James Wade gewinnt die World Series Finals 2018

Drei Spiele fehlten nur noch, bis die World Series Finals in Schwechat zu Ende gehen und ein Sieger feststehen würde. Am Sonntagabend wurden dabei als Erstes die beiden Halbfinalpartien ausgetragen. Zum Auftakt trafen Gerwyn Price und Michael Smith aufeinander, ehe James Wade und Raymond van Barneveld den zweiten Finalplatz untereinander ausspielten. Die Distanz in der gesamten Session betrug „Best of 21 Legs“.

Smith braucht acht Matchdarts zum Sieg

Mit Siegen über Royden Lam, Peter Wright und Simon Whitlock hatte sich Gerwyn Price in sein erstes TV-Halbfinale in diesem Jahr vorgespielt. Dort traf er auf Michael Smith, der im bisherigen Turnierverlauf souverän gegen Kyle Anderson und Dave Chisnall gewonnen hatte. Per 14-Darter holte sich Smith das erste Leg des Abends, verpasste wenige Minuten später aber zwei Breakdarts. So checkte Price 92 Punkte aus und hatte ein erstes Leg auf seinem Konto. Nachdem der „Bully Boy“ sich in der Folge wieder in Führung brachte glich Price mit einem 12-Darter aus, welchen er mit einem 94er-Finish über 18, Doppel-18 und Doppel-20 beendete. Das fünfte und letzte Leg vor der Pause schnappte sich Smith, auch weil Price eine Breakmöglichkeit ungenutzt ließ, und ging folglich mit einem 3:2 in die Unterbrechung. Wenige Minuten später schaffte Price mit einem 13-Darter zunächst den Ausgleich und produzierte danach das erste Break des Spiels. Von langer Wirkung war dieses aber nicht, denn Smith holte sich sofort das Rebreak. Wenig später setzte sich der Engländer wiederum selbst in Führung und auch das zehnte Leg des Spiels ging als 11-Darter und Break an ihn – 6:4 lautete jetzt der Spielstand zugunsten des „Bully Boy“. Ein Leg später vergab der Waliser zwei Breakdarts auf der doppelten 8 und so eine große Möglichkeit, wieder ranzukommen. Stattdessen baute Smith seinen Vorsprung auf drei Legs aus. Der „Iceman“ holte sich dann zwar das zwölfte Leg bei eigenem Anwurf, wenige Aufnahmen später vergab er allerdings wiederholt einen wichtigen Breakdart auf Tops. Smith führte mittlerweile mit 8:5 und durfte sich nächsten Leg bei Price bedanken, der vier weitere Male auf Doppelfelder patzte. Folglich griff sich Smith das Break und hatte spätestens jetzt für die Vorentscheidung gesorgt. Zum Abschluss des 15. Legs erwischte Smith die Doppel-18 und war ein einziges Leg vom Finale entfernt, vergab im folgenden Durchgang aber den ersten Matchdart auf der Doppel-16. Price feierte nach längerer Zeit mal wieder ein Erfolgserlebnis und hielt sich im Turnier. Im 17. Leg hatte Smith dann bei eigenem Anwurf die nächste Chance zum Matchgewinn, doch auch der zweite Matchdart verfehlte das gewünschte Ziel. Fast aus dem Nichts brachte Price zur Strafe 116 Punkte auf Null und verkürzte bis auf 7:10. Auch im nächsten Leg gelang es dem Engländer einfach nicht, den Sack zuzumachen. Fünf weitere Matchdarts setzte er daneben und erlaubte es seinem Gegner so, noch näher an ihn heranzukommen. Jetzt hatte Smith allerdings endgültig genug gesehen: nachdem Price einen Breakdart auf der Doppel-8 liegen ließ nahm der „Bully Boy“ 126 Punkte via Triple-19, Triple-19 und Doppel-6 von der Scheibe und beendete so dieses Spiel. Smith erreichte also das zweite TV-Finale seiner Karriere und wartete jetzt auf seinen dortigen Gegner.

