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Mobile, Alabama

Ich schreibe das hier im Battle Hotel, mitten in Mobile in Alabamas Historic District. Ich bin gerade von einer Dartnacht rund 10 Meilen die Straße hinauf, ungefähr zwischen dem Flughafen von Mobile und dem Hotel zurückgekehrt, einem der geschichtsträchtigsten Hotels im tiefen Süden. Es wurde 1852 eröffnet, 1905 brannte es bis auf die Grundmauern nieder, 1908 wurde es wieder aufgebaut und wieder eröffnet, 1974 geschlossen und 2007 erneut eröffnet, das "Battle House" ist als das Hotel bekannt, indem die Gastfreundlichkeit des Südens ihren Anfang genommen hat. Die Geschichte geht weiter und weiter… 1860 übernachtete Stephen Douglas hier, nachdem er die Präsidentenwahl gegen Abraham Lincoln verloren hatte. 1913 übernachtete der Präsident Woodrow Wilson hier, als er sich in der Stadt aufhielt um vor dem Southern Commercial Congress eine Rede zu halten. 1952 verkroch sich Elvis Presley im Battle House, nachdem er aus dem Vergnügungspark geflogen war, wo er seinen "Shake" vorführte.

Und hier war es auch, wo der berühmte "Colonial Ballroom" einst überquoll von Festgästen in prächtigen Kostümen, geschmückt mit üppigen Blumengestecken in edlen Arrangements, alles war hier versammelt, was in Amerika Rang und Namen hatte, um den ursprünglichen Mardi Gras zu feiern, lange bevor New Orleans, das nur hundert Meilen weiter im Westen liegt, mit diesen jährlichen Festlichkeiten in Verbindung gebracht wurde.

Natürlich bin ich nicht wegen diesem ganzen Quatsch nach Mobile gereist. Ich habe das nur erwähnt, weil das in diesem Teil der Welt von einem Gentleman erwartet wird. Und Du solltest zumindest den Anschein erwecken ein Gentleman zu sein, damit die Mädchen auf Dich aufmerksam werden.

Ich kam wegen der Darts her.

Zum Dartspielen sollte man zu Paddy O'Tooles am Airport Belvedere 3692 gehen, das ist hier ohnehin die absolut einzige Möglichkeit! Der Laden gehört Hermann und Ethel Rosenbaum und ihrem Sohn Shlomo (der für die Bar verantwortlich ist) und wird auch von ihnen bewirtschaftet. Also gut, der letzte Satz war eine Lüge. Entschuldigung. O'Toole ist eine durch und durch irische Kneipe. Es gibt sie schon seit dreißig Jahren und von außen ist sie bemerkenswert unauffällig. Sie legt an einer kleinen Nebenstraße eingezwängt zwischen einer Nebenstelle der Feuerwehr und einem chinesischen Restaurant in dem wahrscheinlich Chihuahua Suppe serviert wird. Es gibt kein Fenster, keine blinkende Bierwerbung. Nur eine alte rostige Metall-Türe mitten in einer verkohlten Steinwand. Aber auf der anderen Seite findet man ein wundervolles Szenarium vor.

Der Raum ist lang und schmal, duster und dreckig und es stinkt. Rechts findet man eine lange Bar. Es schaut so aus, als wären seit der Eröffnung viele der Gäste hier gesessen. Links hinten ist ein kleiner Alkoven mit einem Pool Tisch. Gegenüber der Bar stehen ein paar Tische und Stühle, die meisten von Zigaretten leicht angesengt und klebrig von verschüttetem Bier. Direkt links neben der Tür ist der Dartbereich. Ich hab schon schlimmeres gesehen. Die Beleuchtung ist gut. Die Oches (oder das, was von ihnen übrig ist) sind erhöht, na zumindest etwas Ähnliches. Es gibt Tafeln, statt dieser beschissenen, fettigen Stift-Dinger, die deine Finger schwärzen und an deinen Hosen Flecken hinterlassen, wenn du dir die Finger daran abwischst, so dass du zuhause von deiner Frau einen Anpfiff bekommst, wenn du von einer Nacht voller Darts heimkommst, falls du überhaupt deinen Weg nach hause findest. Aber ich schweife ab und hole zu weit aus…

Es gibt drei Boards, alle drei wahrscheinlich aus den 1970er Jahren, steinhart und unzerstörbar, wahrscheinlich sogar dann, wenn man mit einem der drei Gewehre darauf schießen würde, die unter Decken auf dem Rücksitz eines der Pickups mit einer konföderierten Fahne am Rückfenster draußen auf dem Parkplatz versteckt sind.

Jeder einzelne Dart meiner ersten Handvoll, die ich darauf warf, prallte ab. Also drehte ich das Board und versuchte weiter mein Glück. Drei Stunden später hatte ich ein halbes Dutzend 180er erzielt, ein ungewöhnliches Ereignis für mich, und ich war nur ein einziges Mal unterbrochen worden…

Der einschüchternde, glatzköpfige Kerl in einem ärmellosen Crimson-Tide Shirt sagte sein Name wäre Bobby. Aber er ließ mich in Ruhe, nachdem ich ihm erklärt hatte, dass mein Name, auch wenn ich nach zwanzig Bier für ihn wie ein schwarzer Jude ausschauen würde, was ich nun wirklich nicht bin, Wilbur wäre und dass ich nur die Zeit damit totschlug, geile Mädchen aufzureissen und dass ich darauf wartete das die Nascar Rennen im Fernsehen anfingen.

Aber das bemerkenswerteste im O'Tooles ist das Geld. Jeder Inch der Wand, die Front der Bartheke, sogar Teile der Decke sind mit Dollar-Noten gepflastert. Es gibt Tausende und alle sind unterschrieben von denen, die sie da hingeklebt haben. So etwas habe ich wirklich noch nicht gesehen.

Natürlich musste ich mein Zeichen auch hinterlassen. Da ich ja ein jüdischer schwarzer Kerl bin, zumindest in Bobby's Augen, fand ich ein Stück ausgekauten Kaugummi, befestigte es an einem Quarter, klebte den Quarter an die Wand und dann…stahl ich den Quarter und rannte zum Battle House zurück.

Das war schon eine gute Nacht, da im O'Tooles. Es ist ein freundlicher Ort, wenn auch anders, und sicher einen Besuch wert, wenn man in der Gegend ist (schon deshalb, weil es die einzige Bar in der Stadt ist, wo man ein Board finden kann).

Ich werde sicher, solange ich lebe, dort nicht mehr hinkommen.

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