Die 10… denkwürdigsten World Matchplay Momente Teil 2

10 wichtige Dartmomente

8. Wes Newton lebt seinen Traum

Wes Newton war vor ein paar Jahren noch einer der besten Dartspieler der Welt. Er stand in den Top-10 der Order of Merit, nahm an der Premier League teil und stand in Endspielen von Major-Turnieren. Auch wenn es bei ihm aktuell nicht mehr so rund läuft, war das World Matchplay für ihn immer etwas besonderes, denn Wes Newton wurde in Blackpool geboren. Perfekt hätte so ein Turnier eigentlich nur noch ein 9-Darter von ihm machen können…

Im Jahr 2012 startete Wes Newton mit einem 10:5 gegen James Hubbard ins Turnier und erreichte so die zweite Runde. Dort bekam er es mit Justin Pipe zu tun, ein Spieler, der ihn schon oftmals schlagen konnte. Wes störte sich schon immer an dem langsamen Wurfrhythmus von Pipe und so war es auch an diesem Tag eine reine Nervensache. Newton war eigentlich der bessere Spieler, führte auch mit 4:2 und schien alles im Griff zu haben. Nach zehn Legs stand es allerdings trotzdem 5:5 und alles war noch komplett offen. Beide Spieler kamen dann zurück auf die Bühne und Pipe durfte beginnen. Mit nur 60 Punkten startete „The Force“ schwach, während Newton eine 180 ins Board hämmerte. Nach 100 Punkten von Pipe legte Wes mit einer 177 nach. Da wurde auch John Gwynne laut und meldete sich mit: „Can Wes Newton do on this very board, what Michael van Gerwen did 24 hours ago?“, und nahm damit Bezug auf den 9-Darter am Vortag vom damals aufstrebenden Niederländer. Eine weitere 100 von Justin erhöhte den Druck auf Wes Newton nicht und so ging der „Warrior“ ans Oche um sein Werk zu vollenden. Den ersten Dart nagelte er in die Triple-20, genau wie den zweiten. Nun eskalierte auch Stuart Pyke, seine Stimme überschlug sich: „Double-Tweeeeeeeeelve! YES! Magical Darts! A magical performance! And a magical World Matchplay! Can you believe that?!”. Die Doppel-12 saß wie eine eins und Wes Newton ließ sich ausgelassen feiern. Der Jubel in Blackpool war wohl selten so laut wie an diesem Abend und auch John Gwynne wusste dies goldrichtig einzuordnen, als er sagte: „It means so much to Wes Newton. The local lad comes good on Blackpools biggest stage with a nine-dart-finish! Wes Newton, 180, 177, 144, beat that!”

Dieses Leg sollte, obwohl es ein wichtiges Break war, jedoch nicht der Grundstein zum Weiterkommen für Wes Newton sein. Er unterlag am Ende mit 10:13 und schied aus dem Turnier aus. Nach dem Erstrundenaus im folgenden Jahr, erreichte der „Warrior“ 2014 nochmal das Viertelfinale. Die 6:16-Pleite gegen den späteren Sieger Phil Taylor war sein bis heute letzter Auftritt auf der großen Bühne des Empress Ballrooms in Blackpool.

7. Das Ende einer unglaublichen Serie

Mit 15 Titeln ist Phil Taylor die unumstrittene Nummer eins des World Matchplay. Ob jemals jemand an die unfassbare Dominanz von „The Power“ bei diesem Turnier herankommen wird, ist mehr als fraglich. Nach seinem Erfolg im Vorjahr, sah es auch im Jahr 2015 erneut sehr gut aus, was die Titelverteidigung anging. 38 Spiele hatte er beim World Matchplay in Folge gewinnen können, darunter auch gegen John Henderson, Andy Hamilton und Dave Chisnall im Jahr 2015. Doch dann kam James Wade.

Schon von Beginn an merkte man, dass dies eine sehr enge Partie werden könne. In der Anfangsphase, in der beide um die 100 Punkte im Schnitt spielten, schenkten sie sich kaum etwas. Keiner konnte sich mal absetzen und so stand es nach zehn Legs 5:5-Unentschieden. Obwohl Taylor in der Folge stärker wurde und sich dann mal zwei Legs nacheinander sichern konnte, war dies nicht der Knackpunkt für Wade. „The Machine“ war sehr sicher auf die Doppel und kam zurück. Mit drei Legs in Folge holte er sich noch vor der dritten Pause die 8:7-Führung, obwohl er mit 96 Punkten im Schnitt zehn Punkte weniger pro Aufnahme warf als sein Gegner. Es blieb sehr spannend und beide Spieler auf einem starken Niveau. Sie ließen wenig zu. Die vermeintliche Vorentscheidung fiel in der fünften Session, als sich Wade bis auf 14:11 absetzen konnte und auch in der Folge zunächst die Nerven zu behalten schien. Beim Stand von 16:12 schienen ihm dann aber wohl doch erste Zweifel zu kommen und er wurde nervös. Ganze acht Matchdarts sollte er vergeben, sodass sich Taylor auf 14:16 herankämpfte und die Partie doch nochmal spannend machte. Jedoch nicht für lange. Im folgenden Leg startete Wade mit einer 140 und einer 174, die von seiner damaligen Verlobten, heutigen Frau, Sammi Marsh beklatscht wurden. Mit diesen Aufnahmen legte er den Grundstein für das Beenden einer fantastischen Serie. Taylor stand nach neun Darts bei 204 Punkten, Wade hingegen bei 47. Mit einem 12-Darter und dem insgesamt zehnten Matchdart bewies James Wade in dieser Situation seine ganze Klasse und zeigte nach dem Sieg auch Respekt für den geschlagenen Gegner, den er beklatschte.

Durch den Sieg hatte Wade sieben Jahre pure Dominanz von Taylor beim World Matchplay beendet. James, der seinerseits gerne in Blackpool spielt, erreichte so sein sechstes Finale bei diesem Turnier, verlor dieses jedoch zum fünften Mal. In diesem Jahr war Michael van Gerwen zu gut. Im folgenden Jahr sollte Phil Taylor zeigen, dass mit ihm bei dem Turnier dennoch weiter zu rechnen ist. Er erreichte das Endspiel, verlor aber ebenfalls gegen Michael van Gerwen.

Tobias Gürtler



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