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PEP - Bitte klopfen Zurück 1 2 3 4 5 6 Vor

Einführung in die Praxis der Energetischen Psychotherapie

Dr. Michael Bohne

Besonderer Hinweis

Dieses Buch informiert über eine neue Stressreduktions- bzw. Psychotherapietechnik, die Energetische Psychologie, deren Stärke u. a. darin liegt, dass sie auch als Selbsthilfetechnik genutzt werden kann. Die beschriebenen Übungen haben sich in der Praxis als sicher und effektiv bewährt. Natürlich kann es immer passieren, dass das Klopfen nicht wirkt, da man bei der Selbstanwendung etwas nicht bedacht hat, man sich nicht auf den für das belastende Thema relevanten Aspekt eingeschwungen hat oder eine besonders vielschichtige Problematik vorliegt, bei der die Klopftechnik als Selbsthilfeverfahren nicht mehr wirkt.

Wer mittels der beschriebenen Klopftechniken eigene Anliegen behandelt, tut dies natürlich auf eigene Verantwortung hin. Autor und Verlag beabsichtigen nicht, individuelle Diagnosen zu stellen oder dezidierte Therapieempfehlungen zu geben. Die hier beschriebenen Techniken und Übungen sind nicht als Ersatz für eine professionelle Behandlung bei gesundheitlichen Problemen oder größeren psychischen Störungen zu verstehen, sondern sollen es ermöglichen, erste eigene Anwendungserfahrungen mit den Klopftechniken zu machen.

Wer Patienten oder Klienten mit Hilfe der Energetischen Psychologie professionell behandeln möchte, sollte sich trotz der bisweilen einfach anmutenden Techniken unbedingt darin von einem erfahrenen Lehrtherapeuten ausbilden lassen.

Die Begriffe Energetische Psychologie und Energetische Psychotherapie werden im psychotherapeutischen Feld synonym verwendet. Wo es um Coaching geht, ist der Begriff Energetische Psychologie gebräuchlicher.

Die Bedeutung der Energetischen Psychologie im beginnenden 21. Jahrhundert

Hätte jemand noch etwa Ende der 1980er Jahre behauptet, dass Klienten während einer Psychotherapie auf bestimmte Punkte ihres Körpers klopfen und dabei gleichzeitig an ihr Problem denken sollen, hätten wir dies sicherlich belächelt und als Scherz abgetan. Wir haben in unserer Kultur keine Referenzerfahrung aus unserem Alltag für das Sich-selbst-Beklopfen zur Reduktion behindernder Emotionen oder zur Transformation einschränkender Glaubenssätze, und somit werden die meisten Menschen eine solche Maßnahme vermutlich auch heute noch zunächst einmal als kulturfremd und somit suspekt erleben. Unser Glaube in der wissenschaftlich orientierten Psychotherapie ist es überdies, dass es primär hilft, über die Dinge zu sprechen und sie zu verstehen, und da passt eine Selbstbeklopfungsmaßnahme einfach nicht so recht ins Bild. Wie sehr wir jedoch Opfer unserer eigenen professionellen Glaubenssätze geworden sind, kann man an der Behandlung von Menschen mit Traumafolgestörungen ablesen. Weil wir im Feld der professionellen Psychotherapie so sehr der Meinung waren, dass Reden und unser einfühlendes Zuhören helfe, haben wir erst sehr spät realisiert, dass es vielen Menschen, die über ihr traumatisches Erleben nur gesprochen haben, gerade wegen dieser Form der Behandlung immer schlechterging.

Es brach also die Zeit an, in der ungewöhnliche Behandlungstechniken in die Traumatherapie Einzug hielten: Man denkt neuerdings an das belastende Erlebnis und schaut kontinuierlich von einer Seite zur anderen (EMDR), man stellt sich vor, in einem Kinosessel zu sitzen und sich dort auf einer Leinwand zu betrachten, während man das schreckliche Erlebnis nochmals ansieht. Diesmal jedoch hat man die Fernbedienung selbst in der Hand und kann den Film nach Belieben modifizieren (Hypnotherapie, NLP). Oder man klopft eben auf bestimmte Akupunkturpunkte, während man an das belastende Thema denkt, macht verschiedene Arten von Augenbewegungen, summt, zählt rückwärts und spricht eigentümlich klingende Sätze nach (Energetische Psychologie).

