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Hempel bietet Humphries Paroli und verliert nur knapp

Vor exakt einer Woche hatte die Darts-Weltmeisterschaft 2023 begonnen, an diesem Donnerstagabend fand bereits die 14. Session des Wettbewerbs statt. Die Zuschauer im Alexandra Palace und an den Bildschirmen erwarteten dabei vier weitere Zweitrundenpartien. Im Einsatz war heute auch der deutsche Profi Florian Hempel, der mit Luke Humphries einen der derzeit besten Spieler der Welt herausforderte. Eröffnet wurde die Session vom früheren Doppelweltmeister Gary Anderson, der mit Madars Razma auf einen gefährlichen Kontrahenten traf. Anschließend wurde im Duell zwischen James Wade und Jim Williams der kommende Gegner von Gabriel Clemens gesucht. Im letzten Match standen sich Vincent van der Voort und Cameron Menzies am Dartboard gegenüber.

Geburtstagskind Anderson kämpft sich gegen Razma weiter

Als Finalist der WM 2021 musste Gary Anderson viel Preisgeld verteidigen, eine frühe Niederlage würde ihn in der Weltrangliste nach unten stürzen lassen. In seinem Auftaktmatch bekam es der ehemalige Doppelweltmeister an seinem 52. Geburtstag direkt mit einem gefährlichen Gegner zu tun: er traf auf Madars Razma. Anderson legte furios los und beendete im Auftaktleg einen 12-Darter mit einem 94er-Checkout. Wenig später brachte er auch 100 Zähler auf Null. Ein 170er-Finish zum Satzgewinn verpasste Anderson aber ebenso wie drei weitere Setdarts mit der folgenden Aufnahme. Mit diesen Fehlern holte er Razma ins Spiel. Der Lette gewann auf der Doppel-1 sein erstes Leg und bestätigte dieses Break per 15-Darter. Im notwendigen Decider machte Anderson die zuvor ausgelassenen Chancen vergessen. Er spielte einen 13-Darter und ging mit 1:0 in Führung. Zum Auftakt des zweiten Satzes bestrafte Anderson zwei gegnerische Patzer mit einem 76er-Finish. Die Reaktion von Razma auf das kassierte Break war herausragend. Ihm gelangen nacheinander Checkouts in Höhe von 121 sowie 134 Punkten. Mit einem 16-Darter sorgte Anderson anschließend auch hier für ein entscheidendes fünftes Leg, in dem diesmal Razma das bessere Ende für sich hatte. Er traf die Doppel-16 und kam zum 1:1-Ausgleich.

Trotz ein paar Schwierigkeiten auf Doppel gewann Anderson das Auftaktleg von Satz Nummer drei. Danach hatten weitere Fehlwürfe aber Konsequenzen, mit drei vergebenen Breakdarts tat er Razma einen Gefallen. Auf spektakuläre Art und Weise sicherte sich „Razmatazz“ wenig später selbst ein Break: er zeigte ein 154er-Checkout. Anderson produzierte mit 15 Darts das direkte Rebreak, ehe es im Decider zu einer kleinen Nervenschlacht kam. Anderson vergab seine ersten drei Setdarts und hatte Glück, dass Razma sogar vier Chancen zum Satzgewinn in den Sand gesetzt hatte. Die Doppel-4 erwischte der „Flying Scotsman“ wenige Sekunden später mit dem ersten Versuch, er brachte sich mit dem 2:1 wieder in Front. Razma hatte das erste Leg des vierten Durchgangs bereits gewonnen, als ihm drei weitere Fehlwürfe auf die Doppelfelder unterliefen. Anderson rettete daher seinen Anwurf und glänzte wenig später mit einem 121er-Finish auf dem Bullseye. Schon kurz darauf erhielt der Weltranglistenelfte seine ersten Matchdarts, nutzte aber fünf Stück nicht aus. Razma erwischte die Doppel-4 mit dem letzten Dart in der Hand und hielt sich zunächst im Turnier. Auch dieser vierte Satz ging demzufolge über die maximale Distanz. Im Decider schaffte es Anderson, mit einem 110er-Highfinish den 3:1-Sieg perfekt zu machen.

