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Hochdramatische Niederlagen für Clemens und Cullen

Am Dienstagabend wurde die dritte Runde der Darts-Weltmeisterschaft mit dem Duell von Dave Chisnall und Danny Noppert beendet, danach wurde es für Gabriel Clemens ernst. Die deutsche Nummer eins stand nach dem grandiosen Sieg über Titelverteidiger Peter Wright zum ersten Mal im Achtelfinale und bekam es dort mit Krzysztof Ratajski zu tun. Danach war noch Topfavorit Michael van Gerwen gegen Joe Cullen im Einsatz.

Chisnall steckt den 0:2-Rückstand locker weg

Das letzte Ticket für die Runde der Letzten 16 wurde im Duell von Dave Chisnall und Danny Noppert vergeben. Der Niederländer kam frühestmöglich zu einem Break und bestätigte dieses mit einem Treffer in der Doppel-5. Chisnall bekam erst danach den ersten Versuch auf ein Doppelfeld, war damit aber nicht erfolgreich. Noppert spielte selbst einen 14-Darter und hatte den Auftaktsatz zu Null eingetütet. Auch im zweiten Durchgang ging es überraschend einseitig weiter, was vor allem am starken Finishing von „Noppie“ lag. Er checkte erst 67 und dann zweimal nacheinander 120 Punkte, um auch diesen Satz zu Null für sich zu entscheiden. Erst danach erzielte Chisnall seinen ersten Leggewinn, diesem 13-Darter konnte er zudem einen 14-Darter zum Break folgen lassen. Insgesamt verlief dieser Satz genauso eindeutig wie die beiden vorangegangenen, „Chizzy“ konnte dadurch auf 1:2 verkürzen.

Im vierten Satz verteidigten beide Profis zunächst ihr Anwurfleg, wobei Chisnall mit einem 11-Darter glänzte. Der Engländer machte mit einem 74er-Finish stark weiter und produzierte so ein aus seiner Sicht wichtiges Break. Wenig später erwischte er dann die Doppel-5 und stellte mit dem 2:2 Parität her. Auch das erste Leg des fünften Durchgangs entschied Chisnall für sich, ehe Noppert nach längerer Abwesenheit wieder in Erscheinung trat: ihm gelang ein starkes 160er-Highfinish. Der Weltranglistenachte blieb davon aber unbeeindruckt und holte sich die Führung innerhalb des Satzes sofort wieder zurück. Insgesamt nutzte Chisnall sein überlegenes Scoring jetzt konsequent aus. Letztlich war es ein 12-Darter, mit dem sich Chisnall die 3:2-Führung schnappte. Bei Noppert lief seit der 2:0-Führung kaum etwas zusammen, sinnbildlich dafür waren drei Fehlwürfe auf die Doppel-18 im ersten Leg von Satz Nummer sechs. Chisnall bedankte sich mit dem Break, legte per 15-Darter nach und stand kurz vor dem Sieg. Nachdem Noppert seine letzten beiden Chancen zu einem Leggewinn ausgelassen hatte, musste er sein Turnieraus endgültig akzeptieren. Gleich der erste Matchdart steckte in der Doppel-20, nach dem 4:2-Sieg war Chisnall der letzte Mann im Achtelfinale.

Dave Chisnall 4:2 Danny Noppert
99,69 Average 88,70
11 180s 3
81 High Finish 160
0 100+ Checkouts 3
12/29 Finishing 8/24

Als nächstes folgte das Match, dem man als deutscher Dartsfan besondere Beachtung schenken musste. Gabriel Clemens stand nach seinem großartigen Erfolg über Weltmeister Peter Wright als erster deutscher Spieler im WM-Achtelfinale. Dort ging es für ihn hier und jetzt gegen Krzysztof Ratajski, den er bislang noch nie besiegen konnte. Schon im Auftaktleg profitierte Clemens von drei gegnerischen Fehlwürfen und kam mit einem eigenen 13-Darter frühestmöglich zum Break, welches er zum 2:0 in den Legs bestätigte. Ratajski verbuchte anschließend sein erstes Erfolgserlebnis, überlebte danach den ersten Setdart und hatte im jetzt notwendig gewordenen Decider sogar den Anwurf. Dort zeigte der Pole einen souveränen 13-Darter, sodass er den Satz zu seinen Gunsten gedreht hatte. Nach der Unterbrechung ließ Ratajski jedoch drei Breakchancen liegen, sodass der „German Giant“ sein Anwurfleg auf der Doppel-5 rettete. Nachlegen konnte er mit einem 67er-Finish zum Break. Er kassierte jedoch auch das sofortige Rebreak. Doch in diesem Satz machte Clemens nicht den Fehler, eine 2:0-Führung zu verspielen. Er brachte seinen Pfeil wenige Minuten später in der Doppel-4 unter und glich zum 1:1 aus.

