Dartspieler im Fokus Juni 2018

Es ist wieder die Mitte eines Monats erreicht und damit steht natürlich auch eine neue Ausgabe unseres Spielers im Fokus an. Im Januar dieses Jahres hatten wir von Darts 1 damit angefangen Akteure ins Rampenlicht zu rücken, die bis dato erst selten sportlich auf größeren Bühnen in Erscheinung getreten sind und somit der breiteren Masse noch nicht viel sagen. Auch im Sommer machen wir keine Pause und präsentieren hiermit die sechste Auflage dieser Rubrik.

Kurz vor der aktuell laufenden Fußball-Weltmeisterschaft fand im Darts mit dem World Cup auch wieder die Team-WM statt. Dort können sich auch Spieler aus kleineren Dartsnationen präsentieren. Einer tat dies in diesem wie auch dem letzten Jahr und scheint das Aushängeschild seines Landes zu sein. Auch Backstage ist er durch sein Auftreten und seine tolle Entwicklung bereits geachtet. Im Juni richten wir unsere Augen nach Brasilien. Vor vier Jahren war es wegen Fußball, vor zwei Jahren lag es an den olympischen Sommerspielen, in diesem Jahr heißt der Grund Diogo Portela.


Wer ist Diogo Portela?

Diogo Portela ist der erste Brasilianer, der eine realistische Chance sah, sich bei der PDC durchzusetzen und entsprechend das Risiko einer Profikarriere einging. Geboren wurde er am 12. Juni 1988 in Rio de Janeiro, ist also kürzlich 30 Jahre alt geworden. Bereits im Jahr 2014, nachdem er sich beim Brazilian Cup ins Halbfinale spielte, zog es ihn nach England, wo er im folgenden Jahr auch versuchte sich die Tour Card zu erspielen. Dies gelang ihm allerdings noch nicht und so sammelte er auf der Challenge Tour wertvolle Erfahrungen. Bekannt wurde er allerdings auch schon 2015 in Großbritannien. Bei der TV-Spielshow One Hundred And Eighty trat er als Amateurspieler an der Seite von James Wade an und gewann am Ende 16.000 Pfund. Diesem Auftritt verdankte er es auch, dass „The Machine“ sich ihm annahm und seitdem auch häufiger zusammen mit Portela trainiert. Ein Fakt, der ihm natürlich in seiner Entwicklung unheimlich weitergeholfen hat. Allerdings stellten sich die Erfolge noch nicht sehr schnell ein. Auch 2016 gewann er keine Tour Card. Er gab allerdings sein Debüt in Deutschland, als er sowohl bei den German Masters als auch bei den German Open teilnahm, jedoch ohne großen Erfolg.

Ab dem Jahr 2017 wurde seine gute Entwicklung dann deutlicher, auch, weil er den Weg zu immer mehr Turnieren fand. So startete er einige Male auf Players Championship Events, erreichte immer mal wieder gute Ergebnisse auf der Challenge Tour und gab auch auf der European Tour sein Debüt. Direkt beim ersten Event von 2017, den German Darts Championship in Hildesheim, gelang ihm auch der erste Sieg eines Brasilianers auf der European Tour. Aus deutscher Sicht weniger erfreulich, war sein Gegner dort der Strausberger Martin Schindler. Eine besondere Ehre wurde Portela zu Teil, als er beim World Cup of Darts zusammen mit Alexandre Sattin sein Heimatland vertrat. Es war das Debüt der Brasilianer, die es immerhin bis in die zweite Runde schafften, ironischerweise dieses Mal aber an Deutschland scheiterten. Auch im Jahr 2018, dieses Mal an der Seite von Bruno Rangel, kam Diogo beim World Cup in die zweite Runde, verlor dort allerdings gegen Schottland. Ein paar Monate vorher verpasste er es erneut sich die Tour Card zu erspielen, trotz Halbfinalteilnahme bei einem der Q-School Events, konnte aber mit dem Start ins Jahr zufrieden sein. Nach seinem WM-Debüt, bei dem er trotz guter Leistung 1:3 gegen Peter Wright verlor, holte er auf der Challenge Tour im Januar seinen ersten Turniersieg. Er schlug dort unter anderem Barrie Bates und Richie Corner, ehe er im Endspiel auch Michael Barnard bezwang.

Prognose

Bisher fehlt Diogo Portela vor allem noch eines: Konstanz. Dass er das Talent für größere Erfolge mitbringt, das zeigte er schon häufiger. Nur gelingt es ihm eben noch nicht die guten Leistungen auch über einen längeren Zeitraum ans Oche zu bringen. Mit seinem Trainingspartner James Wade hat er bereits einen ganz wichtigen Akteur an seiner Seite. Es gibt wohl nur wenige bessere in diesem Business, die so viel Erfahrung und große Titel gesammelt haben wie „The Machine“. Auch in den nächsten Monaten und Jahren wird er von Wade einiges mitnehmen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Diogo im kommenden Jahr beim fünften Anlauf endlich die Tour Card gewinnt und dann auch regelmäßig an den Players Championship Turnieren teilnehmen kann. Wichtig dürfte für ihn eben vor allem die Praxis sein. Er macht es schon ganz richtig, nimmt oft an den Events der Challenge Tour teil, ist aber noch nicht immer bei den European Tour Events dabei. Dafür fehlt ihm der finanzielle Spielraum. Mit seiner bodenständigen Art kommt er Backstage sehr gut an, ist gleichzeitig aber eben auch ein hochemotionaler Spieler, der den Sport lebt. Wenn er die Energie, die er aus ebenjener Eigenschaft ziehen kann, in den kommenden 18 Monaten für sich nutzt, dann dürfte er in dieser Zeit für einige Überraschungen sorgen und wird wohl auch, wenn nichts dazwischen kommt, an den kommenden Weltmeisterschaften teilnehmen. Ob es so kommt, wir werden sehen. Bis dann!

Tobias Gürtler



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