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Uniboffin

Aus dem Testlabor
von Unicorn Darts


Magische Momente

Dieses Mal werde ich mich um eine Frage kümmern, die von einigen Kunden in E-Mails an Unicorn angesprochen wurde, ob nämlich das Gewicht und die Form des Dartkörpers eine bestimmte Flight/Schaft-Kombination erforderlich machen.

Wenn wir zur UniLab-Seite gehen und dort die ST („style, standard and stance“ = Stil, Spielstärke und Stand) und SP („speed and spin“ = Geschwindigkeit und Drall) vernachlässigen und einfach auf „Optimiser“ klicken, werden wir feststellen, dass die einfache Antwort „ja“ lautet. Zunächst wählen wir einen bestimmten Dart-Typus aus, der in verschiedenen Gewichtsklassen erhältlich ist (der erste, auf den dies zutrifft, ist der „World Champion Golden“, die davor aufgeführten „Phil Taylor“-Darts gibt es nur in einer Gewichtsklasse), der erste Dart, der jetzt im Menü erscheint ist der „John Lowe“, den es in 21, 23, 25 und 27 Gramm gibt. Wenn wir nun den 21 Gramm schweren Dart auswählen und auf „Optimise“ klicken, empfiehlt das UniLab einen „XL Medium“-Schaft und einen „Big Wing“-Polyester-Flight. Wählen wir die 23 Gramm-Version, wird uns dazu ein „CheckOut Medium“- und ein „CheckOut Xtra“-Flight empfohlen. Beim 25 Gramm-Dart gibt es den gleichen Schaft und die gleiche Flight-Form, aber einen anderen Flight-Typ, nämlich den schwereren „Maestro“-Flight. Das Ergebnis für den 27 Gramm schweren Dart fällt ähnlich aus, nur wird dieses Mal ein Polyester-Flight empfohlen.

Es wird jedoch nicht für jeden Dart je nach Gewicht eine andere Schaft/Flight-Kombination empfohlen, da es zwei Arten gibt, ein bestimmtes Barrel-Design schwerer zu machen: Man kann entweder den Barrel-Durchmesser vergrößern oder einfach den Barrel länger machen. Wird wie bei den „World Champion John Lowe“ die letztgenannte Methode benutzt, ist die Auswirkung auf das Trägheitsmoment des Darts (wie ich in meinem Blog mit dem Titel M2 ausführlich erklärt habe) verhältnismäßig groß, weil sich das Trägheitsmoment eines zylindrischen Körpers, wie z.B. eines Dartbarrels, verändert, da sich die Masse entsprechend der quadrierten Länge multipliziert.

Da das Trägheitsmoment ein wesentlicher Faktor für die Gierungswellenlänge ist (auch darüber habe ich schon in einigen Blogs berichtet), führt die Vergrößerung des Trägheitsmoments durch eine Verlängerung des Barrels auch dazu, dass oft eine andere aerodynamisch optimale Flight/Schaft-Kombination verwendet wird.

Wenn - wie bei der erstgenannten Methode und den „World Champion John Part“-Darts - die Länge beibehalten und nur der Durchmesser verändert wird, ist die Auswirkung auf das Trägheitsmoment nicht so gravierend. Deshalb ist laut UniLab die optimale Flight/Schaft-Kombination für die 21 Gramm- und 23 Gramm-Darts die gleiche und nur bei den 25 Gramm schweren Darts eine andere. Bei einigen anderen Darts dieses Typus verändert sich die optimale Flight/Schaft-Kombination überhaupt nicht.

Natürlich könnte man das Barrelgewicht auch über Durchmesser und Länge regeln, wobei die Veränderung des Durchmessers eine größere Auswirkung hat, da man „Länge mal Durchmesser im Quadrat“ rechnet. Geht man nun von einer bestimmten, nicht veränderten Dichte des Barrelmaterials aus, muss man den Durchmesser im Quadrat mal der Länge hoch 3 nehmen (konntet Ihr da draußen mir folgen?)

Und damit komme ich zurück zu den „magischen Momenten“: Diese „Quadrat/hoch 3“-Beziehung kann man auch anwenden, um den Durchmesser des Barrels zu erhöhen und gleichzeitig das Barrel zu verkürzen, sodass zwar das Barrel-Gewicht zunimmt, das Trägheitsmoment jedoch magischerweise gleich bleibt! Und das, liebe Freunde, ist natürlich einer der schlauen Tricks hinter den Sigma-Darts. Im Gegensatz zu anderen Darts sind in diesem Fall die schwereren Darts kürzer als die leichteren, was bedeutet, dass alle Gewichtsklassen ein ähnliches Trägheitsmoment aufweisen und die gleichen aerodynamischen Eigenschaften besitzen und man somit die gleiche, spezielle Flight/Schaft-Kombination verwenden kann. Natürlich ist dies stark verallgemeinert, da man außer dem Trägheitsmoment noch eine ganze Reihe von Faktoren (Schwerpunkt usw.) berücksichtigen muss, doch Ihr begreift sicher, um was es geht.

Und darum sage ich den Leuten, wenn sie mich fragen, welche Gewichtsklasse ich für die Sigma-Darts am häufigsten empfehle, dass dies tatsächlich eine Frage der persönlichen Vorliebe ist, da keine der Gewichtsklassen gegenüber den anderen einen aerodynamischen Vorteil hat. Und auch zwischen den „Sigma 950“ und den „Sigma 970“ gibt es keine aerodynamischen Unterschiede, außer dass das Material der 950er eine etwas geringere Dichte hat und die Darts daher möglicherweise minimal länger sind. Griff und Form sollen dies kompensieren.

Und dann gibt es noch einen zweiten Faktor, der vielleicht den Ausschlag dafür geben kann, für welche Gewichtsklasse oder welchen Sigma-Dart (oder auch jeden anderen Dart) man sich entscheidet, wenn man sich beim Werfen mit beiden wohl fühlt: Leichtere Darts (bzw. Darts aus weniger „dichtem“ Wolfram) haben einen geringeren Durchmesser und lassen deshalb ein wenig (aber wirklich nur ganz wenig) mehr Platz für drei Darts in der Triple-20.

Und mit diesem beglückenden Gedanken beende ich meinen heutigen Artikel.


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