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Darts1 WM 2020 Finalisten Check


Die Weltmeisterschaft neigt sich dem Ende entgegen. 96 Spielerinnen und Spieler gingen an den Start, am 13. Dezember wurde das wichtigste Dartsturnier der Welt mit der Partie Jelle Klaasen gegen Kevin Burness eröffnet. Nun, zweieinhalb Wochen später, stehen die beiden Finalisten fest. Und es ist die gleiche Paarung wie vor sechs Jahren. Und doch mit so ganz anderen Vorzeichen. Auf der einen Seite steht der Branchenprimus. Einer der besten, wenn nicht der beste Dartspieler aller Zeiten. Die Nummer eins der Welt. Auf der anderen Seite der Paradiesvogel. Der Mann mit den bunten Haaren. Aber eben auch ein Major-Sieger, der dem Sport in den letzten Jahren seinen Stempel aufdrückte. Eben seit jenem Tag vor sechs Jahren, als sie sich erstmals im WM-Finale gegenüberstanden. Doch wer wird sich dieses Mal durchsetzen? Michael van Gerwen oder Peter Wright? Hier ist der Darts1 WM Finalisten Check.

Der Titelverteidiger

Für Michael van Gerwen war es ein wichtiges Jahr. Und das aus mehreren Gründen. Auf der einen Seite, konnte er auch den letzten Major Titel der PDC gewinnen, der ihm noch fehlte: die Champions League. Auf der anderen Seite wollte er eines noch mehr, er wollte endlich ein back-to-back Weltmeister sein, seinen Titel verteidigen. Dies schafften in der PDC bislang lediglich drei Spieler, Phil Taylor, Adrian Lewis und zuletzt Gary Anderson. MVG konnte sich inzwischen drei Mal zum Weltmeister krönen, erreichte aber bei den ersten beiden Titeln im Folgejahr nicht das Finale. Dieses Mal wollte er unbedingt wieder dorthin um auch seine Vormachtstellung im Dartsport zu untermauern. Sechs Major Titel hat er in diesem Jahr gewonnen. Es waren zwar schon mal mehr, es ist aber immer noch die Hälfte und damit sehr beachtlich. In der ersten WM-Runde traf er in diesem Jahr auf seinen Intimfein, Jelle Klaasen. Mit ihm hat er eine private Fehde und so war es Michael wichtig, hier direkt ein Zeichen zu setzen. Obwohl Klaasen gut spielte, setzte sich Michael recht klar mit 3:1 durch. Über Ricky Evans und Stephen Bunting, die er beide ohne Satzverlust bezwang, erreichte er das Viertelfinale, wo er nach hartem Kampf gegen Darius Labanauskas gewann. Der 6:3-Erfolg über einen starken Nathan Aspinall brachte ihn dann ins Endspiel.

Michael van Gerwen dominiert diesen Sport. Er ist aber nicht mehr unschlagbar. In seinem Leben nimmt Darts noch immer den größten Teil ein, seit er aber Vater ist, hat er daneben auch noch andere, angenehme Verpflichtungen. Sein Fokus liegt also nicht mehr immer nur auf dem Sport. Dennoch bleibt er derjenige, der bei jedem Turnier erst mal geschlagen werden muss. Auch bei der WM. Und das wird gerade in einem Finale nur schwer möglich sein. Aber es ist möglich. Michael wird sich extrem strecken müssen und darf sich kaum Fehler erlauben, um erstmals den WM-Titel zu verteidigen.

