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Dartspieler im Fokus August 2019

Der August ist für die Dartselite zumeist ein vergleichsweise ruhiger Monat. Die Spitzenspieler sind in Australien und Ozeanien unterwegs, um im Rahmen der World Series of Darts Tour einige Turniere zu spielen und in der Region Werbung für den Sport zu machen. In Europa findet hingegen eher weniger statt. Es gibt neben dem European Tour Event am Ende und dem Players Championship Wochenende Anfang des Monats allerdings Events, die äußerst interessant sind.

Im Rahmen der Challenge und der Development Tour werden in Wolverhampton bzw. Hildesheim wieder Turniere gespielt, in denen sich noch eher unbekannte Spieler beweisen können und Erfahrungen sammeln. Über die Challenge Tour gewann zum Beispiel ein Rob Cross vor ein paar Jahren seine Tour Card, wurde nur ein Jahr später Weltmeister. Über die Development Tour gewann Luke Humphries seine Tour Card für die Saisons 2018 und 2019 und den Mann schauen wir uns heute mal genauer an.

Wer ist Luke Humphries?

Luke Humphries oder auch „Cool Hand“ begann mit etwa 15 Jahren mit dem Dartsport. Sein Talent war enorm groß und so traute er sich nach nur etwa einem Jahr bereits auf ein Development Tour Event der PDC. Diese Turnierserie sollte lange Zeit sein zu Hause werden und ihn auf Großes vorbereiten. Zunächst war das aber noch nicht zu erwarten, denn die ersten Jahre verliefen dann doch etwas holprig. Der Mann aus Newbury in England konnte keine sonderlich starken Ergebnisse einfahren und war nach zwei Jahren dann doch etwas abgeschreckt. Humphries legte eine vierjährige PDC-Pause ein, sodass er erst im Jahr 2016 wieder zurückkehrte. Dort konnte er bereits am ersten Tag sein zuvor bestes Ergebnis, das Erreichen eines Viertelfinals, bestätigen und ging so mit deutlich mehr Selbstvertrauen in die nächsten Jahre. Er konnte sogar mal ein Endspiel erreichen und probierte sich somit auch erstmals an der Junioren-Weltmeisterschaft und an der Q-School. Sein Ziel war es nun Dartsprofi zu werden, jedoch scheiterte er zunächst noch daran, sich 2017 eine Tour Card zu schnappen. Das Jahr sollte aber trotzdem einen großen Stellenwert im Hinblick auf seine Karriereentwicklung einnehmen.

An den ersten beiden Tagen der Development Tour 2017 konnte Luke direkt zwei Titel einheimsen. Auch über den Rest des Jahres war er der dominierende Mann dieser Serie, konnte noch drei weitere Titel gewinnen und so die Rangliste auf dem ersten Platz abschließen. So hatte er seine Tour Card und auch sein Ticket für das WM-Debüt 2018. Auch bei der Challenge Tour hatte er inzwischen Erfahrungen gesammelt und einen Turniersieg gefeiert. Nach schwachem WM-Debüt samt Vorrundenaus, brauchte er 2018 dann ein wenig Anlaufzeit. Er spielte unheimlich viele Turniere, Erfolge holte er aber weiterhin zunächst in den Entwicklungsserien. Im Oktober erreichte er dann aber mal das Halbfinale eines Players Championship Events. Was bei der WM 2019 folgen sollte, war dennoch nicht abzusehen. Er konnte dort nach Adam Hunt auch Stephen Bunting, Dimitri Van den Bergh und den damals amtierenden Weltmeister Rob Cross aus dem Turnier werfen, schied erst im Viertelfinale gegen Michael Smith aus. Dies rückte ihn ins Rampenlicht, sodass er auch einen der neun Contender Plätze für die Premier League 2019 bekam. Er spielte in Exeter 6:6 gegen Gerwyn Price und zeigte einen Average von über 100 Punkten.

Prognose

Luke Humphries ist den Weg gegangen, den sich die PDC ausmalt. Junge Spieler, die an der Development Tour teilnehmen, darüber Erfahrungen sammeln und sich so ins Feld mit den großen Namen spielen. Doch nachdem er dies geschafft und seinen Durchbruch hatte, wurde es um Luke Humphries in den letzten Monaten ein wenig ruhiger. Die Ergebnisse entsprachen nicht dem, was er zu leisten im Stande war. Dafür lieferte er auch eine Erklärung. Er leidet an Angstzuständen und Panikattacken, sowohl außerhalb als auch innerhalb seines Dartslebens. Dies beeinflusse nach eigener Aussage seinen Alltag als Dartsprofi natürlich enorm. Trotz dieser psychischen Probleme war er aber noch immer in der Lage, Turniere auf der Development Tour zu gewinnen und auch auf der Pro Tour das eine oder andere Viertelfinale zu erreichen. Dies zeigt das enorme Potenzial von Luke Humphries. Wo stünde er, wenn er frei aufspielen könnte? Er spielte vor ein paar Monaten sogar mit dem Gedanken, den Sport aufzugeben. Dies wäre eine sehr tragische Entwicklung. Spielt er weiter und sollte er seine Probleme, möglicherweise mit psychologischer Betreuung, in den Griff bekommen, dann wird „Cool Hand“ definitiv eines Tages ein Major Sieger sein. Ob es so kommt, wir werden sehen. Bis dann!

Tobias Gürtler

 Luke Humphries Porträt



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