Dankbarkeit wahrnehmen


Dankbarkeit wahrnehmen

Heute Morgen war ich ein bisschen matschig beim Aufstehen, bin ins Büro, habe da auf meinem Schreibtisch Briefe vorgefunden. Darunter war ein ganz besonders schöner Dankesbrief, der mir den Tag beziehungsweise den Morgen gerettet hat.

Ich möchte ihn kurz vorlesen:

Danke Günter, lieber Günter, ich möchte dir danken. Vieles hast du mich gelehrt und so manches konnte ich durch deine Weisheit verändern. Angenehme Abende haben wir im Sessel verbracht und deine Memoiren durchgearbeitet. Viele wertvolle Stunden hast du zu mir unterwegs in Bus, Bahn und Auto gesprochen. Immer wieder musstest du mich belehren. Doch immer hast du es geschafft, mich zu überzeugen und meine Glaubenssätze nachhaltig zu prägen. Ich lernte motiviert und glücklich zu sein, Verantwortung zu übernehmen, angemessen auf Frauen zuzugehen, mich vernünftig zu ernähren und mich körperlich fit zu halten. All dies konntest du mir auf humorvolle, motivierende, aber immer seriöse und nachvollziehbare Weise demonstrieren. Erst kürzlich bildete ich mich in sachgemäßer Rhetorik, um mit Freude zu erfahren, dass auch du mich bald effektiv unterstützen möchtest. Welch zuverlässiger Partner du doch bist. Ich möchte dir also danken. Danke für alles, was du für mich getan hast, danke für schöne gegenwärtige und zukünftige Erfahrungen. Danke für neue Glaubenssätze, danke für die richtigen Entscheidungen, danke für mehr Spaß am Leben.

Und ich muss sagen, danke danke danke lieber Briefschreiber, der Sie mir diesen wahnsinnig netten Brief geschrieben haben. Sie haben mir den Tag verschönt, versüßt und Sie haben mir vor allem eine Sache wieder ins Gedächtnis gerufen, mit der ich heute Morgen zu kämpfen hatte. Das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, das verstärken wir. Das, wovon wir unsere Aufmerksamkeit weg richten, schwächen wir ab. Also ich möchte sagen, wir können im Leben das Positive sehen, wir können die Chancen sehen, oder wir können uns mit den kleinen Lästigkeiten abgeben und uns auf diese Lästigkeiten konzentrieren. Und wir werden in einem Falle das Schöne sehen, werden was daraus machen, und im anderen Fall werden wir uns grämen, egal wie gut es uns im Großen und Ganzen im Leben geht. Einer der Booster überhaupt für gute Gefühle ist Dankbarkeit. Ich bin gerade unheimlich dankbar für den Brief, den Sie mir geschrieben haben. Dankbarkeit ist wie ein Ping-Pong-Spiel im Leben. Wir sollten uns immer wieder Dankbarkeitszeichen hin und her spielen, wie ein Tischtennisspiel. Denn es gibt unheimlich viel Kraft. Es fängt schon am frühen Morgen an. Wenn der Wecker klingelt, ist es sechs Uhr in der Früh. Wir haben dann zwei Möglichkeiten. Entweder konzentrieren Sie sich darauf, dass Sie gerade schön geschlafen haben, entspannt sind, dass Sie eigentlich weiterschlafen wollen und dass ein Großteil der Republik noch im Bett liegen bleiben darf. Dann werden Sie leiden. Oder Sie konzentrieren sich darauf, dass Sie etwas Schönes im Leben haben, dass Sie dankbar sind. Also danke für Ihren Körper, Arme und Beine dran, alles okay, Dankeschön. Tut nix weh, Dankeschön. Tut was weh, Dankeschön. Ich lebe noch. Sie schauen zur Seite und sagen, Schatz, dankeschön, dass du noch da bist. Also es gibt am frühen Morgen lauter Interpretationen, wo Sie dankbar sein können, dass Sie gerade erleben.

