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„Barney“ verliert sein letztes Match im eigenen Land

Bei der einzige Nachmittagssession wurden bei den World Series of Darts Finals am Sonntag die Viertelfinalpartien ausgetragen. Im Mittelpunkt stand dabei wie gestern auch Raymond van Barneveld, der sich heute definitiv von den niederländischen Fans würde verabschieden müssen. Um dies allerdings erst am Abend zu tun musste er im letzten Viertelfinale Dave Chisnall bezwingen. Den Anfang machten heute Krzysztof Ratajski und Mensur Suljovic, ehe mit Michael van Gerwen der zweite niederländische Topstar an der Reihe war. Nach seinem Duell mit Jonny Clayton trafen außerdem noch Ian White und Danny Noppert aufeinander. In der Runde der letzten Acht wurde im Modus „best of 19 Legs“ gespielt.

Van Gerwen gibt sich keine Blöße

Für die Eröffnung an diesem Sonntagnachmittag waren also Krzysztof Ratajski und Mensur Suljovic zuständig. Der Mann aus Wien fand richtig gut ins Match hinein, kam dank eines 119er-Bullfinishes im zweiten Leg zum Break und legte ein 83er-Checkout ebenfalls auf dem Bullseye nach. Erst als Suljovic die Mitte des Boards im nächsten Leg haarscharf verfehlte gelang Ratajski sein erstes Erfolgserlebnis. Zudem profitierte er wenig später von gleich drei Patzern seines Gegner und lag zur ersten Pause nur noch mit 2:3 in Rückstand. Danach schaffte der Pole zunächst den Ausgleich, ehe Mensur den Lauf seines Gegners auf der Doppel-20 stoppen konnte. Kurz darauf patzte er allerdings zweifach auf die Doppelfelder und verlor das achte Leg. Analog dazu liefen die nächsten beiden Durchgänge ab: Suljovic setzte sich in Front, ließ danach aber wieder zwei Möglichkeiten liegen. Ratajski bedankte sich und stellte auf 5:5. Nach dieser zweiten Pause spielte der „Polish Eagle“ ein 124er-Highfinish und lag deshalb erstmals selbst in Führung. Suljovic holte sich zwar das sofortige Rebreak, konnte allerdings nicht nachlegen. Ratajski schnappte sich dieses 13. Leg, dann erging es ihm allerdings genauso wie einige Minuten vorher seinem Gegner: auch weil „The Gentle“ mit zwei 180ern startete musste Ratajski ein weiteres Break und dadurch auch den 7:7-Ausgleich einstecken. Nachdem die nächsten beiden Durchgänge gerecht aufgeteilt wurden vergab Ratajski eine ganz wichtige Breakmöglichkeit auf der Doppel-8. Mensur rettete sein Anwurfleg und benötigte nur noch ein Leg zum Weiterkommen. Im nächsten Leg spielte der Wiener richtig gut und stellte sich nach neun Darts 46 Rest. Doch der anwerfende Ratajski machte ihm einen Strich durch die Rechnung: unter maximalem Druck löschte er 161 Punkte aus und erzwang das Entscheidungsleg. Dort ließ Suljovic jedoch nichts anbrennen: er benötigte nur 14 Würfe und brachte sich selbst ins Halbfinale.

Dann war bereits Michael van Gerwen an der Reihe. Der Weltranglistenerste hatte sich gestern in einem Krimi gegen Gerwyn Price durchsetzen können und traf heute auf dessen Landsmann Jonny Clayton. „The Ferret“, natürlich klarer Außenseiter begann gut und legte einem 121er-Bullfinish zum Start ein 64er-Checkout hinterher. Van Gerwen zeigte anschließend ein 93er-Finish und gewann so sein erstes Leg, verpasste dann aber eine Breakchance auf dem Bullseye. Diesen Fehler konnte er im nächsten Leg jedoch korrigieren, lag zur Pause aber noch immer mit 2:3 hinten. Nach der Pause löschte Clayton zunächst 78 Punkte, verlor danach aber zwei Legs nacheinander. Dabei warf der Waliser im achten Durchgang zweimal an Doppeln vorbei und durfte dann zusehen, wie van Gerwen 132 Punkte zum 4:4 löschte. Weil die nächsten beiden Legs gerecht aufgeteilt wurden stand es zur zweiten Pause ebenfalls unentschieden. Nach der Unterbrechung setzte sich „Mighty Mike“ wieder in Front, verpasste im nachfolgenden Leg jedoch zwei Breakdarts. Einige Minuten später gelang dem amtierenden Weltmeister das erhoffte Break: nachdem er erneut vorgelegt hatte glänzte er mit einem 12-Darter, mit dem er seine Führung auf 8:6 ausbaute. Van Gerwen war jetzt voll in Fahrt, bestätigte erfolgreich mit einem 14-Darter und stand kurz vor der Ziellinie. Clayton konnte dieses Tempo seit Längerem nicht mehr mitgehen und verlor letzten Endes mit 6:10.