Gary Anderson 3:1 Madars Razma
96,39 Average 90,96
4 180s 2
121 High Finish 154
3 100+ Checkouts 3
11/35 Finishing 9/32

Faustdicke Überraschung: Williams wirft Wade raus

Die deutsche Nummer eins Gabriel Clemens hatte sich gestern mit einer überzeugenden Leistung in die dritte Runde gebracht, seinen dortigen Gegner kannte er aber noch nicht. Dieser wurde im jetzt folgenden Duell zwischen James Wade und Jim Williams ermittelt. „The Machine“ kam frühestmöglich zu einem Break, das Williams mit einem 107er-Highfinish egalisierte. Auch das dritte Leg dieser Partie wurde gegen den Anwurf gewonnen, diesmal legte Wade allerdings nach. Er brachte 94 Punkte auf Null und den Auftaktsatz damit auf seine Seite. Direkt nach der Pause machte Wade 107 Punkte aus, „The Quiff“ antwortete mit einem eigenen 15-Darter. Die Vorentscheidung in diesem Satz gelang Williams wenig später dank eines 71er-Checkouts. Das in diesem Moment erzielte Break bestätigte der Waliser mit einem 119er-Highfinish, das ihm den 1:1-Ausgleich bescherte.

Im dritten Satz blieb Williams am Drücker, auch dank einiger Fehlwürfe von Wade erarbeitete er sich einen 2:0-Vorsprung nach Legs. Diesen Vorteil gab Williams nicht aus der Hand, er löschte noch 80 Punkte und lag insgesamt mit 2:1 vorne. Im vierten Satz gab dagegen der Engländer klar den Ton an, Williams erhielt im gesamten Durchgang keinen einzigen Versuch auf Doppel. Mit 18, 14 sowie 15 Darts gewann Wade weitgehend problemlos alle drei Legs. Die Folge war der 2:2-Ausgleich und damit der alles entscheidende fünfte Satz. Nachdem die ersten beiden Legs dort fair aufgeteilt worden waren, holte Williams zum Endspurt aus. Er ging mit einem 13-Darter den vorletzten Schritt und brachte kurz darauf den dritten Matchdart in der Doppel-20 unter. Jim Williams bezwang des Weltranglistenachten mit 3:2 und sorgte damit für die wohl größte Überraschung im bisherigen Turnierverlauf.

Jim Williams 3:2 James Wade
90,49 Average 91,01
4 180s 2
119 High Finish 107
2 100+ Checkouts 1
10/20 Finishing 8/16

In einem Krimi hatte sich Florian Hempel am vorigen Freitag gegen Keegan Brown durchgesetzt und dadurch auch bei seiner zweiten WM-Teilnahme die zweite Runde erreicht. Dort hatte der Kölner eine enorm schwierige Aufgabe vor der Brust. Er traf auf Luke Humphries, der sich nach einem hervorragenden Jahr 2022 bis auf Rang fünf der Weltrangliste vorgearbeitet hat. Nachdem diesmal der richtige Walk-On-Song abgespielt worden war, gewann Hempel mit einem 13-Darter das erste Leg der Partie. Anschließend profitierte er davon, dass Humphries die ersten drei Würfe auf Doppel misslangen. Kurz darauf ließ Hempel seine ersten beiden Setdarts liegen, sodass der Satz wieder spannend wurde. „Cool Hand Luke“ traf im vierten Leg das Bullseye und sorgte damit für den Decider, in dem beide mit hohen Scores glänzten. Weil sich Humphries bei 84 Restpunkten keinen Setdart erarbeitet hatte, blieben für Hempel zwei Fehlwürfe auf der Doppel-16 folgenlos. Der Deutsche, der in diesem Leg zwei 180er geworfen hatte, versenkte den 13. Dart in der Doppel-8 und freute sich über den 1:0-Vorsprung. Humphries kehrte spürbar verbessert auf die Bühne zurück. Mit zwei 12-Dartern nacheinander preschte er im zweiten Satz nach vorne, dabei löschte er 81 sowie 84 Punkte. Hempel machte sich erst im darauffolgenden Leg wieder bemerkbar, als er vier Darts neben die anvisierten Doppelfelder jagte. Humphries machte Augenblicke später auf der doppelten 10 den Satzausgleich perfekt.

