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Van Gerwen erlebt erfolgreichen WM-Auftakt

Zur besten Sendezeit am Samstagabend startete Michael van Gerwen seine Jagd nach dem vierten WM-Titel. Sein Gegner Ryan Murray stellte für die Nummer eins der Welt eine Pflichtaufgabe dar. Aus deutscher Sicht durfte man sich zudem auf den ersten Auftritt von Nico Kurz freuen, er traf bei seiner Rückkehr in den Alexandra Palace auf den erfahrenen Andy Hamilton. Besonders im Blickpunkt stand darüber hinaus mit Deta Hedman auch die zweite Frau im Teilnehmerfeld, die bei ihrem WM-Debüt gegen Andy Boulton spielte. Zudem war mit Damon Heta auch einer der Geheimfavoriten im Einsatz, für ihn ging es gegen Danny Baggish um den Einzug in die zweite Runde.

Nico Kurz meistert seine erste Hürde

Als Sieger der Super League Germany konnte sich Nico Kurz zum zweiten Mal für die Weltmeisterschaft qualifizieren. Seine Auftritte im letzten Jahr sorgten für viel Begeisterung, er schlug unter anderem Joe Cullen und erreichte die dritte Runde. In diesem Jahr wurde ihm zum Auftakt Andy Hamilton zugelost. „The Hammer“ stand 2012 im WM-Finale, heute war er aber zum ersten Mal seit 2016 überhaupt wieder bei einer PDC-Weltmeisterschaft dabei. Kurz verfehlte im Auftaktleg die Doppel-20 und kassierte frühestmöglich ein Break, machte dies aber ganz schnell wieder rückgängig. Dabei hatte er von zwei Fehlern seines Konkurrenten profitiert. Kurz legte mit einem souveränen 86er-Finish vor, doch Hamilton antwortete auf der Doppel-20 und forcierte den Decider. Kurz nutzte hier seinen Vorteil als Anwerfer und brachte sich mit 1:0 in Front. Im zweiten Durchgang glänzte Kurz mit einem 134er-Highfinish und bestätigte dieses Break wenig später mit einem 15-Darter. Danach nutzte der Deutsche seine Chancen jedoch nicht mehr so effektiv aus, in den nächsten beiden Legs ließ er insgesamt drei Gelegenheiten zum 2:0 verstreichen. Hamilton konnte dies für sich nutzen und spielte mit einem 14-Darter ein gutes Entscheidungsleg. Statt einen deutlichen Rückstand hinnehmen zu müssen, hatte Hamilton damit für den 1:1-Ausgleich gesorgt.

Nach der Unterbrechung setzte Kurz vier weitere Pfeile an den Doppelfeldern vorbei und schenkte seinem Gegner das nächste Break, doch danach konnte er sich stabilisieren. Mit einem 14- sowie einem 15-Darter drehte er den Satz zunächst zu seinen Gunsten, ehe er ihn auf der Doppel-16 beenden konnte – damit war die 2:1-Führung verbunden. Im vierten Durchgang startete Kurz dank eines perfekt ausgeführten 100er-Checkouts mit einem Break und hatte wenig später Glück, als Hamilton knapp an 160 Restpunkten scheiterte. Mit dem Rücken zur Wand stehend, holte sich Hamilton zwar noch ein Leg, danach konnte er sein Ausscheiden aber nicht mehr verhindern. Nico Kurz verwertete seinen ersten Matchdart, entschied dieses Erstrundenspiel mit 3:1 für sich und wird am Montagabend Gabriel Clemens zum deutschen Duell auffordern.

Nico Kurz 3:1 Andy Hamilton
87,91 Average 82,15
1 180s 5
134 High Finish 72
2 100+ Checkouts 0
11/32 Finishing 7/23

