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Das Innere Spiel Zurück 1 2 3 4 5 Vor

The Inner Game
Das Innere Spiel

Timothy Gallwey Und was geschieht während des Wurfes selbst? Wenn man sich das Gesicht des Spielers ein wenig näher anschaut, wird man feststellen, dass er in dem Versuch, sich zu konzentrieren, seine Wangenmuskulatur anspannt und die Lippen schürzt. Angespannte Gesichtsmuskeln werden aber weder gebraucht, um einen Dart zu werfen, noch sind sie der Konzentration förderlich. Wer setzt diese Anstrengung in Gang? Natürlich Ich 1. Aber wieso? Es ist doch angeblich der Befehlende, nicht der Ausführende. Wie es scheint, traut es Ich 2 aber nicht wirklich zu, seine Aufgabe zu erledigen, denn sonst müsste es ja nicht alles selber tun. Und genau dies ist der springende Punkt: Ich 1 hat kein Vertrauen zu Ich 2, obwohl Ich 2 das gesamte Potenzial verkörpert, das Sie bis zu diesem Moment entwickelt haben, und weit kompetenter darin ist, die Muskulatur zu steuern, als Ich 1 es vermag.

Zurück zu unserem Spieler. Seine Muskeln spannen sich viel zu sehr an, er wirft den Dart, ein kleiner Hüpfer und der Dart geht knapp über die Doppel 20. "Du Penner, du wirst nie lernen, wie man ein Doppel trifft", beschwert sich Ich 1. Weil es zuviel denkt und sich zu sehr bemüht, hat Ich 1 Spannungen und Konflikte in der Muskulatur des Körpers hervorgerufen. Es ist selber für den Fehler verantwortlich, schiebt jedoch Ich 2 die Schuld dafür in die Schuhe. Indem es Ich 2 auch noch verurteilt, untergräbt es zudem sein eigenes Vertrauen in die Fähigkeiten von Ich 2. Das führt dazu, dass der Wurf immer schlechter wird und der Frust immer größer wird.

Ich 1 zur Ruhe bringen

Wir sind nun an einem Schlüsselpunkt angelangt: Das unablässige "Denken" von Ich 1, unserem Ego-Bewusstsein, stört die natürlichen Fähigkeiten von Ich 2. Harmonie zwischen den beiden Ichs besteht dann, wenn der Verstand ruhig und fokussiert ist. Nur dann kann Höchstleistung vollbracht werden.

Wenn ein Dartspieler "in der Zone" ist, überlegt er nicht, wie, wann oder wohin er den Dart werfen soll. Er versucht nicht, den Dart zu werfen, und nach dem Wurf denkt er auch nicht darüber nach, wie gut oder wie schlecht er ihn geworfen hat. Der Dart scheint durch einen Prozess geworfen zu werden, der keinelei Überlegung bedarf. Der Spieler mag zwar wahrnehmen, wie der Dart fliegt, der Aufprall sich anhört und der Wurf sich anfühlt, und womöglich nimmt er auch die taktische Situation wahr, aber er scheint ohne Überlegung einfach zu wissen, was zu tun ist.

Wir wollen einmal hören, wie Daisetz Teitaro Suzuki, ein bekannter Zen-Meister, in seinem Vorwort zu dem Buch Zen in der Kunst des Bogenschießens die Wirkung des Ego-Bewusstseins auf das Bogenschießen beschreibt:

Sobald wir nachsinnen, überlegen und begrifflich denken, geht das ursprünglich Unbewusste verloren. Ein Gedanke mischt sich ein ... Der Pfeil verlässt die Sehne, fliegt jedoch nicht gerade auf sein Ziel zu, und auch das Ziel steht nicht dort, wo es steht. Die Berechnung, die eine falsche Berechnung ist, setzt ein ...

Der Mensch ist ein denkendes Wesen, doch seine wahrhaft großen Werke vollbringt er, wenn er nicht rechnet und denkt. Ein Zustand der "Kindlichkeit" muss wieder hergestellt werden ...

Vielleicht heißt es deshalb, dass große Dichtkunst in der Stille geboren wird. Von großer Musik und großer Kunst sagt man, dass sie aus der stillen Tiefe des Unbewussten empor steigen, und der wahre Ausdruck von Liebe soll aus einer Quelle entspringen, die unter Worten und Gedanken verborgen liegt. Das gilt auch für die größten Leistungen im Sport: Sie werden dann vollbracht, wenn der Verstand so still ist wie die Oberfläche eines gläsernen Sees.


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