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Dartspieler im Fokus Januar 2020

Die Q-School der PDC liegt hinter uns und ein spannendes Jahr vor uns. 31 Akteure konnten sich eine der begehrten Tour Cards sichern. Nun wissen wir also, wen wir alles bei den Turnieren auf der Pro Tour in diesem Jahr erwarten dürfen. Einer von ihnen ist zum Beispiel Steffen Siepmann, der sich am letzten Tag noch durchsetzte und somit nun vor einer Profikarriere steht. Wie gut sich der Deutsche letztlich macht, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

An dieser Stelle blicken wir ja immer auf Spieler, von denen wir in der näheren Zukunft bereits großes erwarten. Akteure mit enormem Potenzial. Und da hat sich jemand eine Tour Card gesichert, auf den ich mich persönlich bei der PDC ganz besonders freue. In den letzten Jahren spielte er noch bei der BDO und schnupperte ab und an mal beim Grand Slam of Darts vorbei. Dort konnte er auch durchaus überzeugen und wagt nun den Schritt zum größeren Dartsverband. Wir blicken heute in Richtung Niederlande, auf Wesley Harms.

Wer ist Wesley?

Ein Elektriker aus Alkmaar. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Der 35-Jährige ist natürlich auch noch Dartspieler und kein schlechter obendrein. Und das bewies er von Anfang an. Nicht viele Spieler können von sich behaupten, bei ihrem ersten, größeren Dartsturnier direkt bis ins Halbfinale gekommen zu sein. „Sparky“ kann das. Es war zwar nur ein vergleichsweise kleineres Turnier in den Niederlanden im Jahr 2007, dort aber schied er in der Vorschlussrunde gegen keinen geringeren aus, als Jelle Klaasen. Und mit Steve West und Rick Hofstra nahmen auch andere namhafte Spieler teil. Ein Achtungserfolg. Er nahm aber noch nicht an sonderlich vielen Turnieren teil und so dauerte es letztlich bis ins Jahr 2011, dass er mal ein Endspiel erreichte. Dieses verlor er bei der Texel Darts Trophy, erneut gegen Jelle Klaasen. Weil er aber in dem Jahr dennoch einige gute Erfolge vorzuweisen hatte, qualifizierte er sich für die BDO International Open. Und dort gewann er. Völlig überraschend. Er schlug dabei Spieler wie Gary Robson, Dean Winstanley und im Endspiel auch noch Stephen Bunting und sicherte sich so seinen ersten größeren Turniersieg.

Davon angestachelt machte Harms weiter und qualifizierte sich für die darauffolgende Weltmeisterschaft der BDO. Es war sein Debüt. Und wenn ein Harms debütiert, dann liefert er auch ab. Bis ins Halbfinale konnte er sich spielen und verlor dort nur denkbar knapp mit 5:6 gegen Tony O’Shea. Er hatte sich längst einen Namen gemacht und ritt die Welle ungeniert weiter. Auch beim World Masters 2012 kam er in die Vorschlussrunde, verlor gegen den späteren Sieger Stephen Bunting. Sein WM-Ergebnis bestätigte er auch 2013 nochmal, als er in der Runde der letzten 4 erneut an Tony O’Shea, dieses Mal mit 4:6, scheiterte. Beim Zuiderduin Masters verlor er 2013 dann ebenfalls im Halbfinale, 2:3 gegen Stephen Bunting diesmal. Es fehlte im Grunde nur noch die BDO World Trohpy um bei allen Major Turnieren der British Darts Organisation im Halbfinale gestanden zu haben. Das gelang ihm dann im Jahr 2017. Dort schlug er sogar Glen Durrant und es schien, als könne er vielleicht sogar mehr erreichen. Doch gegen den späteren Sieger Peter Machin verlor er dann mit 6:8 und schied doch wieder in der Vorschlussrunde aus. Bei der BDO war Wesley Harms also ein großer Name, bei der PDC konnte er zumindest hier und da mal sein Potenzial aufblitzen lassen. Und zwar dann, wenn er beim Grand Slam of Darts mitmachte. Fünf Mal nahm er teil, zwei Mal kam er ins Achtelfinale. Und nun sicherte er sich die Tour Card mit konstant guten Leistungen bei der Q-School und der besten Legdifferenz aller Teilnehmer.

Prognose

Wesley Harms ist mit seinen 35 Jahren mit Sicherheit kein Jungspund mehr. Er hat Erfahrung, die hat er aber eben fast ausschließlich bei der BDO gesammelt. Sein Potenzial ist groß, das ist unbestritten. Das zeigte er eben auch bei seinen Auftritten unter dem Banner der PDC. Die Gründe, dass es dort nicht für die ganz großen Überraschungen reichte, könnten mit der Konkurrenzsituation zu tun haben. Bei der BDO trifft er nicht in jedem Spiel auf Gegner, bei denen er 100% geben muss. Bei der PDC wird ihn genau das erwarten. Er muss permanent fokussiert sein. Das erste Jahr, das wird vermutlich eine gewisse Eingewöhnungsphase brauchen. Doch sobald er sich akklimatisiert hat, wird er auch bei der PDC ordentlich abliefern. Was Wesley Harms bis heute noch immer fehlt ist ein Major Sieg. Und da es bei der PDC ja viel mehr Major Turniere gibt als bei der BDO, ist die Wahrscheinlichkeit natürlich auch größer eines zu gewinnen. Oder so ähnlich. Auf jeden Fall ist er für mich ein Kandidat, der das in den nächsten Jahren zweifelsfrei schaffen kann. Ich gehe eigentlich fest davon aus, dass er sich über kurz oder mittellang mit Danny Noppert, Jeffrey de Zwaan und Jermaine Wattimena um die Position des zweitstärksten Niederländers in der PDC streiten und in Richtung Top-16 vorpreschen wird. Wie schnell das geht und ob es wirklich so kommt, wir werden sehen. Bis dann!

Tobias Gürtler



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