Unterecke
Darts 1 Dartshop Automaten Richter
Dart Tickets Dart Stream Dart Wetten
dartworld banner

Bulls Darts

Dartshop


Taechon Kolumne Zurück 1 2 3 Vor

Dartspieler

Diese gefährlichen Darts!

Der Check-in Schalter für den Flug 761 nach Taipei wurde geöffnet und langsam wurde die Warteschlange kürzer. Das Mädchen am Schalter fragte mich sehr freundlich, ob ich irgendwelches zu kontrollierende Gepäck hatte. Ich lächelte zurück und nahm den kleinen blauen Rucksack ab. Ich ließ ihn auf das Fließband fallen und fing einen erstaunten Blick der Angestellten auf. Im Rucksack waren drei Shirts, drei Garnituren Unterwäsche, drei Paar saubere Socken und zwei Sets Darts, ein Set Steel-Darts und ein Set E-Darts. Der Rücksack war leicht genug um ihn als Handgepäck mit ins Flugzeug zu nehmen und der Blick der Angestellten zeigte das auch deutlich. Ich dachte, vielleicht müsste ich ihr auf die Sprünge helfen. "Ich transportiere gefährliche Waffen", erläuterte ich ihr. " Mein Rucksack würde niemals durch die Sicherheitskontrollen kommen."

Die vollkommene Verständnislosigkeit in ihrer Reaktion ist wahrscheinlich auf das herausragende Trainingsprogramm zurückzuführen, dass das Check-in Personal der Korean Airlines durchläuft. Es könnte natürlich auch sein, dass das Mädchen durch den Schock erstarrt war. Sie befestigte einen Anhänger an meinem Rucksack und drückte mir kommentarlos meinen Boarding Pass in die Hand. Das warf natürlich die Frage auf, warum sie mir überhaupt einen Boarding Pass gab, nachdem sie die Waffen in meinem Rucksack begutachtet hatte. Aus welchem Grund auch immer wünschte sie mir noch nicht einmal den obligatorischen "guten Flug" als ich den Schalter verließ. Hatte ich etwas Falsches gesagt?

Ich empfand es als sehr aufregend im überfüllten Flughafen herumzuspazieren und dabei sicher zu sein, dass das gesamte Sicherheitspersonal und all die Kameras mich beobachteten. Ich überlegte, ob ich mir den Spaß machen sollte, mich auffällig zu benehmen oder zu versuchen, mein Gesicht vor den Kameras zu verbergen und dem Sicherheits-Personal absichtlich aus dem Weg zu gehen. Glücklicherweise bin ich aber nicht ganz dumm. So ein Szenario überlasse ich lieber dem Idioten, der sich vorstellen kann, dass man einen Dart als Waffe einsetzen könnte um ein Flugzeug zu entführen.

Ich kann es deutlich vor mir sehen. Der Terrorist springt von seinem Sitz auf, schnappt sich die schöne, junge Stewardess am Hals. Schweiß und Entschlossenheit dringen aus allen seinen Poren, während er die junge Frau würgt und sie trotz heftiger Gegenwehr vom Passagierraum in die Pilotenkanzel befördert. Vor der Pilotenkanzel bleibt er noch einmal stehen und dreht sich um. Er holt einen tödlich aussehenden 23 Gram, 97% Tungsten Dart mit tief geriffeltem Barrel aus einer Geheimtasche an seinem Shirt-Kragen und drückt ihn an den Kopf der Stewardess. "Alle bleiben auf ihren Plätzen!" brüllt er mit einem nicht erkennbaren Akzent. "Sollte sich irgendjemand bewegen, werde ich diese junge Dame durch tausend Stiche sterben lassen." Was ungefähr tatsächlich der Anzahl Stiche entspricht, die man jemanden zufügen muss, bevor man mit einem Dart ernstlichen Schaden anrichten kann.

Also werden wohl, bloß wegen ein paar besonders fantasievollen und paranoiden Sicherheitsbeamten, Hunde in meinem Rucksack nach explosiven Abhörgeräten und Massenvernichtungswaffen durchschnüffeln. Meine Darts werden einer hohen Dosis gefährlicher Röntgenstrahlen ausgesetzt werden und ein besonders tapferer Mensch im kompletten Schutzanzug wird in den Rucksack langen und die tödlichen Darts entfernen. Ich hätte einen Zettel mit "Buh" darauf, für ihn hinterlassen sollen.

