„Barney“ schickt van Gerwen nach Hause

Acht Spieler waren noch im Rennen um die Krone bei den World Series of Darts Finals in Schwechat, dementsprechend standen am Sonntagnachmittag die Viertelfinals auf den Turnierplan. Den Anfang machten dabei Gerwyn Price und Simon Whitlock, ehe Michael Smith gegen Dave Chisnall ranmusste und Jamie Lewis auf James Wade traf. Für den Abschluss sorgte anschließende der niederländische Klassiker zwischen Raymond van Barneveld und Michael van Gerwen. Im Vergleich zu den vorangegangenen Runden wurde die Matchdistanz erhöht und betrug jetzt „Best of 19 Legs“.

Price und Smith behalten die Oberhand

Simon Whitlock kann von Glück reden, dass er heute überhaupt noch im Turniergeschehen ist. Schließlich überlebte er in der zweiten Runde ganze sieben Matchdarts seined Gegners Daryl Gurney. Heute bekam es der „Wizard“ mit Gerwyn Price zu tun, der gestern keinerlei Schwierigkeiten mit einem schwachen Peter Wright hatte. Whitlock erzielte gleich im ersten Leg ein Break, verpasste es aufgrund von fünf Fehlern auf Doppelfelder im zweiten Leg aber, seine Führung auszubauen. So griff sich der „Iceman“ das Rebreak und ging einen 13-Darter später selbst in Front. Whitlock glich wiederum aus und hatte per Break das letzte Wort vor der Pause – der Australier führte mit 3:2. Price kam verbessert aus dieser Unterbrechung heraus, holte sich drei Legs in Serie und spielte dabei auch einen 12-Darter. Ein wenig glücklich war der Waliser aber auch, denn Whitlock vergab in zwei dieser drei Leg einen Dart auf das Bullseye. Mit einem 12-Darter inklusive 150er-Finish konnte Whitlock den Lauf seines Gegners beenden, er holte sich auch das darauffolgende zehnte Leg der Partie und hatte zur zweiten Pause zum 5:5 ausgeglichen. Mit einem starken 12-Darter setzte sich der Australier wenige Minuten später wieder in Front, doch ein vergebener Dart auf die Doppel-20 kostete ihn das zwölfte Leg der Partie. Price bedankte sich und stellte mit dem sofortigen Rebreak wieder Parität her, bei eigenem Anwurf zeigte er kurz darauf ein 80er-Checkout und lag zu diesem Zeitpunkt mit 7:6 vorne. Die Vorentscheidung in diesem Match fiel dann ein Leg später: Whitlock war nicht in der Lage, 28 Punkte auf Null zu bringen, was Price mit einem Treffer in der doppelten 20 zum Break eiskalt ausnutzte. Das 16. Leg griff sich der „Iceman“ dann auf der Doppel-5 und war nur noch ein Leg von seinem ersten Major-Halbfinale in diesem Jahr entfernt. Zwar konnte Whitlock noch ein Leg für sich entscheiden, doch beim eigenen Anwurf ergriff Price die sich ihm bietende Gelegenheit und spielte einen 12-Darter zum 10:7-Endstand.

