Dartspieler im Fokus August 2018

Sommerpause. Nach dem geschichtsträchtigen 25. World Matchplay Ende des vergangenen Monats, hat sich im Dartsport, zumindest im Tagesgeschäft, nicht allzu viel getan. Die Top-Stars reisten in Richtung Australien und Ozeanien, um im Rahmen der World Series of Darts Tour den Sport in dieser Region noch stärker zu etablieren. Für die bisher noch nicht so gestandenen Profis ging es also auf lokale Turniere und ans Practice Board, um ab September wieder voll da zu sein.

Einen dieser Akteure wollen wir uns heute mal etwas genauer anschauen. In unserer Rubrik „Spieler im Fokus“ beleuchten wir seit Anfang des Jahres ebenjene Spieler, die bisher wenig oder kaum Erfolge zu verzeichnen hatten, in denen wir aber das Potenzial sehen, dies in absehbarer Zeit nachzuholen. Im August blicken wir auf einen Kollegen aus einem unserer Nachbarländer, der im vergangenen Jahr bereits ein ganz großes Ausrufezeichen bei der BDO setzte, aber eben nur eines. Die Rede ist vom Polen Krzysztof Ratajski.

Wer ist Krzysztof Ratajski?

Krzysztof zeigte schon bei seiner Geburt ein tolles Timing, als er pünktlich am 1. Januar 1977 in Warschau das Licht der Welt erblickte. Es dauerte dann 20 Jahre bis er sich dazu entschied Dartspieler zu werden. Zunächst konzentrierte er sich dabei aber auf den E-Dartbereich, wo er auch schnell Erfolge feiern konnte. Er nahm an einigen Endspielen teil, entschied im Jahr 2005 dann ausgerechnet gegen den absoluten Dominator des E-Darts, Mensur Suljovic, erstmals auch eines für sich. Er schlug den Österreicher bei der SDWF European Championship und sicherte sich so 8.000 Euro Preisgeld. „The Polish Eagle“ hatte Lunte gerochen und entschied sich ein paar Jahre später dafür, auch im Steeldartbereich erste Schritte zu wagen. Dort schnappte er sich bereits im Jahr 2008 den Titel bei den Denmark Open, wo er einige namhafte Akteure wie Geert de Vos und Marko Kantele bezwang. 2009 gab er dann bereits sein Debüt bei der Weltmeisterschaft. Als Qualifikant traf er in der ersten Runde der BDO WM auf Edwin Max und unterlag nur knapp mit 2:3. 2010 gab er dann sein PDC-Debüt, als er im Rahmen des World Cup of Darts sein Heimatland vertrat, allerdings früh ausschied.

Die nächsten Jahre wurde es etwas ruhiger um Ratajski. So richtig in Fahrt kam er erst wieder Ende 2016, wo er sich erneut für eine BDO WM qualifizierte und diesmal sogar einen Sieg über Wesley Harms holte, dann aber mit 3:4 an Darius Labanauskas scheiterte. Das Jahr 2017 ging dann richtig gut weiter. Er wollte sich auf der European Tour der PDC ausprobieren und dominierte die Qualifiers. Ratajski erspielte sich dort die Teilnahme an den ersten zehn European Tour Events und sammelte so auch einiges an Preisgeld ein. Seinen größten Erfolg erlebte er bei den Dutch Darts Masters, wo er sich bis ins Viertelfinale spielte. Dann aber sorgte er für eine große Überraschung. Beim World Masters 2017 spielte er unfassbar starke Darts. Er kämpfte sich über Namen wir Richard Veenstra, Glen Durrant und Cameron Menzies bis ins Endspiel dieses geschichtsträchtigen BDO Major Events. Dort ließ er Mark McGeeney beim 6:1 keine Chance und sicherte sich seinen ersten ganz großen Titel. Nach einem misslungen WM-Debüt bei der PDC samt Erstrundenaus, verpasste er es auch sich eine Tour Card zu sichern. Dennoch schnappte er sich beim letzten UK Open Qualifier 2018 seinen ersten Turniersieg bei der Professional Darts Corporation, als er unter anderem Rob Cross und im Endspiel Daryl Gurney besiegte. Bei den UK Open selbst erreichte er mit dem Achtelfinale seine beste Platzierung bei einem PDC-Major.

Prognose

Krzysztof Ratajski hat eigentlich bereits bewiesen, dass er mit seinem Können das Zeug hat bei den ganz großen mitzuspielen. Bisher gelang es ihm jedoch zu selten in den entscheidenden Momenten voll da zu sein. Den Triumph beim World Masters wird ihm niemals jemand nehmen, doch bei einem kleineren, aber ebenfalls wichtigen Ereignis wie der Q-School war der Pole dann nicht in der Lage sich die Tour Card zu sichern. Diese hätte ihm für dieses Jahr extrem gute Bedingungen geschaffen, um die nächsten Schritte zu machen. So tobt er sich nun auf der Challenge Tour aus, ist zudem umso mehr auf Sponsoren angewiesen, die bekanntlich nicht immer ganz leicht an Land zu ziehen sind. Für Krzysztof ist 2019 ein sehr bedeutsames Jahr. Sollte er bei der Q-School maximal fokussiert zu Werke gehen, dann ist ihm die Tour Card eigentlich kaum zu nehmen. Gewinnt er diese, wird er im nächsten Jahr so richtig durchstarten und sich auch für einige Major Events qualifizieren. Dort kann er dann mit Sicherheit auch für die eine oder andere Überraschung sorgen und wird mittelfristig die Top-32 erreichen. Doch alles hängt vom Start ins Jahr 2019 ab. Ob es so kommt, wir werden sehen. Bis dann!

Tobias Gürtler

Krzysztof Ratajski Porträt



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