Willkommen im Land der ungewöhnlichen und vielleicht auch etwas kulturfremd wirkenden Behandlungstechniken. Seitdem der amerikanische Psychologe Fred Gallo die Energetische Psychologie (EP) 2001 in Deutschland erstmals einem größeren Kreis von akademisch sozialisierten Psychotherapeuten vorgestellt hat, ist viel passiert. Hunderte von Therapeuten sind in den verschiedenen Techniken der Energetischen Psychologie ausgebildet, einige Kliniken nutzen diese Techniken im Rahmen der stationären Therapien, erste wissenschaftliche Studien sind durchgeführt und finden z. B. im Rahmen von Doktorarbeiten ihren Niederschlag, ein großer Kongress zur Nutzung der Energetischen Psychologie hat stattgefunden, und Dutzende von Selbsthilfebüchern werden von Hunderttausenden von Betroffenen und hilfesuchenden Menschen gekauft, genutzt und weiterempfohlen. Buchverlage und Buchhändler machen die Beobachtung, dass im Selbsthilfebereich zurzeit nichts so nachgefragt ist wie Bücher zur Energetischen Psychologie für Selbstanwender. Immer mehr Therapeuten berichten, dass Klienten mittlerweile explizit nachfragen, ob denn in ihrer Praxis „auch mit dem Klopfen“ gearbeitet werde.

Noch nie gab es vor der Energetischen Psychologie eine psychotherapeutische Technik, die professionelle Therapeuten wie die Kunden im Buchhandel gleichermaßen in ihren Bann zog.

Techniken, Methoden und Erklärungsmodelle in den angewandten Wissenschaften und im Alltag sind stark abhängig von übergeordneten, die Menschheit bewegenden Themen und Strömungen. Dies muss so sein, da wir Menschen mit unserem Gehirn eben nicht losgelöst vom großen Ganzen sind. Daher überrascht es nicht, dass plötzlich die Nutzung von natürlich vorkommenden Energien in der Psychotherapie an Attraktivität gewinnt. Dies in einer Zeit, in der sich große Teile der Gesellschaften weltweit der Grenzen unserer Energieressourcen wirklich bewusst werden, selbst konservative Politiker die Wichtigkeit der erneuerbaren Energieformen betonen und der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore erst mit seiner Ökotainment-Show die Welt belehrt und dann noch den Friedensnobelpreis für seine Ökoaktivitäten erhält.

Was für Freud und das 20. Jahrhundert die Heilmethode der Psychoanalyse war, könnte vielleicht für uns am Anfang des 21. Jahrhunderts in gewisser Weise die Energetische Psychologie werden. Beides sind wirkliche Paradigmenwechsel. Freud führte das Unbewusste in das Denken der Menschen seiner Zeit und in die psychotherapeutische Behandlung ein, die Energetische Psychologie das Phänomen Energie.

Möglicherweise rührt die Attraktivität der Energetischen Psychologie aber auch von ihrer im positiven Sinne gemeinten Einfachheit und ihrem Selbsthilfepotenzial her.

Wir leben in einer extrem komplexen Welt, und die Psychowissenschaften haben eine Komplexität erreicht, die von einem Menschen allein gar nicht mehr verstanden werden kann. Es erscheint unmöglich, alle psychodynamischen, behavioralen, kognitiven, hypnotherapeutischen, systemischen, transgenerationalen, transpersonalen, neurobiologischen, psychoimmunologischen und traumarelevanten Aspekte eines Menschen und seiner Problematik bzw. seines Leidens gleichzeitig zu berücksichtigen. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass das Gehirn eines Klienten nur ein Teil seines Körpers ist und auch im übrigen Körper manchmal der Grund dafür liegen kann, dass sich psychotherapeutisch nichts oder zu wenig bewegt.

Und nun kommt eine neue Technik daher, die alles Leid als blockierten Energiefluss erklärt und auch bezüglich der Veränderungsmaßnahmen eine überschaubare Anzahl an Tools und Techniken bereitstellt. Na, wenn das nicht begeistert.

Doch Vorsicht. Ist denn da wirklich alles neu und kulturfremd, was unter der Flagge der Energetischen Psychologie segelt?

Mein Anliegen ist es, zunächst das Bekannte im Unbekannten zu erkennen und erst zum Schluss die Aufmerksamkeit auf das Neue zu richten. Wenn ich also die Energetische Psychologie untersuche, dann suche ich zunächst nach mir bekannten und bereits bewährten Elementen. Diese gilt es darzustellen. Danach bleibt immer noch genug Raum für das Neue, das Unbekannte, das Ungewöhnliche, ja das vielleicht Nichterklärliche. Auch deshalb kann es interessant sein, ein wenig in die Entstehungsgeschichte der Energetischen Psychologie zu schauen.


>> Wurzeln der Energetischen Psychologie
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