Jetzt geht es weiter mit der inneren Videokamera. Sie können sich im Bett darauf konzentrieren, wie schön es wäre, weiterzuschlafen oder Sie konzentrieren sich darauf, jetzt einen schönen Kaffee zu trinken, eine heiße Dusche zu nehmen, spannende Geschichten tagsüber zu erleben. Jetzt werden Sie, wenn Sie sich auf diese schönen Dinge fokussieren, den Drang haben, aufzustehen. Und so ist diese innere Videokamera immer in der Lage, sich darauf zu fokussieren, was uns im Leben nach vorne bringt. Wir müssen bereit sein, unseren Sucher auf diese schönen Dinge zu richten. Das heißt, es gilt jeden Tag etliche schöne Momente bewusst wahrzunehmen, und dann genießen wir die Gegenwart. Wer die Gegenwart genießt, sammelt lauter schöne Momente in seinem Leben und hat rein technisch betrachtet, nichts anderes als eine Art Sammelbox von schönen Momenten. Er wird auch in der Zukunft wieder schöne Momente von seinem Leben erwarten. Das heißt, dass jemand, der sein Gehirn trainiert, sein Leben wahrzunehmen, auch in Zukunft bestimmen wird, wie wir durch die Welt laufen. Ein Grund mehr, seine innere Videokamera auf die schönen Dinge zu richten. Es gibt die verschiedensten Techniken. Zum Beispiel die Technik, dass man sich eine Handvoll Erbsen in die Hosentasche steckt und immer, wenn man einen schönen Moment hat, eine Erbse von der einen Hosentasche in die andere wechselt und sich am Ende des Tages überlegt, wie viele schöne Momente ich im Laufe des Tages gesammelt habe. Oder, was ich mache, ich führe Tagebuch, schreibe jeden Tag stichwortartig auf, was alles tagsüber Schönes passiert ist. Dadurch erlebe ich die schönen Momente zweimal, kann sie mir wieder ins Gedächtnis rufen und stelle fest, dass sehr viel Wichtiges passiert ist. Diese Technik der inneren Wahrnehmung klappt auch bei Niederlagen. Stellen Sie sich beispielsweise vor, Sie haben eine Prüfung versemmelt. Es gibt Menschen, die sagen dann, ich kann nichts, ich bin zu doof. Andere sagen, das ist ein Feedback. Richte die innere Kamera mal auf das, was mich diese Situation lehren kann. Was habe ich noch nicht richtig geübt. Bei welchem Gebiet muss ich noch besser werden? Was sind Techniken cooler in die Prüfung zu gehen? Ist es vielleicht die innere Einstellung dem Fach gegenüber oder sind es ganz normale Wissensfragen, die man natürlich üben kann? Oder ist es so, dass die Prüfung ganz gut war, und der Prüfer hat mich nicht gemocht? Dann habe ich immer noch die Möglichkeit, nach Lösungen zu suchen, zum Beispiel kann mich jemand anderes nachprüfen oder kann ich die Prüfung anfechten. Wenn nicht, wie gehe ich mit dem Frust um, für eine Nachprüfung zu lernen, schaffe ich das, und worauf kann mich das in Zukunft vorbereiten? Kann ich das als eine Art Training begreifen, als eine Art Coaching? Sie werden feststellen, dass Sie mit solchen Gedanken mehr Kraft, mehr Ressourcen wach küssen, die Sie durch das nächste Problem leichter durchflutschen lassen.

Stellen Sie sich vor, Sie gehen im Kopf immer auf diese konstruktive Weise mit Problemen um, dass Sie sich immer fragen, wo sind die Chancen, wo ist das Positive in diesen Situationen. Wo ist in dieser Situation etwas, für das Sie dankbar sein können, dass genau das jetzt passiert ist. Sie werden feststellen, dass eigentlich alles im Leben, was uns als Feedback umgibt, auch als Feedback verstanden werden kann. Ich betrachte Niederlagen nicht als Niederlagen, sondern als Feedback. Also, wenn eine Fußballmannschaft ein Tor kassiert, kassiert sie das nicht nur so, sondern vorher wurden irgendwelche Abspielfehler gemacht, sind Aufmerksamkeitsprobleme zutage getreten. Wie kann man die abstellen? Was passiert, wenn ein Kunde sagt, nein der Auftrag, den gebe ich dir nicht mehr. Dann können wir jammern oder über die schlechte Wirtschaftslage schimpfen, oder wir gehen zu unserem ehemaligen Auftraggeber und sagen, bitte sag mir ehrlich, was hat dir gestunken an der Art, wie ich gearbeitet habe. An wen habe ich den Auftrag verloren und warum. Dann bekommen Sie im positiven Fall ein Feedback. Selbst wenn uns das nicht schmeckt, ist es ein Anhaltspunkt dafür, was wir aus der Situation machen können. Wieder eine Frage der inneren Videokamera und wieder eine Frage der Dankbarkeit. Ja, ich habe ein Feeback bekommen, ich kann daran wachsen und etwas lernen.

Auch mir ist vor zwei Tagen etwas Doofes passiert. Ich habe an unserem offenen Kamin im Wohnzimmer versucht, eine Kaminklappe auszubauen, weil wir sie reinigen wollten. Ich habe einen kurzen Blick in die Gebrauchsanweisung geworfen und stellte fest, das Ding ist furchtbar geschrieben. Ich habe es nicht gleich kapiert und dachte, das schaffst du schon und habe angefangen, das Ding auszubauen. Ich habe es auch hingekriegt. Das Problem war, dass ich es nicht mehr einbauen konnte, weil ich es falsch herum ausgebaut hatte. Hätte ich jetzt weiter geflucht, wäre ich vielleicht in eine Wahrnehmungsspirale gekommen, dass alle doof sind, die Welt ist gegen mich. Oder ich hätte gedacht, ich bin zu doof, Kaminklappen auszubauen, ich habe zwei linke Hände. Ich habe mich stattdessen gefragt, was kann ich aus dieser Situation lernen. Zugegeben, nachdem ich mich sehr lange darüber aufgeregt hatte. Und ich muss feststellen, ich kann daraus etwas lernern, nämlich erstens, etwas genauer in den Gebrauchsanweisungen zu lesen, ihnen ohne Vorurteile eine zweite Chance zu geben, um mich darauf einzustellen, dass diese Dinge nicht immer so benutzerfreundlich geschrieben sind, wie ich es gerne hätte. Das heißt, komme herunter von deinem hohen Ross, versuche dich da hineinzuversetzen, dann wird es schon klappen. Ich habe zweitens gelernt, wenn ich schon feststelle, dass irgendwas nicht geht, sollte ich versuchen, innezuhalten und noch einmal zu reflektieren. Nicht, zu sagen, das geht schon irgendwie, jetzt hast du angefangen und machst weiter. Wir können ja fast immer unser Verhalten einfach ändern.

In diesem Sinne, was ist das Positive im Leben, worauf wollen wir unsere innere Videokamera richten, wofür sind wir dankbar? Ich bin dafür dankbar, dass Sie mir wieder zugehört haben.



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