Im dritten Durchgang legte der Mann aus Saarwellingen mit einem starken 11-Darter los, ließ dann aber fünf Möglichkeiten aus, um dieses Break zu bestätigen. Im Anschluss daran zeigten beide Spieler je einen 15-Darter, sodass der dritte Durchgang über die maximale Distanz ging. Clemens hätte in diesem wichtigen Leg fast 150 Punkte ausgemacht, warf aber haarscharf an der Doppel-18 vorbei. Ratajski hielt seine Nerven auf der doppelten 8 zusammen und holte sich die 2:1-Führung. Im Auftaktleg des nächsten Durchgangs überstand Clemens drei Breakdarts gegen sich unbeschadet, verpasste anschließend jedoch selbst eine Gelegenheit zu einem Break. Noch dicker kam es für den Saarländer im darauffolgenden Leg: ihm missglückten fünf Versuche auf Doppelfelder. Doch Clemens zeigte eine gute Reaktion, produzierte das sofortige Rebreak und forcierte so ein enorm wichtiges Entscheidungsleg. Hier streuten beide Profis Ungenauigkeiten ein, doch letztlich nutzte Clemens seinen Anwurf und sorgte auf der Doppel-6 für den 2:2-Ausgleich. Auch im weiteren Verlauf blieb die Partie unglaublich spannend, die beiden Kontrahenten schenkten sich nichts. Im fünften Durchgang wurden die ersten drei Legs ohne Breaks gewonnen, sodass Ratajski eine 2:1-Führung für sich reklamieren konnte. Der Weltranglisten-15. vergab jedoch zwei Setdarts, sodass erneut ein Entscheidungsleg notwendig wurde. Dort positionierte sich Clemens bei 84 Rest und hoffte auf einen Fehler seines Gegners, doch Ratajski tat ihm diesen Gefallen nicht. Er brachte 68 Punkte auf Null und sich selbst mit dem 3:2 wieder in Front.

Clemens startete erfolgreich in den sechsten Satz, den er zwingend gewinnen musste. Ratajski konterte zwar mit einem 12-Darter, inklusive 127er-Highfinish, auf der Doppel-8 brachte Clemens seinen Anwurf allerdings ebenfalls nach Hause. Ratajski hatte jedoch keinerlei Schwierigkeiten damit, für das nächste Entscheidungsleg zu sorgen – für Clemens hieß es jetzt „do or die“. Beide Profis hatten nach zwölf Würfen nur noch 72 Punkte übrig, doch Clemens war als Anwerfer zuerst an der Reihe. Der Deutsche versenkte den letzten Dart in der Doppel-6 und hatte den 3:3-Ausgleich hergestellt. Im finalen siebten Satz brachte Ratajski das erste Leg auf seine Seite, ließ kurz darauf jedoch einen Breakdart aus. Der Pole löschte allerdings nur wenig später 80 Punkte und benötigte erneut nur noch ein einziges Leg zum Sieg. Die ersten zwei Matchdarts waren allerdings nicht von Erfolg gekrönt, sodass Clemens die Partie in das Sudden-Death-Leg brachte. Dort punktete der anwerfende Ratajski deutlich besser, ließ jedoch zwei weitere Matchdarts aus. Clemens versuchte sich an 107 Restpunkten, verpasste die Doppel-16 jedoch deutlich. Jetzt wurde es richtig dramatisch: Ratajski ließ noch fünf weitere Matchdarts aus, doch auch Clemens versagten die Nerven: sieben Möglichkeiten zum Einzug ins Viertelfinale wurden nicht verwertet. Ratajski zielte jetzt mit dem zehnten Matchdart auf die Doppel-1 und traf sie. Für Gabriel Clemens endete ein großartiges Turnier auf eine ganz bittere Art und Weise.

