Jamie Lewis gewinnt walisisches Duell

Der Nachmittag des vierten WM-Tages war die Session der ersten Male. Kurioserweise gab es einzig das Vorrundenduell zwischen Kenny Neyens und Jamie Lewis bereits vorher schon einmal. Beide trafen aber noch nie auf Players Championship Finalist Jonny Clayton, der am Ende der Session auf den Sieger der beiden wartete. Auch die Begegnungen von Alan Norris mit Kim Viljanen und Kyle Anderson mit Peter Jacques waren Premieren.

Viljanen verschläft den ersten Satz

Kenny Neyens und Jamie Lewis machten den Auftakt. Die beiden Spieler kannten sich bereits aus der Junioren-WM von 2015. Obwohl Kenny dort mit 6:4 gewann, ging Jamie wegen seiner Erfahrung aber als Favorit in die Vorrundenpartie. Neyens schien das aber anders zu sehen, als er direkt im ersten Leg zwei 180’er warf und sich schnell eine 2:0-Führung sicherte. Der erste Satz schien entschieden, nur knapp vergab er mit einem Schnitt von rund 100 Punkten ein 116’er Finish, aber Lewis war noch überhaupt nicht im Spiel und schien keine Gefahr mehr zu sein. Doch Jamie bewies sein Können mit einem 147’er Finish um Satz eins am Leben zu halten und durchbrach damit ein Stück weit den Schwung seines belgischen Kontrahenten. Lewis glich wenig später aus und holte sich tatsächlich doch noch den Satz. Den zweiten Satz bestimmte der Waliser dann, blieb vor allem in seinen eigenen Legs sehr sicher. Doch Kenny konnte trotz Doppelproblemen dran bleiben und glich immer wieder aus. Trotzdem bekam Jamie eine Chance zum Matchgewinn, jedoch verpasste er bei einem 103’er Finish die Doppel-16. Neyens blieb cool und nutzte die Chance zum Break und Satzausgleich über die Doppel-5. Danach war der Bann aber endgültig gebrochen. Jamie legte ein paar Zähne zu und spielte einen fantastischen letzten Satz. Die ersten beiden Legs holte er sich souverän. Kenny musste reagieren, zeigte auch einen perfekten Start, doch Jamie Lewis legte mit sechs perfekten Darts auch da noch einen drauf. Am Ende spielte Lewis einen 10-Darter zum 3:0 und folglich auch zum 2:1-Sieg und Weiterkommen.

Kim Viljanen wollte gegen Alan Norris danach für eine Überraschung sorgen. Eine Überraschung wie auf der European Tour in Österreich in diesem Jahr, als er über sich hinauswuchs und bis ins Viertelfinale kam. Doch im ersten Satz gab es keinen Grund auch nur für eine Sekunde an eine Sensation zu glauben. Norris spielte solide, nicht sonderlich hochklassig, holte sich aber ohne größere Probleme die ersten drei Legs der Partie. Einzig auf die Doppel hätte der WM-Viertelfinalist von 2016 besser sein können. Der 72’er Average von Kim setzte Alan aber nicht sonderlich unter Druck. Komplett anderes Bild nach der ersten Pause. Als hätte Viljanen im ersten Satz seinen wenig talentierten Zwillingsbruder spielen lassen, zeigte er im zweiten Satz sein wahres Gesicht. Mit einem 13- und 12-Darter steigerte er seinen Punkteschnitt in nur zwei Legs auf 89 und holte sich eine 2:0-Führung. Dann aber ließ er eine Möglichkeit aus, als er bei 80 Punkten Rest nach der 20 mit dem zweiten Dart nur die einfache fünf traf. Norris kam so zurück, holte sich das 1:2 und glich mit einem 12-Darter aus. Double-Trouble bei beiden dann im entscheidenden Leg. Neben einem 124’er Finish auf Bull vergab Viljanen noch fünf Darts auf die Doppel-8, wodurch Norris gar nicht mehr anders konnte, als sich den zweiten Satz ebenfalls zu schnappen. Auch wenn Viljanen im Anschluss mit einem Break startete, sollte es nicht mehr für einen Satzgewinn reichen. Norris war zu kalt, checkte 80 Punkte mit zwei Mal Tops und zeigte auch nochmal ein 120’er Finish. Am Ende siegte Alan Norris verdient mit 3:0 und erreichte die zweite Runde.


