Smith und van Gerwen sind die WM-Finalisten 2019

Am vorletzten Spieltag der World Darts Championship 2019 bekamen die Zuschauer im Alexandra Palace und an den Fernsehern die Halbfinals zu sehen. Dort kam es zum Duell, auf das schon im Vorfeld des Turniers alle gehofft hatten: die beiden besten Dartspieler der Welt, Michael van Gerwen und Gary Anderson trafen direkt aufeinander. Zuvor wollte Michael Smith noch gegen Überraschungsmann Nathan Aspinall den Finaleinzug perfekt machen. Die Distanz in der Vorschlussrunde betrug „best of 11 sets“.

Smith setzt Aspinall unglaublicher Reise ein Ende

Mit ihm im Halbfinale hatte wohl keiner gerechnet, vielleicht nicht mal Nathan Aspinall selbst. Doch heute wollte Michael Smith dem Märchen seines Gegners ein Ende setzen und die große Chance auf den Finaleinzug wahrnehmen. Der „Bully Boy“ erlebte einen Start nach Maß, eröffnete den Darts-Abend mit einem 14-Darter und brauchte wenig später nur 13 Pfeile zum Break. Im nächsten Leg ließ er einen Treffer in der Doppel-6 folgen und hatte den Premierensatz im Schnelldurchlauf eingesammelt. Mit einem 108er-Finish – er spielte es ziemlich unorthodox via 17, Triple-19 und Doppel-17 ging auch das erste Leg aus Satz Nummer zwei an ihn, erst im darauffolgenden Leg durfte sein Gegner erstmalig auf Doppelfelder zielen. Aspinall verpasste jedoch einen Breakdart auf die Doppel-20 und musste somit auch dieses an seinen Gegner abtreten. Auch das insgesamt sechste Leg der Partie holte sich Smith, er löschte 100 Zähler mithilfe von zweimal Tops aus und führte mit 2:0 in den Sätzen. Nachdem Aspinall auch das Auftaktleg des nächsten Satzes verlor wachte er endlich auf und steigerte sich gewaltig. Mit einem 14-Darter holte sich das lang ersehnte erste Erfolgserlebnis, reagierte auf den erneuten Rückstand innerhalb des Durchgangs mit einem weiteren 14-Darter und sorgte für das Entscheidungsleg. Dort spielte „The Asp“ klasse Darts und machte mit 13 Darts gegen den Anwurf den Satzgewinn perfekt. Mit einem weiteren 13-Darter kam Aspinall auch in den vierten Satz hervorragend hinein. Smith antwortete hierauf zwar mit einem sehenswerten 136er-Checkout, doch Aspinall ließ sich davon nicht lange stören und griff sich die nächsten beiden Legs – beim Spielstand von 2:2 hatte er nun Parität hergestellt. Das Niveau in dieser Partie war in der jetzigen Phase unglaublich hoch, im fünften Durchgang spielten beide überragend. Aspinall breakte seinen Gegner zunächst mit elf Darts, doch der ließ das nicht lange auf sich sitzen und konterte mit 13 Pfeilen. Nachdem die beiden darauffolgenden Legs dann mit dem jeweiligen Anwurf gewonnen wurden ging es in ein wichtiges fünftes Leg. Dort stellte sich „The Asp“ nach neun Darts 47 Rest, doch das sollte tatsächlich nicht reichen. Smith zeigte nämlich seine ganze Klasse, machte 93 Punkte zum 12-Darter aus und ging mit 3:2 in Front.

Davon ließ sich Aspinall aber nicht beirren und startete seinerseits mit 12 Würfen in den sechsten Durchgang. Auch die drei darauffolgenden Legs wurden allesamt mit den Anwürfen gewonnen, sodass auch dieser bislang ausgeglichene Satz in den Decider ging. Dort nutzte Aspinall den Vorteil, dieses wichtige Leg begonnen zu haben und glich insgesamt betrachtet auf 3:3 aus. Im siebten Satz gingen die ersten beiden Legs mit 11 und 13 Darts an den favorisierten Weltranglistenzehnten, er verpasste wenig später aber vier Setdarts und ließ seinen Kontrahenten heranrücken. Doch das blieb letztlich folgenlos, weil Smith schon kurz darauf 90 Punkte auf dem Bullseye zum Satzgewinn löschte und wieder in Führung lag. Aspinall schnappte sich dann nach der Unterbrechung das Auftaktleg von Satz Nummer acht, doch auch hier konnte der „Bully Boy“ den Turbo zünden. Nach einem 12-Darter zum Legausgleich zeigte er gegen den Anwurf ein 130er-Bullfinish und führte innerhalb des Durchgangs mit 2:1. Als er schon wenige Minuten später die Doppel-9 erwischen konnte hatte er es geschafft, seinen Abstand beim Spielstand von 5:3 auf zwei Sätze auszubauen. Es ging nun in den neunten Satz, der schlussendlich auch der letzte sein sollte. Aspinall vergab in den ersten beiden Legs Möglichkeiten, diese für sich zu entscheiden. Demzufolge sah er sich mit einem 0:2-Rückstand konfrontiert und stand kurz vor dem Aus. Wenig später war dieses dann auch besiegelt, Michael Smith beendete die Partie mit einem 121er-Highfinish und machte seinen Einzug ins Endspiel durch den 6:3-Sieg perfekt. Für Nathan Aspinall geht ein fantastisches Turnier zu Ende, er wird sich mit 100.000 Pfund Preisgeld und einer deutlichen Verbesserung in der Weltrangliste trösten können.