Mehr als ein Satzgewinn ist für Hedman nicht drin

Auch die Teilnahme von Deta Hedman ist eine der besonderen Geschichten dieser Weltmeisterschaft. Die 61-jährige Engländerin gewann im Damen-Bereich zahlreiche Titel und feierte heute ihr Debüt im Alexandra Palace. Dabei bekam sie es mit Andy Boulton zu tun. Hedman ließ im Auftaktleg sechs Chancen aus und kassierte sofort ein Break, welches Boulton auf der anderen Seite mit einem 13-Darter bestätigte. „X-Factor“ sicherte sich auch das dritte Leg und im gleichen Zug den ersten Satz. Hedman hatte vor allem Schwierigkeiten mit ihrem Scoring und traf auch im zweiten Durchgang viel zu wenige Triplefelder. Boulton musste sich daher nicht besonders anstrengen, gewann unter anderem mit zwei 15-Dartern alle drei Legs und baute seinen Vorsprung auf 2:0 aus. Danach konnte sich Hedman aber spürbar verbessern, sie gewann auf der doppelten 8 ihr allererstes Leg bei einer PDC-WM und produzierte anschließend ihr ebenfalls erstes Break. Insgesamt ging dieser Durchgang komplett an Hedman, sie konnte auf 1:2 aus ihrer Sicht verkürzen. Für Boulton fungierte dieser Satzverlust als Weckruf, und er legte im vierten Satz wieder eine Zahn zu. Mit einem 14- sowie einem 13-Darter brachte er sich soweit, als dass ihm nur noch ein Leg zum Weiterkommen fehlte. Nachdem Hedman dann knapp an einem 121er-Finish gescheitert war, musste sie ihre Niederlage eingestehen. Boulton verwandelte seinen dritten Matchdart in der Doppel-8 und gewann mit 3:1.

Andy Boulton 3:1 Deta Hedman
90,65 Average 79,92
2 180s 2
81 High Finish 50
0 100+ Checkouts 0
9/22 Finishing 3/11

Heta vergibt sechs Matchdarts und scheitert an Baggish

Aufgrund seiner Leistungen in diesem Jahr war Damon Heta einer der Kandidaten, dem zugetraut wurde, bei dieser WM weit zu kommen. Neben seinem ersten PDC-Titel bei der Autumn Series waren es vor allem Viertelfinals beim Grand Slam und bei den Players Championship Finals, mit denen er für Aufsehen sorgte. In der ersten Runde der Weltmeisterschaft duellierte sich der Australier mit dem US-Amerikaner Danny Baggish. Letzterer ließ im Premierenleg zwei Möglichkeiten aus und durfte sich Sekunden später ein 109er-Finish von „The Heat“ ansehen. Auch das zweite Leg ging an Heta, ehe er einen Setdart an der Doppel-16 vorbeiwarf und seinem Gegner dessen erstes Erfolgserlebnis ermöglichte. Baggish überstand anschließend auch den zweiten Setdart unbeschadet und hatte im jetzt folgenden Entscheidungsleg sogar den Anwurf. Hier gelang „The Gambler“ ein 113er-Highfinish, sodass er den ersten Satz doch noch für sich entschied. Im zweiten Durchgang legte Heta mit einem 84er-Finish vor, konnte wenig später allerdings zwei Breakmöglichkeiten nicht in Zählbares verwandeln. Zwar holte sich der Australier die Führung innerhalb des Satzes zurück, allerdings ließ er auch hier einen Setdart aus und musste erneut in ein Entscheidungsleg gehen. Dort behielt Baggish die Nase vorn, für 76 Rest reichten ihm zwei Pfeile, und so führte der US-Amerikaner mittlerweile mit 2:0.

Für Heta wurde die Luft immer dünner. Er verlor auch das erste Leg des dritten Durchgangs und musste feststellen, dass sich Baggish im zweiten nur noch 32 Punkte übriggelassen hatte. Doch genau dann zeigte Heta sein ganzes Können: unter diesem hohen Druck stehend machte er 146 Zähler aus. Dies gab ihm spürbar Auftrieb: es folgten Checkouts von 81 und 160 Punkten, Heta hatte also seinen ersten Satz gewonnen und konnte auf 1:2 verkürzen. Für Baggish wurde die Situation dadurch nicht einfacher, und er erhielt in dieser Phase nur noch wenige Möglichkeiten. Im zweiten Leg des vierten Durchgangs scheiterte er haarscharf an 164 Restpunkten und kassierte in der Folge das Break. Heta hatte das vorherige Leg bereits eingesammelt, zeigte einige Minuten später einen 12-Darter, inklusive 100er-Finish und hatte den 2:2-Ausgleich hergestellt. Nachdem es im fünften und letzten Satz ausgeglichen losgegangen war, holte sich Heta das Break und ging den vermeintlich entscheidenden Schritt. Doch jetzt wurde es nochmal richtig dramatisch. Heta vergab ganze fünf Matchdarts, sodass Baggish trotz elf eigener Fehlwürfe zum Rebreak kam. Im jetzt notwendig gewordenen Sudden-Death-Leg erhielt Heta noch einen sechsten Matchdart, die Doppel-20 verfehlte er jedoch knapp. Baggish traf Augenblicke später genau jenes Doppelfeld und machte damit den Sack zu. Danny Baggish gewann ein hochdramatisches Match, bei dem er eine 2:0-Führung fast verspielt hätte, am Ende mit 3:2 gewann und nun der Zweitrundengegner von Adrian Lewis sein wird.

