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Interview Andy Kröckel Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Vor

Andy Kröckel

Exklusives
Darts1 Interview
mit Andreas Kröckel


Könntest du dir vorstellen, Dartprofi zu werden?

Das ist eine reichliche Überlegung wert. Wenn man sich die Entwicklung von Tomas "Shorty" Seyler anguckt und sieht, dass er momentan nicht so erfolgreich spielt, fragt man sich, ob es vielleicht damit zusammen hängt, dass er außer der Teilnahme an der World Darts Championship kein weiteres PDC Turnier gespielt hat. Dadurch ganz aus dem Rhythmus der DDV Turniere rausgekommen ist. Man setzt sich dann selber zu sehr unter Druck, in dem man denkt, die Leute haben mich jetzt im Fernsehen gesehen, jetzt muss ich besonders gut spielen. Ähnliches ist mir auch passiert, nachdem ich bei der Embassy mitspielen durfte.

Wenn man jedoch einen Zweijahresvertrag bekommen würde, bei dem der Sponsor einen dermaßen unterstützen würde, dass man beispielsweise alle europäischen PDC Turniere spielen könnte und sich dennoch keine Sorgen um seinen Lebensunterhalt machen müsste, dann sollte man sich das überlegen, aber nur dann. Ich glaube dennoch, dass dies für mich eher nicht in Frage käme, es wäre zumindest eine sehr schwere Entscheidung, da man seinen kompletten Lebensrhythmus umstellen müsste. Man müsste den Dartsport dann als Beruf ansehen, und sich täglich fünf Stunden ans Board stellen, um zu trainieren. Ich gönne dies jedem, aber man sollte sich reiflich überlegen, ob man das wirklich will.

Ich spiele lieber meinen derzeitigen Rhythmus und freue mich, wenn ich für Deutschland spielen kann. Ich bin da eher ein Idealist, so ein Martin Adams Typ.

Wie siehst du die Zukunft des Dartsports in Deutschland?

Ich hoffe, dass die Verbände bzw. Firmen sich nicht alle gegenseitig zerfleischen und noch mehr Grabenkriege entstehen, als sie derzeit teilweise schon ausgebrochen sind, ich denke da an die GDC. Interessant wäre auch zu wissen, wer die zweite Wild Card für die Dart Weltmeisterschaft bekommt. Ich vermute, dass Rosi entweder Ranglistenerster sein oder die zweite Wild Card erhalten wird. Dann würden wir ihn für das Nationalteam verlieren, das wäre nicht so schön.

Genial wäre, wenn sich alle Verbände zusammenschließen würden, Freitag vormittags würde EDarts gespielt, Samstag mittags Steeldart, Abends die GDC und am nächsten Tag das nächste Turnier. In der AOL Arena oder Kölnarena, aber das ist natürlich Träumerei. Beim DDV werden die Idealisten bleiben, die Dart lieben. Die Edarter werden weiter Edart spielen, weil sie keine Lust haben zu rechnen, werden ihre 301-Single-Aus-Liga weiterspielen. Das ist jetzt nicht negativ gemeint, sondern, die haben da einfach Spaß dran, die wollen nicht besser werden, denen reicht das, wenn die mittwochs und donnerstags ihre Liga spielen. Die GDC wird abhängig davon sein, ob das DSF und die PDC weiter dahinter stehen. Wenn da kein Geld mehr eingefahren wird, werden sie auch kein Interesse mehr haben.

Die Teilnehmerzahlen sind nicht so erfreulich zu beobachten, zum Ende der Saison sieht man, dass man nicht mehr unter die ersten zehn kommen kann, man bekommt dann kein Geld mehr zurück, warum sollte man dann noch hinfahren. Die Anfangsaussage von Werner von Moltke war ja, es wäre ihm nicht so wichtig, wieviel Leute kommen, er wolle nur die Besten da haben. Wenn ich mir das letzte GDC Turnier ansehe, wer da von den DDV Top-Leuten alles gefehlt hat, scheint er sein Ziel derzeit nicht zu erreichen. Da ist vielleicht auch die Geschichte mit den Spielorten von Bedeutung. Ich finde das ja eigentlich toll, wenn im Hotel gespielt wird, aber wenn man nicht an der Basis ist wird es schwierig. Ein Turnier, welches von Vereinsseite ausgerichtet wird hat zumindest schon einmal die 30 Vereinsmitglieder dabei und einige Spieler der befreundeten Vereine kommen dort hin. Wenn man allerdings im Gegensatz dazu im Hotel spielt und eine Firma dahinter steckt und keine Basis mehr da ist, das bricht natürlich an Leuten weg.

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