Ich schaffte es aber an Bord des Flugzeugs zu kommen ohne den befürchteten Aufruf der Flughafen Verwaltung zu hören: "Mr.Hartmann, Mr.Karl Hartmann, bitte stellen Sie sich dem nächsten Sicherheitsbeamten. Legen Sie sich mit dem Gesicht zum Boden nieder und strecken Sie die Arme nach der Seite aus." Ich hatte mir schon vorgestellt, ich müsse in dieser Haltung über den Boden robben, bis ich einen Sicherheitsbeamten gefunden hatte.

Nun rollte das Flugzeug zum Start. Ich schaute mich um nach all den weißen Fingerknöcheln, mit denen sich die Passagiere an ihren Sitzen festkrallten und mir kam ein Gedanke. "Wer hatte eigentlich schon mehr Tode in dieser Industrie verursacht - die so genannten "menschlichen Irrtümer" oder "technisches Versagen" oder doch die Terroristen? Darüber muss ich irgendwann noch einmal in Ruhe nachdenken.

Während des Flugs fing ich an, mich im Flugzeug umzusehen. Wie effektiv war denn die Flughafen Sicherheitsgarde wirklich? Vielleicht hatte sie, trotz meiner deutlichen Hinweise an das Mädchen im Check-in-Schalter, die Darts überhaupt nicht gefunden? Von meinem Platz aus hatte ich den Eindruck, als hätten sie eine ganze Menge übersehen. Schon alleine wenn ich mich im Passagierraum umsah konnte ich Waffen sehen, mit denen man ersticken, erstechen, niederschlagen, vergiften und verbrennen konnte.

Wie viele Leute werden nicht jedes Jahr mit Schnürsenkeln, Gürteln, Kamera-Riemen, Elektro-Kabeln, wie man sie für Computer braucht, Strumpfhosen, T-Shirts, Schals, Krawatten und anderen Kleidungsstücken erwürgt? Anstelle der Kleidung könnte man auch die Decken der Fluggesellschaften nehmen oder die Kissenbezüge, Plastiktüten, die Vorhänge, die die erste Klasse von uns abtrennt, man könnte sogar die Langhaarperücken von Frauen benutzen. Vielleicht glauben die Fluggesellschaften einfach, es ist nicht so aufregend und psychologisch nicht so schädlich zuzusehen, wie ein Terrorist jemanden erdrosselt, wie wenn man beobachten kann, wenn jemand durch tausend Stiche mit einem Dart stirbt.

Aber an der Spitze der Werkzeuge, die man zum Erstechen benutzen könnte, stehen ohnehin Füller und Bleistifte. Muss ich überhaupt erwähnen, dass auch Zahnstocher jederzeit erhältlich sind, mit denen man jemandem genauso viel Schaden zufügen kann wie mit einer Dartspitze? Dann stehen auch noch die Dosen mit Bier und Cola auf der Speisekarte. Die kann man auseinander nehmen und ihre scharfkantigen Teile genauso einsetzen wie Messer. In Selbstverteidungskursen auf der ganzen Welt, wird immer darauf hingewiesen, dass man Autoschlüssel als Waffen gegen Straßenräuber benutzen kann, davon gab es jede Menge an Bord. Es gab auch Frauen mit großen Haar-Clips an Bord, auch deren Unterseite können wie Messer zu gefährlichen Waffen werden. Eine Frau trug ein hölzernes Stäbchen im Haar, das ihren Knoten befestigte. Wie hatten die Sicherheitsbeamten am Flughafen das übersehen könnten? Wie konnten sie überhaupt alle diese Stichwaffen übersehen? Die Antwort wurde offensichtlich, als mein Essen serviert wurde, weil neben dem Hähnchen in einer geheimnisvollen braunen Soße und dem Häufchen Shrimp Salat in Plastik eingewickelt ein Edelstahl Messer, eine ebensolche Gabel und ein passender Löffel zum Vorschein kamen. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, wie die Diskussion lief, in der zugunsten von Edelstahl statt von Plastik entschieden wurde, aber da wäre ich gerne dabei gewesen. Glaubt Ihr, ich hätte meine Darts mit an Bord nehmen können, wenn sie fein säuberlich in Plastik eingewickelt gewesen wären?

