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Van Gerwen und Wright marschieren ins Viertelfinale

Am fünften Spieltag des World Matchplay 2021 in Blackpool wurde die zweite Runde fortgesetzt. Die 2.000 Zuschauer im ausverkauften Emperess Ballroom durften sich auf vier namhafte Duelle freuen: den Auftakt machten zunächst Michael Smith und José de Sousa, ehe Gary Anderson und Nathan Aspinall gegeneinander antraten. Im dritten Match des Tages wurde Michael van Gerwen von Ian White gefordert, beendet wurde die Session mit dem Aufeinandertreffen von Peter Wright und Joe Cullen.

Spannung und Spektakel – Smith schlägt de Sousa knapp

Nach seinem lockeren Auftaktsieg gegen den deutschen Starter Gabriel Clemens bekam es José de Sousa in der zweiten Runde mit dem Matchplay-Finalisten von 2019, Michael Smith, zu tun. „The Special One“ startete fulminant und sammelte die ersten beiden Legs mit 11 und 13 Darts ein. Sein Gegner war im dritten Leg erstmals erfolgreich, ehe de Sousa im vierten zwei Doppelfelder verfehlte und den Ausgleich kassierte. Auf der anderen Seite sammelte Smith letztlich noch ein drittes Leg nacheinander ein, um aus dem 0:2-Rückstand die 3:2-Führung zu machen.

Nach der ersten Pause setzte der „Bully Boy“ seine starke Phase fort und entschied noch zwei weitere Legs nacheinander für sich. Erst als Smith denkbar knapp an 170 Punkten gescheitert war, gelang es seinem portugiesischen Kontrahenten, diese Serie zu beenden. Dieses Erfolgserlebnis verlieh de Sousa spürbar Aufwind, er glänzte in der Folge mit einem 12- und einem 11-Darter und glich pünktlich zur zweiten Unterbrechung zum 5:5 aus.

Smith kehrte mit sechs perfekten Darts wieder vor die Kameras und holte sich seine Führung letztlich per 14-Darter zurück. Davon ließ sich de Sousa aber nicht lange stören, besonders auf den Doppelfeldern zeigte sich der Portugiese bislang sehr sicher – im zwölften Leg löschte er erst 70 Punkte mit zwei Darts, im 13. dann 80 Zähler über zweimal Tops. Ein Leg später überstand de Sousa sogar einen seiner typischen Rechenfehler unbeschadet und erhöhte seinen Vorsprung auf 8:6. Unmittelbar danach verpasste de Sousa allerdings zwei wichtige Möglichkeiten, mit denen er einen ganz großen Schritt in Richtung Viertelfinale gemacht hätte. Dementsprechend rettete Smith in diesem Moment sein Anwurfleg, konnte den Anwurf des Gegners im darauffolgenden Durchgang allerdings nicht gefährden. Nichtsdestotrotz gab Smith weiterhin sein Bestes, er glänzte mit einem 11-Darter und hielt die Partie mit dem 8:9 aus seiner Sicht offen. Wenig später war de Sousa dann soweit, als dass ihn nur noch ein Leg vom Sieg trennte – den letzten Schritt konnte er aber bis auf Weiteres nicht gehen. Mit dem Rücken zur Wand stehend, sicherte sich Smith mit Checkouts von 68 und 71 Punkten zwei Legs nacheinander, sodass diese Partie beim Stand von 10:10 in die Verlängerung ging.

In dieser wichtigen Phase legte de Sousa mit einem Break vor und erhielt wenig später sogar den ersten Matchdart, setzte ihn aber relativ deutlich an der Doppel-12 vorbei. Smith musste jetzt zwingend 108 Punkte auf Null bringen, er zeigte unter maximalem Druck sein ganzes Können und hielt sich tatsächlich im Turnier. Trotz einiger Schwierigkeiten auf Doppel legte Smith in diesem Fall selbst vor, vergab zunächst jedoch ebenfalls einen Matchdart. Doch Smith hatte das Glück, dass de Sousa diesen Fehler aufgrund drei eigener Patzer nicht nutzte. Aus diesem Grunde bekam Smith eine zweite Chance, er konzentrierte sich kurz und versenkte seinen Pfeil in der Doppel-10.

