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Geld


Preisgeld im Dartsport Schatten

Im neunten Teil meiner Darts-Fan-Kolumne möchte ich über das Geld sprechen. Der kleine Sport Darts hat mit einigem davon zu tun. Und gerade, wenn es um das Thema Geld geht, ist Darts ein Teil des größeren Ganzen. Mich würde dabei schon interessieren, wie bedeutend dieser Teil in, sagen wir Euro, ausgedrückt, ist. Und dann natürlich noch: Woher kommen die Summen, die zum Darts fließen, und in welche Taschen fließt dann wieder wieviel?

Beim Darts werden die Geldbeträge der PDC in den Preisgeldbekanntgaben für Turniere und dann in der preisgeldbasierten „Verdienstordnung“ - der Order of Merit - öffentlich gemacht. Wenn man bei den Spielern einen Spitzenwert vergleicht: Der Sieger des Wimbledon-Herren-Einzel im Tennis bekam 2016 zwei Millionen Pfund, der Sieger der letzten Darts Weltmeisterschaft 350.000.

Das spiegelt vielleicht noch ein bisschen die Größenordnungen der wirtschaftlichen Bedeutungen der beiden Sportarten wider. Ganz allgemein gehört unser Sport wohl in die Unterhaltungsbranche (Entertainment). Das Geld zahlen Sponsoren für die Aufmerksamkeit, die sie durch die Platzierung bekommen. Und das Geld zahlen viele Dartsfans und Spieler, die sich Equipment und Eintrittskarten und Zugang zu Übertragungen kaufen. Immerhin, was ich mal so auf die Schnelle dem 13. Sportbericht der Bundsregierung (Stand 2015) entnehme, ist, dass der Sport in Deutschland die gleiche wirtschaftliche Bedeutung haben soll wie der hiesige Fahrzeugbau (über drei Prozent der „gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung“, die bei rund 2,2 Billionen Euro liegt). Woran Darts dann seinen gewissen - und sicher seit einiger Zeit immerhin wachsenden - Anteil hätte.

Ich vermute, dass die (Profi-)Spieler noch nicht einmal diejenigen sind, die am Darts das meiste verdienen, auch wenn es da vielleicht ein paar Ausnahmen geben sollte. Obwohl natürlich die spektakulären Spitzenspieler den Sport prägen und die Attraktivität erzeugen. Aber wer hängt nicht noch alles dran und drin? Verbände, Organisationen, Manager, Sportartikelhersteller, Wettanbieter, Rechtehändler, Vermittler, Veranstalter, Fernsehanstalten, Moderatoren, Sportjournalisten, Getränkehersteller, Ticketing-Firmen, Sicherheitsdienste, viele andere - und die nicht zu vergessene arme Putzfrau, die nach einem Turnierabend sauber machen muss. Es ist ein riesiges und verflochtenes Business. Es wäre sehr interessant, da mehr und genaueres zu erfahren – das wäre aber eine Aufgabe für ein größer angelegtes Forschungsprojekt.

Was man sehen kann, ist, dass jedenfalls überall versucht wird, fast schon verzweifelt, Beute zu machen: Wie oft kommt nicht bei den Fernsehübertragungen der Hinweis auf einen „Dartsshop“ oder die Aufforderung, per kostenbehaftetem Telefonat an einem Gewinnspiel teilzunehmen, oder die ein oder andere Wette zu platzieren. Peinlich scheint das niemandem zu sein.

Wie bei allen wirtschaftlich bedeutenden Tätigkeitsfeldern, die die Menschheit sich erschlossen hat, sollte man aber die Priorität der Sache selber im Vergleich zum Geschäftemachen anerkennen. Um ein krasses, aber deutliches Beispiel zu nennen: Wenn Waffenfabriken Geld verdienen wollen, dann kommen ihnen mögliche Kriege, für die Waffen benötigt werden, ganz recht. Schade, wenn es dabei am Ende auch Tote geben sollte, aber das gehört dann irgendwie dazu. Die Gefahr ist da, dass immer wieder Zwecke zu Mitteln gemacht werden.

Darts ist da aber noch ziemlich harmlos, denke ich. Und lebt im Kern von der Freude am Spiel und auch der Freude, hervorragenden Spielern beim Spielen zuzusehen. Beides etwas, was mit Geld zunächst einmal gar nichts zu tun hat.

Stephan Hammers, 6.4.2017

 

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