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Dartspieler im Fokus Dezember 2019

Die Vorweihnachtszeit, hach wie ist sie schön. Ein schöner Christstollen auf dem Tisch, dazu eine heiße Schokolade und selbstverständlich das einzig wahre Weihnachtsprogramm: die Darts-WM. Und was gab es da schon für Überraschungen? Gesetzte Spieler haben das Turnier bereits verlassen. Dazu gab es das Karriereende eines der größten Dartsspieler aller Zeiten, einem Zugpferd einer ganzen Nation. Und natürlich schaffte Fallon Sherrock das, was mich persönlich sehr für sie freut – sie gewann als erste Frau ein Match bei der PDC-WM.

Die Vorweihnachtszeit. Eine besinnliche Zeit für die meisten. Andere hingegen finden kaum noch freie Minuten, um sich mal wieder richtig zu fokussieren. Aber besser spät als nie sag ich immer. Auch in diesem Monat blicken wir natürlich wieder auf einen Akteur, den wir uns für die kommenden Jahre merken sollten. Und dieses Mal ist es jemand, der bei der WM bereits zwei Siege geholt hat. Er hat eine Legende rausgeworfen und danach auch noch den Vorjahresfinalisten. Wir blicken auf Luke Woodhouse.

Wer ist Luke?

Bei Luke Woodhouse muss ich immer direkt an zwei Dinge denken. Auf der einen Seite an Toy Story, denn sein Spitzname lautet „Woody“. Auf der anderen Seite an die UK Open Qualifikation im Jahr 2018. Er hatte sich insgesamt 750 Pfund erspielt und hätte damit, genau wie übrigens Robert Marijanovic, an den Play-Offs für die letzten beiden Startplätze teilnehmen sollen. Diese sollten direkt im Anschluss an das letzte Qualifier stattfinden. Doch dies war laut einigen Akteuren nicht eindeutig kommuniziert worden und so waren einige der Spieler gar nicht mehr vor Ort und verpassten damit die Teilnahme. Während Spieler wie Gerwyn Price ungefragt bestätigten, dass dies eindeutig angesagt worden war, lieferte sich Woodhouse ein kleines Wortgefecht auf Twitter, mit niemand geringerem als Barry Hearn, dem Chef der PDC. Das blieb mir im Gedächtnis, er gab nicht auf, er wollte unbedingt dabei sein und da war es ihm auch völlig egal mit wem er darüber streitet. Letztlich war es aber vergebene Liebesmühe. Inzwischen hat er auch sportlich einiges erreicht. Der Engländer, er stammt aus Bewdley, westlich von Birmingham, spielte zunächst erst mal nur in seiner Region. Im Jahr 2010 versuchte er dann erstmals sich für eine WM zu qualifizieren, die der BDO. Er war damals 22 Jahre alt und scheiterte direkt mit 0:2 an Darren Bennett.

Danach ließ er sich erst mal lange Zeit nicht mehr blicken, erst 2013 versuchte er sich dann mal wieder auf einem größeren Turnier. Diesmal ging er direkt zur PDC und probierte sich auf der Challenge Tour. Dort gelang ihm bereits im ersten Jahr ein Achtungserfolg, denn er konnte durch einen Sieg über Ben Ward ein Turnier für sich entscheiden. In den folgenden Jahren versuchte er sich an der Q-School, wollte sich immer mal wieder Wild Cards für Major Events erspielen, aber scheiterte zumeist. Sein Major Debüt gab er bei den UK Open 2015, wo er aber auch wieder direkt in der ersten Runde scheiterte. Und dann, dann kam dieser Fauxpas mit dem UK Open Qualifier im Jahr 2018. Plötzlich spielte er anders. Er konnte dann auch erstmals ein Match auf der European Tour für sich entscheiden und wirkte einfach selbstbewusster. In diesem Jahr zeigte er dann bei den UK Open, also genau ein Jahr nachdem er noch an der Teilnahme scheiterte, dass er es durchaus drauf hat. Er spielte sich bis in die Runde der letzten 32, schaltete unter anderem Chris Dobey aus und scheiterte nur knapp an Jermaine Wattimena. Nach einem Viertelfinale auf der Pro Tour kam er dann zu seiner ersten Weltmeisterschaft. Zunächst zeigte er Paul Lim die Grenzen auf, als er ihn sehr fokussiert mit 3:0 und einem 96’er Average bezwang. Noch besser war er mit knapp 98 Punkten im Schnitt gegen Michael Smith. Den „Bullyboy“ warf er mit 3:1 aus der WM und überraschte damit endgültig.

Prognose

Luke Woodhouse. Ein Senkrechtstarter? Ein One-Hit-Wonder? Das kann man natürlich nie hundertprozentig voraussagen. Aber wenn es ein Turnier gibt, das Karrieren definiert, dann ist es die Weltmeisterschaft. Unvergessen wie Peter Wright nach jahrelangem Mittelmaß seine Karriere beenden wollte, dann aber das WM-Finale erreichte und nun seit Jahren zu den besten Spielern der Welt gehört. Junioren-Weltmeister Luke Humphries hatten vor der vergangenen WM auch kaum Leute auf dem Zettel, und auch für UK Open-Sieger Nathan Aspinall ging es nach dem Halbfinale vergangenes Jahr plötzlich ganz schnell. Auf der anderen Seite scheiterten Akteure wie Kirk Shepherd oder auch Jamie Lewis am Druck nach einer richtig guten WM. Luke Woodhouse ist inzwischen bereits 31 Jahre alt und übt den Sport seit mehr als einem Jahrzehnt aus, ist in der PDC seit sieben Jahren unterwegs. Er ist in einem Alter, in dem er weiß, was zu tun ist und wie er Ergebnisse zu bewerten hat. Ich bin davon überzeugt, dass er den Schwung der WM mitnimmt. Seine Tour Card lief nach dieser Saison aus, aber durch das Erreichen der dritten Runde dürfte er genügend Preisgeld bekommen, um doch noch in die Top-64 zu rutschen und damit die Tour Card sicher zu haben. Das ist elementar wichtig für die weitere Entwicklung. Luke wird im kommenden Jahr einige Überraschungen auf der Pro und European Tour schaffen und sich für ein paar Major-Turniere qualifizieren. Bei der nächsten WM wird er dann noch gestärkter auftreten und sich in Richtung Top-32 der Welt aufmachen. Ob es so kommt, wir werden sehen. Bis dann!

Tobias Gürtler



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