Weiter ging es mit dem Duell von Dave Chisnall und Michael Smith. „Chizzy“ war gestern gegen Gary Anderson im Einsatz, überstand dort vier Matchdarts gegen ihn und setzte sich im Entscheidungsleg durch. Den besseren Start in die Begegnung konnte der „Bully Boy“ für sich verbuchen, er verteidigte zunächst den eigenen Anwurf, um dann zwei 14-Darter nacheinander zur 3:0-Führung zu produzieren. Chisnall durfte bis hierhin nicht einmal auf Doppelfelder zielen, tat dies im vierten Leg erstmalig, vergab aber eine Möglichkeit auf Tops. Dieser Fehler kam Chisnall teuer zu stehen, denn Smith brachte wenige Sekunden später 141 Punkte auf Null und setzte seinen Traumstart fort. Ein Leg später warf der Mann im gelben Shirt noch einmal an der Doppel-20 vorbei; Smith traf stattdessen die doppelte 10 und hatte die erste Session ohne Legverlust bestritten. „Chizzy“ tat die Pause augenscheinlich gut, er warf im ersten Leg nach dieser zwei 180er und machte 101 Punkte zu seinem ersten Erfolgserlebnis aus. Bei seinem eigenen Anwurf ließ Smith im Anschluss daran allerdings überhaupt nichts anbrennen, er zeigte den Zuschauern einen brillanten 10-Darter und führte zu diesem Zeitpunkt klar mit 6:1. Per 13-Darter konnte der „Bully Boy“ seinen Vorsprung im nächsten Leg sogar ausbauen, kassierte in diesem Fall aber auch das sofortige Rebreak. Das zehnte Leg der Partie holte sich Smith dann noch per 11-Darter wieder als Break, sodass er mit einem 8:2 im Rücken in die Unterbrechung ging. Nach dieser Pause setzte er seine Leistung nahtlos fort, nahm 124 Punkte auf dem Bullseye von der Scheibe und war nur noch ein Leg von der Ziellinie entfernt. Allerdings kam Chisnall jetzt in seine beste Phase und drehte mit Blick auf die sicher scheinende Niederlage auf. Mit 14 Darts holte er sich zunächst das eigene Leg, ehe er im 13. Leg des Spiels 100 Punkte zum Abschluss eines 11-Darters ausmachte. Wenig später konnte er den eigenen Anwurf erneut verteidigen, danach war die Mini-Aufholjagd jedoch beendet. Chisnall vergab seine letzte Möglichkeit auf dem Bullseye, stattdessen brachte Smith seinen Matchdart in der Doppel-10 unter und sich selbst nach dem klaren 10:5 in die Vorschlussrunde. Am Ende lagen die Averages beider Spieler übrigens knapp über der 100-Punkte-Marke.

Wades Erfolgsserie geht weiter

Mit seinem gestrigen Sieg über Mensur Suljovic hatte James Wade für viel Enttäuschung in Schwechat gesorgt, doch dem Europameister konnte das ziemlich egal sein. Seine volle Konzentration galt nämlich Jamie Lewis, der sich seinerseits durch ein 6:5 über Weltmeister Rob Cross ins Viertelfinale vorgespielt hatte. Wade kam hervorragend in die Partie hinein, startete mit einem 11-Darter zum Break. Per 13-Darter konnte „The Machine“ auch nachlegen, vergab danach aber zwei Breakdarts. Lewis nutzte seine erste Möglichkeit zu einem Leggewinn aus und verkürzte mit einem 68er-Checkout. Die beiden darauffolgenden Legs wurden zwischen den beiden Profis aufgeteilt, sodass Wade mit einer 3:2-Führung in die Pause ging. Nach dieser Pause konnte der Engländer seinen Anwurf unter hohem Druck mit einem 108er-Finish verteidigen und wenig später sogar ein Break landen, um einen Vorsprung von drei Legs zu bilden. In den folgenden Minuten ließ Wade jedoch nach, was sich in Ungenauigkeiten beim Werfen auf Doppelfelder zeigte: im achte Leg patzte er einmal auf Tops, im neunten sogar dreifach. Dadurch konnte Lewis wieder bis auf ein Leg heranrücken. Das zehnte Leg des Spiels ging aber wieder an den Weltranglistensechsten, der 82 Punkte auf der Doppel-7 ausmachte und so den Pausenstand von 6:4 zu seinen Gunsten herstellte. Nach der Unterbrechung ließ Wade erneut große Möglichkeiten aus, warf erneut dreifach an seiner sonst so starken Doppel-20 vorbei. Lewis machte stattdessen 87 Zähler perfekt mit zwei Darts aus und verteidigte den eigenen Anwurf doch noch. Wade hatte bei im nächsten Leg überhaupt keine Probleme, das eigene Leg durchzubringen und konnte wenig später sogar ein Break zum 8:5 nachlegen. Dabei profitierte Wade davon, dass sein walisischer Gegner einmal an der Doppel-20 vorbeiwarf. Lewis glaubte mittlerweile nicht mehr daran, das Spiel noch drehen zu können. So holte sich Wade die ihm noch fehlenden zwei Legs ohne größere Komplikationen und zog durch den 10:5-Sieg auch in Schwechat ins Viertelfinale ein.

