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Die 10… denkwürdigsten World Matchplay Momente Teil 4

10 wichtige Dartmomente

4. Auferstanden aus Ruinen

Eines der wohl denkwürdigsten Spiele aller Zeiten, nicht nur vom World Matchplay sondern wohl in der kompletten Dartgeschichte, fand im Jahr 2011 im Viertelfinale statt. Dort trafen sich Andy Hamilton, der sich zuvor gegen Gary Anderson und John Henderson durchsetzte und Simon Whitlock, der Peter Wright und Denis Ovens bezwang. Beide Spieler befanden sich zu dieser Zeit in einer starken Form und daher war ein enges Match zu erwarten.

Doch was die Spannung angeht sollten die Fans zunächst enttäuscht werden. Simon bestimmte die Partie nach Belieben und konnte sich gegen einen mäßigen Hamilton immer weiter absetzen. Wie schon in der Runde zuvor, als der Australier klar mit 13:1 gegen Denis Ovens gewann, schien dies ein Selbstläufer zu werden und das Halbfinale war greifbar. Spätestens mit dem 15:8 war für alle Anwesenden klar, dass Whitlock, der jetzt nur noch ein einziges Leg zum Sieg benötigte, der Gewinner dieses Spiels sein würde. Auch Andy Hamilton rechnete nicht mehr mit einem Weiterkommen: „Ich hatte mich selbst schon aufgegeben. Ich dachte nur daran hier und da noch ein Leg zu gewinnen und das klappte dann super. Plötzlich war ich wieder im Spiel und der Druck lastete auf Simon“, sagte Hamilton später. Andy verkürzte zunächst auf 10:15, doch dann bekam Whitlock seine Chancen zum Sieg. Er vergab jedoch ganze drei Darts auf Tops, sodass Hamilton weiter verkürzen konnte. Auch im darauffolgenden Leg verpasste der „Wizard“ eine Möglichkeit auf die Doppel-20 und so kam Andy immer näher ran und der Druck auf Simon erhöhte sich tatsächlich immer weiter. Hamilton kam, weil Whitlock noch zwei weitere Matchdarts verpasste, tatsächlich zum 15:15-Ausgleich und hatte das Momentum nun klar auf seiner Seite. Allerdings braucht man beim World Matchplay zwei Legs Vorsprung zum Sieg und somit konnte noch alles passieren. Whitlock durfte das folgende Leg beginnen und es entwickelte sich zu einem Nervenspiel. Andy hatte sich die Doppel-8 gestellt, vergab darauf jedoch fünf Darts. Whitlock seinerseits verpasste auch fünf weitere Darts auf die Doppel und so nutzte der „Hammer“ seine siebte Möglichkeit zur erstmaligen Führung im kompletten Spiel. Im folgenden Leg hatte Andy also mit eigenem Anwurf tatsächlich die Chance zum Weiterkommen. Beide spielten ein solides Leg, eine 180 von Simon erhöhte den Druck auf Andy, der sich lediglich 94 Punkte Rest stellen konnte. Simon stand bei 87 und versenkte den ersten Dart in die Triple-17. Der zweite Dart verpasste die Doppel-18 nur minimal, war aber ein fantastischer Marker. Jedoch ging der letzte Dart genauso knapp vorbei. Hamilton hatte nun also die Chance das größte Comeback aller Zeiten zu vergolden. Er traf mit dem ersten Dart das Single-Bull, stellte das Bullseye dabei aber ein wenig zu. Er wollte also im besten Fall die Triple-19 treffen, es wurde aber nur die einfache 19. Dennoch hatte er damit einen Matchdart auf Bull und so nahm er sich kurz Zeit und atmete durch. Dann zielte er, machte seine typische Armbewegung, warf den Dart und versenkte ihn brillant in der Mitte des Boards.

Schatten

Mit diesem nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg, bei dem er letztlich neun Legs in Folge gewann, erreichte Andy Hamilton tatsächlich noch das Halbfinale, das er allerdings mit 9:17 gegen Phil Taylor verlor. Am Ende des Jahres trafen sich Andy und Simon im WM-Halbfinale erneut am Oche. Und wieder verspielte Simon Whitlock eine Führung. Er gab ein 5:3 aus der Hand, sodass Hamilton mit einem 6:5-Sieg in sein einziges WM-Finale einziehen konnte.

3. 170 für die Trophäe

Es gibt für einen Dartspieler wohl nichts Schöneres als einen Major Titel zu gewinnen. Oftmals kommen da auch bei den ganz großen Spielern noch immer Emotionen zutage, die man sonst nie sieht. Doch schöner als nur einen dieser großen Titel zu gewinnen, ist es mit Sicherheit ihn mit einem High Finish zu holen, am besten noch mit dem höchstmöglichen. So passiert im Jahr 2005, als der damalige Weltranglistenerste den Höhepunkt seiner Karriere erlebte.

Das World Matchplay war wie so oft hochklassig. Nach 30 Spielen standen die beiden Finalteilnehmer fest. Es waren Colin Lloyd auf der einen und John Part, der Phil Taylor aus dem Turnier warf, auf der anderen Seite. Lloyd hatte auf dem Weg ins Endspiel einige Hürden genommen. So lag er sowohl gegen Adrian Lewis als auch gegen Ronnie Baxter in wichtigen Phasen hinten, konnte die Partien aber jeweils noch zu seinen Gunsten drehen. Im Finale ging es zunächst ebenfalls eng zu. Colin bestimmte dieses Mal aber das Geschehen und setzte sich immer wieder leicht ab. Doch Part gab alles und kämpfte sich immer wieder heran. Auch nachdem sich Lloyd in Position gebracht hatte und nur ein Leg vom Sieg entfernt war, konnte sich „Darth Maple“ mit einigen Leggewinnen nochmal leise Hoffnungen auf ein Comeback machen, obwohl der Rückstand schon sehr groß war. Doch Lloyd schien nicht die Nerven zu haben und verpasste immer wieder Doppel. Dann aber kam das 30. Leg. Lloyd kam nicht gut rein, stand nach neun Darts bei 306 Punkten. Part hingegen warf eine 180 und brachte sich auf 143 Punkte Rest. Eine starke 136 von Colin brachte ihn dann auch in den Finishbereich. Part warf nur eine 90, stellte sich 53 Punkte Rest und so hatte Lloyd tatsächlich die Chance mit einem 170’er Finish das World Matchplay 2005 zu entscheiden. Er nahm sich gar nicht erst groß Zeit um nachzudenken. Er ging ans Oche und versenkte den ersten Dart in der Triple-20. Den zweiten Dart ließ er direkt folgen und so trennte ihn nur noch das Bullseye vom Titelgewinn. Er nahm Maß, warf den Dart und traf es haargenau. Colin drehte sich direkt um, reichte Part die Hand, doch fiel ihm dann in die Arme. Er war erleichtert und glücklich zugleich.

Schatten

Es war der zweite Major-Titel für Colin Lloyd, nachdem er im Jahr zuvor auch schon den World Grand Prix gewinnen konnte. Es sollte allerdings sein letzter großer Triumph sein. Schon im Jahr 2006 lief er seiner Form hinterher und konnte auch in den Folgejahren, bis auf wenige Ausnahmen, nicht mehr an sein damaliges Niveau anknüpfen. Heute spielt er nur noch zum Spaß und ist auch glücklich damit. Die 170 markiert dennoch den letzten großen Moment des Colin „Jaws“ Lloyd.

Tobias Gürtler


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