Smith und van Gerwen ziehen ins Finale ein

Was vor wenigen Jahren noch völlig unvorstellbar war, ist am heutigen 2. Januar 2023 Realität: ein deutscher Dartsprofi steht im Halbfinale des wichtigsten Turniers. Gabriel Clemens hatte gestern das Spiel seines Lebens gemacht, den Weltranglistenersten Gerwyn Price verdient ausgeschaltet und damit ein weiteres Stück deutsche Dartsgeschichte geschrieben. Im ersten Halbfinale der Weltmeisterschaft 2023 wollte der Saarländer gegen Michael Smith die nächste Sensation schaffen. Danach wurde der zweite Finalist zwischen Michael van Gerwen und Dimitri Van den Bergh gesucht. In den Partien wurde über die Distanz von „Best of 11 Sets“ gespielt.

Clemens kann schließlich nicht mehr Schritt halten: der historische Lauf endet im Halbfinale

Gestern hatte Gabriel Clemens das bislang wichtigste Match seiner Karriere bestritten, heute wurde es direkt noch eine Nummer größer. Im Duell mit Vizeweltmeister Michael Smith ging es für ihn um den Einzug ins Endspiel der Weltmeisterschaft. Der Engländer eröffnete die Vorschlussrunde mit einem 14-Darter, ließ seine ersten beiden Breakchancen allerdings aus. Darauf reagierte der Weltranglistenvierte mit sechs perfekten Darts, die letztlich in einen 12-Darter mündeten. Im darauffolgenden Leg war es Clemens, der mit sechs perfekten Darts glänzte. Er benötigte schließlich elf Würfe und erzwang damit ein frühes Entscheidungsleg. Dort holte sich Smith mit einem 106er-Highfinish die 1:0-Führung. Nach der Pause hielt Smith die hohe Schlagzahl aufrecht. Mit zwei 11-Dartern nacheinander rannte er im zweiten Durchgang davon. Clemens verkürzte durch ein 68er-Finish und hatte anschließend Glück, dass Smith drei Setdarts an der Doppel-15 vorbeijagte. Clemens checkte selbst souverän 70 Zähler und brachte auch den zweiten Satz in den Decider. Dort scheiterte der „German Giant“ zunächst knapp an 143 Punkten, doch Smith konnte seine vierte Möglichkeit zum 2:0 ebenfalls nicht nutzen. Clemens war zur Stelle, traf die Doppel-16 und hatte zum 1:1 ausgeglichen. Das erste Leg des dritten Satzes ging an Smith, danach scheiterte der „Bully Boy“ jedoch haarscharf an 148 Restpunkten. Kurz darauf gelang ihm dann ein hohes Finish: Smith nahm 144 Restpunkte von der Scheibe. Danach vergab Smith seine ersten beiden Setdarts, auch dieser Satz ging damit über die volle Distanz. Im Decider konnte Clemens eine Möglichkeit auf der Doppel-20 nicht verwerten. Smith machte es auf seinem Lieblingsdoppel Sekunden später besser und lag mit dem 2:1 wieder vorne.

Zum Auftakt des vierten Satzes überstand Clemens zwei Breakdarts gegen sich unversehrt, machte selbst 91 Punkte aus und lauerte bei 62 Restpunkten wenig später selbst auf die Chance zum Break. Doch Smith kam ihm mit einem spektakulären 161er-Highfinish zuvor. Letztlich wurden die ersten vier Legs dieses Satzes allesamt mit dem Anwurf gewonnen, sodass dieser Satz wie alle seine Vorgänger ins Entscheidungsleg ging. Diesmal ließ Clemens bei eigenem Anwurf nichts anbrennen, er spielte einen 15-Darter und belohnte sich mit dem 2:2-Ausgleich. Einen deutlicheren Verlauf nahm der fünfte Satz. Smith ließ dem 82er-Finish ein 100er-Checkout folgen. Das durch den 12-Darter errungene Break bestätigte Smith mit einem 13-Darter, er hatte mit dem 3:2 schnell die Führung zurückerobert. Zum Start des sechsten Durchgangs verteidigte Clemens das eigene Anwurfleg, gegen den daran anschließenden 12-Darter des Gegners war die deutsche Nummer eins machtlos. Nachdem Clemens innerhalb des Satzes wieder in Führung gegangen war, schaffte er es nicht, sich bei 89 Restpunkten einen Setdart zu erarbeiten. Smith erwischte die Doppel-5 mit dem letzten Dart in der Hand und erzwang ein wichtiges Entscheidungsleg. Dort verpasste Smith dem Saarländer einen Schlag in die Magengrube. Der Grand Slam-Champion checkte 83 Zähler auf dem Bullseye, holte sich das Break und erhöhte seinen Vorsprung gleichzeitig auf 4:2.