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss, und so schien es auch im Viertelfinale der World Series Finals zu sein. Im letzten Match des Nachmittags kam es nämlich zum Oranje-Duell zwischen Raymond van Barneveld und Michael van Gerwen. Nachdem die ersten beiden Legs mit den jeweiligen Anwürfen gewonnen wurden patzte van Gerwen im dritten vierfach auf Doppelfelder und ermöglichte „Barney“ auf diese Weise das erste Break. Mit einem 11-Darter konnte der fünffache Weltmeister dieses auch bestätigen. Im fünften Leg der Partie löschte van Gerwen noch 88 Punkte aus, sodass der Weltranglistenerste vor der ersten Pause auf 2:3 verkürzte. Nach dieser Unterbrechung schaltete van Gerwen mehrere Gänge hoch, checkte zunächst 116 Punkte zum Break und legte einen 12-Darter nach, der ihn erstmals in Führung gehen ließ. Mit 14 und 15 Darts holte sich „Mighty Mike“ dann noch zwei weitere Legs nacheinander, ehe sich van Barneveld zurückmeldete und 96 Punkte zum 4:6 aus seiner Sicht auf Null bringen konnte. „Barney“ hatte sein Zwischentief mittlerweile überwunden, spielte im elften Leg einen 12-Darter zum Break und im zwölften einen 13-Darter zum 6:6-Ausgleich. Als er das Bullseye im nachfolgenden Leg aber um Millimeter verfehlte stoppte van Gerwen seinen Lauf und ging seinerseits wieder in Führung. Van Barneveld war aber weiter auf Augenhöhe und checkte kurz darauf unter hohem Druck 104 Punkte, um wieder Parität herzustellen. Ein ganz wichtiger Moment folgte im daran anschließenden 15. Leg des Spiels. Van Barneveld nahm erneut unter ganz hohem Druck 70 Punkte mit und hatte so das Break zum 8:7 aus seiner Sicht produziert. Das beschriebene Break konnte der fünfmalige Weltmeister wenig später bestätigen und war nur noch ein einziges Leg vom Sieg entfernt. Zunächst hatte jedoch van Gerwen Anwurf, der bei seinem Leg keine Zweifel am Sieger aufkommen ließ und sich dieses mit einem 121er-Finish sichern konnte. Jetzt hatte van Barneveld Anwurf und somit auch die ganz große Chance zum Matchgewinn. Nachdem van Gerwen 76 Punkte nicht auf Null bringen konnte hatte „Barney“ seine Möglichkeit zum Sieg, erwischte bei 96 Restpunkten aber kein Triplefeld und konnte sich nur stellen. Van Gerwen wollte jetzt das Entscheidungsleg erzwingen, warf aber einmal an der Doppel-18 und zweimal an der Doppel-9 vorbei und winkte frustriert ab. Van Barneveld trat vors Oche und verwandelte seinen ersten Matchdart in der Doppel-20. Mit einem Average von knapp unter 100 Punkten und einer fast 77-prozentigen Doppelquote lieferte Raymond van Barneveld eine ganz starke Leistung ab. Van Gerwen reichte ein 104er-Average nicht aus, weil er in den entscheidenden Momenten zu viele Darts an den Doppelfeldern vorbeiwarf – für ihn ist es in der Geschichte der World Series Finals die erste Niederlage überhaupt.

World Series Finals


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