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Gerwyn Price wird erstmals Darts-Weltmeister

Am Sonntagabend gegen 20:45 Uhr deutscher Zeit war es endlich soweit: das große Endspiel der Darts-Weltmeisterschaft 2021 stand unmittelbar bevor. Dabei stellte sich die folgende Frage: würde Gary Anderson seinen dritten WM-Titel gewinnen, oder würde sich Gerwyn Price erstmals zum Weltmeister krönen und damit die neue Nummer eins der Welt werden? Die Antwort stand fest, sobald einer der beiden Finalisten sieben Sätze für sich entschieden hatte.

Auf seinem Weg in sein erstes WM-Finale hatte Gerwyn Price eine Menge Arbeit leisten müssen. Ganze vier seiner fünf Partien gewann er nur knapp, gegen Brendan Dolan und Daryl Gurney musste er sogar bis ins Entscheidungsleg gehen. Lediglich das Achtelfinale gegen Mervyn King verlief aus Sicht des Walisers eindeutig. Ganz anders sah es da bei Gary Anderson aus: wirklich eng wurde es für ihn auf dem Weg ins bereits fünfte Endspiel beim wichtigsten Turnier des Jahres nur im vieldiskutierten Drittrundenspiel gegen Mensur Suljovic. Ansonsten gab es für den Schotten klare Siege gegen Madars Razma, Devon Petersen, Dirk van Duijvenbode und Dave Chisnall. Aus den bisherigen 15 Aufeinandertreffen ging Anderson bislang achtmal als Sieger hervor.

Nach dem ausgeglichenen Start läuft Anderson fast nur hinterher

Auf der doppelten 2 gewann Anderson das erste Leg des Abends und brachte gleich danach mit einem 76er-Finish das erste Break zustande. Mit drei vergebenen Setdarts brachte der Schotte seinen Gegner aber zurück in den Satz. Price löschte 84 Punkte für sein erstes Erfolgserlebnis und bestätigte dieses Break auf seiner favorisierten Doppel-20. Im jetzt folgenden Decider durfte Price erneut jubeln, er spielte einen 14-Darter und holte sich das 1:0. Nach der Unterbrechung gelang dem „Iceman“ ein weiterer 14-Darter, ehe Anderson mit Checkouts in Höhe von 128 und 71 Punkten eine starke Reaktion zeigte. Price warf anschließend zweimal außen an der Doppel-8 vorbei und brauchte sich nicht mehr darüber zu wundern, dass Anderson den 1:1-Ausgleich perfekt machte.

In den dritten Durchgang startete der Weltranglistendritte mit einem starken 12-Darter, dem er einen 13-Darter bei eigenem Anwurf folgen ließ. Anderson meldete sich mit einem sehenswerten 170er-Finish zwar nochmal zu Wort, diesen Satz ließ sich Price aber nicht mehr nehmen. Letztlich war es erneut die Doppel-20, die ihm die 2:1-Führung einbrachte. Der „Iceman“ präsentierte sich insbesondere auf den Doppelfeldern extrem sicher und stellte dies auch mit dem 84er-Finish zu Beginn von Satz Nummer vier unter Beweis. Der schottische Doppelweltmeister hatte zwar die sofortige Antwort parat, lief der Musik in dieser Phase der Partie aber nichtsdestotrotz hinterher. Price glänzte wenige Minuten später mit einem 120er-Highfinish und baute seinen Vorsprung mit dem daran anschließenden 13-Darter auf 3:1 aus.

