Dartspieler im Fokus September 2018

Wir haben inzwischen Mitte September erreicht und stehen damit ganz kurz vor der heißen Phase im Dartsjahr. Es folgt nun ein größeres Turnier auf das nächste und gipfelt am Ende in der größten Dartsweltmeisterschaft aller Zeiten. Dieses Turnier lebt auch von seinen Überraschungen und in unserer Kolumne zum Spieler im Fokus versuchen wir seit Anfang des Jahres schon im Vorfeld Spieler zu finden, denen wir diese über kurz oder lang zutrauen.

In diesem Monat gibt es dabei eine Premiere, denn erstmals schauen wir auf einen Akteur aus England. Er konnte bereits in der Vergangenheit dem einen oder anderen Turnier seinen Stempel aufdrücken, verschwand dann allerdings für ein paar Jahre aus dem Rampenlicht. Seit Ende letzten Jahres ist aber wieder ein Aufwärtstrend zu erkennen und so war auch er ein Teil von Phil Taylors letzter WM. Die Rede ist von „The Needle“ Keegan Brown.

Wer ist Keegan Brown?

Keegan Brown prophezeite man ähnlich wie einem Mervyn King bereits in jungen Jahren eine große Karriere. Er begann im Alter von neun mit dem Dartsport und spielte schon mit 13 Jahren bei den Erwachsenen mit. Bereits mit 19 gelang es ihm dann, sich eine Tour Card bei der PDC zu erspielen und so verbesserte er sich durch die vielen Turniere auf denen er sich mit den besten messen konnte stetig. Im Mai des gleichen Jahres kam er dann sogar in sein erstes Halbfinale auf einem Players Championship Event. Auf dem Weg dorthin bezwang er unter anderem James Wade und Terry Jenkins, verlor nur gegen den späteren Sieger Dave Chisnall. Es schien für Keegan immer weiter nach oben zu gehen und so gelang ihm fast folgerichtig der Sieg bei der Junioren-WM 2014 mit einem verdienten Finaltriumph gegen den Österreicher Rowby-John Rodriguez. Dieser Erfolg sorgte nicht nur dafür, dass er einem breiteren Publikum bekannt wurde, es öffnete ihm auch Türen, wie die zum Grand Slam of Darts 2014.

Bei diesem Event konnte er sich in seiner Gruppe gegen Adrian Lewis und erneut Rowby-John Rodriguez durchsetzen und so hinter Dave Chisnall ins Achtelfinale einziehen. Spätestens mit seinem überragenden Auftritt gegen Raymond van Barneveld, den er mit 10:7 besiegte, hatte er die Fans in Wolverhampton auf seiner Seite. Auch gegen Dave Chisnall im Viertelfinale sah es lange Zeit sehr gut aus. Er führte 8:2 und 12:6, unterlag am Ende aber doch noch mit 14:16 und schied aus. Nachdem er dann die WM 2015 mit einem 3:2-Sieg gegen John Part eröffnete, sank sein Stern allmählich. Er konnte die Matches oft nicht zumachen und so verlor er einiges an Selbstvertrauen und rutschte in der Order of Merit immer weiter ab. Erst Ende 2017 fand er wieder zurück zu alter Form und überraschte bei der WM 2018 vor allem durch sein konstantes und kaltschnäuziges Auftreten. Es reichte für das Achtelfinale, wo er dann gegen Phil Taylor verlor. Nicht aber ohne der Partie seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Nachdem Taylor einen Matchdart vergab, checkte Brown 124 Punkte via T17, T17, D11 und musste selber lachen. Seitdem tritt „The Needle“ auf den Turnieren wieder selbstbewusster auf.

Prognose

Das Potenzial des Keegan Brown ist so unfassbar groß, dass es schade ist, dass er es die letzten Jahre nie vollends entfalten konnte. Hier und da überzeugte er mit seinen Auftritten, bewies, dass er mit fast jedem PDC-Akteur mithalten kann, doch es reichte nie um konstant diese Leistungen zu zeigen und sich langfristig in der Order of Merit weiter oben zu platzieren. Er hat absolut die Fähigkeiten um ein Top-16 Spieler zu sein, mit seinen 25 Jahren ist er aber auch noch sehr jung. Über lange Zeit wartete man auch bei Michael Smith auf den Durchbruch. Diesen hat er wohl in diesem Jahr endgültig geschafft. Er ist aber auch zwei Jahre älter als Brown. Gibt man Keegan diese zwei Jahre, dann würde er 2020 endlich durchstarten. Dies traue ich ihm absolut zu. Seine Formkurve geht wieder nach oben und so sehe ich die Möglichkeit gegeben, dass er sich in den kommenden Monaten bei dem ein oder anderen Turnier nochmal positiv zeigt, mit dem daraus gewonnenen Selbstverständnis ins Jahr 2019 geht und diesen Schwung dann in seinen Angriff auf die Spitze mitnimmt. Ob es so kommt, wir werden sehen. Bis dann!

Tobias Gürtler

Keegan Brown Porträt



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