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Van Barnevelds Abschied erfolgt erst am Sonntag

Am Samstagabend wurde bei den World Series Finals 2019 in Amsterdam die zweite Runde ausgetragen. Besonders im Fokus stand dabei Raymond van Barneveld, der sein letztes Profi-Turnier vor niederländischem Publikum absolvierte. Damit die Reise dabei nicht schon ganz früh endete wollte er Landsmann Jermaine Wattimena schlagen. Mit Michael van Gerwen (gegen Gerwyn Price) und Danny Noppert (gegen Gary Anderson) hatten zwei weitere Akteure ein Heimspiel. Außerdem waren auch alle anderen gesetzten Spieler, unter ihnen auch Titelverteidiger James Wade, Daryl Gurney, Peter Wright, Gary Anderson und Rob Cross im Einsatz. Gespielt wurde im Format „best of 11 Legs“.

Suljovic müht sich eine Runde weiter

Zum Duell zwischen James Wade und Jonny Clayton kam es bereits vergangene Woche. Bei der EM war Wade ebenfalls als Titelverteidiger angetreten und hatte beim 0:6 ein Debakel erlebt. Ins heutige Match kam „The Machine“ besser rein, spielte Legs von 13 und 15 Darts und ging demzufolge mit 2:0 in Front. Clayton sicherte sich dann mit einem sehenswerten 131er-Finish über Tops-Tops sein erstes Erfolgserlebnis. Da die nächsten beiden Durchgänge vom jeweils anwerfenden Profi eingefahren wurden nahm Wade eine 3:2-Führung mit in die Pause. Im Anschluss daran gelang „The Ferret“ das erhoffte Break zum Ausgleich. Weil der Waliser kurz darauf jedoch zweifach auf Doppel patzte schaffte es Wade, mit einem eigenen Break zu kontern. Weil der Engländer kurz darauf seine favorisierte Doppel-10 erwischen konnte benötigte er nur noch ein Leg zum Weiterkommen. Clayton kam das Match jedoch längst nicht verloren und erzwang nach einem 15- und einem 13-Darter das alles entscheidende elfte Leg. Dort nutzte Clayton seinen Vorteil des Anwerfens, löschte 62 Punkte aus und schlug Wade knapp mit 6:5 – letzterer wird also auch diesen Titel nicht verteidigen können.

Für die größte Sensation auf der diesjährigen World Series Tour hatte Damon Heta gesorgt. Der Australier gewann völlig überraschend das Event in Brisbane und war dementsprechend als 5. der Setzliste nach Amsterdam gereist. Zum Auftakt ging es für „The Heat“ gegen Mensur Suljovic. Der Österreicher sicherte sich gleich zu Beginn ein Break, welches er mit einem 74er-Finish erfolgreich bestätigen konnte. Heta wachte anschließend auf und checkte 96 Punkte zum Abschluss einen 12-Darters. Suljovic antwortete mit einem 81er-Checkout, verlor das nachfolgende fünfte Leg und nahm letztlich einen 3:2-Vorsprung mit in die Kabine. Nach der Pause löschte „The Gentle“ 101 Restpunkte aus, vergab anschließend aber eine Breakchance auf das Bullseye. Heta rettete so mit einigen Mühen sein Anwurfleg, setzte wenig später aber selbst drei eminent wichtige Breakdarts in den Sand. Suljovic traf die doppelte 7 und stand kurz vor dem Sieg. Einen 13-Darter später war es soweit und Suljovic besiegelte den 6:3-Erfolg. Überzeugen konnte der Wiener allerdings erneut nicht wirklich.

