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Peter Wright wird zum zweiten Mal Darts-Weltmeister

Am Montag, den 3. Januar, gegen 21:15 Uhr deutscher Zeit war der große Moment gekommen: das Endspiel der PDC-Weltmeisterschaft 2022 stand unmittelbar bevor. Damit fand ein in jeder Hinsicht turbulentes Turnier einen Abschluss. Besonders war es auf der einen Seite durch zahlreiche spektakuläre Partien, drei 9-Darter und allgemein durch ein sehr hohes Niveau vieler Teilnehmer. Besonders war es auf der anderen Seite auch dadurch, dass drei eigentlich qualifizierte Spieler wegen der diversen Corona-Maßnahmen gar nicht erst mitmachen durften und drei weitere Spieler während des Turniers aufgrund von positiven Tests ausschieden. Trotzdem wurde das gesamte Event mit vollem Haus ausgetragen, auch das Endspiel verfolgten wieder 3.000 Zuschauer vor Ort im Alexandra Palace. Die wichtigste Frage lautete nun: würde Michael Smith seinen ersten großen Titel ausgerechnet bei der Weltmeisterschaft gewinnen, oder würde sich Peter Wright zum zweiten Mal zum Weltmeister krönen? Die Antwort stand fest, sobald einer der Finalisten sieben Sätze für sich entschieden hatte.

Michael Smith ging als Nummer neun der Setzliste in seine insgesamt elfte Weltmeisterschaft. Nach klaren Siegen über Ron Meulenkamp und William O’Connor zeigte der Engländer, was in ihm steckt: in überragenden Partien schlug er die walisischen Topspieler Jonny Clayton und Gerwyn Price, wobei er gegen Letzteren zwei Matchdarts überlebte. Ein ungefährdeter Erfolg über James Wade brachte ihn schließlich in sein zweites WM-Finale nach 2019. Der Weltranglistenzweite Peter Wright gewann zum Auftakt gegen Ryan Meikle, ehe er Damon Heta und Ryan Searle aus dem Weg räumte. Gegen Callan Rydz setzte sich der Schotte im Viertelfinale knapp durch, ehe er in einem legendären Match gegen Gary Anderson einen neuen 180er-Rekord aufstellte und mit 6:4 gewann. Er stand nach 2014 und 2020 zum dritten Mal im Endspiel des wichtigsten Turniers des Jahres. Im direkten Duell gab es bislang 23 Siege für Wright, zwölf Erfolge für Smith und zwei Unentschieden in der Premier League.

Smith startet nervös, fängt sich aber rechtzeitig

Zwei 180er von Smith waren nicht genug, um das Auftaktleg zu gewinnen, weil er wenige Augenblicke später zweimal über die Doppel-20 warf. Im zweiten Leg wurde es richtig kurios, weil beide Finalisten reihenweise Darts an den Doppelfeldern vorbeisetzten. Letztlich kam Smith mit acht Fehlern unbeschadet davon, während Wright aufgrund von 13 eigenen Patzern leer ausging. Der Schotte holte sich seine Führung direkt zurück und beobachtete danach, wie Smith zwei weitere Fehler auf Doppel beging. Diesmal hatte Wright seine Nerven im Griff, er traf die Doppel-4 und sicherte sich den Auftaktsatz. Auch im zweiten Satz bekam Smith die Doppelfelder nicht wirklich unter Kontrolle. Der „Bully Boy“ schnappte sich zwar das Auftaktleg, münzte unmittelbar danach aber drei Breakdarts nicht in Zählbares um. Wright rettete seinen Anwurf und sorgte danach mit starken Checkouts für Aufsehen. Einem 148er-Highfinish auf der Doppel-14 folgte ein 124er-Bullfinish, mit dem Wright seinen Vorsprung auf 2:0 erhöhte.

Mit einem 14-Darter ging auch das darauffolgende Leg an „Snakebite“, danach fand Smith aber endlich in die Spur. Er glänzte zunächst mit einem 12-Darter und setzte danach mit seinem 167er-Checkout ein echtes Ausrufezeichen. Damit war dieser Satz vorentschieden. Smith legte noch einen 13-Darter hinterher und reduzierte seinen Rückstand auf 1:2. Zu Beginn des vierten Durchgangs scheiterte Wright um Haaresbreite an 170 Restpunkten, Smith war mit einem 80er-Checkout zur Stelle. Ein 117er-Highfinish des Schotten zum Abschluss eines 12-Darters beendete die ungewollte Serie von vier verlorenen Legs nacheinander. Die beiden darauffolgenden Legs wurden ebenfalls gerecht aufgeteilt, sodass jetzt ein durchaus wichtiges Entscheidungsleg auf die beiden Akteure wartete. Dort gelang es Wright nicht, zwei Setdarts auszunutzen. Sekunden später ließ sich Smith nicht zweimal bitten, er jagte seinen Pfeil in die Doppel-10 und glich zum 2:2 aus. Das erste Leg von Satz Nummer fünf hatte Wright bereits gewonnen, als er per 14-Darter zum Break kam. Noch gab Smith diesen Durchgang allerdings nicht verloren. Der Weltranglistenneunte erzielte einen 11- und einen 15-Darter und sorgte damit für ein weiteres Entscheidungsleg. Währenddessen warf Smith auch seine 72. 180 im Turnierverlauf, womit er einen neuen Rekord aufstellte. Im Decider nutzte Wright den Vorteil des Anwerfens aus, er erwischte die Doppel-8 und lag mit dem 3:2 wieder vorne. Im sechsten Durchgang benötigten beide Profis 14 Darts, um ihr Anwurfleg zu verteidigen. Doch insgesamt gab Smith in dieser Phase den Ton an. Der „Bully Boy“ spielte zwei 13-Darter nacheinander und holte sich auf diese Weise den 3:3-Ausgleich.