Der Fluch des Ian White bleibt bestehen

Auch in der dritten Begegnung gab es ein Heimspiel, diesmal wurde Danny Noppert vom Amsterdamer Publikum unterstützt. Sein Gegner war Ian White, der heute endlich den Sprung in ein allererstes TV-Halbfinale schaffen wollte. Nachdem sich „Diamond“ in der Anfangsphase eine 2:1-Führung erspielte vergab er im vierten Leg die ersten beiden Breakmöglichkeiten. Noppert nutzte das aus und machte es wnig später besser, als er mit einem 13-Darter seine 3:2-Pausenführung klarmachte. Nach der Unterbrechung bestrafte „Noppie“ einen Fehlwurf seines Gegners mit einem starken 121er-Finish. White verringerte den Rückstand, bekam anschließend aber länger keinen Zugriff auf die Partie. Auf der anderen Seite gewann der Niederländer in dieser Session drei Legs nacheinander, zeigte dabei auch ein 102er-Finish und profitierte des Weiteren mehrfach von Patzern seines englischen Konkurrenten. Mit dem 7:3 war das Ergebnis zur zweiten Unterbrechung als schon ziemlich deutlich. Wenige Minuten später baute Noppert seine Führung mit einem 13-Darter aus, warf in den nächsten beiden Legs jedoch sieben Pfeile am äußeren Ring vorbei und verpasste so die Vorentscheidung. White war jeweils zur Stelle und kam bis auf 5:8 heran, verlor jedoch das darauffolgende 14. Leg und stand kurz vor dem Ausscheiden. White zögerte dieses mit einem 13-Darter vorerst hinaus und überlebte dann ganze acht Matchdarts. Anschließend legte „Diamond“ einen 14-Darter hinterher und lag plötzlich nur noch mit einem Leg Abstand hinten. Noppert hatte seine Nerven weiterhin nicht im Griff: er vergab im 18. Leg drei weitere Matchdarts und traf bei 9 Rest auch noch die große 20. White bedankte sich und sorgte tatsächlich für das alles entscheidende Leg. Nachdem „Noppie“ mit einer 180 startete trafen beiden kaum Triplefelder, White stellte sich einige Momente später allerdings mit einer 140 46 Rest. Doch Noppert durfte bei 78 Zählern zuerst vors Oche und konnte diese Chance tatsächlich ergreifen. Der 13. Matchdart von Danny Noppert steckte in der doppelten 6 und brachte ihm den Sieg in dieser hochdramatischen Begegnung.

Zum Abschluss wurde es nochmal laut, als die niederländische Legende Raymond van Barneveld die Bühne betrat. Damit es nicht sein letzter Auftritt vor heimischen Publikum werden würde musste „Barney“ den zurzeit formstarken Dave Chisnall knacken. Zum Zeitpunkt der ersten Pause konnte man rückblickend festhalten, dass van Barneveld mit 5:0 hätte führen können. Der Niederländer hatte nämlich in jedem Leg Chancen auf Doppelfelder, war jedoch nur zweimal erfolgreich. Chisnall war bis dato weit von seinem eigentlichen Niveau weg und führte dennoch mit 3:2. Nach der Unterbrechung zeigte van Barneveld ein 117er-Finish zum Ausgleich, wenig später nutzte zwei weitere Patzers endlich aus und kam zu seinem ersten Break. „Barney“ wurde jetzt immer besser und begeisterte seine Fans im achten Leg mit einem 127er-Highfinish. Kurz darauf setzte van Barneveld beinahe noch einen drauf und scheiterte nur ganz knapp an 170 Restpunkte. „Chizzy“ rettete seinen Anwurf trotz massiver Schwierigkeiten auf Doppel gerade so auf der doppelten 5. Van Barneveld ließ sich davon allerdings nicht aus der Ruhe bringen, antwortete mit einem 11-Darter und lag zur zweiten Pause mit 6:4 vorne. Nach der Unterbrechung gelang beiden Profis je ein 13-Darter, van Barneveld vergab im 13. Leg allerdings erneut einen Breakdarts. Scoring-mäßig war Chisnall seinem Gegner überraschenderweise deutlich unterlegen, hielt sich aber dennoch im Match. In dieser Situation löschte er ganz souverän 90 Punkte aus und verkürzte auf 6:7. Kurz darauf erlaubte sich der Engländer bei 68 Rest ebenfalls keinen Fehler, produzierte das erhoffte Break und stellte Parität her. Chisnall spielte nun deutlich verbessert und gewann mit einem 11-Darter anschließend sogar ein drittes Leg nacheinander. Van Barneveld erhielt jetzt nochmals lautstarke Unterstützung aus dem Publikum und glich mit etwas Mühe auf 8:8 aus, mehr war letztlich aber nicht möglich, was vor allem an Chisnall lag. Der Weltranglistenzehnte machte zunächst 92 Punkte via 20, Doppel-18, Doppel-18 aus und beendete das Match mit einem 127er-Finish auf dem Bullseye. Raymond van Barneveld verlor sein letztes Profi-Match in den Niederlanden trotz guter Leistung mit 8:10.

World Series Finals


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