Bunse und Hopp scheiden aus, Marijanovic steht in Runde zwei

Nachdem die ersten acht Erstrundenbegegnungen bereits hinter uns lagen, folgten am Freitagabend die verbliebenen acht beim European Darts Grand Prix. Unter den 16 Akteuren, die im Sindelfinger Glaspalast um die verbliebenen acht Zweitrundentickets kämpften, befanden sich auch drei Deutsche: Max Hopp hatte mit James Wade das wohl schwerste Los überhaupt bekommen, Christian Bunse traf auf Jamie Lewis und Robert Marijanovic auf Andy Boulton.

Noppert mit gutem Endspurt, Wattimena siegt im Entscheidungsleg

Eröffnet wurde die zweite Turniersession mit dem Aufeinandertreffen von Danny Noppert und Krzysztof Ratajski, die Namen ließen also auf ein hochklassiges Spiel hoffen. Noppert stellte dies auch sofort unter Beweis, als er mit einem 12-Darter ins Match startete, Ratajski brauchte nur einen Pfeil mehr, um auszugleichen. Dabei hatte er allerdings von zwei verpassten Breakdarts des Niederländers profitiert. Ganze fünf Darts auf Doppelfelder vergab Noppert dann im dritten Leg, sodass der Mann aus Polen das erste Break der Partie schaffte. Weil er dann im vierten Leg aber fünf Chancen zum Leggewinn liegen ließ kam „Noppie zum Rebreak und zum 2:2. Nachdem zunächst auch die beiden folgenden Legs geteilt wurde, es also zum Spielstand von 3:3 kam, übernahm Noppert die Kontrolle über die Partie. Er sicherte sich zunächst das siebte Leg bei eigenem Anwurf, ehe ihm im achten Leg das entscheidende Break gelang. Dazu spielte er einen 12-Darter mit abschließendem 101er-Checkout. Ein Finish von 64 Punkten im neunten Leg besiegelte dann den 6:3-Erfolg Nopperts, er blieb im Schnitt nur knapp unter der 100-Punkte-Marke pro Aufnahme und trifft in Runde zwei auf Gerwyn Price.

Spannung versprach das Duell von Jermaine Wattimena und Toni Alcinas, vorweggenommen sei, dass diese auch geliefert wurde. Doch von vorne, der Spanier vergab im ersten Leg drei Möglichkeiten bei 24 Restpunkten und ermöglichte Wattimena so sofort ein Break, welches dieser auch ganz stark per 140er-Highfinish bestätigen konnte. Ein Leg später vergab Wattimena jedoch vier Chancen zum 3:0 und erlaubte es seinem Kontrahenten dadurch, zu verkürzen. Doch der Ausgleich folgte noch nicht, denn Alcinas ließ einen Dart dazu liegen und „The Machine Gun“ checkte 98 Punkte mit zwei Pfeilen zum 3:1. Erneut vier verpasst Möglichkeiten auf Doppel kosteten ihn danach jedoch das fünften Leg, der Spanier gewann sein zweites und legte sein drittes Erfolgserlebnis zum 3:3-Ausgleich nach. Nachdem die beiden folgenden Legs mit dem Anwurf gewonnen wurden verpasste der Niederländer aufgrund vier weiterer Patzer es ein Break zu schafften. So führte Alcinas jetzt mit 5:4, doch vom Scoring her war Wattimena weiter gut unterwegs und holte sich per 14-Darter den Ausgleich. Somit musste das erste Entscheidungsleg des Turniers gespielt werden, welches der Spanier anfangen durfte. Wattimena verpasste bei 110 Restpunkten zunächst seinen ersten Matchdart, hatte dann aber Glück, dass Alcinas bei 68 Restpunkten einen Matchdart an der Doppel-20 vorbeiwarf. Wattimena trat nochmal ans Board und nutzte Matchdart Nummer drei auf der Doppel-8 zum 6:5. Er hat in der zweiten Runde Jelle Klaasen zum Gegner, seine Doppelquote von 21 Prozent wird er dabei definitiv steigern müssen.

