswegen notwendigen Entscheidungsleg gelang es dem Weltranglistenelften nicht, sich bei 110 Rest einen Setdart zu erarbeiten. Dobey hatte sich mit einer perfekten 171er-Aufnahme nur noch 36 Punkte übriggelassen, die für ihn kein Problem darstellten. Der Engländer übernahm mit dem 2:1 die Führung.

Im vierten Satz musste Anderson zunächst einen weiteren Rückschlag hinnehmen, er ließ sich drei Breakchancen durch die Finger gleiten. Besser lief aus der Sicht des Schotten im nächsten Leg, als er souverän 72 Punkte ausmachte. Durch einen 13-Darter ging Dobey innerhalb des Satzes wieder in Führung, seine ersten vier Setdarts brachte er allerdings nicht in den anvisierten Doppelfeldern unter. Dadurch kam es zu einem weiteren Entscheidungsleg, in dem Dobey bei eigenem Anwurf nichts anbrennen ließ. Er war nach 13 Würfen bei Null angelangt und vergrößerte seinen Vorsprung auf 3:1. Die ersten beiden Legs im fünften Satz wurden gerecht aufgeteilt, dabei glänzten beide Profis mit einem 12-Darter. Kurze Zeit später leistete sich Anderson jedoch einen groben Schnitzer. Nachdem er beinahe 150 Punkte gecheckt hätte, stellte sich Anderson mit den noch verbliebenen 15 Restpunkten vors Oche. Er jagte seinen ersten Pfeil direkt in die große 19 und überwarf sich. Dobey bedankte sich mit dem Break und machte unmittelbar danach mit fünf perfekten Darts und einem 15-Darter alles klar. Somit durfte Dobey über den 4:1-Erfolg und den Einzug in die nächste Runde jubeln. Für Anderson hat das Turnieraus die Konsequenz, dass er nach der Weltmeisterschaft nicht mehr zu den besten 20 Spielern der Weltrangliste gehören wird.

Chris Dobey 4:1 Gary Anderson
95,34 Average 93,87
8 180s 4
86 High Finish 121
0 100+ Checkouts 1
12/31 Finishing 10/24

Fotos © PDC @ Darts1

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