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Matchdart überlebt, Rückstand gedreht: Clemens erreicht das Achtelfinale

Die WM-Session am Abend des 27. Dezember hatte es definitiv in sich. Zuerst freuten sich alle deutschen Dartsfans auf den zweiten Auftritt von Gabriel Clemens, der als Favorit in das Duell mit Jim Williams hineinging. Danach folgte das Aufeinandertreffen zwischen dem Weltranglistenersten Gerwyn Price und Raymond van Barneveld – beim Grand Slam hatte der fünfmalige Weltmeister dieses Duell vor einigen Wochen zweimal für sich entschieden. Zum Abschluss bekamen die Zuschauer auch noch den Titelverteidiger zu sehen. Peter Wright hatte mit Kim Huybrechts einen gefährlichen Gegner vor sich.

Mit einer überzeugenden Leistung hatte Gabriel Clemens sein Zweitrundenmatch mit 3:0 gewonnen. Nun wollte die deutsche Nummer eins den nächsten Schritt gehen, musste vor seinem Gegner aber gewarnt sein: Jim Williams sorgte mit seinem Sieg über James Wade für die größte Überraschung des bisherigen Turniers. Eröffnet wurde der Abend mit einem 111er-Highfinish von Williams. Der Saarländer schlug mit zwei 72er-Checkouts nacheinander zurück und bestrafte anschließend zwei gegnerische Fehlwürfe mit einem Treffer in der Doppel-5. Somit ging Clemens mit einer Führung im Rücken in die erste Unterbrechung. Im Anschluss daran drückte Williams aufs Gaspedal, der Waliser schnappte sich mit 13 sowie 14 Darts die nächsten beiden Legs. Der „German Giant“ kam erst danach wieder zum Zuge, setzte jedoch drei Breakdarts in den Sand. Williams machte es auf der Doppel-20 besser und belohnte sich mit dem 1:1-Ausgleich. Mit einem 14-Darter holte sich Williams einige Minuten später noch ein viertes Leg nacheinander, erst danach setzte Clemens dieser Serie mit einem eigenen 13-Darter ein Ende. Für einen echten Höhepunkt sorgte der Deutsche wenige Aufnahmen später: er brachte 157 Punkte auf Null. Davon ließ sich Williams nicht beeindrucken, er erzwang mit einem 13-Darter das satzentscheidende fünfte Leg. Dort nutzte Clemens den Vorteil des Anwerfens einwandfrei zu seinen Gunsten. Er benötigte nur 13 Würfe, um mit dem 2:1 die Führung zurückzuerobern.

Zum Auftakt des vierten Satzes ließ Clemens drei eigene Möglichkeiten liegen und durfte sich im Gegenzug ein 83er-Bullfinish des Gegners anschauen. Besser lief es aus seiner Sicht im darauffolgenden Leg, mit 15 Darts verteidigte der Weltranglisten-25. den eigenen Anwurf. Nachdem sich Williams innerhalb des Durchgangs per 13-Darter wieder in Front begeben hatte, zeigte Clemens einen starken 12-Darter. Im nun folgenden Entscheidungsleg warf Clemens zwar weitere hohe Scores, er konnte jedoch zwei wichtige Setdarts nicht verwerten. Diese beiden Fehlwürfe nutzte Williams zu seinen Gunsten, auf der Doppel-16 sorgte „The Quiff“ für den 2:2-Ausgleich. Im fünften Satz startete Williams mit einem 108er-Highfinish, das auf diese Weise erzielte Break bestätigte er mit einem 13-Darter. Unmittelbar danach brachte Clemens sein Anwurfleg ebenfalls durch, den Satz konnte er aber nicht mehr drehen. Williams erwischte wenig später die doppelte 8 und übernahm mit dem 3:2 erstmals die Satzführung. Der Waliser ließ sich scheinbar nicht mehr vom Weg abbringen und gab in dieser Phase klar den Ton an. Durch einen 14- und einen 13-Darter kam Williams dem Sieg ganz nahe, für Clemens ging es dagegen nun ums sportliche Überleben. Der Saarländer gab nicht auf und brachte sich mit unter hohem Druck zustande gekommenen Checkouts in Höhe von 64 sowie 110 Punkten ins Entscheidungsleg. Dort erarbeitete sich Williams einen Matchdart, platzierte diesen jedoch äußerst knapp neben der doppelten 6. Sekunden später traf Clemens die Doppel-8 mit dem letzten Dart in der Hand. Dementsprechend fiel die Entscheidung über Sieg oder Niederlage erst im finalen siebten Satz. Dort legte Clemens mit einem 74er-Finish vor, welches Williams mit einem 13-Darter beantwortete. Nachdem Clemens kurz darauf ein starker 11-Darter gelungen war, erhielt der Deutsche bei 85 Restpunkten seine Chance, die Partie zu beenden. Gabriel Clemens traf erst die Single-19, dann die Single-16 und versenkte seinen Matchdart mitten im Bullseye.

