Dartspieler im Fokus November 2018

Es dauert nur noch einen Monat, dann geht im Alexandra Palace wieder die Post ab. Die Weltmeisterschaft der PDC ist das größte Dartsevent im Kalenderjahr und mit der Aufstockung auf 96 Teilnehmer größer als je zuvor. So ein Turnier lebt nicht nur von den großen Namen des Business, die ihre besten Leistungen abrufen, es lebt auch von Überraschungen. Vermeintliche Underdogs, die ausgerechnet auf der größten aller Bühnen das Spiel ihres Lebens machen.

Seit Anfang des Jahres suchen wir von Darts1 Spieler, die wir mittel- oder langfristig zu solchen Kandidaten zählen. In der Kolumne „Spieler im Fokus“ beleuchten wir daher Akteure, die es bisher noch nicht so oft geschafft haben, von sich reden zu machen. In diesem Monat richten wir die Augen daher auf einen Spieler, der dank der Pro Tour Order of Merit schon relativ sicher für die Weltmeisterschaft qualifiziert ist und auch in der Vergangenheit bereits einige Stars ärgerte: Chris Dobey.

Wer ist Chris Dobey?

Chris Dobey war ein ziemlicher Senkrechtstarter. Er begann erst im Jahr 2010 mit dem Dartspielen, bemerkte aber schnell sein großes Talent für diesen Sport. Geboren wurde Chris im englischen Örtchen Bedlington. Das liegt in der Nähe von Newcastle und dürfte den Bewohnern von Schalksmühle in Nordrhein-Westfalen ein Begriff sein, denn die beiden Orte führen eine Städtepartnerschaft. Dobey spielte schon nach drei Jahren größere Turniere und qualifizierte sich 2014 erstmals für die UK Open. Nachdem er dann 2015 die Tour Card gewann, ging seine Dartskarriere so richtig los. Er zeigte solide Leistungen auf der Pro Tour und qualifizierte sich auch für das eine oder andere European Tour Event. Noch im gleichen Jahr brachte ihn ein Sieg gegen Kim Huybrechts zu den World Series Finals, wo er allerdings in der ersten Runde knapp an Terry Jenkins scheiterte. Das Jahr 2016 lief dann richtig gut für „Hollywood“. Es begann mit seinem ersten Viertelfinale auf einem European Tour Event, als er bei den German Darts Masters unter anderem Dave Chisnall schlug und nur mit 5:6 an Michael van Gerwen scheiterte.

Auch auf der Pro Tour erreichte er in dem Jahr sein erstes Viertelfinale, welches er jedoch gegen Ricky Evans verlor. Seine bis heute aber wohl stärkste Leistung brachte er beim Grand Slam of Darts 2016. Als Qualifikant gestartet, verlor er sein Auftaktmatch gegen Benito van de Pas, legte dann aber Siege gegen Adrian Lewis und Scott Mitchell nach um noch ins Achtelfinale einzuziehen. Weil er dann im Achtelfinale die Nerven behielt und James Wilson mit 10:9 bezwang, stand er auch beim Grand Slam im Viertelfinale. Jenes verlor er dann zwar deutlich gegen James Wade, nahm den Schwung aber mit. Bei seiner ersten WM, der Auflage von 2017, gewann er immerhin sein Auftaktmatch gegen Justin Pipe, ehe er an Chisnall scheiterte. Auch im Jahr 2018 sollte er dann nochmal zwei Premieren feiern. Im März des Jahres erreichte er sein erstes Finale bei einem Players Championship Turnier, schlug an dem Tag unter anderem Dave Chisnall und Gabriel Clemens und verlor nur gegen Branchenprimus Michael van Gerwen. Dieses gute Ergebnis konnte er im Oktober nochmal bestätigen, verlor das Endspiel aber erneut, dieses Mal mit 2:6 gegen Krzysztof Ratajski.

Prognose

Chris Dobey hat unheimlich viel Talent. Sein steiler Aufstieg war das Resultat dessen. Schwierig für solche Spieler ist jedoch die Nachhaltigkeit. Es gab einige Akteure, die zu Anfang ihrer Karriere einen fantastischen Job machten, dann jedoch nach und nach in der Versenkung verschwanden. Zu viel Lob ließ sie abheben. Sie trainierten nicht mehr so fleißig wie zuvor, fokussierten sich zu wenig auf den Sport. Chris Dobeys Entwicklungskurve geht inzwischen nicht mehr so steil nach oben, aber immer noch nach oben. Die aktuelle Phase in der es sich ein wenig beruhigt, ist völlig normal. „Hollywood“ hat alle Anlagen um spätestens im Jahr 2020 ein Top-16 Spieler zu sein und auf dem Weg dorthin bereits einige große Namen zu ärgern. Das kommende Jahr wird zeigen, in welche Richtung sich die Karriere von Chris entwickelt. Auch bei der kommenden WM könnte er, je nach Auslosung, bereits eine der Überraschungen sein. Keegan Brown stand im vergangenen Jahr im Achtelfinale, für Dobey ist dies durchaus auch denkbar, auch wenn es natürlich schwer wird. Ob es so kommt, wir werden sehen. Bis dann!

Tobias Gürtler

Chris Dobey Porträt



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