Auch nach der Pause nutzte Price jede Chance gnadenlos für sich aus. Erst breakte er mithilfe eines 83er-Checkouts auf der Doppel-9, dann bestrafte er zwei gegnerische Fehlwürfe mit einem 97er-Finish via 19, Doppel-19 und Doppel-20. Danach warf Price zwar ausnahmsweise zwei Pfeile am äußeren Ring vorbei, diese Patzer konnte er aber umgehend korrigieren. Durch ein 76er-Finish erhöhte der Waliser auf 4:1, seine Doppelquote lag zu diesem Zeitpunkt bei über 70 Prozent. Anderson konnte seit längerem keine eigenen Akzente mehr setzen und hatte zurzeit ganz klar die Nebenrolle inne. Dabei blieb es auch im sechsten Satz: Price legte mit einem 11-Darter, inklusive 100er-Finish, vor und brillierte wenig später mit einem 161er-Checkout. Der „Iceman“ schien jetzt gar nicht mehr vorbeiwerfen zu können und startete mit Scores von 177 und 180 Punkten ins dritte Leg. Auch seine nächsten beiden Pfeile landeten mitten in der Triple-20, erst der neunte flog an der Doppel-12 vorbei – schlussendlich sicherte sich Price das 5:1 mit einem großartigen 10-Darter.

Price stolpert über die Ziellinie und wird neuer Weltranglistenerster

An dem bisherigen Bild änderte sich auch im siebten Satz zunächst nichts, unter anderem mit einem 11-Darter erarbeitete sich Price erneut eine 2:0-Führung in den Legs. Urplötzlich ließ er allerdings vier Setdarts liegen und stärkte damit seinen Konkurrenten. Der „Flying Scotsman“ beendete seinerseits die Serie von sechs verlorenen Legs nacheinander und überstand auch den fünften Setdart gegen sich unbeschadet. Im dadurch notwendig gewordenen Decider hatte Anderson die Nase vorn, er erwischte die Doppel-20 und verringerte seinen Rückstand auf 2:5. Nachdem die ersten beiden Legs von Satz Nummer acht gerecht aufgeteilt worden waren, scheiterte Anderson knapp an einem 124er-Finish zum Break. Price rettete daher sein Anwurfleg, setzte im Anschluss daran aber eine Chance zum vorzeitigen Satzgewinn in den Sand. Aus diesem Grund musste jetzt ein wichtiges Entscheidungsleg absolviert werden, wo Price die entgangene Gelegenheit aber schnell vergessen machte. Er war nach 13 Würfen bei Null angelangt und benötigte durch das 6:2 nur noch einen einzigen Satz zum Triumph.

Price kam mit fünf perfekten Darts zurück auf die Bühne und produzierte letztlich per 14-Darter ein Break. Für Anderson wurde die Luft immer dünner, zudem leistete er sich im darauffolgenden Leg vier Fehler auf Doppelfelder. Mit dem großen Ziel so dicht vor den Augen zeigte Price plötzlich Nerven: ganze neun Matchdarts ließ er über die nächsten beiden Legs verteilt liegen. Anderson hielt sich vor allem aufgrund dieser Fehler noch im Turnier und hatte im satz- und möglicherweise auch matchentscheidenden Decider den Anwurf. Diesen Vorteil konnte der erfahrene Schotte ausnutzen, ein 13-Darter brachte ihm seinen dritten Satzgewinn ein. Mit den Doppelfeldern hatte Price auch im zehnten Satz zu kämpfen, drei Fehlwürfe ermöglichten seinem Gegner das nächste Break. Auch im darauffolgenden Leg leistete sich Price zwei Fehler, mittlerweile waren 14 Versuche nacheinander danebengegangen. Diese Negativserie konnte Price anschließend beenden, ehe er genau registrierte, wie Anderson drei Setdarts nicht in den anvisierten Zielen unterbrachte. Price erwischte selbst die Doppel-10 und benötigte erneut nur noch ein einziges Leg zum Matchgewinn. Nachdem Anderson jetzt vier weitere Setdarts vergeben hatte, war der Moment gekommen: Price verwandelte seinen zwölften Matchdart in der Doppel-5. Gerwyn Price feierte den größten Erfolg seiner Karriere, krönte sich mit dem 7:3-Sieg als erster Waliser zum PDC-Weltmeister und ist durch das Preisgeld von 500.000 Pfund die neue Nummer eins der Weltrangliste.

Gerwyn Price 7:3 Gary Anderson
100,08 Average 94,25
13 180s 10
161 High Finish 170
3 100+ Checkouts 2
26/57 Finishing 18/67

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