Jacques verliert nach guter Leistung

Kyle Anderson hatte mit Peter Jacques einen durchaus machbaren Gegner zugelost bekommen. Der Engländer konnte auf der Pro Tour und European Tour hier und da gute Ergebnisse erzielen, aus Kyles Sicht war ein Sieg dennoch Pflicht. Nach einem 75’er Finish von Peter legte der Australier dann auch richtig gut los. Zunächst checkte er ein 109’er Finish, legte einen 11-Darter nach und holte sich den ersten Satz mit einer 100%-Doppelquote. Peter war aber keineswegs schlecht. Er hielt in jedem Leg gut mit und so war es fast folgerichtig, dass er mit einem Break den zweiten Satz eröffnete und dieses, wenn auch durch Fehler von Anderson, wenig später bestätigte. Kyle verkürzte danach und weil Jacques dann gleich fünf Darts auf die Doppel liegen ließ, konnte „The Original“ sogar mit einem Break ausgleichen. Im Entscheidungsleg war Peter dann nicht mehr ganz bei der Sache und so erhöhte Kyle seine Satzführung doch noch auf 2:0. Aber auch danach blieb Jacques vergleichsweise ruhig. Er versuchte sein Spiel zu spielen und konnte auch weiterhin mit seinem Gegner mithalten. Zwar kassierte er im dritten Satz ein Break, glich dieses aber umgehend aus und brachte sich in Position für seinen ersten Satzgewinn bei einer Weltmeisterschaft. Er ließ Kyle Anderson nochmal vier perfekte Darts und einen 12-Darter spielen, brachte im Anschluss aber seinen Anwurf eiskalt nach Hause und verkürzte damit auf 1:2 in den Sätzen. Dies sollte allerdings der letzte Leggewinn von Peter gewesen sein. Im vierten Satz zeigte er sich oft einfach zu unkonzentriert und machte so einige Fehler. Kyle hingegen blieb cool, holte sich den Satz mit 3:0 und siegte schlussendlich mit 3:1 Sätzen.

Im Anschluss kam es zum Duell zweier Waliser. Für Jonny Clayton war das nichts Neues. Der Players Championship Finalist traf auch bei seinem Debüt im vergangenen Jahr in Runde eins auf einen Landsmann, schlug Gerwyn Price mit 3:1. Dieses Mal ging es aber gegen Vorrundensieger Jamie Lewis. Beide erreichten bei der Auflage von 2017 die zweite Runde, dieses Mal konnte dies nur einem gelingen und zu Beginn schien dies Jamie Lewis zu sein. „Rasta“ checkte gleich im ersten Leg 126 Punkte zum Break und vergab nur knapp 106 im Leg darauf. Clayton brauchte ein wenig um rein zu finden, brachte unter Druck aber im dritten Leg ein 104’er Finish ins Ziel. Der erste Satz ging durch einen 11-Darter trotzdem klar an Jamie. Und auch im Anschluss hatte Clayton große Probleme. Er schien sich nach dem tollen Herbst mit erstem Turniersieg und TV-Finale selbst zu sehr unter Druck zu setzen und verkrampfte dadurch. Lewis spielte einfach sein Ding und so konnte Jonny nur durch Fehler von Jamie punkten. Nach einem Break zum 2:0 in den Legs verpasste dieser nämlich gleich vier Mal die Doppel-16, sodass Clayton ein direktes Rebreak gelang. Doch daraus konnte er auch keinen Schwung ziehen, kassierte direkt wieder ein Break und so erhöhte Lewis auf 2:0 in den Sätzen. Clayton wurde dann etwas lockerer. Zwar war er noch nicht auf seinem eigentlichen Niveau, aber er wurde besser und brachte immerhin seine ersten beiden Anwürfe im dritten Satz durch. Lewis verpasste dabei ein Mal ein 170’er Finish, 130 checkte er aber zum 2:2 und erzwang so ein Entscheidungsleg im dritten Satz. Dort war Jamie bärenstark, zeigte eine 140 und 180 und stand nach neun Darts bei 53 Punkten Rest. Diese checkte er mit zwei Darts zum klaren 3:0-Sieg, womit Lewis der erste Vorrundensieger ist, der sich bei der diesjährigen WM in die zweite Runde spielte. Bei seiner Erfahrung war dies jedoch keine sonderlich große Überraschung.

Tobias Gürtler

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