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Psychischer Druck Inhaltsverzeichnis der Doktorarbeit

Untersuchungsmethodik

Dr. Heiko Maurer

5.4 Ergebnisse

In den nächsten Abschnitten erfolgt die Darstellung der Ergebnisse. Dabei werden zunächst Angaben zu den Treatmentbedingungen berichtet (Zustandsangst, Angaben zur Aufmerksamkeitslenkung). Im Anschluss erfolgt eine Prüfung der formulierten Veränderungshypothesen.

5.4.1 Angaben zu den Treatmentbedingungen

Veränderung der Zustandsangst

Die im Rahmen psychologischer Erfassungsinstrumente wie dem STAI verwendeten Ratingskalen werden in der Regel als intervallskaliert interpretiert (vgl. Bortz & Döring, 2006, S. 176), sodass die Bildung von Mittelwerten angemessen erscheint. Die mittleren Summenwerte im STAI sind für die einzelnen Bedingungen in Abbildung 15 dargestellt. Hier zeigt sich erwartungsgemäß ein deutlicher Anstieg der Zustandsangstwerte nur bei den Spielerinnen der Druck-Gruppe.

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Abbildung 15: Zustandsangstwerte (+SD) in Baseline- und Treatmentserie (DG = Druck-Gruppe, IG = Internal-Gruppe, EG = External-Gruppe).

Bei der Prüfung der Voraussetzungen für die Durchführung einer Varianzanalyse zeigt sich in zwei der sechs Zellen eine Verletzung der Normalverteilungsvoraussetzung (IG-B: p = .16, IG-I: p = .15). Zwar reagiert die Varianzanalyse relativ robust auf Verletzungen ihrer Voraussetzungen, allerdings wird bei Verletzungen der Voraussetzungen bei kleinen Stichproben die Anwendung nicht-parametrischer Verfahren empfohlen (Bortz, 2005, S. 287). Diese Vorgehensweise erscheint bei einer Zellengröße von ni = 10 Spielerinnen angemessen. Daher wird eine zweifaktorielle nicht-parametrische Analyse mit den Faktoren Gruppe und Zustandsangst mit Messwiederholung auf dem Zustandsangstfaktor durchgeführt. Die erforderlichen Berechnungen erfolgen mit dem Programm R. Dabei ergibt sich ein hochsignifikanter Interaktionseffekt für die Faktoren Gruppe und Zustandsangst (F1.9,∞ = 8.13, p < .001). Einzelvergleiche innerhalb der Gruppen bestätigen die unterschiedlichen Ausprägungen der Zustandsangst bei der Druck-Gruppe (F1,∞ = 12.47, p < .001). Innerhalb der Internal-Gruppe ergibt sich in der Tendenz ein Rückgang der Angstwerte (F1,∞ = 3.38, p = .07). Dagegen zeigt sich kein bedeutsamer Unterschied bei der External-Gruppe (F1,∞ = .46, p = .49).

Angaben zu den Aufmerksamkeitsbedingungen

Die Spielerinnen der Internal-Gruppe wurden vor der Aufmerksamkeitsbedingung befragt, welchen Aspekt der Freiwurfbewegung sie als besonders wichtig erachten. Von den zehn Spielerinnen nannten vier das Abklappen des Handgelenkes, drei die Armstreckung, zwei eine flüssige Gesamtbewegung und eine Spielerin die Beinstreckung. Nach der Durchführung der Wurfserie wurden die Spielerinnen befragt, wie gut ihnen die Lenkung der Aufmerksamkeit auf die Bewegungsausführung gelungen ist. Dabei gaben acht Spielerinnen an, dass ihnen dies „gut“ oder „sehr gut“ gelungen ist. Bei der Frage, ob die Konzentration auf den angegebenen Bewegungsaspekt ungewohnt war und bei der Ausführung behindert hat antworteten sechs Spielerinnen mit „etwas“ und vier mit „nein“. Weiterhin berichteten alle Spielerinnen, dass sie die Fokussierung auf den entsprechenden Bewegungsaspekt auch im Techniktraining nutzen und die Hälfte der Spielerinnen gab an, dass sie die Aufmerksamkeit auf den Aspekt lenken, wenn sie im Spiel einen sicheren Wurf ausführen möchten.

Bei der Befragung der Spielerinnen der External-Gruppe ergab sich ein ähnliches Bild. Von den zehn Spielerinnen bevorzugten fünf den Korb, drei den Ballflug und zwei den Ring. Sieben Spielerinnen berichteten, dass die Fokussierung auf den angegebenen Aspekt „gut“ gelungen ist, drei Spielerinnen gaben „weniger gut“ an. Die Frage, ob die Aufmerksamkeitsbedingung zu einer Störung der Ausführung geführt hat, antworteten sechs mit „nein“, jeweils zwei mit „etwas“ und „ja“. Auch hier gaben acht der zehn Spielerinnen an, dass sie diese Fokussierung häufiger im Training oder Wettkampf verwenden.

5.4.2 Trefferleistung

Bei der Bestimmung der Trefferleistung durch den in Abschnitt 5.3.6 erläuterten Trefferscore ist die Annahme gleicher Abstände zwischen den Merkmalsausprägungen nicht gerechtfertigt, sodass eine sinnvolle Interpretation von Mittelwerten und Mittelwertunterschieden nicht sichergestellt werden kann. Aus diesem Grund werden zur Beschreibung der Trefferleistungen Rangmittelwerte genutzt und bei den statistischen Analysen auf nicht-parametrische Verfahren zurückgegriffen. Anhand von Abbildung 16 wird deutlich, dass die Druck-Gruppe in der Baseline-Bedingung hohe Ausgangsleistungen erreicht, aber erwartungsgemäß ein Rückgang des Trefferscores von der Baseline- zur Druckbedingung stattfindet. Dagegen ist unter den beiden Aufmerksamkeitsbedingungen jeweils ein Anstieg zu beobachten.

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Abbildung 16: Darstellung der Trefferleistung innerhalb der einzelnen Bedingungen anhand der mittleren Rangdaten.

Ein Vergleich der erzielten Trefferscores in der Baseline-Bedingung durch einen Kruskal-Wallis-Test ergibt keine bedeutsamen Gruppenunterschiede (H2 = 2.68, p = .26). Bei der nicht-parametrischen zweifaktoriellen Analyse mit den Faktoren Gruppe und Trefferleistung mit Messwiederholung auf dem Leistungsfaktor zeigt sich ein signifikanter Interaktionseffekt (F1.9,∞ = 4.36, p = .01), jedoch kein bedeutsamer Haupteffekt (p-Werte > .60). Die Veränderung der Trefferleistung innerhalb der Druck-Gruppe verfehlt das Signifikanzniveau bei zweiseitiger Testung (F1,∞ = 3.32, p = .07). Hier erscheint jedoch eine einseitige Testung angemessen, sodass sich ein signifikanter Rückgang der Trefferleistung von der Baseline- zur Druckserie ergibt. Bei der Internal-Gruppe zeigt sich ein signifikanter Zuwachs der Trefferleistung (F1,∞ = 4.48, p < .05), bei der External-Gruppe dagegen nicht (F1,∞ = 1.35, p = .27). Damit kann Hypothese 1.1 nur zum Teil bestätigt werden. Die Ergebnisse der Druck- und der External-Gruppe entsprechen den Erwartungen. Dagegen zeigt sich bei der Internal-Gruppe eine signifikante Verbesserung der Trefferleistung.


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