Van Barneveld im Halbfinale chancenlos

Mit seinem unglaublichen 10:8-Viertelfinaltriumph über Topfavorit van Gerwen hatte Raymond van Barneveld für die Sensation des Turniers gesorgt. Mit dem zurzeit sehr formstarken James Wade hatte „Barney“ nun die nächste schwere Aufgabe vor der Brust. Beide Akteure kamen gut ins Spiel hinein, van Barneveld sicherte sich Leg Nummer eins zunächst mit 13 Darts, Wades Antwort darauf war ein 160er-Finish zum Ausgleich. Der Engländer startete dann mit fünf perfekten Darts in das dritte Leg, spielte es auch gut zu Ende und breakte letztlich mit 12 Darts. Nachdem Wade sich auch das vierte Leg greifen konnte wollte der Niederländer im fünften Leg einen noch höheren Rückstand verhindern. Doch nachdem sich „Barney“ im ersten Versuch bei 68 Restpunkten überworfen hatte scheiterte er auch im zweiten Anlauf an dieser Punktzahl und ermöglichte es Wade, mit einem 4:1 in die erste Pause ging. Nach dieser Unterbrechung setzte „The Machine“ seine starke Leistung nahtlos fort. Mit einem sehenswerten 124er -Finish via Triple-20, Triple-8 und Tops holte er sich sechste Leg, ehe er einen 13-Darter zum Break und zum 6:1 zeigte - ein weiterer 13-Darter brachte ihm schon kurze Zeit später einen Vorsprung von sechs Legs. Van Barneveld bekam in dieser Phase überhaupt keinen Zugriff auf die Partie, positionierte sich im neunten Leg aber bei 62 Restpunkten, um wenigstens mal auf Doppel werfen zu dürfen. Doch Wade zerstörte auch diesen Plan, löschte 141 Punkte aus und stellte auf 8:1. Erst danach verbuchte van Barneveld nach längerer Zeit wieder ein Erfolgserlebnis: Zwar scheiterte er haarscharf an einem 170er-Checkout, doch die verbliebenen 25 Zähler waren mit der nächsten Aufnahme keine Probleme mehr und brachten ihm sein zweites Leg ein. Auf der Doppel-18 stellte der Weltranglistensechste den alten Abstand schon kurze Zeit später wieder her. Wade fehlten jetzt noch zwei Legs, diese konnte er sich binnen weniger Minuten ohne viel Gegenwehr holen und siegte unterm Strich deutlich mit 11:2. Während van Barneveld nicht ansatzweise an seine Viertelfinalleistung herankam glänzte Wade mit einem Average von gut 99 Punkten und einer 65-prozentigen Doppelquote.

Smith vergibt Matchdarts in dramatischem Endspiel

Das Endspiel der World Series Finals 2018 war also ein rein englisches. Während es für James Wade das zweite Major-Finale innerhalb von sieben Tagen war, war es für Michael Smith das zweite seiner Karriere. Wade fand besser ins Spiel hinein, startete mit einem 13-Darter zum Break und legte ein 80er-Checkout zum 2:0 nach. Als er wenig später auch noch 96 Punkte ausmachen konnte hatte er ein zweites Break produziert, kassierte in diesem Fall aber sofort das Rebreak, weil der „Bully Boy“ 140 Punkte auf Null bringen konnte. Auch das darauffolgende Leg konnte sich Smith greifen, sodass er vor der ersten Pause auf 2:3 verkürzte. Wade warf den ersten Dart nach der Unterbrechung und holte sich letztlich auch das sechste Leg. Smith verkürzte anschließend, konnte den gegnerischen Anwurf im achten Leg jedoch nicht gefährden. Ein Leg später scheiterte „The Machine“ um Haaresbreite an einem 161er-Finish, Smith kam mit dem Schrecken davon, brachte 86 Punkte auf Null und verringerte seinen Abstand auf nur noch ein Leg. Im Anschluss daran spielte der „Bully Boy“ einen starken 11-Darter und hatte per Break zum 5:5 ausgeglichen. Beide Spieler gingen jetzt wieder kurz von der Bühne, Wade kam besser zurück und holte sich mit 12 und 13 Darts zwei Legs nacheinander, doch Smith steckte nicht auf, holte sich zunächst das 6:7 aus seiner Sicht und stellte danach mit dem Königsfinish von 170 Punkten Parität her. Das letzte Wort vor der dritten Pause wurde aber von „The Machine“ gesprochen, der 112 Punkte ausmachen konnte und sich so mit 8:7 in Führung brachte. Nach dieser Unterbrechung patzte Wade jedoch einmal auf die Doppel-20, was ihn im Endeffekt auch das Leg kostete. Smith erwischte die Doppel-10 zum direkten Rebreak, erneut war der Spielstand ausgeglichen. Den eigenen Anwurf brachte Smith im folgenden Leg per 12-Darter sehr souverän auf seine Habenseite und setzte sich dadurch zum ersten Mal überhaupt in diesem Finale in Front. Anschließend behielt auch Wade seine Nerven im eigenen Leg zusammen und glich zum 9:9 aus – die Schlussphase versprach maximale Spannung.

Der erste große Fehler in dieser Phase unterlief Smith, der im 19. Leg zwei Möglichkeiten auf Doppel liegen ließ. Wade checkte 40 Punkte mit dem letzten Dart in der Hand und war nur noch ein Leg vom Sieg entfernt. Bei eigenem Anwurf hatte Wade schon jetzt eine vielversprechende Gelegenheit dazu, doch dieses Leg war ein völlig verkorkstes. Wade überwarf sich zunächst bei 121 Punkten und setzte dann drei Matchdarts vorbei. Der „Bullyboy“ nahm 56 Punkte von der Scheibe und brachte das Endspiel ins alles entscheidende 21. Leg. Mit einer genial getimten 180 brachte sich Smith dort in die Pole Position, vergab aber fünf Matchdarts für seinen Major-Premierentitel. Wade ließ sich die Chance jetzt nicht mehr entgehen und brachte seinen vierten Matchdart in der Doppel-18 unter.

World Series Finals


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