Danny Baggish 3:2 Damon Heta
88,44 Average 91,65
3 180s 3
113 High Finish 160
1 100+ Checkouts 4
10/36 Finishing 12/33

Danach fehlte nur noch der erste Auftritt des Weltranglistenersten. Michael van Gerwen hatte ein schwieriges Jahr hinter sich, schnitt bei vielen großen Turnieren schlecht ab und gewann lediglich zwei Majors. Bei der WM wollte van Gerwen das alles vergessen machen, für ihn zählt nur der Titel. Zuallererst musste er dafür Ryan Murray aus dem Weg räumen. Van Gerwen startete mit einem 15-Darter in das Turnier und schaffte anschließend ein frühes Break. Begünstigt wurde dieses dadurch, dass Murray einen Pfeil knapp am Bullseye vorbeisetzte. Alles in allem hatte „Mighty Mike“ im Auftaktsatz keine Schwierigkeiten und lag schon nach wenigen Minuten mit 1:0 vorne. Murray verbuchte nach der Unterbrechung seinen ersten Leggewinn, auch van Gerwen verteidigte sein erstes Anwurfleg in diesem zweiten Satz. Nachdem auch die nächsten beiden Legs gerecht aufgeteilt worden waren – Murray glänzte mit einem 130er-Finish, van Gerwen legte mit 148 Punkten sogar noch einen drauf – musste das fünfte Leg über den Sieger des zweiten Satzes entscheiden. In dieser wichtigen Situation nutzte Murray seinen Anwurf hervorragend aus, spielte einen 15-Darter und glich zum 1:1 aus.

Der dreifache Weltmeister kam mit einem 11-Darter zurück auf die Bühne, doch Murray wirkte ziemlich entspannt und antwortete mit einem eigenen 13-Darter. Einige Minuten später verpasste „Muzz Lightyear“ allerdings eine Möglichkeit, um auch den dritten Satz ins Entscheidungsleg zu führen. Stattdessen erwischte van Gerwen die Doppel-20 und brachte sich mit dem 2:1 wieder in Front. Im jetzt beginnenden vierten Durchgang glänzte Murray mit einem 12-Darter, inklusive 124er-Bullfinish, doch van Gerwen blieb davon unbeeindruckt und war im nächsten Leg ebenfalls nach zwölf Würfen bei Null angekommen. Der Niederländer ließ diesem einen 14-Darter folgen und schien damit die Vorentscheidung erreicht zu haben. Doch seine ersten drei Matchdarts landeten nicht in den gewünschten Feldern, und Murray bestrafte ihn mit einem Treffer in der Doppel-20 für diese Fehler. Seinen wichtigsten Versuch auf den äußeren Ring konnte der Schotte allerdings nicht verwandeln: ein Treffer in der Doppel-10 hätte den 2:2-Ausgleich bedeutet. Stattdessen stellte sich van Gerwen mit 76 Punkten vors Oche und machte dabei keine Kompromisse mehr. Van Gerwen feierte mit einem 3:1 einen erfolgreichen Auftakt und kam dabei auf einen starken Average von fast 109 Punkten.

Michael van Gerwen 3:1 Ryan Murray
108,98 Average 95,14
3 180s 1
148 High Finish 130
1 100+ Checkouts 2
11/25 Finishing 6/14

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