Siegeswahrscheinlichkeit: 45%

Der Herausforderer

Das Leben von Peter Wright hätte eine ganz andere Wendung nehmen können, wäre da nicht die Weltmeisterschaft 2014 gewesen. Die Geschichte ist bekannt. Im Darts lief es nicht gut genug, als dass es für ihn noch Sinn machte die Karriere fortzusetzen. Nach der WM sollte Schluss sein. Doch sie veränderte sein Leben. Er erreichte völlig überraschend das Endspiel und bekam es mit dem Vorjahresfinalisten Michael van Gerwen zu tun, der gerade erst anfing dem Sport seinen Stempel so richtig aufzudrücken. Peter kämpfte sich nach frühem Rückstand immer mal zurück, unterlag am Ende jedoch mit 4:7, sodass van Gerwen seinen ersten WM-Titel einsteckte. Doch das war nicht schlimm. Von da an ging es für ihn steil nach oben. Er kam zur Premier League, spielte plötzlich auf einem völlig anderen Niveau und erreichte einige Major Finals. Es dauerte jedoch bis ins Jahr 2017, bis er bei den UK Open endlich seinen ersten großen Titel holte. Und Tränen vergoss. Er war zeitweise die Nummer zwei der Welt. Doch in den letzten Jahren lief es nicht immer ganz so rund, immer mal wieder war er von sich selbst und seinen weniger konstanten Leistungen genervt. Doch dann kam wieder diese Weltmeisterschaft und einer der Momente dieses Turnieres. Er hatte Probleme gegen einen starken Noel Malicdem und stand im Entscheidungssatz mit dem Rücken zur Wand. Dann checkte er aber 140 Punkte aus und packte in dem Match nochmal eine Schippe drauf. Im Sudden Death-Leg behielt er die Nerven und kam weiter. Auf dem Weg ins Finale kam er dann noch an Seigo Asada, Jeffrey de Zwaan, Luke Humphries und Gerwyn Price vorbei. Immer mal wieder wurde es knapp oder wie im Halbfinale gesehen emotional. Doch er behielt die Nerven.

Die Nerven behalten. Das muss er auch im Finale. Vor sechs Jahren war das alles neu für Peter Wright. Er kannte die großen Bühnen zwar ein wenig, aber Endspiele, Medienrummel, Aufmerksamkeit, das war ihm in diesen Dimensionen zuvor ferngeblieben. Einzig seine Aufmachung war zuvor Thema gewesen, in Deutschland bekam er bei European Tour Events oft „Du hast die Haare schön“ zu hören. Von da an aber stand seine sportliche Leistung im Mittelpunkt und das zurecht. Der Peter Wright, der in diesem Jahr im WM-Finale steht ist ein anderer als damals. Er hat so oft in Major-Finals mit MVG gestanden, dass er weiß was da kommt. Und dieses Mal wird er die Antworten parat haben.

Siegeswahrscheinlichkeit: 55%

Fazit

In diesem Spiel gibt es keinen Favoriten. Es wird sehr wahrscheinlich ein langes und enges Finale werden, vielleicht gehen wir sogar in einen Entscheidungssatz. Es wäre nicht das erste Mal. Bereits neun Mal trafen sich Michael van Gerwen und Peter Wright in Endspielen von Major Events der PDC, drei Mal ging es davon über die maximale Distanz. Was fehlt ist allerdings ein Sieg von Peter Wright in einem solchen Spiel. Seinen einzigen Major Titel gewann Peter Wright ausgerechnet dann, als Michael van Gerwen verletzungsbedingt nicht am Turnier, den UK Open 2017, teilnahm. Peter Wright ist enorm ehrgeizig und er wird es allen beweisen wollen. Er will beweisen, dass er auch dann der Beste sein kann, wenn der vermeintliche stärkste Spieler der Welt dabei ist. Wo ginge das besser als bei der Weltmeisterschaft? Und das ist der Punkt. In ihm lodert ein Feuer, das diese letzten kleinen Prozente aus ihm rauskitzeln wird, die notwendig sind um einen „Mighty Mike“ zu schlagen. Dieser unbedingte Wille, der beim dreifachen Weltmeister unbestritten auch da ist, jedoch ein Fünkchen weniger als bei „Snakebite“. Peter Wright wird im zehnten Anlauf erstmals ein Major-Finale gegen Michael van Gerwen gewinnen, sich damit erstmals zum Weltmeister krönen, den Kreis schließen und sich ganz oben in der Dartswelt zurückmelden. Ob es wirklich so kommt, wir werden sehen. Bis dann!

Tobias Gürtler

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