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Aus dem Testlabor
von Unicorn Darts


Sigmas auf ein Neues

Wie Ihr wisst, gibt es inzwischen den neuen Unicorn-Katalog 2009 (nicht viel Handlung, aber viele gute Ideen), der auch meinen neuesten Ausflug in die Kunst der Dart-Herstellung enthält, den „Sigma 950“. Für alle aufmerksamen Leser (also jene, die beim Wort Trägheit nicht sofort einschlafen!) dürfte dies keine allzu große Überraschung sein, denn sie haben meine Andeutungen über den „Sigma-Sohn“ sicherlich verstanden.

All diese Veränderungen wurden schon lange geplant, doch es gibt noch eine, über die erst kürzlich entschieden wurde - nämlich für das Barrel 97% statt 95% Wolfram zu benutzen. Zynische Leser werden jetzt vielleicht denken, dass dadurch nur Kosten gespart werden sollten, doch der Grund dafür war mehr oder weniger das Gegenteil. Wir mussten diese Änderung nämlich vornehmen, weil wir ein Produkt mit der besten Qualität anbieten wollen, das aber nicht zu teuer sein darf.

Zum besseren Verständnis: Ein Barrel mit 97% Wolfram ist sehr brüchig, und darauf hat man beim Design der ursprünglichen Sigmas Rücksicht genommen, indem die Oberfläche an der Barrelnase abgeflacht wurde, damit man die Dartspitzen mit den Präzisionsmaschinen einfügen konnte. Diese Brüchigkeit hatte auch zur Folge, dass ein gewisser Prozentsatz der Barrels die strengen Qualitätskontrollen bei Unicorn nicht überstand. Natürlich müssen die Kosten für eine solch hohe Qualität auch irgendwie an die Kunden weitergegeben werden, die darüber nicht besonders erfreut sein dürften.

Für die neuen Sigmas schwebte mir eine spitzere Nase vor, damit die Flights bei engen Wurfbildern weniger Schaden nehmen würden. Wenn wir wieder 97% Wolfram verwendet hätten, gäbe es noch mehr Probleme mit den Maschinen und noch mehr Ausfälle bei der Qualitätskontrolle. Da die Rohstoffpreise auf der Welt enorm gestiegen sind und weiterhin steigen, hätte dies auch entsprechende Auswirkungen auf den Einzelhandelspreis gehabt, sodass wir uns für die Barrels mit 95% Wolfram entschieden haben, die sich in der Dichte kaum unterscheiden, aber mit den Maschinen sehr viel besser zu bearbeiten sind.

Ich sollte dann dafür sorgen, dass sich die minimal geringere Dichte nicht negativ auf die Aerodynamik auswirkt - das ist ja nun einmal das Wesentliche an den Sigmas. Eine Verbesserung der Aerodynamik gegenüber den ursprünglichen Sigmas war ja gar nicht möglich (das ist so, auch wenn ich das sage!), also wollte ich diese Aerodynamik wieder erreichen und dabei die gleichen „Pro-“ und „One-“-Schaft- und Flight-Kombinationen verwenden.

Das bedeutete, dass ich Barrels herstellen musste, die ein vergleichbares Trägheitsmoment aufweisen (nicht schlafen dahinten!). Andererseits sollten aber auch engere Wurfbilder möglich sein. Also konnte ich den Durchmesser der schwersten Darts nicht vergrößern. Das führte - zusammen mit meiner Vorstellung, dass der Grip aggressiver werden sollte (es dürfte jedem klar sein, dass man dafür mehr Material abtragen muss) - dazu, dass die 95er bei gleichem Gewicht länger als die 97er werden würden.

Ich gehe davon aus, dass die meisten Spieler mit der größeren Länge keine Probleme haben, es bedeutete aber auch, dass wir mit dem Gewicht nicht ganz so hoch gehen durften wie bei den ursprünglichen Sigmas, um das gleiche Trägheitsmoment beizubehalten.

Glücklicherweise (ich entschuldige mich hiermit bei allem Spielern, die auf Darts hofften, die schwerer als 28 g sind) habe ich dies nicht als allzu großes Hindernis betrachtet, weil ich ohnehin nur vor hatte, die Lücken zwischen dem ursprünglichen Angebot von 21, 23, 25 oder 27 g zu füllen, indem ich zusätzlich Darts anbieten wollte, die jeweils ein Gramm leichter sind. Unicorn wollte darüber hinaus noch einen 18 g-Steeldart als Gegenstück zum 18 g-E-Dart, wobei man wissen sollte, dass der E-Dart eigentlich leichter ist, da bei einem Steeldart nur das Barrel gewogen wird und bei einem E-Dart das Barrel mit Schaft und Flights.

Und so wurde also der „Sohn des Sigma-Darts“ geboren. Trotz aller meiner Berechnungen, dass er aerodynamisch genauso ausgereift wäre wie die ursprünglichen Sigmas, musste er natürlich noch einen entscheidenden Test durchlaufen. Glücklicherweise überstand er diesen mit Auszeichnung. Nach einigen „richterlichen" Würfen erklärte der große Boss, dass dieser Dart ebenfalls „das charakteristische Sigma-Feeling“ besäße.

Also hatten wir jetzt nur noch ein einziges Problem zu lösen: Wie sollten wir sie bloß nennen? „Sigma 2“ war langweilig, obwohl ich mir die Bemerkung nicht verkneifen konnte, dass „Sigma zum Quadrat“ doch mit der Statik übereinstimmen und auch etwas über die Genauigkeit aussagen würde. Dieser Vorschlag, der einem traurigen Wissenschaftler wie mir zugesagt hätte, wurde aber von allen mit eisigen Blicken erwidert und auch mein zweiter verzweifelter Versuch, „Sigma-ähnlich“ fiel durch. Der große Boss schlug dann vernünftigerweise den weniger esoterischen Namen „Sigma 950“ vor und gab den Original-Sigmas gleichzeitig die neue Bezeichnung „Sigma 970“.

Ich weiß schon, wann ich auf dem Marketing-Feld geschlagen bin. Der neue Name ist wirklich unschlagbar.


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