Van Gerwen schlägt Price schon wieder

Mit dem Match zwischen Daryl Gurney und Krzysztof Ratajski ging es anschließend weiter – der Sieger war hier nur sehr schwer zu prognostizieren. Mithilfe eines 107er-Highfinishes erzielte der „Polish Eagle“ frühestmöglich ein Break, kurz darauf lag er mit 2:0 vorne. Gurney verkürzte mit einem 63er-Finish, ließ anschließend jedoch drei Breakdarts ungenutzt. Im nachfolgenden Leg korrigierte der Nordire diesen Fehler, spielte einen starken 11-Darter und lag zur Unterbrechung nur noch mit 2:3 hinten. Im Anschluss daran warf Ratajski dreimal außen an der Doppel-16 vorbei. Dieser Fehler wurde sofort bestraft: „Superchin“ brachte 112 Zähler auf Null und kam gleichzeitig zum Break und zum Ausgleich. Im nachfolgenden siebten Leg lief es jedoch genau umgekehrt: Gurney zielte viermal zu ungenau und Ratajski holte sich seinerseits das nächste Break. Weil der Pole das achte Leg ebenfalls für sich entschied benötigte er nur noch eines zum Sieg. Gurney zögerte sein Ausscheiden zunächst hinaus und glänzte mit einem 121er-Bullfinish. Trotz einiger Schwierigkeiten auf Doppel gelang es Ratajski wenige Momente später aber, den Deckel auf die Partie zu machen. Der sechste Matchdart steckte in der Doppel-4 und brachte ihn ins Viertelfinale, wo er auf Mensur Suljovic treffen wird.

Anschließend unternahm Gerwyn Price den nächsten Anlauf, endlich den ersten Sieg über Michael van Gerwen einzufahren. Im 19. Match zwischen den beiden Topstars konnte dabei auch das niederländische Publikum zu einem Faktor werden. Der Weltranglistenerste zog das Auftaktleg auf seine Seite, wenige Momente später sicherte sich Price sein erstes Erfolgserlebnis. Der Waliser konnte anschließend breaken und schließlich sogar ein drittes Leg nacheinander gewinnen. Danach konnte van Gerwen diesen Lauf unterbrechen, lag zur Pause aber nichtsdestotrotz mit 2:3 hinten. Nach der Unterbrechung ließ „Mighty Mike“ drei Breakmöglichkeiten liegen, Price bedankte sich auf der Doppel-5 und stellte den alten Abstand wieder her. Van Gerwen kam jedoch wieder ran und produzierte kurz darauf mit einem 12-Darter das erhoffte Break. Das 4:4-Unentschieden und die aufgeheizte Stimmung versprachen eine spannende Schlussphase. Van Gerwen nahm jetzt richtig an Fahrt auf, legte einen weiteren 12-Darter hinterher und checkte dabei auch 127 Punkte aus. Der Waliser war aber noch immer im Rennen, spielte im zehnten Leg ein starkes 129er-Bullfinish und erzwang das Entscheidungsleg. Dort spielten beide richtig gut, sodass der Vorteil des Anwerfens letztlich ausschlaggebend für den Niederländer war. Van Gerwen checkte schlussendlich nervenstark 74 Punkte aus und entschied dieses hochklassige Match für sich. Der Weltmeister wird es im Viertelfinale mit Jonny Clayton zu tun bekommen.

Wright und Anderson komplett chancenlos

Einige Minuten später bekam es der an Position zwei gesetzte Peter Wright mit Ian White zu tun. „Snakebite“ erlebte den klassischen Fehlstart, als er die ersten drei Durchgänge allesamt an seinen Gegner abtreten musste. Der Schotte wachte erst danach auf und betrieb vor der Pause Schadensbegrenzung: mit einem 14- und einem 13-Darter holte er sich zwei Legs nacheinander und kam bis auf 2:3 heran. Nach der Unterbrechung nutzte „Diamond“ einen Fehler seines Gegners aus und erzielte ein Break zu einem bedeutenden Zeitpunkt. Weil White dieses auf der Doppel-8 problemlos bestätigen konnte benötigte er nur noch einen Leggewinn. Dieses Vorhaben war kurz darauf abgeschlossen, Wright setzte zwei Darts am äußerer Ring vorbei und White machte Augenblicke später 96 Punkte aus. Das Endergebnis war folglich ein deutliches 6:2 für den Engländer.