Michael Smith 13:11 José de Sousa
99,73 Average 97,72
7 180s 9
108 High Finish 90
1 100+ Checkouts 0
13/31 Finishing 11/25

Aspinall setzt sich im Thriller gegen Anderson durch

Anschließend richtete sich die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf das Duell zwischen Nathan Aspinall und Gary Anderson. Der Erstgenannte hatte die ersten beiden Legs bereits auf seine Seite gebracht, als er zwei Breakdarts gegen sich schadlos überstand und auf 3:0 erhöhte. In Form eines 15-Darters meldete sich der „Flying Scotsman“ erstmals zu Wort, ehe er mit einem 11-Darter verkürzte.

Nach der Unterbrechung vollendete Anderson den Turnaround, auch unter Mithilfe des Gegners gewann er noch zwei weitere Legs nacheinander und ging demzufolge in Führung. Durch einen 14-Darter setzte Aspinall der Negativserie von vier verlorenen Legs nacheinander ein Ende. Dieses Break tat dem Engländer sichtlich gut, er zeigte in den nächsten Minuten noch zwei weitere 14-Darter und ging mit einem 6:4 im Rücken von der Bühne.

Nach der zweiten Unterbrechung gelang Aspinall sogar noch ein vierter 14-Darter in Folge, danach stellte Anderson aber wieder einen Fuß in die Tür. „The Asp“ hatte Augenblicke vorher das Bullseye verpasst, schüttelte diesen Fehlwurf aber schnell ab und stellte den alten Abstand mit einem 74er-Finish wieder her. In den nächsten Minuten kämpfte sich Anderson erneut heran und produzierte dabei ein Break, womit er bis auf ein Leg an seinen Gegner kam. Aspinall erzielte das sofortige Rebreak und verhinderte den drohenden Ausgleich, ließ wenig später aber eine Chance liegen, um mit dem 10:8 den vorletzten Schritt zu gehen. Anderson brillierte in diesem wichtigen Moment mit einem 149er-Highfinish und verkürzte stattdessen auf 8:9 aus seiner Sicht. Umgekehrt lief es dann im darauffolgenden 18. Leg: Anderson leistete sich einen Fehlwurf und durfte sich im direkten Gegenzug ein 117er-Highfinish von Aspinall ansehen. Der Engländer ließ seinen ersten Matchdart auf dem Bullseye wenige Minuten ungenutzt, sodass sich Anderson auf der Doppel-14 im Spiel hielt und bei eigenem Anwurf für die Verlängerung sorgen wollte. Aspinall hatte allerdings ganz andere Pläne. Er warf Scores von 125, 180 und 100 Punkten und checkte die übrig gebliebenen 96 Zähler mit zwei Würfen zum 11-Darter. Nachdem der 11:9-Triumph damit offiziell war, kannte der Jubel bei Aspinall kein Halten mehr.

Nathan Aspinall 11:9 Gary Anderson
98,98 Average 97,38
8 180s 3
117 High Finish 149
1 100+ Checkouts 1
11/28 Finishing 9/23

Michael van Gerwen hatte in Blackpool nur ein einziges Ziel: er wollte seinen ersten Turniersieg seit November 2020 feiern. Dafür war es aus seiner Sicht zwingend erforderlich, heute gegen Ian White zu gewinnen. Nach einem ausgeglichenen Start ließ van Gerwen mit einem 11-Darter erstmals sein Können aufblitzen. Allerdings kassierte der Weltranglistendritte aufgrund eines Fehlwurfs auf der doppelten 16 auch das sofortige Rebreak. White legte mit einem 15-Darter nach und lag nach fünf absolvierten Durchgängen knapp vorne.

Nach der Pause glich van Gerwen mühelos zum 3:3 aus. Nachdem die nächsten beiden Legs vom jeweils anwerfenden Spieler eingesammelt worden waren, brachte sich der zweimalige World Matchplay-Sieger durch ein Break in Führung. Er scheiterte kurz darauf allerdings knapp 117 Restpunkten, sodass White durch das sofortige Rebreak zum 5:5-Ausgleich kam.