Im siebten Satz machte Smith ähnlich stark weiter, er glänzte mit zwei 12-Dartern nacheinander. Clemens produzierte per 11-Darter das sofortige Rebreak, gewann auch das nächste Leg und führte das satzentscheidende fünfte Leg herbei. Dort gelang es Clemens nicht, den Gegner ausreichend unter Druck zu setzen. Smith blieb auf der doppelten 8 nervenstark und ging mit dem 5:2 einen großen Schritt in Richtung Finale. Nach der Pause bestrafte Clemens zwei vergebene Breakdarts mit einem eigenen 13-Darter. Auch jetzt ließ die Reaktion des Engländers nicht lange auf sich warten. Nachdem er sein Anwurfleg durchgebracht hatte, sicherte er sich per 12-Darter ein Break. Clemens hatte die direkte Antwort in der eigenen Hand, nutzte aber drei eigene Breakdarts nicht aus. Das war seine letzte Aktion in diesem Turnier. Michael Smith versenkte gleich seinen ersten Matchdart in der Doppel-20 und vollendete den 6:2-Erfolg, der ihn zum dritten Mal insgesamt und zum zweiten Mal nacheinander ins WM-Finale brachte. Für Gabriel Clemens endete eine fantastische Weltmeisterschaft. Mit seinen starken Auftritten gewann „Gaga“ zahlreiche neue Fans hinzu. Der Deutsche macht durch das Preisgeld von 100.000 Pfund einen Sprung auf Rang 19 der Weltrangliste.

Michael Smith 6:2 Gabriel Clemens
101,85 Average 96,98
19 180s 11
161 High Finish 91
5 100+ Checkouts 0
22/51 Finishing 15/33

0:6 – chancenloser Van den Bergh geht komplett unter

Vor dem vorletzten Match der Darts-Weltmeisterschaft 2023 stellte sich die folgende Frage: würde Michael van Gerwen die Neuauflage des WM-Finals von 2019 perfekt machen, oder würde Dimitri Van den Bergh erstmals das Endspiel erreichen? Nach einem ausgeglichenen Start setzte der Belgier das erste Ausrufezeichen: das größtmögliche Finish von 170 Punkten bescherte ihm das erste Break. Dieses ließ sich van Gerwen nicht lange gefallen. Er konterte mit einem 14-Darter und brillierte im dadurch notwendigen Entscheidungsleg mit einem 11-Darter. Zu diesem frühen Zeitpunkt lag der dreifache Weltmeister mit 1:0 vorne. Zum Auftakt des zweiten Durchgangs unterliefen Van den Bergh drei Fehlwürfe auf Doppel. Van Gerwen bedankte sich mit dem Break und bestätigte dieses per 14-Darter. Durch ein 62er-Checkout gewann „Mighty Mike“ noch ein fünftes Leg hintereinander, sodass er seinen Vorsprung auf 2:0 erhöhte. Im dritten Durchgang legte van Gerwen noch einen drauf. Er spielte zunächst zwei 12-Darter hintereinander, wobei er den letzteren mit einem eigenen 170er-Finish vollendete. Im Anschluss daran zeigte er einen noch besseren 11-Darter. Van Gerwen gewann mit 35 Würfen drei Legs, spielte in diesem Satz einen Average von fast 130 Punkten und zog folglich auf 3:0 davon.

Zum Auftakt des vierten Satzes beendete Van den Bergh die Serie von acht verlorenen Legs nacheinander. Der Niederländer antwortete umgehend mit einem 14-Darter, dem daran anschließenden 13-Darter hatte er ein Break zu verdanken. Unmittelbar danach gelang dem „Dreammaker“ eine starke Aktion, durch ein 121er-Bullfinish hielt er den Satz am Leben. Im dadurch notwendigen Decider machte sich der Belgier den starken Moment selbst kaputt, er platzierte zwei Setdarts über der Doppel-20. Für van Gerwen blieben damit fünf eigene Fehler folgenlos, letztlich sicherte er sich auf der Doppel-5 doch noch das 4:0. Über die letzten drei Partien verteilt hatte der Weltranglistendritte mittlerweile elf Sätze nacheinander für sich entschieden. Die Machtdemonstration setzte van Gerwen im fünften Satz fort, er zeigte erneut sein ganzes Können und benötigte für dreimal 501 Punkte wieder nur 35 Pfeile. In diesem Fall handelte es sich um einen 13- und zwei 11-Darter. Van den Bergh konnte nur staunend zusehen und stand mit dem 0:5 kurz vor der Niederlage.

Der verzweifelt wirkende Van den Bergh hatte den Glauben längst verloren und leistete sich zum Start des sechsten Satzes einen groben Schnitzer. Er verfehlte bei 49 Rest gleich zweimal die Single-17 und erhielt keinen Wurf auf Doppel. Auch jetzt war van Gerwen gnadenlos zur Stelle. Er spielte einen 13-Darter, dem er unmittelbar danach einen weiteren 13-Darter hinterherlegte. Ein einziges Leg trennte den Topfavoriten damit noch vom Endspiel. Gegenwehr leistete sein Konkurrent nicht mehr, sodass van Gerwen den Whitewash mit dem ersten Matchdart perfekt machte. Michael van Gerwen dominierte dieses Halbfinale von Anfang bis zum Schluss und wies unterm Strich einen großartigen Average von mehr als 108 Punkten auf, Bestwert für diese Weltmeisterschaft. Morgen wird van Gerwen sein sechstes WM-Finale absolvieren und alles dafür tun, um zum vierten Mal Weltmeister zu werden.

M. van Gerwen 6:0 D. Van den Bergh
108,28 Average 96,46
9 180s 6
170 High Finish 170
1 100+ Checkouts 2
18/31 Finishing 4/15

Fotos © PDC @ Darts1

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