Es folgte der erste Deutsche an diesem Abend. Christian Bunse, der sich gestern im Qualifikationsturnier einen Startplatz erspielt hatte dabei in Person des diesjährigen Weltmeisterschafts-Halbfinalisten Jamie Lewis eine schwere Aufgabe vor der Brust. Lewis gewann das erste Leg, verpasste im zweiten Leg jedoch drei Darts, um zu erhöhen. Bunse bedankte sich und traf zur Freude des Publikums die doppelte 10 zum 1:1. Dank eines 68er-Finishes konnte der Deutsche auch nachlegen und ein Break produzieren, doch „Fireball“ konterte und schaffte per 13-Darter das Rebreak, welchem er das Leg bei eigenem Anwurf mit ebenfalls 13 Darts zum 3:2 aus seiner Sicht folgen ließ. Mit einem sicher ausgeführten 70er glich Bunse wiederum aus. In dieser Phase des Spiels brachten beide Akteure ihre Anwürfe sicher auf ihre Seite, sodass Lewis erneut in Front ging und Bunse natürlich sofort wieder ausgleichen wollte. Doch bei diesem Plan spielten ihm seine Nerven einen Streich, denn er ließ ganze neun Möglichkeiten auf Doppelfelder zum Ausgleich liegen. Lewis hatte währenddessen selbst acht Mal gepatzt und kam auf der Doppel-2 doch noch davon, beim Stand von 5:3 war er nur noch ein Leg vom Sieg entfernt. Alles sah auch danach aus, als würde das Match im neunten Leg zu Ende gehen, doch der Mann aus Wales ließ sechs Matchdarts ungenutzt. Bunse rettete sich zunächst auf der Doppel-16, doch im zehnten Leg gab sich Lewis keine Blöße mehr und spielte einen 14-Darter gegen den Anwurf zum 6:4-Erfolg. Christian Bunse (Average von knapp 81 Punkten und Doppelquote von circa 24 Prozent) ist somit ausgeschieden, während Jamie Lewis morgen gegen Daryl Gurney um die dritte Runde spielen wird.

Mit der Partie von Jamie Caven und Mareno Michels ging es weiter. Caven dürfte den allermeisten ein Begriff sein, schließlich ist er siebenmaliger Titelträger bei der PDC und erreichte vor einigen Jahren auch immer wieder gute Resultate bei den TV-Turnieren. In Sindelfingen bestritt er heute sein erstes European-Tour-Event dieses Jahres, dabei ging es mit dem aus den Niederländer stammenden Michels gegen einen Unbekannten auf der European Tour. Michels erwischte den Start, den man sich wohl am allerwenigsten wünscht, denn er vergab im ersten Leg gleich mal sechs Chancen auf Doppelfelder. So wurden die sieben Fehler, die Caven sich leistete nicht bestraft und „Jabba“ stellte auf 1:0. Besser für Michels lief es im zweiten Leg, als er die Doppel-10 zum Ausgleich treffen konnte – doch das sollte dann auch sein einziges Erfolgserlebnis bleiben. Caven stellte zuerst auf 2:1 und legte per 11-Darter ein Break nach. Im fünften Leg vergab Michels dann zwei Darts auf Doppel, Caven führte in der Folge mit 4:1 und erhöhte per Break auf der Doppel-10. Ein Leg fehlte ihm jetzt noch, und diese Aufgabe erledigte er schon im siebten Leg des Spiels. Caven siegte also klar mit 6:1 und wird der Zweitrundengegner von Mensur Suljovic.

Kyle Anderson und Nicholson in Runde zwei

Als Nächstes durften Ricky Evans und Kyle Anderson ihre Walk-Ons im Glaspalast bestreiten. Ganze sechs Mal warf Evans im ersten Leg rechts an der Doppel-10 vorbei und ermöglichte seinem australischen Gegner es so, trotz acht eigener Fehler auf Doppelfelder das erste Leg zu retten. Per 14-Darter inklusive eines 96er-Checkouts glich „Rapid“ aus, ehe Anderson zunächst das eigene Leg gewann und dann ein Break zur 3:1-Führung schaffte. Bei letzterem profitierte Anderson von fünf Fehlern auf Doppelfelder seines Gegners. Per 14-Darter schaffte der Engländer das sofortige Rebreak, und dank eines 115er-Highfinishes unter hohem Druck, Anderson wartete mit 38 Punkten, konnte Evans auch ausgleichen. Schon ein Leg später ließen ihn aber wieder die Doppelfelder im Stich, drei Breakdarts ließ er ungenutzt. Anderson schnappte sich dementsprechend das 4:3, doch per 13-Darter schaffte Evans erneut den Ausgleich. Auf der Doppel-20 setzte sich „The Original“ wiederum in Front, und ihm zehnten Leg vollendete er mit einem 121er-Finish auf der Doppel-14 den 6:4-Erfolg. Kyle Anderson wird sich in Runde zwei mit Kim Huybrechts duellieren.

