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Darts1 bei den UK Open 2009

UK-Open

Wenn man, wie ich, in London Stansted landet, erweist sich die Anreise nach Bolton doch ziemlich zeitintensiv, ich musste insgesamt dreimal umsteigen, und die englische Bahn war nicht direkt zuverlässig. Wobei man ohnehin nicht von englischer Bahn sprechen kann - es gibt ganz verschiedene Bahngesellschaften: Cross Country, Great Western, TransPennine, Virgin und noch einige mehr. Am Donnerstag litten sie alle unter Verspätung, wobei es ohnehin nicht immer gewährleistet ist, dass die Fahrpläne aufeinender abgestimmt sind.

Ich hatte aber den ganzen Tag Zeit, da das Turnier erst um 19 Uhr anfing, und nach fünfeinhalb Stunden Zugfahrt kam ich auch endlich in Bolton an, genauer in Horwich, da das Boltoner Reebok Stadium überhaupt nicht in Bolton liegt sondern in Horwich. Horwich verfügt über einen eigenen Bahnhof samt besetztem Schalter, da es an der Bahnstrecke von Manchester nach Blackpool liegt. Blackpool ist ein sehr beliebtes Reiseziel - entsprechend voll sind auch immer die Züge, die auf der Strecke verkehren.

Da ich schon einmal hier war, hatte ich keine Probleme den Veranstaltungsort zu finden, man erreicht ihn über eine Art Hintereingang des Reebok Stadions. Ich habe keine Ahnung, wozu der Raum sonst genutzt wird, da er aber mit Teppichboden ausgelegt ist (der wahrscheinlich regelmäßig nach den UK Open erneuert werden muss) denke ich, dass hier sonst keine sportlichen Veranstaltungen stattfinden.

Der Raum der Spieler und der Presseraum sind auf zwei einander gegenüber liegenden Zwischengeschossen untergebracht, von beiden kann man in den eigentlichen Austragungsort hinunterschauen, allerdings kommt man vom Presseraum aus an die Spieler nicht so ohne weiteres heran, aber auch hier besteht die Möglichkeit, sich "geneigte" Spieler vom Pressebeauftragten der PDC in den Presseraum holen zu lassen. Am erfolgreichsten ist man damit, wenn die Spieler gewonnen haben, aber woher soll man vorher immer wissen, wer gewinnen wird ?

Die UK Open sind nicht gerade arm an Überraschungen, auch dieses Jahr nicht. Das ging schon am Donnerstag Abend los, zu den Opfern des Abends gehörte Anastasia Dobromyslova, die gegen einen "Amateur" verlor und gar nicht gut spielte, Gary Mawson, der im letzten Jahr im Finale stand, Chris Mason, sowie als Opfer der zweiten Runde, Gary Anderson (nach gutem Spiel gegen Paul Nicholson), Kirk Sheperd, mein irischer Freund John MaGowan, Toon Greebe, Dennis Smith und Adrian Gary.

UK-Open-ausverkauft

Den nicht so routinierten Spielern und den Spielern die hier ihr Debüt geben, muss man es allerdings hoch anrechnen, wenn sie die ersten Runden überstehen - es ist unglaublich voll und unglaublich laut und die Zuschauer "schreien" für unterschiedliche Spieler und Spiele, da ja in den ersten Runden immer acht Spiele gleichzeitig stattfinden. Wenn man dann neben zwei Lokalmatadoren spielen muss, wie dies David Fatum geschehen ist, und selbst auch noch der Häme der Zuschauer, die sehr dicht an den Spielern stehen, ausgesetzt ist, ist es schon schwer in das Turnier hineinzufinden. Mir schien es an den ersten beiden Abenden sehr viel voller zu sein als letztes Jahr, obwohl es hieß, es wäre nicht ausverkauft, und am Sonntag, als es nur Sitzplätze gab, auf denen man nach Anweisung des Sicherheitspersonals auch sitzen bleiben sollte, waren doch auch einige freie Plätze zu sehen.

Paul-Nicholson

Mir gefiel am Donnerstag Abend vor allem das Spiel zwischen Gary Anderson und Paul Nicholson und das ziemlich dramatische Spiel Wayne Mardle gegen Les Fitton, das Wayne Mardle zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Daneben hatte ich beide Spiele John MaGowan's genau verfolgt und festgestellt, dass Darts doch schwer vorherzusagen ist. Im ersten Spiel hatte John alles getroffen und war unerschütterlich, im zweiten Spiel traf er überhaupt kein Doppel mehr, es lag nicht daran, dass der zweite Gegner jetzt wesentlich besser war als der erste - es lag einzig und allein an John ... Der erste Abend zog sich sehr lange hin - das letzte Spiel an Board fünf, Monk gegen Butler, fing erst um halb Zwölf statt, in Deutschland war es da schon eine halbe Stunde nach Mitternacht, und dann kam ja auch noch die Ziehung!