Mit einem Treffer in der Doppel-8 beendete Hempel nach der Unterbrechung seine Durststrecke. Humphries stellte zwar sofort Parität her, warf in den beiden darauffolgenden Legs jedoch insgesamt sechsmal am Doppelring vorbei. Die Schwächephase seines Gegners nutzte Hempel zu seinen Gunsten. Er gewann diesen dritten Satz mit 3:1 und brachte sich insgesamt betrachtet mit 2:1 in Führung. Der Weltranglistenfünfte ließ sich den Rückstand nicht lange gefallen, unter Druck stehend absolvierte er einen erfolgreichen vierten Satz. Nach dem starken 11-Darter zum Start sicherte sich Humphries trotz ein paar Schwierigkeiten auf den Doppelfeldern auch die nächsten beiden Legs. Damit war der 2:2-Ausgleich perfekt und es kam zum entscheidenden fünften Satz. Dort profitierte Hempel zunächst von zwei weiteren Patzern des Gegners. Nachdem Humphries ein weiteres Mal ausgeglichen hatte, spielte sich die Schlüsselszene ab. Da Humphries zunächst ein 170er-Finish um Haaresbreite verpasst hatte, stellte sich Hempel mit 80 Restpunkten vors Oche. Sein wichtigster Wurf in diesem Match landete jedoch knapp neben der Doppel-10. Humphries holte sich Sekunden später auf der Doppel-8 das vorentscheidende Break. In demselben Doppelfeld steckte kurz darauf der dritte Matchdart des Engländers. Nach der knappen 2:3-Niederlage muss Florian Hempel die Heimreise antreten.

Luke Humphries 3:2 Florian Hempel
90,95 Average 86,47
7 180s 2
84 High Finish 55
0 100+ Checkouts 0
12/41 Finishing 7/27

Entspannter Turnierauftakt für van der Voort

Zugezogen wurde der Vorhang an diesem Donnerstag von Vincent van der Voort und Cameron Menzies. Der Niederländer brachte im Auftaktleg den eigenen Anwurf nach Hause und holte sich kurz darauf dank eines 14-Darters ein frühes Break. Wenig später gehörte der erste Satz bereits der Vergangenheit an. Ein noch besserer 13-Darter brachte van der Voort die schnelle 1:0-Führung ein. Nach der Unterbrechung hatte das Warten für Menzies ein Ende, dank eines Treffers in der Doppel-9 durfte er sich über seinen ersten Leggewinn freuen. Seine ersten beiden Breakdarts auf der Doppel-20 nutzte „Cammy“ nicht aus. Van der Voort bestrafte ihn dafür auf genau diesem Doppelfeld mit einem 82er-Finish. Anschließend fügte der „Dutch Destroyer“ seinem Gegner den nächsten Schlag in die Magengrube zu: ein 121er-Highfinish auf der Doppel-14 sorgte für das Break. Die große Möglichkeit, sich direkt zurückzumelden, nahm Menzies nicht wahr. Der Schotte warf dreimal außen an der Doppel-10 vorbei und geriet demzufolge mit 0:2 ins Hintertreffen.

Auch im dritten Durchgang musste Menzies zunächst einen Rückstand akzeptieren, ehe er mithilfe eines 72er-Checkouts den erst zweiten Leggewinn verbuchte. Diesem 14-Darter ließ Menzies einen weiteren folgen. Den 1:2-Anschluss machte sich Menzies mit fünf vorbeigeworfenen Setdarts jedoch selbst zunichte. Dieses Missgeschick konnte er im Laufe der Partie nicht mehr korrigieren, weil ihm sein Gegner im Entscheidungsleg keine Chance ließ. Van der Voort vollendete den glatten 3:0-Erfolg mit einem 13-Darter.

V. van der Voort 3:0 Cameron Menzies
90,78 Average 88,31
1 180s 2
121 High Finish 72
1 100+ Checkouts 0
9/16 Finishing 3/15

Fotos © Steven Paston / PDC @ Darts1

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