Im Anschluss daran unterlief Wright ein folgenschwerer Fehler, als er vier Darts allesamt außen an der Doppel-11 vorbeisetzte. Smith bedankte sich auf seiner bevorzugten Doppel-20 und bestätigte das damit geschaffte Break per 15-Darter. Smith blieb weiter am Drücker, glänzte noch mit einem 11-Darter und hatte mit dem 4:3 die Führung übernommen. Er hatte mittlerweile sogar fünf Legs hintereinander für sich entschieden, setzte dieser Serie zum Start des achten Satzes mit zwei Fehlwürfen auf der Doppel-20 allerdings selbst ein Ende. In dieser Situation kam Wright folglich zum Break. Dieses bestätigte er auch, wobei er selbst einen Breakdart gegen sich unbeschadet überstanden hatte. Der Weltranglistenzweite ließ seine ersten drei Setdarts ungenutzt und musste sich daher noch etwas in Geduld üben. Schon wenig später gehörte der Satz der Vergangenheit an. Ein Treffer in der doppelten 9 brachte Wright den 4:4-Ausgleich ein.


Der gewonnene Decider im zehnten Satz gibt Wright den entscheidenden Schub

Ein 103er-Highfinish von „Snakebite“ eröffnete den nächsten Satz, Smith antwortete mit einem erfolgreichen Versuch auf der doppelten 12. Die beiden darauffolgenden Legs wurden ohne besondere Vorkommnisse ebenfalls vom jeweils anwerfenden Spieler gewonnen, weshalb nun ein weiteres Entscheidungsleg absolviert werden musste. Dort ließen den anwerfenden Wright seine Nerven im Stich, er setzte fünf Setdarts in den Sand. Diesen Fehler nutzte Smith selbstverständlich zu seinen Gunsten. Er brachte seinen Dart in der Doppel-13 unter und holte sich mit dem 5:4 die Führung zurück. Auf diesem Vorsprung ruhte sich Smith nicht aus, stattdessen verschärfte er im zehnten Satz zunächst sogar das Tempo. Mit einem 13- und einem 14-Darter erarbeitete er sich zügig einen scheinbar komfortablen Vorsprung. Wright kämpfte sich allerdings wieder zurück. Genau wie sein Kontrahent kurz zuvor gewann er mit 14 und 13 Darts zwei Legs nacheinander, auch dieser Durchgang ging damit über die maximale Distanz. Im Decider stand Wright angesichts des Zwischenstands unter dem größeren Druck, zeigte hier und jetzt aber seine ganze Klasse. Gegen den Anwurf benötigte er nur zwölf Würfe, um mit dem 5:5 wiederum Parität herzustellen.

Wright kehrte mit einem 96er-Finish über 20, Doppel-18 und Tops zurück vor die Kameras. Das daran anschließende 80er-Checkout bescherte ihm zudem ein wichtiges Break. Letztlich schnappte sich Wright diesen Durchgang zu Null, er zeigte noch einen 13-Darter und ging mit dem 6:5 einen großen Schritt in Richtung Turniersieg. In dieser Phase ließ Smith seinerseits immer wieder einzelne Möglichkeiten aus – so auch zu Beginn des zwölften Durchgangs, als er knapp am Bullseye vorbeiwarf. Währenddessen ließ Wright zurzeit kaum eine Chance aus, er traf Sekunden später das rote Feld in der Mitte des Boards und gewann nicht nur ein siebtes Leg nacheinander, sondern produzierte auch ein enorm wichtiges Break. Er legte mit einem 13-Darter nach und benötigte nur noch ein einziges Leg zum Triumph. Smith beendete mit einem 15-Darter zumindest seine Durststrecke, die Niederlage konnte er schlussendlich aber nicht mehr verhindern. Peter Wright versenkte seinen ersten Matchdart in der Doppel-16, entschied das Endspiel mit 7:5 für sich und wird zum zweiten Mal in seiner Karriere Weltmeister. Belohnt wird er dafür mit der Sid Waddell-Trophy und 500.000 Pfund Preisgeld. Michael Smith unterlag auch in seinem zweiten WM-Finale, muss sich mit 200.000 Pfund zufriedengeben und wartet weiter auf den ersten großen Titelgewinn.


Peter Wright 7:5 Michael Smith
98,34 Average 99,22
17 180s 24
148 High Finish 167
4 100+ Checkouts 1
27/69 Finishing 23/65

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