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Jojo Barellano

Ich gehe davon aus, dass die Nachricht, dass Rizal "Jojo" Barellano dieses Jahr als allererster Philippino überhaupt bei den Weltmeisterschaften der PDC für sein Land antreten wird, den meisten Dartfans lediglich ein Gähnen entlocken konnte. Wenn die Nachricht kommt, dass ein weiterer Spieler aus der gleichen Gegend, ebenfalls zum allerersten Mal, eingeladen worden ist, wird die Begeisterung genauso groß sein.

Meine Reaktion war das totale Gegenteil.

Der Sprung des unbekannten Wynand Havenga letztes Jahr unter die letzen 16 machte das Turnier spannender, brachte Geld in die Brieftaschen einiger glücklicher Spieler und Schwung in den Sport in Südafrika. Gleichgültig, ob die diesjährigen Neulinge Havengas unwahrscheinliche Leistung wiederholen können oder nicht, alleine durch ihr Auftreten werden sie dem Sport in fernen Regionen Auftrieb geben.

Barellano lebt in Davao City auf Mondano, der südlichsten Inselgruppe der Phillipinen, einer Gegend, die international als Brutstätte des Terrorismus in diesem 7107 Insel Archipel bekannt ist.

Barellanos Flug nach Heathrow wird 16 Stunden dauern, nach vernünftigen Maßstäben eine enorme Strecke. Verglichen mit seiner 1,5 Tage dauernden Reise die ihn per "Schnellboot" von seinem Zuhause zum Austragungsort des Qualifikationsturniers in Manila brachte, aber nur ein Katzensprung.

Aber er wird dafür im Alexandras Palace antreten und "stolz sein Pinoy Farben zu tragen". Es wird erst das zweite Mal sein, das der 42jährige sein Heimatland verlässt. Das erste Mal geschah dies 2006, als er als Mitglied des phillipinischen Nationalteams unter die Top acht des Asia Pazific Cups in Malaysia kam.

Bemerkenswerter Weise hatte Barellano damals noch nicht einmal ein eigenes Set Darts, das wurde ihm nach dem Turnier von Steve Dorotheo (Dartware) geschenkt.

Von Beruf ist Barellano Taxifahrer, aber kürzlich hat er sein Taxi verkauft. Das Geld brauchte er für Turnierstartgelder und für den Flug seiner Ehefrau Estella nach Dubai, wo sie nun arbeitet. Barellano hat auch noch einen kleinen Sohn, so ist es gut, dass er, wie er es bescheiden ausdrückt, von Gott "das Geschenk des Lebens und der Begabung" bekommen hat, Dartturniere gewinnen zu können um damit seine Familie zu ernähren.

Es sind wirklich zwei völlig verschiedene Welten - Davao City und London.

Diejenigen, die sich abfällig über die Teilnahme eines Spielers wie Barellano äußern, weil sie ihn nicht für gut genug halten oder weil seine Einbeziehung "Spielern der Rangliste gegenüber unfair" ist, mögen Recht haben. Aber hat man das Gleiche nicht auch über Havenga gesagt?

Fragt Peter Manley, was er darüber denkt. Wenn er ehrlich ist, wird er zugeben, dass es einfach der globalen Entwicklung des Sports gut tut und dass das wichtiger ist, als nur die Spieler zuzulassen, die nicht aus den entlegensten Winkel der Welt kommen und in der Lage sind das Geld zusammenzukratzen, um am Kampf um die Ranglistenpunkte teilnehmen zu können.

Obwohl Barellano erst kürzlich mehr oder weniger in die Dartsszene hineingesprungen ist, kennt er sich doch im Dartsport aus. Tatsächlich wird über Solar Sports, Hochleistungs-Dartsport, einschließlich der PDC Weltmeisterschaft, auf den Phillipinen schon seit einiger Zeit gesendet.

Also weiß Barellano sehr wohl Bescheid, kennt auch die großen Unterschiede, bleibt aber trotzdem motiviert durch sein ruhiges Selbstvertrauen, seinen Nationalstolz und durch die Ehre, dass er in die Fußstapfen von Freddie Deen treten wird.
"Ich bewundere Dennis Priestley", erzählte er mir, und "um erfolgreich zu sein, muss ich mich so fokussieren können wie er."

Ich bin sicher, dass es Barellano gelingen wird, und ich bin auch sicher, dass Priestley, einer der Spieler mit wirklicher Klasse, sich die Zeit nehmen wird, nach Barellano zu suchen und ihm viel Glück zu wünschen.

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