Am Freitag ging es auch erst wieder abends los, und ich nutzte den Tag für einen Ausflug nach Manchester, das langsam aber sicher zu meiner Lieblingsgroßstadt in England wird, obwohl es ja nun nicht direkt mit Sehenswürdigkeiten punkten kann. Am Abend stand die dritte Runde der UK Open an, zum Abschluss gab es wieder eine Ziehung, bei den UK Open wird ja vor jeder Runde neu gezogen, was sicher auch mit den Reiz des Turniers ausmacht.

Es wurde immer noch an acht Boards gespielt und es war, falls möglich, noch voller geworden. Auch an diesem Abend schieden einige Top Spieler vorzeitig aus. James Wade wurde in einem sehr spannenden Spiel der dritten Runde wirklich nur um Haaresbreite von Peter Manley geschlagen - sicher eines der besten Spiele des Abends. Mervyn King wurde von einem darüber zu Tränen gerührten Michael Barnard besiegt, Barnard war ein herausragender Jugendspieler, hat aber seither nie an die Leistungen anknüpfen können. Ronnie Baxter besiegte in hartem Kampf Tony Eccles. Lloyd/Part war ebenfalls ein sehr gutes Spiel, in dem Part aus unerfindlichen Gründen eine sicher wirkende Führung vergab. Mardle, Thornton, van Gerwen, Bates und Ovens gingen sang und klanglos und fast ohne Gegenwehr in der dritten Runde unter. Ebenfalls vollkommen überraschend schied in dieser Runde Paul Nicholson gegen den Qualifikanten Ken Mather aus, der sich noch über ein Vorrundenspiel hatte in die Erste Runde spielen müssen. An diesem Abend war "schneller" gespielt worden und ich kam relativ rechtzeitig ins Hotel zurück.

Adrian-Lewis

Am Samstag Nachmittag war dann die vierte Runde an der Reihe und es wurde nur noch an vier Boards gespielt. In Runde vier war Endstation für Jelle Klaasen, Adrian Lewis, Peter Manley, Roland Scholten und einem schrecklich Doppel-schwachen Mark Dudbridge, der das Spiel wirklich hätte gewinnen können, hätte er nicht sechs Darts auf jedes Doppel verworfen… Der in der dritten Runde stark spielende Andy Hamilton wurde ein Opfer von Barney, Hamilton schaffte es wieder nicht, mehr als ein wirklich gutes Spiel abzuliefern. In der vierten Runde war auch Endstation für die letzten beiden "Amateure", wobei es für die Qualifikanten schon eine enorme Leistung ist, wenn sie es bis in die vierte Runde schaffen.

Ken Mather hatte allerdings mit Phil Taylor auch einen nur sehr schwer zu schlagenden Gegner gezogen und er hatte bestimmt das Wochenende seines Lebens! Nach zwei Stunden Pause fand dann die Abend Sitzung statt, an nur noch zwei Boards, und in der Pause wurde eifrig gehämmert und geschraubt und neu bestuhlt. Dennis Priestley saß anscheinend in der Badewanne, so erfuhr man zumindest im Presseraum. Es ist ihm wohl nicht so recht bekommen, denn er schied gegen, einen allerdings wirklich sehr gut ausspielenden, Kevin Painter aus. Auch für einen ziemlich enttäuschend spielenden Raymond van Barneveld war das Turnier vorbei - er schien keine Lust mehr zu haben und resignierte, nachdem sich Colin Osborne eine Führung erspielt hatte. Mark Websters guter Lauf durch sein erstes PDC Major Turnier wurde in einem sehr spannenden Spiel von Terry Jenkins beendet, der sich von einem Rückstand wieder ins Spiel zurückkämpfte. Einen heftigen Schlagabtausch lieferten sich auch Wes Newton und Alan Tabern, Tabern konnte sich knapp durchsetzen. Ein wirklich spannender Dart-Tag, und draußen war das Wetter so ungemütlich, dass man wirklich nichts verpasst hatte. Auch in England gibt es anscheinend so etwas wie die Schafskälte… Und wieder wurde neu ausgelost, bevor ich mich gegen den heftigen Wind zurück ins Hotel kämpfte und mir erst noch einen Tee kochte, bevor ich ins Bett verschwand.

Am Sonntag dann wieder die Zweiteilung in eine Nachmittags- und eine Abend-Session und das Wetter hatte sich über Nacht wieder ein bisschen verbessert - kein Regen mehr und der Wind hatte deutlich nachgelassen. An diesem Tag gab es keine Stehplätze mehr und die Zuschauer hatten sich entsprechend des Anlasses ge - bzw. verkleidet. Das hatte man an den ersten Tagen kaum gesehen. Diesmal gab es auch einen richtigen Walk-On mit Walk-On Girls, das gab es an den ersten Tagen ebenfalls nicht. Zwei der Viertelfinal-Spiele waren heftig umkämpft, die anderen beiden eher von einem Spieler, nämlich Colin Osborne und Phil Taylor dominiert, wobei ich das Spiel Taylor/Lawrence überhaupt nicht langweilig fand. Mark Lawrence gab nie auf und spielte einen beachtlichen 92,3 Durchschnitt, mit dem er sicherlich einige Spieler hätte schlagen können!