Krzysztof Ratajski 4:3 Gabriel Clemens
95,58 Average 92,05
8 180s 9
127 High Finish 82
2 100+ Checkouts 0
17/56 Finishing 17/55

Cullen kann seine überragende Leistung nicht krönen

Ohne jeden Zweifel war Michael van Gerwen bislang der beste Spieler dieser Weltmeisterschaft. Bei seinen ersten beiden Partien überzeugte der Topfavorit auf ganzer Linie und wollte seine starke Form jetzt auch gegen Joe Cullen unter Beweis stellen. Van Gerwen erzielte mit seiner allerersten Aufnahme ein Maximum und kam frühestmöglich zu einem Break, ließ danach aber drei Chancen auf Doppel liegen. Cullen holte sich daher das sofortige Rebreak und legte mit einem 14-Darter nach. Da der „Rockstar“ im Anschluss daran fünf Setdarts vergeben hatte, folgte jetzt ein satzentscheidendes fünftes Leg. Dort ließ van Gerwen seinerseits zwei Möglichkeiten zum Satzgewinn aus, Cullen erwischte letztlich die Doppel-10 und brachte sich selbst mit 1:0 in Front. Zu Beginn des zweiten Durchgangs ließ Cullen einen Breakdart liegen, konnte das aber umgehend wieder wett machen. Da auch die nächsten beiden Legs gerecht aufgeteilt worden waren – Cullen gewann seines mit einem starken 11-Darter – ging auch dieser Satz über die volle Distanz. Der Engländer bekam jetzt eine Möglichkeit auf der Doppel-9, konnte diese aber nicht ausnutzen. Van Gerwen blieb auf der Doppel-16 fehlerfrei und glich auf 1:1 aus. Im dritten Durchgang ging es ebenfalls ausgeglichen los, ehe Cullen per 13-Darter wiederum vorlegte. „Mighty Mike“ startete danach mit Scores von 171 und 174 Punkten ins vierte Leg. Den 9-Darter gab jetzt nicht zu sehen, für van Gerwen war das aber irrelevant, und er war nach zwölf Würfen bei Null angekommen – es folgte das nächste satzentscheidende fünfte Leg. Dort hielt Cullen dem gegnerischen Druck stand, verwandelte in der Doppel-18 und brachte sich mit 2:1 in Führung.

Im vierten Satz machte Cullen stark weiter und breakte mit einem 123er-Bullfinish, der Weltranglistenerste ließ das aber nicht lange auf sich sitzen und drehte den Satz mit zwei Leggewinnen nacheinander zu seinen Gunsten. Cullen ließ aber keinen Deut nach und war dafür verantwortlich, dass der nächste Decider in den Startlöchern stand. Van Gerwen beging hier einen folgenschweren Fehler, als er drei Setdarts in den Sand setzte. Cullen blieb bei 85 Rest eiskalt, erhöhte seinen Vorsprung auf 3:1 und benötigte nur noch einen Satz zur Sensation. Van Gerwen war jetzt massiv unter Zugzwang und musste jetzt drei Sätze in Folge gewinnen. Der dreifache Weltmeister kam mit einem 94er-Checkout via 18, Doppel-18 und Doppel-20 in den fünften Satz hinein und bestätigte dieses Break mit einem 13-Darter. Cullen verkürzte auf der Doppel-16 und startete mit zwei 180ern in das vierte Leg, ließ wenige Augenblicke später aber zwei Breakdarts liegen. Van Gerwen bestrafte dies auf der Doppel-8 und lag insgesamt betrachtet nur noch mit 2:3 in Rückstand.

Im sechsten Satz startete der Niederländer ebenfalls erfolgreich, drei Breakmöglichkeiten im nächsten Leg setzte er allerdings vorbei. Wie im gesamten Match waren die Unterschiede zwischen beiden Spielern extrem gering, sodass das nächste Entscheidungsleg unvermeidbar war. Cullen bekam hier die erste Möglichkeit zum Matchgewinn, verfehlte das Bullseye aber denkbar knapp. Van Gerwen blieb auf der doppelten 20 nervenstark und machte den 3:3-Ausgleich perfekt. Somit wurde auch diese Partie erst im finalen siebten Satz entschieden, in welchem Cullen mit einem 91er-Finish vorlegte. Van Gerwen hatte zwar die sofortige Antwort parat, scheiterte anschließend aber haarscharf an 120 Restpunkten. Cullen war dementsprechend erneut nur noch ein Leg vom Weiterkommen entfernt. Einige Momente später verpasste Cullen ein 164er-Checkout um ein paar Millimeter und konnte diese vergebene Möglichkeit im dadurch erforderlichen Sudden-Death-Leg nicht mehr vergessen. Während bei Cullen hier nichts mehr funktionierte, startete van Gerwen mit einer 180 und brachte die Partie auf der Doppel-8 zu Ende. In einer hochklassigen und unglaublich spannenden Partie drehte Michael van Gerwen einen 1:3-Rückstand zum 4:3-Sieg, überlebte dabei zwei Matchdarts und jubelte am Ende doch noch über den Einzug ins Viertelfinale.

Michael van Gerwen 4:3 Joe Cullen
100,43 Average 97,23
9 180s 19
94 High Finish 123
0 100+ Checkouts 1
18/40 Finishing 16/49

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