Das Spiel, auf dass sich wohl viele am meisten freuten, folgte im Anschluss. Die deutsche Nummer eins und er neue Titelträger auf der European Tour Max Hopp hatte mit James Wade das wahrscheinlich schwerste Erstrundenlos überhaupt erwischt. Aber klar war auch – würde Max die Leistungen aus den letzten Wochen anknüpfen können wird er gegen Wade keinesfalls chancenlos sein. Hopp gewann das erste Leg eigenen Doppelschwierigkeiten zum Trotz auf der Doppel-2, ehe er im zweiten Leg von drei Fehlern des Engländers auf seine eigentlich favorisierte Doppel-10 profitierte und per Break auf 2:0 stellte. Dank eines 101er-Finishes konnte Wade das sofortige Rebreak vollbringen, ein gehaltener Anwurf von „The Machine“ im Anschluss daran sorgte für den 2:2-Ausgleich. Die beiden darauffolgenden Legs wurden gerecht aufgeteilt, nach sechs gespielten Legs stand es also noch immer unentschieden. Per 14-Darter schaffte Wade dann in Leg Nummer sieben ein Break, welchem er erneut per 14-Darter auch das 5:3 nachlegte – nur noch ein Leg war Wade jetzt von der zweiten Runde entfernt. Trotz fünf Fehlern auf Doppel konnte sich der „Maximiser“ noch sein viertes Leg greifen, und er erhielt tatsächlich im zehnten Leg bei gegnerischem Anwurf eine Chance, um das Entscheidungsleg zu erzwingen. Doch bei 104 Restpunkten warf er einmal an der Doppel-16 vorbei und musste ansehen, wie Wade das Spiel mit seinem dritten Matchdart auf der doppelten 5 beendete. Hopps Average von knapp 90 Punkten war heute einfach nicht genug, eine Doppelquote von 22 Prozent kam erschwerend dazu. Wade tat das, was zum Sieg nötig war und trifft in der zweiten Runde auf John Henderson.

Zu einem rein australischen Duell kam es im vorletzten Erstrundenmatch, als Dawson Murschell gegen Paul Nicholson antrat. Letzterer durfte das erste Leg anfangen und hatte sich nach 12 Darts 40 Restpunkte gestellt. Dass er sich an diesen allerdings gar nicht erst versuchen durfte lag daran, dass Murschell 104 Punkte via 16, Triple-16 und Doppel-20 zum Break und zum 12-Darter auslöschte. Weniger gut lief es für ihn im zweiten Leg, als er zwei Chancen zum Auschecken ungenutzt ließ und Nicholson 80 Punkte zum sofortigen Rebreak ausmachen konnte. Zwei weitere Möglichkeiten ließ Murschell im dritten Leg verstreichen, als er bei 100 Restpunkte zwar die Triple-, nicht aber die Doppel-20 treffen konnte. Nicholson versenkte in der Doppel-10, verpasste dann aber seinerseits zweimal die Doppel-12, um Murschell zu breaken; letztendlich kam dieser zum 2:2. Dass dies Murschells letzter Leggewinn des Turniers war, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Nicholson holte sich auch dank eines 105er-Highfinishes vier Legs nacheinander, in diesen vier Legs bekam Murschell nur zwei Möglichkeiten auf Doppel, die aber beide liegen ließ. Für Nicholson reichte dieser 6:2-Erfolg, bei dem er allerdings selbst eine gute Leistung zeigte zum Zweitrundeneinzug, dort wird er gegen Mervyn King antreten.

Zum Abschluss des ersten European Darts Grand Prix Abends duellierten sich Robert Marijanovic und Andy Boulton. Das erste Leg, welches Marijanovic beginnen durfte, musste der „Robstar“ jedoch gleich an seinen Gegner abgeben. Doch er fing sich sogleich und glich ohne größere Schwierigkeiten per Rebreak aus. Im dritten Leg konnte der Deutsch-Kroate nur aufgrund von vier Fehlern seitens Boultons auf Doppel den eigenen Anwurf verteidigen. Ein Treffer in der Doppel-18 sorgte im Anschluss daran für das nächste Break, Marijanovic führte jetzt mit 3:1, bei eigenem Anwurf konnte er auch sein viertes Leg gewinnen. Mit einem starken 12-Darter, welches eine 180 und ein 121er-Highfinish beinhaltete, konnte „X-Factor“ bis auf zwei Legs verkürzen, doch er ließ im siebten Leg eine Chance aus, um den Abstand bis auf ein Leg zu verringern. Marijanovic traf stattdessen nach vier Fehlern auf Doppelfelder doch die Doppel-8 und führte jetzt mit 5:2. Zwar konnte Boulton per 13-Darter noch ein Leg für sich entscheiden, dies änderte aber nichts mehr am eigentlichen Spielverlauf. Mit einem 123er-Checkout über Triple-19, Triple-16 und Doppel-9 machte Robert Marijanovic den 6:3-Sieg perfekt, bei welchem er einen Average von 84,5 Punkten (und damit acht Punkte weniger als sein Gegner) sowie eine Doppelquote von 37,5 Prozent zeigte. Er wird es morgen in der zweiten Runde mit Darren Webster zu tun bekommen.

Alexander Kuck

European Darts Grand Prix


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