Anschließend war Gary Anderson an der Reihe. Der Schotte wollte heute gegen Danny Noppert bestehen. Es sollte allerdings alles andere als gut für ihn losgehen: Anderson kam nicht hinterher und verlor die ersten drei Legs chancenlos. Besonders auffällig im negativen Sinne war dabei, dass Anderson immer wieder in das 1er-, 5er,- und 3er-Segmente abrutschte. Noppert tat bis dato nicht mehr als nötig und sicherte sich auch den vierten Durchgang. Erst als der Niederländer kurz darauf zweimal an Doppeln vorbeiwarf zeigte Anderson endlich seine Klasse: mit seiner einzigen 180 hatte er sich 74 Restpunkte gestellt, die der „Flying Scotsman“ auch von der Scheibe nehmen konnte. Der Weltranglistenvierte ging also mit einem 1:4 in die Pause, enttäuschte nach dieser aber weiterhin. Da Anderson die Streuungen nach links und rechts weiterhin nicht abstellen konnte war es für Noppert ein Leichtes, mit einem 104er-Finish zu erhöhen. „Noppie“ musste letztlich keine Gegenwehr mehr fürchten und machte wenig später mit dem 6:1 den Deckel drauf. Bei Anderson stellte sich nach dem erschreckenden 71er-Average die Frage, ob hinter dieser desolaten Leistung mehr steckte als ein schlechter Tag. Für Noppert geht es im morgigen Viertelfinale gegen Ian White.

Auch Cross enttäuscht die Erwartungen

Dann wurde es emotional und vor allem laut: nach dem Walk-On von Jermaine Wattimena marschierte Raymond van Barneveld auf die Bühne der Arena in Amsterdam. Der fünffache Weltmeister spielte sein letztes PDC-Turnier vor niederländischem Publikum und wurde dabei lautstark angefeuert. Nachdem das Auftaktleg noch an Wattimena ging zündete „Barney“ den Turbo und holte sich drei Legs nacheinander. „Machine Gun“ hatte in diesem Zeitraum wenig entgegenzusetzen, warf danach aber einen 13-Darter und kam zur Pause auf 2:3 heran. Nach der Unterbrechung glänzte van Barneveld mit einem 12-Darter inklusive 128er-Highfinish. Den dadurch entstandenen Abstand von zwei Legs konnte Wattimena sofort wieder verringern. Van Barneveld ließ jedoch bei den eigenen überhaupt nichts anbrennen, benötigte im achten Durchgang nur 13 Würfe und stand kurz vor dem Weiterkommen. Wattimena verkürzte anschließend erneut, doch das zehnte Leg durfte sein Gegner beginnen. Genau diesen Vorteil nutzte van Barneveld brillant aus, glänzte mit einem 11-Darter und entschied die Partie mit 6:4 für sich. Dabei gelang ihm ein Durchschnitt von knapp 102 Punkten pro Aufnahme. Der siegreiche van Barneveld wird also erst am Sonntag von seinen Fans verabschieden müssen.

Im letzten Match des Abends standen sich mit Rob Cross und Dave Chisnall zwei Engländer gegenüber. Cross startete mit einem 13-Darter, „Chizzy“ benötigte für seinen ersten Leggewinn drei Pfeile mehr. Der Weltmeister von 2018 setzte wenig später mit einem starken 11-Darter wieder in Front, Chisnall hatte jedoch auch hier die passende Antwort parat und stellte mithilfe eines 13-Darters Parität her. Im fünften Durchgang erwischte Chisnall die doppelte 8, kam auf diese Weise zum ersten Break und nahm einen 3:2-Vorsprung mit in die Unterbrechung. Einige Zeit später baute Chisnall seine Führung vorerst aus, doch „Voltage“ ließ den Kontakt nicht abreißen, als er im siebten Leg 72 Punkte auf Null bringen konnte. Kurz darauf profitierte der Weltranglistenzweite von zwei Patzern seines Gegners und stellte per Break den 4:4-Ausgleich her. Das bessere Ende sollte aber Chisnall für sich haben: er kam zunächst zu direkten Rebreak und machte wenig später mit einem 11-Darter alles klar. Cross unterlag somit mit 4:6 und war der insgesamt sechste gesetzte Profi, der in der zweiten Runde ausschied. Für Chisnall geht es morgen Nachmittag gegen van Barneveld.

World Series Finals


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