Taylor makellos gegen Brown


Der dritte Auftritt von Phil „The Power“ Taylor war das große Thema der letzten Achtelfinalsession. Er bekam es mit dem ehemaligen Juniorenweltmeister Keegan Brown zu tun und wollte sich weiter steigern. Auch Jamie Lewis, der mit dem Sieg über Peter Wright für die große Sensation sorgte, war wieder an der Reihe. Er traf auf James Richardson. Außerdem spielte der zweifache Weltmeister Gary Anderson gegen Steve West.


Jamie Lewis bestätigt Top-Form

An dieser Stelle erwarteten nicht wenige ein Duell zwischen Peter Wright und Alan Norris. Doch beide konnten ihren Favoritenrollen nicht gerecht werden und so standen sich sensationell Qualifikant Jamie Lewis und James Richardson gegenüber. Beide zeigten sich im Turnierverlauf sehr konstant und kaltschnäuzig, hatten sich die Teilnahme am Achtelfinale verdient. Lewis ging nach dem überragenden Sieg gegen Wright samt 107’er Average als Favorit ins Spiel, sah sich zunächst aber ein wenig im Hintertreffen. Der Start ging an Richardson, der sich vor allem in den eigenen Legs sehr sicher zeigte und Jamie dort keine echte Chance ließ. Eine bekam er dann aber doch. Im Entscheidungsleg hätte der Waliser um ein Haar 164 Punkte auf null gebracht, setzte den Dart aber an den Draht des Bullseye. Richardson nutzte dies und ging mit 1:0 in Führung. Auch das zweite Leg begann mit einem knapp verpassten Bullfinish von Jamie, dieses Mal vergab er 129 Punkte. Dennoch holte er sich das Leg und schaffte sogar ein Break hinterher, weil James 133 Punkte auf der Doppel-8 verpasste. Doch „Ruthless“ kam zurück. Auch weil Lewis drei Chancen auf Doppel verpasste, konnte James wieder ausgleichen. Er startete auch perfekt in das Entscheidungsleg, ließ dann aber kuriose neun Punkte folgen. Auch dadurch gelang Lewis der Satzausgleich, der ihm nochmal deutlich Auftrieb gab. Der dritte Satz gehörte ganz „Rasta“. Ein 170’er Finish, ein 99’er Finish mit zwei Mal Tops und ein ganz souveränes drittes Leg brachten ihm die 2:1-Führung in den Sätzen. Richardson musste sich nun strecken und tat dies auch. Ihm gelang ein sehr wichtiges Break um im vierten Satz mit 2:1 zu führen, doch Lewis zeigte aus welchem Holz er geschnitzt ist. Er holte sich mit einem 12-Darter samt 121’er Finish das Rebreak und spielte dann einen 10-Darter zum Satzgewinn. Damit hatte er Richardson mental bezwungen, der danach nicht mehr an sein Spitzenniveau herankam. Den fünften Satz holte sich Jamie Lewis mit seinem vierten Matchdart und tütete durch den 4:1-Sieg die Viertelfinalteilnahme ein.

Phil Taylor bestritt danach seinen dritten Auftritt bei seiner letzten Weltmeisterschaft. Er bekam es mit Keegan Brown, dem ehemaligen Juniorenweltmeister und James Wade-Bezwinger zu tun. Es war das fünfte Duell der beiden, jeder konnte bisher zwei Siege einfahren. Für Brown war es also möglich die Karriere von Phil Taylor zu beenden und auf ewig eine positive Bilanz gegen „The Power“ vorweisen zu können. Es lief zu Beginn aber alles andere als gut für „The Needle“. Taylor holte sich direkt ein Break und bestätigte dieses, ohne dass Brown überhaupt auf ein Doppel werfen durfte. Im dritten Leg war es ihm dann vergönnt und er nutzte es direkt. Zum Abschluss des ersten Satzes zeigte Phil dann aber nochmal fünf perfekte Darts und einen 11-Darter zum 1:0. Auch der zweite Satz gehörte ganz dem Rekordweltmeister. Gab er vorher noch ein Leg ab, holte er diesmal drei Legs nacheinander und checkte dabei sogar ein 122’er Finish auf Bull. Zu diesem Zeitpunkt spielte Phil einen Average von stolzen 107,2 Punkten. Ein erneutes Break und dessen Bestätigung brachten einen sehr gelassenen Phil einen großen Schritt näher in Richtung Viertelfinale, ehe dann auch Keegan Brown mal ein wenig stärker wurde. Er holte sich seinen Anwurf und nachdem Phil einen Satzdart auf Bull bei 121 Punkten Rest vergab, checkte Keegan 94 Punkte auf der Doppel-6 zum Break. Im Entscheidungsleg spielte er dann sehr gut, verpasste aber ein 110’er Finish auf der Doppel-18 zum Satzgewinn. Phil Taylor bestrafte das sofort, checkte 99 Punkte mit zwei Mal Tops und brachte sich auf 3:0 in Führung. Im vierten Satz startete er mit einem 92’er Finish und holte sich im Anschluss durch einen 11-Darter mit 100’er Finish ein Break zum 2:0. Zwei Matchdarts vergab Taylor dann jedoch, sodass Brown nochmal für ein kleines Highlight sorgen konnte. Er checkte 124 Punkte via zwei Mal Triple-17 und Doppel-11, musste selber lachen und auch Phil konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Auch die Fans sorgten dann nochmal für eine sehr angenehme Stimmung für beide Spieler, ehe Phil Taylor unter Druck 106 Punkte zum 4:0-Sieg ins Ziel brachte.