Sollten die Sicherheitsbeauftragten der Fluggesellschaften überhaupt über Intelligenz verfügen, wären sie sicher zu der Überzeugung gekommen, dass alles, was man in der Hand halten kann und wie einen Schläger schwingen kann, oder was man mit Kraft durch die Kabine schleudern kann und damit Besatzungsmitglieder oder Passagiere verletzen kann, von Bord verbannt werden sollte.

Die Schlagwaffen auf meinem Flug bestanden aus Handys, Game Boys, PSP Spielern, vollen Cola und Bier-Dosen, Hartplastik-Tassen, Photoapparaten, kleine die in eine Hand passen genauso wie die, die man mit Hilfe ihrer Gurte in tödlicher Ansicht durch die Luft schwingen kann. Auch Laptops scheinen perfekt zu Zuschlagen zu sein genauso wie kleine Kinder. Das wäre im Übrigen ein hervorragender Grund um kleine Kinder ganz aus Flugzeugen zu verbannen.

Genauso sollte man aus den Flugzeugen die ganzen Gifte verbannen, die offen herumstehen und allgemein zugänglich sind. Das fängt schon mit der roten Chili Paste an. Wenn Du dir davon etwas in die Hand nimmst und es dann in die Augen Deines Gegenübers schmierst, ist der mit Sicherheit außer Verkehr gesetzt. Man könnte sie natürlich auch mit Wasser vermischen und dann jemanden in die Augen schleudern, aber es geht auch einfacher. Auch Tabasco Soße steht hier auf dem Tablett direkt neben mir. Die brauch man gar nicht erst zu vermischen, nur die Flasche aufmachen und spritzen. Tabasco in den Augen dürfte ähnlich wirkungsvoll sein wie Chili. Aber diese beiden Gifte sind nichts verglichen mit der nächsten Möglichkeit.

Hier vor mir auf meinem Essenstablett findet sich eines der gefährlichsten Gifte überhaupt. Meeresfrüchte! Nach dem Consumer Report vom Juni 2005 sind Allergien gegen Meeresfrüchte weit verbreitet, die Reaktion kommt sehr rasch und ist oft tödlich. So heißt es dort: "Seid vorsichtig, Ihr Liebhaber von Meeresfrüchten! Allergien gegen Fisch oder Schellfisch kommen ohne Vorwarnung, nicht wie andere Allergien, die Reaktionen sind oft heftig und können lebensbedrohend sein, auch bei Erwachsenen, die vorher noch nie irgendwelche Symptome gezeigt hatten. Allergien gegen Meeresfrüchte sind weitaus verbreiteter als die Wissenschaftler bisher angenommen haben, rund 6,6 Millionen Amerikaner sind davon betroffen."

Nachdem ich meinen Shrimps Salat gegessen hatte und die obligatorischen zehn Minuten bis zu einem anaphylactischen Schock abgewartet hatte, war mir klar, dass ich diesen Tag noch einmal überleben würde. Erst nachdem das Lunch vorbei war und alle Tabletts abgeräumt waren, gab ich die Hoffnung auf, vielleicht doch einen meiner Mitpassagiere vor Schmerz stöhnen zu hören. Trotzdem erschien es mir richtig, mögliches Gift mit irgendetwas zu Trinken zu verdünnen und ich akzeptierte dankbar den dampfend heißen Kaffee, der mir angeboten wurde.

Ja, Ihr habt richtig gelesen! In unseren Tagen der fortgeschrittenen Sicherheit, kann tatsächlich ein gut ausgebildeter Terrorist einen Schluck kochend heißen Kaffees oder Tees genießen, bevor er den Rest jemandem entgegen schleudert und ihn oder sie damit kampfunfähig macht.

Während ich an meinem Kaffee nippte, überlegte ich, ob ich nicht eine Umfrage machen sollte. Ich könnte einen Fragebogen herumgehen lassen: "Im Falle einer Entführung, würden Sie lieber erdrosselt, erschlagen, erstochen oder aufgeschlitzt, vergiftet, mit heißen Wasser verbrüht oder mit einem Dart gestupst werden?" Ich weiß, was ich antworten würde!

Taechon

© darts1®.de 2007-2017 Alle Rechte vorbehalten