Im Anschluss an die zweite Pause erhöhte van Gerwen zumindest zeitweilig die Schlagzahl, mit 14 und 13 Darts schnappte er sich zwei Legs in Folge. „Diamond“ ließ sich davon nicht beunruhigen und hielt den Abstand zwischen sich und seinem Gegner weiterhin gering. Mit dem nächsten 13-Darter erarbeitete sich van Gerwen allerdings wiederum einen Vorsprung von zwei Legs. Im darauffolgenden 15. Leg unterlief White dann ein folgenschwerer Fehler: der Engländer setzte vier Darts an den anvisierten Doppelfeldern vorbei und schenkte seinem Gegner das Break. Van Gerwen löschte in dieser Situation 92 Punkte, brachte einige Aufnahmen später auch 93 Zähler auf Null und stand bereits mit einem Bein in der nächsten Runde. Dass die Partie beim Zwischenstand von 10:6 doch nochmal dramatisch wurde, hatte van Gerwen sich selbst zuzuschreiben – er brachte seine ersten sechs Matchdarts allesamt nicht ins Ziel. White rettete sich zunächst mit einem starken 108er-Highfinish, produzierte dann ein Break und versuchte sich im 18. Leg an 161 Restpunkten. Weil er das Bullseye aber um Haaresbreite verfehlte, bekam van Gerwen die nächste Möglichkeit, den Deckel drauf zu machen. Der Niederländer hatte noch 121 Punkte übrig und versenkte seinen siebten Matchdart mitten im Bullseye. Durch den 11:8-Erfolg erreichte van Gerwen ebenfalls die Runde der letzten Acht, wo er auf Aspinall treffen wird.

Michael van Gerwen 11:8 Ian White
100,68 Average 93,83
3 180s 2
121 High Finish 108
1 100+ Checkouts 1
11/28 Finishing 8/29

Das letzte Viertelfinalticket wurde schließlich im Duell zwischen Peter Wright und Joe Cullen vergeben. Der Engländer kam nur sehr schleppend in die Partie hinein, was Wright in der Anfangsphase zu seinen Gunsten nutzte. Unter anderem mit einem 106er-Finish erspielte er sich einen 3:0-Vorsprung. Erst als „Snakebite“ im vierten Leg drei Fehlwürfe auf Doppel unterlaufen waren, gelang Cullen sein erster Leggewinn. Im fünften Durchgang passierte beim Schotte das nächste Missgeschick, er warf an der großen 18 vorbei und bekam keinen Versuch auf Doppel. Cullen ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und reduzierte seinen Rückstand auf 2:3.

Einige Zeit später nutzte Cullen einen weiteren Patzer des Konkurrenten zum Ausgleich. Danach fing sich Wright allerdings wieder. Mit einem 13-Darter beendete er zunächst die Serie von drei verlorenen Legs, danach breakte er mit einem 103er-Highfinish. Weil er unmittelbar danach den nächsten 13-Darter vollbracht hatte, vergrößerte Wright seinen Vorsprung auf 6:3. Der „Rockstar“ konnte dieses Niveau aktuell nicht mitgehen und ließ im zehnten Leg auch noch eine wichtige Möglichkeit auf seiner favorisierten Doppel-16 liegen. Dagegen blieb Wright eiskalt, er machte 85 Punkte aus und erzielte ein weiteres Break.

Ohne jegliche Schwierigkeiten bestätigte Wright auch dieses Break, um dem Sieg wieder ein Stück näher zu kommen. Nach fünf verlorenen Legs nacheinander war Cullen im 13. Durchgang zwar erfolgreich, doch Wright antwortete umgehend mit einem 11-Darter und hielt seinen deutlichen Vorsprung aufrecht. Alles in allem nutzte Wright seine Überlegenheit bis zum Ende konsequent aus. Er feierte einen deutlichen 11:5-Erfolg und kam dabei auf einen starken Average von 105,46 Punkten.

Peter Wright 11:5 Joe Cullen
105,46 Average 90,12
7 180s 3
106 High Finish 68
2 100+ Checkouts 0
11/20 Finishing 5/10

World Matchplay


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