Anderson muss sich steigern

Die letzte Achtelfinalpartie bestritten Gary Anderson und Steve West. Es war das siebte Duell der beiden, die letzten vier fanden alle auf den Pro Tour Turnieren statt. Doch sie trafen sich auch schon zu BDO-Zeiten, zum ersten Mal beim World Masters 2005, wo sich Anderson locker durchsetzte. Das wollte er heute wiederholen, verpasste aber direkt im ersten Leg ein 102’er Finish zum Break. West konnte seinen Anwurf so durchbringen, ehe Gary dann sein gutes Scoring ausnutzte und Fehler von West eiskalt bestrafte. Steve verpasste im dritten Leg die einfache 14 für eine Chance auf Doppel, so holte sich Gary ein Break. Zwar schaffte West direkt das Rebreak, machte danach aber erneut einen Riesenfehler. Bei 60 Punkten Rest traf er nach der einfachen 20 mit dem zweiten Dart die einfache fünf, verbaute sich somit die Chance auf den Satzgewinn. Gary war zur Stelle, checkte 104 Punkte und holte sich das 1:0. West ließ sich davon aber nicht rausbringen. Er blieb ruhig und spielte konsequent weiter, wusste im zweiten Satz dann seinerseits Fehler des Gegners zu bestrafen. Anderson ließ einige Möglichkeiten auf die Doppel liegen, sodass Steve sich ein Break holte und sich auf Tops auch den Satz zum 1:1 schnappte.

Es war auch im Anschluss eine relativ enge Angelegenheit. Gary Anderson brannte kein Feuerwerk ab, er traf bei weitem nicht so viele Triple wie man es von ihm gewohnt ist. Steve versuchte alles um mitzuhalten, war aber in den entscheidenden Phasen oftmals nicht zur Stelle. Im dritten Satz ging er zwar zunächst in Führung, ließ dann aber eben wieder ziemlich nach und schenkte zwei Legs fast kampflos her. Er wurde unruhiger, warf den dritten Dart oft wütend hinterher, wenn es nicht lief. Gary holte sich das 2:1 in den Sätzen und brachte danach auch seinen eigenen Anwurf durch. Zudem wurde ihm wenig später die Ehre zu Teil die 500. 180 des Turniers geworfen zu haben, doch sie kam zu spät, Steve glich aus und hielt das Spiel offen. Beinahe wäre ihm auch ein Break gelungen, jedoch vergab er ein 106’er Finish. Ein High Finish gelang ihm aber im Leg drauf, sogar das höchste. 170 Punkte brachte er zum 2:2 in Satz vier ins Ziel und startete perfekt ins Entscheidungsleg. Da er aber nur 60 Punkte folgen ließ und später ein 112’er Finish verpasste, setzte sich Anderson auf der Doppel-1 mit 3:1 in den Sätzen ab. Beide machten danach immer wieder ein paar Fehler, allerdings nicht in den eigenen Legs, sodass sie ihre Anwürfe durchbringen konnte. Im Entscheidungsleg des fünften Satzes hatte Anderson dann seine ersten beiden Matchdarts, die er allerdings verpasste. West war zur Stelle, verkürzte nochmal auf 2:3 in den Sätzen. Gary war genervt, immer wieder meckerte er über sein Spiel. Der „Flying Scotsman“ wirkte teils sehr verkrampft, hatte aber den Vorteil im sechsten Satz die ungeraden Legs beginnen zu dürfen. Er holte sich seine ersten beiden Anwürfe und machte dann nochmal Druck auf West. Er vergab allerdings weitere sieben Matchdarts, sodass Steve erneut zum Ausgleich kam. Seinen eigenen Anwurf konnte Gary Anderson dann aber doch ins Ziel bringen und sich den 4:2-Sieg sichern, wird sich für Phil Taylor im Viertelfinale aber steigern müssen.

Tobias Gürtler

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