Auch die Halbfinal-Paarungen wurden wieder ausgelost, dann folgten rund zwei Stunden Pause, in denen der Veranstaltungsraum aufgeräumt wurde und die Spieler und Kommentatoren ausruhen konnten. Colin Osborne und Kevin Painter mussten zuerst auf die Bühne und Colin Osborne gewann verdient trotz Painters Gegenwehr. Der Kampf Taylors gegen Baxter sah zunächst nach einem Durchmarsch für Taylor aus, aber auf einmal wachte Baxter dann doch noch auf, aber das kam einfach zu spät und er hätte auch die Doppel besser treffen müssen, um Taylor wirklich noch in Gefahr bringen zu können. Vor dem Finale gab es noch einmal eine ausgedehnte Pause - ein bisschen Erholung musste man Phil Taylor schließlich gönnen, das Spiel hatte ja beinahe eine Stunde gedauert.

Osborne-Taylor

Dann ging es endlich los und zunächst lag Colin Osborne urplötzlich mit 3:0 in Führung, was Taylor schon zu denken gab. Aber dann hatte Colin Osborne nicht mehr allzu viel zu melden, obwohl er noch drei weitere Legs gewinnen konnte. Kurz vor Ende des Spiels tauchten plötzlich ein paar Flitzer auf der Bühne auf, die aber rasch vom Sicherheitspersonal wieder entfernt wurden und das Spiel ging weiter. Kurzfristig wirkten beide Spieler irritiert, hatten sich aber schnell wieder gefasst.

Kurz darauf hatte Phil Taylor zum dritten Mal die UK Open gewonnen und damit seinen Premier League Titel-Verlust überwunden, wobei der UK Open Titel lange kein so hohes Preisgeld bedeutet, wie der Premier League Titel. Allerdings zählt das UK Open Preisgeld zum Order of Merit, wovon allerdings Colin Osborne mehr profitiert als Taylor, der ja ohnehin die Nummer 1 ist.

Mir hat das Turnier auch dieses Jahr wieder sehr gut gefallen - es ist eine Mischung aus Pro Tour Event und Major Turnier, man ist an den ersten zwei Tagen dicht dran an den Spielern und hat dann aber trotzdem "richtige" Major-Event Stimmung. Die Qualifikanten, die ja alle Amateure sind, bringen manche der Profis ganz schön ins Schwitzen und sorgen auch für Überraschungen, und dadurch, dass vor jeder Runde neu ausgelost wird, ergeben sich vollkommen andere Paarungen, als wenn immer mit der Setzliste gearbeitet wird, die, wenn die Beiden nicht vorher ausscheiden, auf ein Barney/Taylor Finale hinauslaufen. Es ist kein ganz großes Turnier - es passen rund 1000 Leute in den Saal und dieses Jahr war Donnerstag und Sonntag nicht ganz ausverkauft, obwohl insgesamt mehr Leute da waren als letztes Jahr, aber die Atmosphäre ist gut. Alle Gerüchte um die Verlegung des Spielortes sind momentan zumindest aus der Welt. Schade ist, dass das Turnier nicht mehr live bei uns im Fernsehen zu sehen ist, den Holländern geht es da besser - SBS 6 überträgt wohl immer noch alle großen Turniere live.

Alle Partien der UK Open gibt es in der entsprechenden Rubrik

Den Erfahrungsbericht des Vorjahres gibt es hier und hier.

UK Open - Geschichte
Jahr Sieger E Finalist Preisgeld Sponsor
2017 v 300.000 Coral
2016 M. van Gerwen 11:4 Peter Wright 300.000 Coral
2015 M. van Gerwen 11:5 Peter Wright 300.000 Coral
2014 Adrian Lewis 11:1 Terry Jenkins 250.000 Coral
2013 Phil Taylor 11:4 Andy Hamilton 200.000 Speedy Services
2012 Robert Thornton 11:5 Phil Taylor 200.000 Speedy Services
2011 James Wade 11:8 Wes Newton 200.000 Speedy Hire
2010 Phil Taylor 11:5 Gary Anderson 200.000 Rileys
2009 Phil Taylor 11:6 Colin Osborne 200.000 Blue Square
2008 James Wade 11:7 Gary Mawson 178.000 Blue Square
2007 R. van Barneveld 16:8 Vincent vd Voort 150.000 Blue Square
2006 R. van Barneveld 13:7 Barrie Bates 124.000 Budweiser
2005 Phil Taylor 13:7 Mark Walsh 124.000 Budweiser
2004 Roland Scholten 11:6 John Part 124.000 Budweiser
2003 Phil Taylor 18:8 Shayne Burgess 124.000 Skybet
E=Endstand
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