Michael Smith 6:3 Nathan Aspinall
105.22 Average 100.53
17 180s 13
136 High Finish 76
5 100+ Checkouts 0
23/45 Finishing 13/27

Van Gerwen dominiert das Gipfeltreffen von Anfang an

Es folgte eine Art vorgezogenes Finale. Aufgrund ihrer Positionen in der Setzliste trafen mit Michael van Gerwen und Gary Anderson die beiden besten Spieler des Planeten bereits im Halbfinale aufeinander. Der „Flying Scotsman“ begann stark und glänzte schon im allerersten Leg mit einem 127er-Finish auf dem Bullseye zum Break. Van Gerwen antwortete mit 13 Darts und verteidigte im Anschluss daran den eigenen Anwurf. Nachdem dies wenig später auch Anderson gelang ging gleich der erste Satz in den Decider. Dort nutzte van Gerwen seine letzte Möglichkeit auf Tops aus und setzte sich in Front. Zu Beginn des zweiten Satzes leistete sich Anderson drei Fehlwürfe auf die Doppel-18, sein niederländischer Gegner nahm das Geschenk dankbar an und bestätigte dieses Break wenig später. Im dritten Leg stand beide dann bei 80 Restpunkten; während Anderson diese nicht auf Null bringen konnte vollbrachte van Gerwen dieses Finish Sekunden später und hatte den zweiten Durchgang zu Null eingefahren. Auch im dritten Satz dominierte der Weltranglistenerste die Partie nach Belieben. Nachdem er mit einem 70er-Finish begann produzierte er ein Break, weil er 85 Punkte auf dem Bullseye für einen 12-Darter von der Scheibe nehmen konnte. Als er schon wenige Minuten später auch noch ein perfekt ausgeführtes 74er-Finish zeigen konnte hatte van Gerwen mittlerweile sieben Legs nacheinander gewonnen und auch den dritten Satz für sich entschieden. Weil er auch die ersten beiden Legs es vierten Durchgangs auf seine Seite holen konnte, er benötigte in der Summe nur 25 Würfe dafür, baute „Mighty Mike“ seine Serie an gewonnenen Legs auf neun aus. Erst als Anderson mit zwei 180ern in das dritte Leg hineinkam und wenige Augenblicke später auch 100 Punkte ausmachen konnte war diese Serie gerissen. Dies blieb letztlich aber ohne weitere Auswirkungen, da van Gerwen ein Leg später Tops treffen konnte und seinen Vorsprung auf 4:0 erhöhte.

Anderson fand einfach kein Mittel gegen seinen Gegner, warf vor allem zu schwache Scores und konnte die Nummer eins der Welt zu selten unter Druck setzen. Auch im nun beginnenden fünften Satz war genau das der Fall, ohne jedes Problem gewann er hier die ersten beiden Legs. Im dritten patzte er zwar vierfach auf die Doppelfelder, doch Anderson war zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage, ein 130er-Finish zu produzieren. So rettete sich van Gerwen auf der Doppel-1 und benötigte nur noch einen Satz zum Matchgewinn. Den besseren Start in den nun beginnenden sechsten Durchgang verbuchte allerdings der Schotte, der sich die ersten beiden Legs sichern konnte. Van Gerwen schlug allerdings sofort zurück, startete mit sechs perfekten Darts ins dritte Leg und wenig später mit fünf perfekten ins vierte. Dementsprechend ging es in den Decider, den van Gerwen nur noch Gewinnen musste, um als Sieger festzustehen. Doch Anderson war hier der bessere Mann, erwischte die Doppel-12 und freute sich über seinen ersten Satzgewinn. Im Auftaktleg des nächsten Satzes profitierte der Weltranglistenvierte von fünf Fehlern seines Gegners auf Doppelfelder und kam zum Break, vergab wenig später aber selbst ganze acht Möglichkeiten und kassierte das sofortige Rebreak. Ein Leg später warf Anderson drei weitere Pfeile am äußeren Rung des Boards vorbei und stand wiederum kurz vor dem Turnieraus. Auf der anderen Seite benötigte van Gerwen nur noch ein einziges Leg, konnte sich das in diesem Fall auch holen, als er 90 Punkte via Bullseye und Tops ausmachte. Michael van Gerwen spielte ein überragendes Match, kam auf fast 105 Punkte im Schnitt und fertigte seinen Rivalen mit 6:1 in den Sätzen ab. An Neujahr steigt also das große Endspiel zwischen ihm und Michael Smith.

M. van Gerwen 6:1 Gary Anderson
104.76 Average 97.98
11 180s 11
90 High Finish 127
0 100+ Checkouts 3
20/40 Finishing 7/29

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