Gabriel Clemens 4:3 Jim Williams
97,55 Average 98,45
8 180s 7
157 High Finish 111
2 100+ Checkouts 2
15/37 Finishing 15/23

Diesmal bleibt „Barney“ gegen Price weitgehend chancenlos

Nachdem die Setzliste feststand, freuten sich viele Dartsfans auf dieses Duell: der Weltranglistenerste Gerwyn Price wurde von Darts-Legende Raymond van Barneveld herausgefordert. „Barney“ feuerte mit seiner ersten Aufnahme eine 180 ins Board, trotzdem verteidigte Price mit einem 84er-Finish seinen Anwurf. Nachdem van Barneveld seinen ersten Leggewinn verbucht hatte, machte Price erst 68 und unmittelbar danach 87 Punkte aus. Der Weltmeister von 2021 nahm somit einen 1:0-Vorsprung mit in die erste Pause. Mit fünf perfekten Darts kehrte der Waliser vor die Kameras zurück, letztlich holte er sich durch einen 12-Darter (inklusive 117er-Highfinish) ein Break. Im daran anschließenden Leg verfehlte Price erstmals ein Doppelfeld, was aber keinerlei Konsequenzen hatte. Erst als der „Iceman“ vier Setdarts vergeben hatte, durfte sich van Barneveld wieder über einen eigenen Leggewinn freuen. Diese Szene hatte aber keine Auswirkungen auf den Ausgang des Satzes. Price löschte kurz darauf 66 Punkte und erhöhte seine Führung auf 2:0.

Auch das erste Leg von Satz Nummer drei musste van Barneveld an seinen Gegner abgeben, danach zeigte der Niederländer allerdings ein spektakuläres Checkout: 125 Punkte machte er via Bullseye, 25 und Bullseye aus. Die beiden nachfolgenden Legs wurden ebenfalls gerecht aufgeteilt, sodass es nun in ein wichtiges Entscheidungsleg hineinging. Dort ließ Price seine ersten vier Setdarts ungenutzt und gab seinem Gegner eine Chance, „Barney“ verfehlte die dringend benötigte Doppel-8 jedoch knapp. Weitere Geschenke verteilte Price nicht, er verwandelte in der Doppel-10 und zog auf 3:0 davon. Zu Beginn des vierten Satzes begeisterte van Barneveld seine Fans mit einem 147er-Highfinish. Er konnte allerdings nicht daran anknüpfen, in den nächsten beiden Legs nutzte der fünfmalige Weltmeister drei Möglichkeiten auf Doppel nicht aus. Price war jeweils zur Stelle und stand mittlerweile ganz kurz vor der Ziellinie. Mit einem 128er-Finish auf der doppelten 10 setzte Price schon wenig später den Schlusspunkt, er vollendete einen eindeutigen 4:0-Erfolg.

Gerwyn Price 4:0 R. van Barneveld
93,68 Average 92,64
6 180s 5
128 High Finish 147
2 100+ Checkouts 2
12/32 Finishing 5/12

Erschreckender Auftritt: der Titelverteidiger fliegt raus

In der letzten Partie des Dienstag ging es für Peter Wright darum, seine Mission Titelverteidigung am Leben zu halten. Dafür musste der Weltranglistenzweite Kim Huybrechts aus dem Weg räumen. „Snakebite“ verbuchte frühestmöglich ein Break, überstand anschließend einen Breakdart gegen sich unbeschadet und gewann auch das zweite Leg. Wenig später gehörte der Auftaktsatz der Vergangenheit an, ein 14-Darter brachte Wright die 1:0-Führung ein. Nach der Pause hatte Huybrechts erstmals Grund zum Jubeln, auch er war nach 14 Würfen bei Null angelangt. Der Belgier machte mit einem 13-Darter sowie einem 100er-Checkout weiter und hatte zügig zum 1:1 ausgeglichen. Auch das dritte Leg des dritten Durchgangs ging an Huybrechts, der sich anschließend mit zwei Fehlwürfen auf der Doppel-16 kurzzeitig selbst ausbremste. Nachdem sich Huybrechts die Führung zurückgeholt hatte, unterliefen Wright drei Patzer auf dem äußeren Ring des Boards. Huybrechts nahm diese Einladung dankbar an. Der „Hurricane“ traf die Doppel-16 und lag insgesamt betrachtet mit 2:1 vorne.

Zu Beginn des vierten Satzes leistete sich der Schotte die nächste Unkonzentriertheit, vier weitere Pfeile landeten neben den anvisierten Doppelfeldern. Besser lief es aus der Sicht von Wright dagegen in den nächsten Minuten, er checkte nacheinander 96 sowie 78 Punkte. Huybrechts ging mit einem 13-Darter dazwischen und sorgte damit für ein sehr wichtiges Entscheidungsleg. Dort schaffte es Wright nicht, seinen eigenen Anwurf zu verteidigen. Sein Konkurrent zeigte einen 14-Darter und vergrößerte seine Führung auf 3:1. Wright hatte damit keinen Spielraum mehr: um als amtierender Weltmeister nicht frühzeitig zu scheitern, musste er drei Sätze in Folge gewinnen. Im fünften Durchgang wurden die ersten beiden Legs gerecht aufgeteilt. Huybrechts checkte anschließend 68 Punkte und benötigte damit nur noch ein einziges Leg, um die große Überraschung zu vollbringen. Durch ein 76er-Checkout erzwang Wright das Entscheidungsleg, in dem es für ihn um Alles oder Nichts ging. Doch „Snakebite“ erwischte erst kaum Triplefelder und vergab zudem seine einzige Möglichkeit auf der Doppel-18. Genau dieses Doppelfeld war es, auf dem Huybrechts Sekunden später den Deckel drauf machte. Huybrechts nutzte die Schwäche des Gegners vollumfänglich zu seinem Vorteil und feierte einen klaren 4:1-Sieg.

Kim Huybrechts 4:1 Peter Wright
91,50 Average 91,28
4 180s 3
100 High Finish 96
1 100+ Checkouts 0
12/34 Finishing 8/25

Fotos © PDC @ Darts1

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